Danke dir, das ist ein toller Beitrag und hat mir mal ein bisschen die Augen geöffnet. :-) Wie aber kriegst du das smalltaken und die Sprüche hin? Ich meine, wenn du jemanden kaum kennst, von was handeln dann deine Witze? Dann kannst du dich ja auf nichts stützen, was ihr gemeinsam erlebt hat zum Beispiel. Und fragst du die Leute schnell einmal, ob ihr zusammen was unternehmen wollt beispielsweise?
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Thema: Eine Liga zu hoch?
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28.06.2013, 11:44
AW: Eine Liga zu hoch?
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28.06.2013, 11:48
AW: Eine Liga zu hoch?
Danke dir für die Tipps, Malina! Wie aber finde ich die Leute mit den selben Interessen? Meine früheren, sogenannten "Freundinnen" waren immer ziemlich anders als ich, meist sehr selbstbewusst und fast schon arrogant. Irgendwie ziehe ich solche Leute an, kann das sein? Bei einer Bekannten habe ich erst herausgefunden, dass sie auch gerne fotografiert, als ich es auf ihrem Facebookprofil gesehen habe. In Realität habe ich sie irgendwie ausgeblendet und nicht erkannt, dass sie so ähnlich wie ich ist. Soll ich auch mal eher auf die Scheueren, Zurückhaltenderen zugehen?
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28.06.2013, 12:49
AW: Eine Liga zu hoch?
Ich habe mir schon in der Schule angewöhnt, multidimensional zu gruppieren.
Da gab's die mageren Discomädels, die immer gut drauf und modisch angezogen waren, immer Boyfriends hatten, aber sonst nicht viel taugten, weder als Freundinnen (Disco, Klamotten und Jungs, wie langweilig ist das?), noch als Schülerinnen (gingen alle nach der 10 ab).
Dann gab's die properen "Wenn ich groß bin, will ich in die CDU und in den Landfrauenverband" Mädels, die oft ein bißchen fülliger waren, immer proper angezogen, fleißig und intelligent waren und gute Umgangsformen hatte. Sie machten nicht viel interessantes, aber man konnte zumindest über die Schule mit ihnen reden. Meist hatten die erst in der Oberstufe ihren ersten Freund, und manche haben den dann gleich geheiratet.
Dann gab's die "ich hab meine Welt und der Rest findet sonstwo statt". Das waren die, die nie ihre Nase aus den Büchern hoben, oder Leistungssport machten, oder jede freie Minute mit ihrem Pferd oder am Klavier verbrachten, oder sich politisch oder sozial engagierten. Die waren meistens sehr intelligent, sonst wären sie nicht damit durchgekommen, die Schule nebenher abzureißen.
Einige Leute saßen auch auf den Gruppengrenzen. Die Jungs hatten ähnliche Gruppen.
Die Discomädels hielten die Landfrauen für furchterregend klug und unerträglich langweilig und die Hobbyisten für Spinner. Die Landfrauen hielten die Discomädels für schwachsinnig und die Hobbyisten für fehlgeleitet. Die Hobbyisten, wenn sie den Rest mal wahrnahmen, dachten sich, es könnte nett sein, so fesch wie ein Discomädel zu sein oder so organisiert und fleißig wie eine Landfrau, aber es gäbe wichtigeres im Leben.
Ich war eine klassiche Vertreterin der letzten Gruppe. Ich habe meine Abifeier geschwänzt, um in einem mückenverseuchten Waldstück einen Patrouillenlauf für eine Pfandfindergruppe zu organiseren. Selbst meine Mit-Hobbyisten haben sich überwiegend dazu herabgelassen, sich die guten Schuhe anzuziehen und einen Abend in der Stadthalle zu schwoofen.
Individuell gab es natürlich Leute, die ich für zu cool hielt um wahr zu sein und mit denen ich kaum gewagt hätte, zu reden -- der Einserschüler, der dann auf die Schauspielschule ist, das Mädchen, das auf ihrem Pferd zur Schule kam, der Punk, dessen Vater Schuldirektor in der Nachbarstadt war und der mehr Bücher gelesen hatte als ich. Dann gab es Leute, die ich bewunderte, mit denen ich mich aber gerne abgab, aus dem Kreis kamen meine Freunde. Und Leute die ich, wie mich selber, ziemlich langweilig und unvollkommen fand, aber insgesamt erträglich. Und Leute, die keinen Verstand und kein Behehmen hatten und denen man nicht trauen konnte, denen ging ich aus dem Weg.
