Hm. Der Baumarkt sagt auf seiner Website, er liefert, schweigt sich aber dezent darüber aus, zu welchen Konditionen. Beim Schweden kostet liefernlassen zwischen 9 und 99 Eu. Der Getränkemarkt schreibt, "günstiger als man denkt".
Ich halte das für eine schlechte Strategie. Je weniger Gefallen man einander tut und je mehr man sie als Einzelfälle statt als Selbstverständlichkeiten sieht, desto mehr entflechtet man seine Sozialbeziehungen, als desto kostspieliger empfindet man es auf beiden Seiten, und desto größer wird die Versuchung, aufzurechnen, was wiederum zu mehr Zurückhaltung und weiterer Entflechtung führt, bis man sich irgendwann wundert, warum einem keiner mehr hilft, wenn man es wirklich braucht, und nicht sieht, wie die Gewohnheit der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung zwischen Freunden (Verwandten, Nachbarn, Kollegen) systematich abgeschafft wurde.
Klar: Alleine kann man kein Sozialwesen betreiben. Wenn alle Freunde sich zurückziehen und Gefallen und Geschenke weder annehmen noch geben mögen, solange es nicht an allen Ecken brennt -- da wird es schwierig, etwas zu reißen ohne sich zum Esel für alles zu machen. Ich hoffe, so etwas bleibt mir auch weiterhin erspart.
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22.07.2013, 15:09
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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22.07.2013, 19:14Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ich nutze Amazon und Ikea. Was sind 9 Euro? Ich spare ja jeden Monat so viel Geld ohne Auto.
Zur Überschrift des Threads fällt mir noch ein: Ich habe einige Frauen nicht mehr ertragen mit dem Spruch. Sie haben vor Jahren Therapie gemacht und fahren nun diese Egowelle. Sie können sich nicht gut abgrenzen und machen das dann auf so eine verletzende Art, war mein Eindruck. Wenn jemand aus Überzeugung "nein" sagt, finde ich das sehr angenehm. Und wirklich dahinter steht. Damit habe ich kein Problem. Versteht ihr, was ich meine? Wenn jemand selbst ein Problem mit seinem eigenen Nein hat, ist die ganze Situation komisch.Geändert von Inaktiver User (22.07.2013 um 19:23 Uhr)
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22.07.2013, 19:25
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Hallo zusammen,
das mit den gegenseitigen Gefälligkeiten, die sich ausgleichen, ist oft so eine Sache. Meiner Erfahrung nach gleicht es sich eben oft nicht aus. Gerade Menschen mit diversen handwerklichen Fähigkeiten werden überdurchschnittlich oft zu Hilfeleistungen herangezogen und oft von Leuten, die sich dafür praktisch nicht revanchieren können. Zudem gibt es Leute, die eine große Familie haben und praktisch nie Not an Helfern, während andere, auf sich allein gestellt, viel eher auf Unterstützung angewiesen sind.
Meine Maxime ist daher, Hilfe nur wenn wirklich nötig und wenn, dann gibt es auch eine direkte Gegenleistung. Meine Freundin und ihr Mann haben mir geholfen, beim Umzug den Sperrmüll runterzutragen. Dafür bekamen sie einen Fresskorb mit ein paar schön ausgesuchten Leckereien. Den Umzug selbst hab ich Profis überlassen. Meine Freundin war dann noch mit ihrem VW-Bus mit mir bei IKEA und hat mir anschließend geholfen, die gekauften Möbel auch aufzubauen. Dafür war ich mit ihr schick brunchen. Ein anderer Freund hat mir Lampen angeschlossen. Dafür hab ich ihm etwas Geld gegeben und ihn auch zum Essen eingeladen. Jetzt fahre ich drei Wochen zu Freunden in Urlaub, wo ich eine Wohnung für mich habe. Dafür werde ich auch etwas geben. Mir ist das einfach lieber so, weil ich mich in allen Fällen nicht wirklich adäquat revanchieren kann. Und ich hab dann auch kein schlechtes Gewissen, noch mal wegen was zu fragen.
Und ich habe auch schon selbst erlebt, wie ich beim ersten und zweiten Fragen noch gerne und bereitwillig geholfen habe, aber irgendwann doch ein wenig unleidlich wurde, als meine Dienste immer häufiger und immer selbstverständlicher in Anspruch genommen wurden. Und oft ist es dann nicht so leicht, doch irgendwann nein zu sagen.
