mitnichten. Das Gegenteil ist der Fall. Selbstlügen sind eine Art "Schutz", weil man was nicht wahrhaben will, ausblenden muss oder wie auch immer. Dafür gibts Gründe, löst aber nix.Gerade Selbstlügen zeichnen sich doch dadurch aus, dass man von ihnen auch selbst weiß?
du schließt also von dir auf andere. Das was dich verletzt, muss andere nicht verletzen und umgekehrt. Der Versuch, es "allen recht zu machen" oder "niemanden zu verletzen" führt nur dazu, dass man etwas verbogen und verschwurbelt rüberkommt. Lieber authentisch sein, ist dann wenigstens ne klare Sache.Ich habe allerdings durchaus ein Interesse daran, andere nicht zu verletzen, weswegen ich nichts schreibe, was mich verletzen würde, schriebe man es mir.
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Thema: Benehmen im Web
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23.06.2013, 12:43
AW: Benehmen im Web
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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23.06.2013, 12:53
AW: Benehmen im Web
Ist das dann nicht mehr ein Irrtum?nein, eben gerade nicht. Selbstlüge in dem Sprachgebrauch, wie ich ihn kenne, bedeutet eben gerade, dass man eine Einschätzung in Bezug auf sich selbst hat, die von den meisten Menschen genau gegenteilig gesehen wird, aufgrund des beobachtbaren Verhaltens dieser Person.
Hm.
Ein Beispiel für eine Selbstlüge wäre für mich:
xy wird ständig von ihrem Mann verdroschen, redet sich aber aufgrund der finanziellen Sicherheit, die er ihr gibt, ein, er wäre ein guter Kerl und werde sich ändern, obwohl sie eigentlich ganz genau weiß, dass er das nicht wird.
Das wäre für mich eine Selbstlüge.
Wie würde man das denn dann nennen, wenn eine Selbstlüge eigentlich das oben von Dir genannte ist?
Ok, wenn das divergiert, hätte ich (da mag ich falsch liegen) jetzt einfach eine ganz normale Lüge vermutet, ohne selbst.Aber in der Regel vergleichen die Leute das Gesagte mit den Handlungen und prüfen, ob diese beiden Modi übereinstimmen oder ob sie divergieren.
Denn dann belügt die Person ja die anderen.
Zu Deinem Beispiel mit dem Koch:
Würde die Person selbst immer aufessen und sich auch noch Nachschlag auftun, würde ich meinen, dass sie einen sehr anderen Geschmack hat als ich.
Würde sie ihr eigenes Essen auch nicht essen, würde ich sie glaube ich beim dritten Mal höflich fragen/etwas damit aufziehn, ob sie jetzt wirklich 3x hintereinander Pech hatte, oder ob das mit dem gut Kochen vielleicht doch geflunkert war.
Auf eine Selbstlüge käme ich da eher nicht.
Das kommt darauf an, mit wem sich die Person vergleicht.Worte sind nun mal nicht beliebig mit Bedeutung füllbar. Auch wenn selten ein Wort ganz eindeutig ist, so lassen sich doch Grenzen ziehen in der Interpretation. Offen ausgesprochener Rassismus ist eben nicht tolerant. Punkt. Versalzenes Essen ist nicht gut gekocht. Punkt.
grüsse, barbara
Wenn die Person viele Leute kennt, die auf Ausländer direkt draufkloppen, ist ein "Ich mag die nicht, aber mehr als drüber reden tue ich nicht" im Vergleich noch relativ tolerant.
Wenn sie einen durchschnittlich -toleranten Freundeskreis hat, würde ich die Person mal fragen, was sie unter Toleranz eigentlich versteht.
Teilweise kommen da ulkige Sachen raus.
Meistens kann man sich dann auch einigen, zum Beispiel auf ein "Ich habe eigentlich gemeint, ich bin Religionen und Schwulen gegenüber tolerant, bei Ausländern sieht es anders aus."
Das meinen übrigens die allermeisten Menschen, die ich kenne, bei Toleranz:
Wieviele Leute kennt ihr, die Rechten gegenüber tolerant sind? Ich nicht allzuviele.
