mir scheint, du hinterfragst relativ oft Dinge, die konventionell als Selbstverständlichkeiten gelten. Die allermeisten Leute sehen bei einem Satz wie "Katzenvideos sind niedlich und lustig" keinen weiteren Erklärungsbedarfs - während dir womöglich das Feature fehlt, dies allein durchs Schauen solcher Videos zu bestätigen, und du dann fragst "ist Katzenvideo A niedlicher als Katzenvideo B und warum ist das so?", worauf jene, die direkt und spontan Niedlichkeit benennen können, aber dennoch nicht in Worte gefasst erklären können, was genau sie zu diesem Urteil bringt.
Und Leute nach einer sachgerechten Begründung für etwas zu fragen, was sie selbst unhinterfragt direkt fühlen, gilt in der Regel als schlechter sozialer Stil.
grüsse, barbara
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Thema: Benehmen im Web
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26.08.2013, 05:49
AW: Benehmen im Web
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26.08.2013, 07:39
AW: Benehmen im Web
Mein Eindruck, nachdem ich ein paar Mal hier reingelesen habe:
Du scheinst ein gewisses Vergnügen daraus zu ziehen, wenn andere
viel Mühe und viele Argumente investieren, um Dich von was-auch-immer
zu überzeugen.
Das "Prozedere" bringt automatisch viel auf Dich gerichtete
Aufmerksamkeit mit sich.
Könnte das ein Hinweis sein, mit dem Du etwas anfangen kannst?
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26.08.2013, 08:33
AW: Benehmen im Web
Dahingehend, was meine Außenwirkung ist, ja.
Es hört sich so an als käme das hier so rüber als hätte ich einfach Spaß dran, Leute für mich springen zu lassen.
Nur: Dass das offenbar so ankommt macht es nicht wahrer.
Bae, das erklärt das Probelm recht gut.
Ich kann mir halt kaum vorstellen, dass man jetzt einfach hingehen kann und irgendetwas als Selbstverständlichkeit annehmen,
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26.08.2013, 09:26Inaktiver User
AW: Benehmen im Web
Darüber wurde in diesem strang aber schon in den ersten 800 posts ausführlichst diskutiert. Vielleicht liest Du einfach nochmal von Anfang an. Ich finde eigentlich, neues gibt es dazu kaum mehr zu sagen. Was allerdings niemanden hindern soll
Ich habe mich ja auch nochmal darauf eingelassen.
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26.08.2013, 09:26
AW: Benehmen im Web
Ich habe mich jetzt durch fast 900 Beiträge durchgelesen.
Dabei fiel mir eine Szene ein aus dem Film "Nr.5 lebt":
Und zwar kippte der eine Hauptdarsteller einen Klecks Tomatensuppe auf ein Blatt, faltete es zusammen und hielt danach das Blatt dem Roboter zur Analyse hin. Zuerst kam der Roboter auf das Ergebnis Tomatensuppe, und einzelen Bestandteile... und nach einer Weile kamen dann Begriffe wie Ahornblatt, Schmetterling etc. mit denen er die Ähnlichkeit der Umrisse beschrieb.
Hier sieht es aus, als ob du diese Stufe nicht erreichen würdest, in welcher du auch die Ähnlichkeit erkennen könntest. Das Rationale, Sachliche (Chemische Zusammensetzung) schaffst du, wohingegen du das Emotionale (Phantasie) nicht sehen kannst. Und daher sieht man dich evtl. eher als ein Roboter denn als ein Mensch.
Alles meine persönliche Wahrnehmung.Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
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26.08.2013, 09:31
AW: Benehmen im Web
Ich halte es so, dass ich mich frage, was es mir bringt, einen anderen zu "überzeugen". Bringt es mir aktuell nichts, weil derjenige mit mir an sich nichts zu tun hat, habe ich auch kein Problem, mal eine Meinung stehen zu lassen. Eigentlich kann ich das auch generell. Ich bin nicht auf der Welt, um andere zu reformieren. Und wenn jemand eine Meinung hat, die mit mir nicht konform geht, kann ich das mal ansprechen, aber ich verschwende keine Energie mehr darin, ihn zu überzeugen.
Vor allem dann nicht, wenn auf der Gefühlsebene argumentiert wird. Wer bin ich, dass ich anderen ihre Wahrnehmungen abspreche? Ich kann dadurch irritiert sein, ich kann zum Nachdenken angeregt werden, aber trotzdem bleibt es eine Meinung, die ich auch mal stehen lassen kann. Allein schon, weil mir Zerpflücken von Argumenten zu anstrengend ist.
Problematisch finde ich es dann, wenn es um Themen geht, bei denen ich naiverweise davon ausgehe, dass sie sozial "eingenordet" sind. Wenn dann jemand konsequent und stur gegenhält, dann fange ich an, mich zu fragen, warum dem so ist. Sicherlich kann es sein, wenn 95% der Meinungen konform gehen, und 5% weichen dauerhaft ab, egal, welche Argumente kommen, dass an den 5% was dran sein könnte.