Ich denke, jeder Mensch und jede Gruppe hat so viele Eigenschaften, daß jede Sortierung erst einmal festlegen muß, nach welchem Kriterium sortiert wird. Und die Wertung dieser Kriterien in bessere und schlechtere findet im eigenen Kopf statt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.06.2013, 12:59
AW: Eine Liga zu hoch?
Oh Gott, im Kindergarten war ich so ein Freak und so eine komplette kleine Ratte, das ist mir heute noch peinlich. Ich hab da ziemlich schnell kapiert, daß man seine eigene Gang haben mußte, wenn man nicht mit Bauklötzen beworfen und von allen Spielzeugen vertrieben werden wollte. Zuerst habe ich das vermieden, indem ich unterm Tisch gesessen und gelesen habe, aber das sahen die Kindergärtnerinnen nicht so gerne, also bin ich erstmal publikumswirksam auf die Außenseiter losgegangen, die ich vorher noch als Freundinnenmaterial gesehen hatte, weil die wenigstens nicht mit Bauklötzen nach mir warfen, und hab mir dann eine Bande gemacht, die ich anführen konnte. Und ich wußte die ganze Zeit, daß das falsch war.

In der Grundschule wurde es besser, aber keiner, mit dem ich mehr als einen Satz gewechselt habe, ist aufs Gymnasium gegangen. Und die, mit denen ich in der 5. und 6. Klasse befreundet war, haben dann einen anderen Zweig genommen. Erst mit elf Jahren hatte ich so viel Mobilität, daß ich an den Leuten dranbleiben konnte, die mich interessierten und nicht mehr auf den Zufälligkeiten der Klassenzusammensetzung ausgeliefert war.
Das beste, was ich sagen kann ist, ich habe daraus gelernt. Unter anderem, daß Nostalgie eine Art Delirium ist. Statt Dingen, die nicht da sind, sieht man Dinge nicht, die da waren.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.06.2013, 13:17Inaktiver User
AW: Eine Liga zu hoch?
Yepp.
Ich habe mal scharf nachgedacht, in welcher Liga ich wohl war - aber mir fällt keine ein.
Ich war nicht das schönste Mädchen der Klasse, aber das klügste (sage ich mal ganz unbescheiden
).
Nicht das bestgekleideste + tendenziell einzelgängerisch, aber immer Klassensprecherin. Also wohl doch recht beliebt... oder zumindest anerkannt.
Disco, Mode, tralala hat mich null interessiert. Wer gerade die aktuelle Boy-Group war, habe ich nur über Gespräche meiner Mitschülerinnen mitbekommen.
Dafür Kampfsport + meine Arbeit im Jugend-Rot-Kreuz. Und lesen.
Nö, also dieses Liga-Denken ist mir irgendwie fremd. - ICH bin ICH, nicht ein Teilchen irgendeiner Liga - auch früher. Aber mein Lebensmotto unten habe ich mir auch schon mit 13 gewählt, das war und ist Programm.
Cliquen eben, die gabs. Die sich alle gegenseitig doof fanden, wie Wildwusel richtig schrieb.
Auch die der sehr aggressiven Mädchen, die dann größtenteils in der 9. verschwanden, weil sie mit 16 schwanger wurden.Geändert von Inaktiver User (28.06.2013 um 13:29 Uhr)
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28.06.2013, 13:34Inaktiver User
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28.06.2013, 14:00
AW: Eine Liga zu hoch?
Hm, ich würde sagen,
- Mach Sachen, die du interessant findest.
- Erwirb eine Art, mit Leuten umzugehen, wo du dich weit genug öffnen kannst, um die Sachen sehen zu lassen, die an dir interessant sind, und weit genug schließen, um die Sachen nicht zu zeigen, wo du empfindlich bist. (Der Unterschied zwischen Garten, Schaufenster, Innenraum und Rumpelkammer.)
- Gib dich bevorzugt mit Leuten ab, die die gleichen Sachen interessant finden wie du.
- Guck dir an, wie Leute kommunizieren, die du unterhaltsam und interessant findest, und guck dir was ab. Stories, Witze, Döntjes und coole Bemerkungen sind 90% "wie" und nur 10% "was".