Auch das ist eine Form von Intoleranz (nicht wertend, die kann man durchaus positiv sehen).
Aber wenn jemand sagt "Ich bin allgemein sehr tolerant" und der hat dann etwas gegen Rechte (also, welche die nicht gewalttätig sind) dann irritiert mich das genauso, wie wenn jemand, der sagt "Ich bin allgemein sehr tolerant" etwas gegen
Ausländer/Chinesen/Türken/Muslime/radikale Muslime/Methodisten/Katholiken/Priester/Polizisten/.... hat.
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23.06.2013, 12:54
AW: Benehmen im Web
Ok, gefühlt schrieb ich genau das, wo liegt das Missverständnis?
"nicht wahrhaben wollen" setzt für mich Absicht voraus. Wenn ich aber ehrlich überzeugt bin, dass ich sehr schön bin , obwohl ich schiele und doppelt so dick bin wie gesund wäre, dann hat das doch nichts mit "nicht wahrhaben wollen" zu tun?
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23.06.2013, 13:03
AW: Benehmen im Web
wie soll das denn gehen, absichtlich etwas nicht wahrhaben wollen? in dem moment nimmst du es ja wahr und zwar bei vollem Bewusstsein. ist doch ein Widerspruch in sich."nicht wahrhaben wollen" setzt für mich Absicht voraus.
Natürlich sind das keine bewussten Prozesse.
diese Information ist ihr aber nicht zugänglich, weil .. ja da gibts eben Gründe. Das sind Zustände, die kommen ja nicht über Nacht, da stehen ganze Biografien dahinter. So einfach ist das Leben leider nicht.wird ständig von ihrem Mann verdroschen, redet sich aber aufgrund der finanziellen Sicherheit, die er ihr gibt, ein, er wäre ein guter Kerl und werde sich ändern, obwohl sie eigentlich ganz genau weiß, dass er das nicht wird.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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23.06.2013, 13:14
AW: Benehmen im Web
Warum nennt man das dann "nicht wahrhaben wollen" und nicht einfach "nicht bemerken".wie soll das denn gehen, absichtlich etwas nicht wahrhaben wollen? in dem moment nimmst du es ja wahr und zwar bei vollem Bewusstsein. ist doch ein Widerspruch in sich.
Natürlich sind das keine bewussten Prozesse.
So wie Du das schreibst, hört sich das für mich so an, als wären die beiden Synonym.
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23.06.2013, 13:47
AW: Benehmen im Web
"Nicht wahrhaben wollen" nennt man es in der Regel dann, wenn eine Person mehrfach auf eine Diskrepanz von "Handeln" und "Aussage über die Person" explizit hingewiesen wurde und sie aber nach wie vor auf ihrer Haltung besteht. Typisch für nicht-wahrhaben-wollen ist in solchen Fällen auch eine emotionale und/oder aggressive Reaktion.
"nicht bemerken" ist es dann, wenn man es halt einfach nicht bemerkt - und auch nicht darauf hingewiesen wurde und die Chance hätte, seine Haltung einer kritischen Prüfung zu unterziehen, wenn man das wollte.
Es kann ja sein, dass jemand nach dem Essen ein bisschen Sauce im Gesicht kleben hat, oder noch was Grünes zwischen den Zähnen, oder mit offenem Hosenladen rumläuft - das ist "nicht bemerken". Sobald man aber darauf hingewiesen wird, ist die übliche Reaktion doch das Nachprüfen, ob es stimmt, und das Verbessern des Missstandes.
grüsse, barbara
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23.06.2013, 13:55
AW: Benehmen im Web
Ja das schon, aber was, wenn das ganze nicht so eindeutig ist?
Also ich meine, ob das Soße hängt oder nicht ist eine relativ klare Tatsache, in dem Zusammenhang habe ich das mit dem Selbstbelügen aber auch noch nie gehört.
Bei dem prügelnden Mann:
Ob der prügelt oder nicht ist eine Tatsache.
Ob der sich ändert oder nicht ist eine Aussage über die Zukunft.