Für mich bleibe ich aber dann lieber bei den 95%. Weil ich die Welt nicht aus den Angeln heben, sondern nur halbwegs sozialkompatibel leben möchte. Selbst, wenn ich eine andere Ansicht habe, mache ich mir das Leben einfacher, wenn ich bei den 95% bleibe - weil deren Meinung ja mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit aus Lebenserfahrung gebildet wurde und damit nicht ganz weit hergeholt sein kann.
Was ich mir eventuell im stillen Kämmerlein denke, ist etwas anderes, die Gedanken sind frei. Ich denke, die Kunst ist einfach zu lernen, wann man mal lieber still ist und sich zurücknimmt, ohne alles zu Ende ausgefochten haben zu müssen.
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26.08.2013, 11:59
AW: Benehmen im Web
Erstens ging es mir nicht ums Rechthaben.
Wir hatten in einer Nebendiskussion die Frage am Wickel, was eine gute Erziehung ist, wie Eltern sich ihren Kindern gegenüber sinnvollerweise verhalten sollten und warum.
In der Frage gibt es zwar auch objektiv Richtiges und Falsches, aber bei uns ging es um verschiedene Meinungen/Auffassungen bzw. Erfahrungen und Argumente, die zu diesen Meinungen/Auffassungen geführt haben.
Da kann man dann auch einfach feststellen: Meine Erfahrungen sind andere, ich kann Deinen Argumenten nicht folgen, und bleibe daher bei meiner Meinung. Persönliche Angriffe o.ä. sind da in der Sache überflüssig, sie rühren letztlich aus Emotionen her.
Und so, nämlich rein von Emotionen motiviert und geprägt, verstehe ich beispielsweise Deinen Beitrag, in dem Du mir vorwirfst, ich würde Deine Eltern be- oder eigentlich verurteilen, ohne sie persönlch zu kennen.
Für mich ist das auch ok, denn ich bin nicht der Meinung, eine Diskussion wäre frei von Emotionen führbar, auch wenn es um eine Sachfrage geht.
Zweitens halte ich es für vollkommen normal, dass Deine guten, engen Freunde Dich anders erleben als mehr oder weniger entfernte Bekannte oder gar Diskutierende in Internetforen.
Weil Du Dich Deinen guten, engen Freunden gegenüber auch anders verhalten wirst - wie fast alle Menschen fast immer.
Mögliche Erklärung:
Bei Deinen guten, engen Freunden fühlst Du Dich sicher genug, um etwaige Irrtümer einzugestehen.
Dort fühlst Du Dich auch dann geborgen, wenn Deine Meinung über irgendetwas von diesem Menschen nicht geteilt wird. Also kannst Du auch deren Meinung "stehenlassen".
Was die Vermutung angeht, Dein Verhalten in Internetforen oder auch nur hier wäre "Betteln" um bzw. Erzwingen von Aufmerksamkeit: Schwierige Sache.
Ich persönlich schaue mir beispielsweise UserInnen in Internetforen immer auch dahingehend an, ob es ihnen eigentlich wirklich um das zu gehen scheint, was sie als Anliegen formulieren, oder ob es sich für mich wie "Betteln" um bzw. Erzwingen von Aufmerksamkeit anfühlt.
Im letzteren Falle schreibe und antworte ich diesen UserInnen nicht mehr.
Ein Indiz dafür, dass es Dir primär um Aufmerksamkeit und Bestätigung geht, ist, dass Du sehr intensiv auf Nebenthemen (also andere als Dein eigentliches Anliegen) eingehst und Illustrationen und Beispiele wählst (z.B. Eltern-Kind-Verhältnis, Abtreibung, Vegetarismus), die als solche genug Zündstoff bieten, um eine eigenständige Diskussion zu entfachen. Das wirkt auf mich so, als wäre Dir Dein eigentliches Anliegen gar nicht so wchtig.
Man könnte daraus auch schließen, dass es Dir hier um Bestätigung geht - und wenn Du die Bestätigung nicht in der Ausgangsfrage erhälst, dann eben in einem der zahlreichen Nebenthemen.
Das alles sind wiederum keine Be- oder Verurteilungen, sondern Angebote, Ideen, mit denen Du machen kannst, was Du willst.
Cheers,
KK
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26.08.2013, 13:06
AW: Benehmen im Web
Ich hatte schon beim Schreiben die Befürchtung, dass das missverständlich rüberkommen könnte. Ich meinte damit, dass du (weil du eben nicht das nötige Wissen hast, darum "kein Wissen") fragst, einige dir Input geben, dich auch ermutigen wollen und ich dann das Gefühl kriege, auch meine Erfahrungen werden erstmal vollkommen auseinandergenommen und du glaubst mir per se erstmal nicht, dass das so sein könnte, wie ich es schreibe. Und auch wenn ich sage, ich WEISS es, das IST so bzw. dass muss nicht so sein, wie du befürchtest, WEIL... (stichhaltiges Argument).
