Hi Lorelei,
so what? Das würde ich heute auch sagen. Doch in Peer-Groups finden diese Vergleiche und Relativierungen aber leider doch statt, gerade wenn man ein zutiefst verunsicherter Mensch ist und sich am unteren Ende der Skala wähnt (so wie ich früher). Und die TE ist anscheinend ähnlich gestrickt.
Ich stimme Dir natürlich zu: Die Leitwölfe von Früher sind auch heute in einigen Fällen die Tonangebenden und Erfolgreichen. Aber manchmal eben nicht. Und das relativiert den Schmerz aus früheren Zeiten.
Du bist wahrscheinlich mit einem stabilen Selbstbewußtsein aufgewachsen, Deine Eltern haben Dich in jeder Hinsicht unterstützt, oder? Das war bei mir nicht so - und so musste ich mir mein Selbstwertgefühl im Laufe des Erwachsenenalters mühsam erarbeiten.
Vielleicht ist es bei petit_fleur ähnlich.
LG aus der Umgebung von AC
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Thema: Eine Liga zu hoch?
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28.06.2013, 19:54
AW: Eine Liga zu hoch?
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28.06.2013, 23:45
AW: Eine Liga zu hoch?
Naja, wir stehen an der Haltestelle, der Bus kommt nicht, und ich erzähle einen Bus-kommt-nicht-Witz. Auf der anderen Straßenseite geht ein riesiger Mann mit einem winzigen Hund, und ich mache irgendeine dumme Bemerkung, die sich vage auf "Men in Black" bezieht, wenn der andere in einem Alter ist, um den Film zu kennen. Und dann kuck ich, ob der andere das witzig findet, und schon weiß ich mehr über ihn.
Ich sehe Witz als eine Kombination von Selbstbewußtsein und Phantasie. Selbstbewußtsein, um den Mund aufzumachen und zu sagen, was einem komisches durch den Kopf geht, ohne dabei nervös oder albern zu wirken. Phantasie, *damit* einem etwas komisches durch den Kopf geht. Wenn man dann noch weiß, wann man besser den Mund hält, hat man alles, was man braucht.
Das mach ich ziemlich selten. Ich schließe mich gerne an, wenn es heißt, "gehen wir noch wohin", oder "ich kann Karten für (Festival) kriegen, hat jemand Lust?", aber selber spreche ich nur Leute an, wo ich eine recht klare Vorstellung habe, daß es sie interessieren könnte, etwas mitzumachen, das ich vorhabe.
Das halte ich für eine sehr gute Idee. Ein Problem, das die Zurückhaltenden öfters haben, ist, daß sie angesprochen werden wollen, und dann aber nur von den Extrovertierten angesprochen werden, mit denen sie auf Dauer nicht klarkommen. Es lohnt sich meist, mal zu gucken, wer denn noch da ist, aber nur still in der Ecke sitzt und zuhört.
Karma.
Geändert von wildwusel (28.06.2013 um 23:48 Uhr) Grund: mehr und aufgeräumter.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.06.2013, 10:54Inaktiver User
AW: Eine Liga zu hoch?
@Jagenau,
ich kann Dir nur ein Feedback geben, wie der Stil Deines Beitrags auf mich wirkte - unbenommen davon, das ich ihm inhaltlich in weiten Teilen zustimme.
Und die TE ist 19, und anscheinend noch Schülerin - nicht zwischen 20 und 30:
Da würde ich durchaus noch von einem jungen Mädchen reden.
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29.06.2013, 11:05Inaktiver User
AW: Eine Liga zu hoch?
Das mag eine Strategie sein, ja.
Meine ist eben, mich überhaupt nicht zu anderen in Relation zu setzen. Das finde ich für mich befriedigender.
Laß' mal überlegen:Du bist wahrscheinlich mit einem stabilen Selbstbewußtsein aufgewachsen, Deine Eltern haben Dich in jeder Hinsicht unterstützt, oder? Das war bei mir nicht so - und so musste ich mir mein Selbstwertgefühl im Laufe des Erwachsenenalters mühsam erarbeiten.
- Mit einem Herzfehler geboren, in der 1. Klasse deshalb lange im Krankenhaus gewesen (OP), so in die Außenseiterposition gerutscht.
- Ein Klassenlehrer, der mich in der 3. + 4.- Klasse gemobbt hat und vor der Klasse lächerlich machte.
- Mit 11 Scheidung meiner Eltern. Danach den Kontakt zur väterlichen Familie komplett verloren. Von meinem Vater 2 Anrufe im Jahr, u.a. zum Geburtstag.
- Hart arbeitende, den ganzen Tag berufstätige Mutter. Die modernste, gerade angesagte Jeans gab es nicht, sondern was preisgünstiges. Oder ich mußte - so ab 13 - Sachen meiner Mutter auftragen.
- Mit 16 von der 10. Klasse Hauptschule ("Reicht für ein Mädchen !") in ein (ehemaliges) Jungen-Gymnasium gewechselt, mit ausschließlich männlichen, pubertierenden Mitschülern in der Oberstufe, die mir das Leben auch nicht gerade leicht machten.
Nein - ich glaube nicht, das ich mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde.
Aber mich durchzukämpfen hat mich stark und unabhängig gemacht.
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02.07.2013, 22:57
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03.07.2013, 07:28Inaktiver User
AW: Eine Liga zu hoch?
Nein, leider nicht.
Aber ich stimme Dir zu, das Menschen da anscheinend verschieden belastbar sind.
Aber zum Teil läßt sich das auch lernen, zumindest als reiferer Mensch.Geändert von Inaktiver User (03.07.2013 um 07:33 Uhr)



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