Ich finde, man muss in einer Freundschaft nicht jeden Gefallen akribisch aufrechnen, aber ein gesundes quid pro quo halte ich durchaus für einen freundschaftserhaltenden Faktor.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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22.07.2013, 22:27
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Das sehe ich auch so.
Ich gebe aber zu bedenken, dass die Gegenleistung erstens in einem ganz anderen Bereich sein kann (der eine hilft z.B. handwerklich, der andere ist einfach ein guter Ratgeber und Zuhörer, der Dritte vermittelt ivielleicht mal n irgendeiner Angelegenheiten mit "Vitamin B"),
und zweitens sollte das nie als direkte Aufrechnung getan werden.
Wenn ich wüsste oder merken würde, jemand tut etwas für mich, weil er mir für meine Hilife danken will, freut mich das zwar. Lieber wäre mir aber, er machte es, um mir wirklich zu helfen, gerade dann wenn ich ihn wirklich brauche. Hilfe als direkten Ausgleich einer selbst erhaltenen Hilfeleistung will ich von Freunden garnicht haben.
Und noch viel schlimmer finde ich, wenn ich merke, jemand bittet mich um Hilfe, damit ich seine geleistete Hilfe quasi wieder "abarbeite". Das hat für mich nichts mehr mit Freundschaft zu tun, das wäre ein sozialer Vertrag miteinander: hilfst Du mir, helfe ich Dir, sonst nicht.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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23.07.2013, 10:03
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Im Grunde geht es dabei rein um das Gefühl, das man bei einer Gefälligkeit hat: Die gleiche Gefälligkeit kann als "Gegenleistung/Ausgleich" oder als gern getaner Freundschaftsdienst ohne Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Gefälligkeit durch die andere Seite gesehen werden.
Ich selber bin sehr darauf bedacht, besonders bei Menschen, zu denen keine echte Beziehung besteht, für Ausgleich zu sorgen, weil ich selbst so bin, dass ich mich ärgere, wenn sowas fehlt. Das schlimmste Beispiel war letztes Jahr, als ich meine Wohnung für ein paar Tage Freunden von Freunden überließ und zum Dank, als ich wiederkam, eine sehr nachlässig geputzte Wohnung (ich hatte selbst vorher sehr gut geputzt) vorfand - ich war so wütend wie selten. Ein Dankeschön z.B. in Form einer Flasche Wein hätte sehr weitergeholfen, aber sowas gab´s nicht.
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23.07.2013, 10:23
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ich rechne das eher so gesamtgesellschaftlich aus.
Es gibt Leuten, denen helfe ich, einfach weil ich feststelle, dass sie Hilfe benötigen. Und da weiss ich auch, dass es von ihnen nicht zu erwarten ist, eine Gegenleistung zu bekommen. Es gibt hin und wieder solche, die sich in einem so üblen Zustand befinden, dass nur schon ein gemurmeltes "Danke" die oberste Grenze ihrer Leistungsfähigkeit darstellt.
doch die so investierte Hilfe kommt dann in der Regel auf ganz andern Wegen zu mir zurück, durch ganz andere Leute, sodass es in der Bilanz unter dem Strich dann eben doch aufgeht. Oft durch Gefälligkeiten oder Hilfestellungen, um die ich nie gebeten hatte, die spontan erfolgen, die mir aber trotzdem sehr nützlich sind.
grüsse, barbara
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23.07.2013, 10:30
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Liebe Barbara, exakt so sehe und handhabe ich das auch. Mir geht´s super damit.
Im übrigen kenne ich es auch überhaupt nicht, dass man in einer Freundschaft dauernd um irgendwelche Hilfeleistungen gebeten wird. Ich kenne das einfach nicht. *mich wundere was es alles gibt*The original Karla
est. 2006











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23.07.2013, 14:15
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Bei einmaligen oder seltenen Geschichten halte ich das auch so. Aber meine Erfahrung ist eben, dass es auch Menschen mit einer hohen Bedürftigkeit gibt. Und da funktioniert dieser Weltausgleich für mich irgendwann nicht mehr. Und darüber hinaus gibt es in meinen Augen auch Gefälligkeiten, die so umfangreich sind, dass das Vertrauen in den Weltausgleich nicht mehr genügt.