Jetzt gibt es mehrere Varianten:
-Niemand hat mich darauf hingewiesen, dass er sich kaum ändern wird, und ich gehe davon aus, dass er sich ändern wird.
-ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich kaum ändern wird, und glaube dennoch ehrlich, dass er sich ändern wird.
Ist letzteres dann sich selbst belügen?
Ich weiß nicht, sich selbst belügen setzt bei mir irgendwie Absicht voraus.
Ich werde das jetzt aber wirklich mal googlen, interessiert mich, ob das so anders benutzt wird, als ich das kannte.
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23.06.2013, 14:05
AW: Benehmen im Web
ja das ist meist der Fall.
Ich halte mich an die Faustregel: wenn mir drei Leute unabhängig voneinander dasselbe oder ein ähnliches Feedback geben, so nehme ich das ernst und als Anlass, mich selbst zu hinterfragen.
Grundsätzlich kann man bei Erwachsenen davon ausgehen, dass sie so bleiben, wie sie sind. Änderungen zum Positiven sind nicht unmöglich, aber gehören für mich in die Kategorie "erfreuliche Ausnahmen und unerwartete Wunder."Bei dem prügelnden Mann:
Ob der prügelt oder nicht ist eine Tatsache.
Ob der sich ändert oder nicht ist eine Aussage über die Zukunft.
Das kommt dann auf die Handlungen an.-Niemand hat mich darauf hingewiesen, dass er sich kaum ändern wird, und ich gehe davon aus, dass er sich ändern wird.
-ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich kaum ändern wird, und glaube dennoch ehrlich, dass er sich ändern wird.
Ist letzteres dann sich selbst belügen?
Wer er zB gleichzeitig sich für ein Antiaggressionstraining angemeldet hat, dieses regelmässig besucht und sein Verhalten erkennbar ändert - ja, dann würde ich diesem Menschen wohl noch eine Chance geben.
Wenn es nur nette Worte sind, aber die Handlungen sich nicht ändern, dann geb ich nichts auf die Worte. Worte sind billig.
grüsse, barbara
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23.06.2013, 14:11Inaktiver User
AW: Benehmen im Web
..ich finde dich köstlich saetien
hab gestern alles mal mitverfolgt und einmal liefen mir die tränen vor lachen, über deine trockenen kommentare
dachte auch zuerst, du willst sie alle hier veräppeln, bis ich merkt das dem nicht so ist..ich würde sagen, bleib so wie du bist und wer will hier in diesem forum schon jedem gefallen??? dafür müsstest du dich ja verbiegen und dauernd in frage stellen..deine antworten sind doch sehr sachlich und nicht unter der gürtellinie und manchmal gibts kein richtig oder falsch..ich find dich klasse und viele deiner antworten richtig und einleuchtend
..ich find dich jedenfalls klasse und du scheinst es nur nicht so mit den emotionen zu haben, deine kommentare wirken sehr sehr trocken
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23.06.2013, 14:15
AW: Benehmen im Web
Das tue ich effektiv schon bei einer Person.
Ich halte mich an die Faustregel: wenn mir drei Leute unabhängig voneinander dasselbe oder ein ähnliches Feedback geben, so nehme ich das ernst und als Anlass, mich selbst zu hinterfragen.
Das heißt aber nicht zwingend, dass ich zum selben Ergebnis komme wie diese Personen, und dafür ist es nun wieder relativ egal, ob mir das eine oder 100 Personen gesagt haben.
Das ist dann aber Deine Sicht der Dinge.
Das kommt dann auf die Handlungen an.
Wer er zB gleichzeitig sich für ein Antiaggressionstraining angemeldet hat, dieses regelmässig besucht und sein Verhalten erkennbar ändert - ja, dann würde ich diesem Menschen wohl noch eine Chance geben.
Wenn es nur nette Worte sind, aber die Handlungen sich nicht ändern, dann geb ich nichts auf die Worte. Worte sind billig.
Warum muss ich die auch annehmen?
Ich kann ja zum Beispiel auch annehmen, dass es eben länger dauert, bis er sich ändert.
Oder dass es ohne spezielles Training geht
Oder dass es sehr langsam besser wird
Oder oder oder.


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