Sehe ich absolut genauso.
Mir ist aufgefallen, dass dieser Egotrend zunimmt, je älter ich und auch meine Freunde werden.
Die Unverbindlichkeit untereinander nimmt zu.
Als ob jeder schon genug mit sich selbst und seinem Leben zu tun hat und nicht noch die Probleme der Freunde mitbeackern will.
Ich verstehe das nur nicht, denn das passt doch nur dann nicht, wenn die Gegenseitigkeit nicht mehr da wäre. Stattdessen habe ich sogar zunehmend das Gefühl, dass auch ich nicht mehr so gebraucht werde als Freundin, weil man ja schon selbst an sich genug denkt, so im Sinne von sina-lei`s Beitrag.
Quintessenz ist: ich ziehe mich auch eher zurück und mache mehr mein eigenes Ding. Meine Freundschaften empfinde ich deshalb manchmal fast nur noch als Bekanntschaften für gute Zeiten: man macht schöne Dinge zusammen, Alltag und Probleme macht man lieber mich sich selbst aus, beide Seiten.
Finde ich traurig.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 97
-
21.07.2013, 10:25
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Geändert von Einzelne (21.07.2013 um 10:27 Uhr) Grund: rechtgeschrieben
Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
-
21.07.2013, 10:28
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
ganz guter vergleich

wer blinkt denn heute noch? immer weniger leute u. der grund ist durchaus in ähnlichem zu suchen.
der gedanke "wenn ich jetzt abbiege dann sollte ich das dem hinter mir anzeigen damit er es weiß u. entsprechend reagieren kann" wurde durch "ich biege jetzt ab, aber warum sollt ich das dem hinter mir anzeigen, ist doch meine sache u. geht ihn nix an, wie er damit klar kommt ist seine sache" ersetzt... die verrohung gegenüber seiner umwelt zeigt sich auch hier ganz gut.
dass das eigene verhalten auch immer auswirkungen auf meine umwelt hat wird heute immer mehr verdrängt. "das ist meine sache"..."das geht nur mich was an".... wenn man solchen menschen dann erklärt dass ihr verhalten sehrwohl auch andere betreffen kann bekommt man nur ein "seh ich nicht so" od. "ist mir wurst"... das große thema mehr auf sich selbst zu achten wird hier völlig anders umgesetzt als es wohl gedacht war.
mir ist heute klar dass ich es nie schaffen werde ein "gesunder egoist" zu werden. wenn mich jemand fragt "kannst du mir bei xyz helfen" wird mein erster gedanke immer sein "kann ich das?" u. nicht "interessiert mich das?" od. "wie vermeid ich das am besten?". mag sein dass das ein fehler ist, aber so tick ich nunmal leider. das dies dann leicht ausgenutzt werden kann ist mit zwar klar, aber ich kann meinen charakter nicht einfach ändern.
grundsätzlich natürlich richtig, aber erstens weiß man das nicht immer sofort, zum anderen scheint es manchen leuten durchaus möglich zu sein sich in der hinsicht zu ändern.
wenn ich etwas will dann ist mir z.B. völlig klar dass dies erstmal meine sache ist u. ebenso ist mir klar dass jede mögliche anfallende arbeit bei dem thema erstmal meine arbeit ist. andere können mir helfen, aber sie müssen es nicht u. ich erwarte es erstmal auch nicht von ihnen. die hilfe anderer ist für mich sozusagen eine der letzen optionen, vorher checke ich alle optionen durch die mich als ausführenden beinhalten.
kann ich es jetzt nicht? dann mach ich es eben später. glauch ich es nicht zu können, dann probier ichs trotzdem mal aus. geht es trotzdem nicht, dann überleg ich ob jemand den ich kenne das überhaupt können könnte, zeit dafür hätte od. es überhaupt sein sache sein sollte, erst dann würde ich (wenn ich nicht vorher zu dem schluß komme dass es sinnvoller ist z.B. einen professionellen zu beauftragen) fragen.
andere scheinen da weniger probleme zu haben. sie haben keine zeit, ein anderer solls machen. sie haben keine lust (weil man die zeit ja mit besserem nutzen kann), ein anderer solls machen... am liebsten ist mir ja der spruch "ich kann das nicht"... ohne sich auch nur einmal damit außeinander gesetzt zu haben. genau da kommt dann bei mir wut auf, weil ich es nicht nachvollziehen kann wie man auf der einen seite glaubt etwas haben zu müssen, auf der anderen seite aber keinen grund sieht sich auch nur einmal selbst damit außeinander zu setzen. eine freundschaft ist doch kein angestelltenverhältnis.... "mach er das, mir ist nicht danach", solche denkmuster grußeln mich u. machen mich gleichzeitig traurig, weil sie menschlich so weit unten angesiedelt sind u. man kann sicher sein dass solche menschen einem garantiert bei nix helfen sondern immer eine plausible ausrede parat haben.Geändert von punto30 (21.07.2013 um 10:33 Uhr)
Männer haben für jede Lösung ein Problem!
-
21.07.2013, 14:15Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Liebe TE! Dein Eingangsbeispiel zur Überschrift würde mich ja schon interessieren. Sonst kann ich schlecht sagen, ob ich das wirklich so rücksichtslos finde wie sich die Freundin verhalten hat. Schließlich ist alles freiwillig. Für mich hat das manchmal so einen Unterton von Verpflichtung, diese Freundschaftsdienste.