Um Massahis Beispiel mal aufzugreifen. Ich hab vor einiger Zeit auch meine Wohnung einer Freundin mit Familie überlassen, die auf Heimatbesuch war. War für mich kein Problem. Sie haben sogar ihr Bettzeug mitgebracht und keine merklichen Schmutz hinterlassen. Da erwarte ich jetzt auch nichts für, weil ich weiß, das gleicht sich erstens wieder aus, und für mich war es kein Umstand. Wäre das Ganze jetzt mit einem größeren Aufwand an Waschen und Putzen verbunden gewesen, hätte ich eine kleine Aufmerksamkeit schon nett gefunden. So halte ich es auch, wenn ich sie mal für ein paar Tage besuche.
Genauso hab ich meine Nachbarn, die jetzt monatelang meinen Briefkasten geleert haben, gelegentlich mal zum Kaffee eingeladen. Für mich ist das so ein bisschen das Schmiermittel, dass die Gefälligkeitsmaschine in Gang hält. Und die meisten freuen sich eben doch über eine Gegenleistung. Und die muss ja auch nicht immer mit viel Geld oder Aufwand verbunden sein.
Gruß,
Malina
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23.07.2013, 14:55
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ich habe wohl das grosse Glück, dass ich von meiner Familie schon ein grosses Paket Geschenke auf den Weg bekommen habe. Da kam in mir schon irgendwann das Gefühl, damit der Ausgleich stimmt, muss ich das jetzt weiter geben...und das kann dann ruhig auch ein grosser Brocken sein. Ich hab da über einige Jahre einem guten Freund geholfen, der mit heftigeren Problemen zu kämpfen hatte - Messi, Depris, Drogenprobleme - da ist es Belohnung genug, dass er inzwischen wieder Tritt gefasst hat und vieles verbessern konnte. Aber es stimmt schon, auch er gab immer wieder mal was zurück - und dann stimmt auch, sobald es nicht mehr mein eigenes Angebot war, sondern er den Anspruch hatte, ich müsse jetzt helfen, da hab ich abgeblockt, das kann ich nicht.
Ansonsten investiere ich ins soziale Kapital, indem ich mit meinen Forderungen bescheiden bin, aber auch gern mal Kleinigkeiten für andere machen.
grüsse, barbara
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23.07.2013, 16:53
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ich glaube auch, dass die Freiwilligkeit eine große Rolle spielt. Ich hatte mal eine Freundin, die sich mit den MS-Office-Produkten nicht so auskannte. Und als sie einen neuen Rechner bekam, fragte sie mich, ob ich ihr da mal was zeigen könne. Ja klar, kein Problem. Bloß eine komplette Schulung in Outlook, Word, Excel und Powerpoint für jemanden, der davon erstens so gut wie keine Ahnung hat und zweitens immer nur in ganz kleinen Häppchen lernen wollte, wuchs sich irgendwann zum Mammutprojekt aus. Und sie war halt auch der Typ, der keine Ahnung hatte, aber gleich die kompliziertesten Dinge machen wollte, was es zusätzlich anstrengend machte.
Ich hab mir seinerzeit auch die Grundbegriffe in Word und Excel von einer Freundin zeigen lassen. Aber das war insgesamt ein Nachmittag. Sie hatte dann noch Kopien von Schulungsunterlagen für mich, und da hab ich mich dann allein durchgearbeitet. Aber ich sollte meiner Freundin wirklich alles zeigen, und das ging auch in spezielle Dinge hinein, die ich selbst eigentlich nie nutze und wo ich auch nicht auf Anhieb weiß, wie das geht, wie z.B. Serienbriefe, etc. Als ich ihr dann empfahl, vielleicht doch lieber mal einen Kurs zu besuchen, meinte sie nur, nein, das sei ihr zu viel Stoff auf einmal, so viel könne sie nicht verkraften... Und da war ich dann an einem Punkt, wo ich dachte, nee, das ist jetzt nicht mehr mein Problem.
Erchwerdend kam hinzu, dass ich sie auch anderen gegenüber oft als sehr fordernd erlebt habe, wobei ihr Selbstbild gänzlich konträr war. Gut, diese Freundschaft existiert heute nicht mehr, auch deswegen. Und ansonsten hab ich eigentlich auch keine Probleme mit übermäßig fordernden Freunden, auch weil die sich einfach nicht als Freunde halten bei mir.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)



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