- Erwarte nicht, von jedem gemocht zu werden. Das ist weder realistisch noch gut für einen. Es gibt auf der Welt über 7 Milliarden Menschen, denen man komplett egal ist.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.06.2013, 18:34Inaktiver User
AW: Eine Liga zu hoch?
Wenn Du -oder besser die TE- meinen gesamten Text im Zusammenhang aufnimmst, dürfte es schwer sein, darin Aggressivität der TE gegenüber zu sehen. Allenfalls ein kräftigerer, ernstnehmender Ton um durchzudringen, der mir beim weiteren Lesen dessen, was die TE auch schrieb, Not-wendig erscheint. Das um sich kreisen setzt sich in ihren einzelnen Antworten fort. Allen Lockungsversuchen mal die Kreisbahn zu verlassen, aktiv zu werden, allen Vorschlägen folgt entweder gar nichts oder gleich ein "Ja-aber" und die nächste Runde im Kreis.
Das wird ihr nicht helfen.
Das wollte ich unterbrechen. Und entweder eine Einsicht oder einen Widerstand, aber auf jeden Fall eine Lebendigkeit, hervorrufen.
Ist mir scheint's nicht gelungen; die TE ignorierte meinen Beitrag völlig. (auch gut, sie wird ihre Gründe haben)
Im übrigen: ich wählte in meinem von Dir aufgegriffen Satz keinerlei aggressive Formulierung, keine Angriffe.
Ich sprach von "meinem Verdacht", "meinem" Eindruck.
Ich formulierte auch nicht als festsetzende Frage "warum kreist Du so um Dich?"
(siehe Dein: Warum so aggressiv?) Ich formulierte auch nicht in festen Aussagen: "Du bist ..., Du tust"
Sondern spiegelte rhetorisch wieder, was MIR an ihrer Geschichte auffiel, zum Zwecke und zur Anregung, sich auch mal damit auseinanderzusetzen, ob es nicht vielleicht so sein könnte. Wenn auch nur, um nach reiflichem Durchdenken zur Erkenntnis zu kommen:"Nein, tue ich nicht, denn ....".
"Junges Mädchen":
Bei einer zwischen 20 und 30 jährigen -wie es hier im Thread irgendwo anklang- würde ich schon von erwachsen und Eigenverantwortung sprechen. Zwar mit einem Problem, dem sie aber gut selbst entgegengehen kann - sie weiß doch längst, was zu ändern wäre. Voraussetzung ist allerdings, zunächst mal die 100%ige Eigen-Verantwortung daran und dafür zu erkennen.Geändert von Inaktiver User (28.06.2013 um 18:44 Uhr)
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28.06.2013, 18:49
AW: Eine Liga zu hoch?
So banal es ist: das Wetter. Mit dem ganzen Klimawandel gibt das ja aktuell meist mehr als genug, worüber man Witze reissen kann.
Oder: danach fragen, was trinken Sie (trinkst du) da denn? Sieht interessant aus und kenn ich gar nicht...
Oder bei Einladungen mit Fremden: Woher kennst du denn den Gastgeber?
ich nicht. Ich mag es eher, Leute an einem Ort zu treffen, wo das "Unternehmen" am Anfang der Sache steht und nicht am Ende der Sache. Wenn man zB in einer Gruppe einen Kurs besucht oder so.Und fragst du die Leute schnell einmal, ob ihr zusammen was unternehmen wollt beispielsweise?
grüsse, barbara
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28.06.2013, 18:59
AW: Eine Liga zu hoch?
oh, da muss ich nicht lange überlegen: der unterste Abschaum. Ich war die, die im Sport immer zuletzt gewählt wurde, neben der nie jemand sitzen wollte und Schullager, Klassenfahrten etc waren immer der reinste Horror. Das hat so irgendwann in der Primarschule angefangen und wurde gegen Ende Gymnasium so langsam etwas besser. Um nicht noch den Streber-Malus zu erhöhen, hab ich nie was gelernt und somit meine Note durch konsequente Faulheit so im oberen Durchschnitt gehalten. Uund weil ich ständig still da sass, nie Ärger machte und immer gute Noten hatte, hat auch nie jemand es für nötig befunden von den Erwachsenen, irgendwas zu unternehmen.
Die ganzen sozialen Sachen hab ich später nachlernen müssen, und auch heute noch gibt's da vieles, das mit nicht natürlich kommt.
Was bin ich froh, dass ich aus der Schule raus bin.
grüsse, barbara



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