Ich verbringe gerne Freizeit mit Freunden. Den Alltag kann doch jeder für sich regeln. Traurig finde ich das nicht. Ich bin da ganz pragmatisch.
-
21.07.2013, 22:16Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Mir kommt da noch ein Satz in den Sinn den ich für sehr wahr halte.
"Wenn jeder für sich selber sorgen würde, wären alle versorgt."
Heißt für mich das jeder in erster Linie Verantwortung für sich und sein Leben übernimmt. Um Unterstützung in verschiedensten Bereichen kann gebeten werden, gleichwohl sollte man sie nicht einfordern, als selbstverständlich ansehen oder gar aufrechnen.
Wer keine Verantwortung für das übernimmt was in seinem Leben geschieht sieht sich leicht als Opfer von Umständen und anderen Menschen.
-
21.07.2013, 22:29
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ich mache genau das Umgekehrte. Ich helfe jeden Tag. Wenn ich zum Baumarkt fahre, biete ich an, was mitzubringen, wenn jemand gekocht hat, biete ich an, abzuwaschen, packe mit an, um den Kühlschrank in den dritten Stock zu tragen und versorge bei Abwesenheit Katzen oder Vögel, verleihe Bücher und Akkuschrauber, und lese Bewerbungen gegen. Solange es keinen Streß bedeutet und mir nicht unangenehm, mach ich's. (Selbst wenn es Streß bedeutet, wie mit den Nachbarn drei Tage lang im Keller Wasser zu pumpen, mach ich auch mit, wenn's gemacht werden muß.)
Und weil alle meine Freunde es genauso machen, ist allen ständig geholfen, das Leben für jeden einzelnen viel einfacher, und niemand muß sich groß Gedanken machen, wie er seinen Alltag schafft oder ob die Bilanz stimmt. Die Ökonomie ist so dicht verwoben, daß man nur noch die Verbessesrung in der Lebensqualität sieht und nicht mehr die einzelenen Posten. Obendrein nützt jede Hilfe ja beiden Parteien doppelt: Einer bekommt getan, einer fühlt sich stark und kompetent, und beide festigen ihre Beziehung für die Zukunft.
Verantwortung ist eine Sache. *Tun* eine andere. Der Projektleiter hat die Verantwortung dafür, daß das Projekt gemäß Spezifikation zur rechten Zeit und im Kostenrahmen durch die Tür geht, aber das heißt nicht, daß er jede Schraube einzeln drechselt und eindreht. Und ich habe die Verantwortung dafür, daß mein Leben läuft, aber das heißt nicht, daß ich jeden Handgriff alleine tun muß. Tatsächlich würde ich meine Verantwortung mir selber gegenüber schmerzlich vernachlässigen, wenn ich das von mir erwarten würde, da mein Leben dann doch in sehr eingeschränkten Bahnen laufen würde.Geändert von wildwusel (21.07.2013 um 22:35 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
21.07.2013, 22:39Inaktiver User
-
22.07.2013, 06:18Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Sie unterscheidet doch ausdruecklich zwischen Not und Gefaelligkeiten, was sie aufzaehlt, verstehe ich als Gefaelligkeiten. Letztere kann man anbieten mit dem Risiko ausgenutzt zu werden, aber eine Freundschaft erhalten sie nicht, wenn nicht beidseitig mehr Interesse aneinander vorhanden ist.
-
22.07.2013, 06:40Inaktiver User
-
22.07.2013, 08:24Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Ein aktuelles Beispiel von mir:
Wir renovieren grad unsere neue Wohnung und ziehe dort demnächst ein.
Mein Mann und ich haben keine unserer Freunde um Unterstützung gebeten.
Die Gründe: Es gibt einfach Besseres, als bei 30 Grad in einer Wohnung alte Tapete abzukratzen etc., es reicht, wenn wir uns selbst motivieren, Verpflegung ranschaffen würde Zeit kosten.
So gaben wir gesagt, lasst uns mal in unserem Tempo machen. Genießt den Sommer, ihr habt auch Euer tägliches Tun.
Handwerksbetriebe haben wir für die Dinge beauftragt, die wir nicht selbst erledigen können/wollen.
Klare Ansagen, kein Rumgedruckse und jeder weiß woran er ist.
Eine Einweihungsparty gibt es trotzdem. Wir wollen mit unseren Freunden schöne, entspannte Dinge erleben.
Schwierige Themen werden bei uns "nur" verbal ausgetauscht, wie z.B. Pflege der Eltern, eigene Krankheiten, Schwierigkeiten im Job etc.
-
22.07.2013, 12:48Inaktiver User
AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere
Noch mal zum Ausgangsbeispiel zurück: Differenziert, wenn das so eine dringende, wichtige Sache war, die dann kurzfristig abgesagt wurde, könntest du das nächste mal einfach 2 Leute fragen. Eine Person als Ersatz. Wenn der Anderen was dazwischenkommt. Mit einer Absage muss man ja immer rechnen. Dann hast du das nächste mal mehr Spielraum.
@Wildwusel
Heute kann man sich ja zum Glück alles versandkostenfrei bringen lassen. Ich finde deine Angebote sehr nett. Die wenigsten Autofahrer sind so hilfsbereit. Ich hab auch schon mal so Anfragen und wenn ich wirklich mal Hilfe brauche, dafür hebe ich mir das auf.



Zitieren