Natürlich muss einer Diskussion seziert werden, aber (und so kam es bei mir an): Jemand schreibt, gibt Tips, auch dazu, wo man sich informieren kann und wo du dich informieren solltest - und SOFORT kommt von dir: ja aber... das wirkte auf mich auch ein bisschen so, als ließest du das Geschriebene überhaupt nicht auf dich wirken, lässt dir keine Zeit, dich tatsächlich zu informieren und gehst sofort zum Gegenangriff auf meine Argumente über. Speziell bei dem Thema "Frauengruppe" kam in dem Thread so ne landläufige Stammtischkillerphrase, woran ich gemerkt habe, du hast dich damit überhaupt nicht auseinandergesetzt und glaubst mir nicht. Ich erwarte bei manchen Themen auch mal, dass man mir glaubt, wenn ich sage, ich weiß es, weil...
Nun gut, das wird schwierig. Thema grau, bunt, schwarzweiß. Du machst dir damit auch unnötig das Leben schwer. Und den Stein der Weisen gibts in der bri nicht...Ich denke halt, so lange ich noch Haare finden kann, kann ich nicht zu 100% sicher sein, dass der andere Recht hat, und wenn ich das nicht bin, überlege ich mir sehr genau, ob ich eigene Ansichten dafür aufgebe oder Lebensentscheidungen daran hänge.
s.o. zum Thema sofortige "Widerworte"/Gegenfragen vs. erstmal Informieren etc.Das habe ich zum Beispiel gar nicht verstanden, denn aus meiner Sicht gab es ziemlich viel coolen Input, und nachdem ich mir das einmal durchgelesen hatte, wurde der Input halt überprüft ob er wasserdicht ist.
Und als ich angefangen habe nachzufragen (was für mich zu einer Diskussion dazugehört) wurden auf einmal alle sauer.
Ach ich weiß nicht. Beschäftigt dich das wirklich so sehr? Solange du im realen Leben keine Probleme damit hast, was solls.Wenn ich dasselbe Problem auch im realen Leben hätte, gäbe es diesen Strang gar nicht. Dann würde ich einfach meinen ich bin sozial halt ungeschickt oder vielleicht gehe ich da mal mit einem Profi dran, vielleicht finde ich mich auch damit ab, mal schauen
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26.08.2013, 13:42
AW: Benehmen im Web
Lustig, Kistenkumpel, Deine PN kam genau in dem Moment wo ich den Beitrag schreiben wollte.
Was damals Anstoß erregt hat war das hier:
Ich vermute mal, ich habe da dem ersten Teil zuviel Bedeutung beigemessen.
Meines Erachtens (korrigier mich) unterstellt oder impliziert das zumindest, dass mein eigener Eindruck von meinen Eltern fehlerhaft ist. Und ich verstehe einfach nicht, wie man zu so einer Aussage kommen kann.
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26.08.2013, 13:46
AW: Benehmen im Web
Ehrlich gesagt, ja, mögliche Erklärung aber nicht tatsächliche Erklärung. Woher kommt diese ständig vorgebrachte Idee, ich würde keine Irrtümer eingestehen? Das tue ich doch ständig!Zweitens halte ich es für vollkommen normal, dass Deine guten, engen Freunde Dich anders erleben als mehr oder weniger entfernte Bekannte oder gar Diskutierende in Internetforen.
Weil Du Dich Deinen guten, engen Freunden gegenüber auch anders verhalten wirst - wie fast alle Menschen fast immer.
Mögliche Erklärung:
Bei Deinen guten, engen Freunden fühlst Du Dich sicher genug, um etwaige Irrtümer einzugestehen.
Dort fühlst Du Dich auch dann geborgen, wenn Deine Meinung über irgendetwas von diesem Menschen nicht geteilt wird. Also kannst Du auch deren Meinung "stehenlassen".
Auch hier im Forum, sogar hier im Thread hab ich das häufig getan.
Aber eben nicht "um des lieben Friedens Willen" bevor ich einen Irrtum tatsächlich eingesehen habe.
Anscheinend müsste ich ja genau das tun, damit man mir endlich mal glaubt, dass ich nicht einfach nur aus Unsicherheit auf meinen ach so offensichtlich falschen Ansichten beharre.
Ich kenne ein einziges Forum, wo, wenn sowas passiert, die Moderation abspaltet und einen neuen Thread für das Nebenthema aufmacht. Kann man nicht verlangen, fand ich aber sehr praktisch. Nur dass ich eine Frage zu Thema a gestellt habe, heißt ja nicht, dass ich Nebenthema b nicht auch sehr interessant finde. Das will ich dann nicht einfach aufgeben, wenn es nun schonmal aufkommtEin Indiz dafür, dass es Dir primär um Aufmerksamkeit und Bestätigung geht, ist, dass Du sehr intensiv auf Nebenthemen (also andere als Dein eigentliches Anliegen) eingehst und Illustrationen und Beispiele wählst (z.B. Eltern-Kind-Verhältnis, Abtreibung, Vegetarismus), die als solche genug Zündstoff bieten, um eine eigenständige Diskussion zu entfachen. Das wirkt auf mich so, als wäre Dir Dein eigentliches Anliegen gar nicht so wchtig.


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