Hallo,
ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich zu folgender Idee Eure Gedanken lesen möchte:
Ich will mal eine Zeit lang (3 - 6 Monate) alleine leben.
Nun bin ich Ende 40, die Kinder sind schon mehrere Jahre aus dem Haus und ich lebe mit meinem Mann in zweiter Ehe seit über 15 Jahren zusammen.
Ich habe noch nie alleine gelebt, mit knapp 18 das erste Kind bekommen und dann bin ich aus der elterlichen Wohnung mit meinem damaligen LG zusammengezogen.
Trennung, alleinerziehend mi 2 K, dann Ehemann und ein weiteres Kind.
Jetzt bin ich wg. chronischer Krankheit seit mehr als vier Jahren berentet. Aber finanziell, durch vorher sehr gutem Einkommen, unabhängig.
In unserer Partnerschaft geht es uns sehr gut, es ist nicht langweilig, wir lieben uns, zeigen es, spüren es, leben es. Und bei mir kribbelt es im Bauch sogar noch... ;)
Was haltet Ihr davon?
Gibt es unter Euch auch Frauen, die noch nie alleine gelebt haben?
Ich bin gespannt auf Eure Antworten.
Grüße, Kieselmurmel
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Thema: Mal alleine leben
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14.06.2013, 18:27Inaktiver User
Mal alleine leben
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14.06.2013, 20:04Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Es gibt mit Sicherheit Frauen, die noch nie alleine gelebt haben. Meine Mutter zum Beispiel tat das zum ersten Mal mit 76 Jahren.
Was sagt dein Mann zu dieser Idee?
Du willst diesen Versuch also um deiner selbst willen starten und nicht, weil es in der Beziehung kriselt?
Am einfachsten wäre ist, wenn du in den drei Monaten etwas machst, wofür man ohnehin von zuhause weg gehen muss/ kann, z.B. eine Weltreise, eine Ausbildung zur Yogalehrerin oder was es halt so gibt. Wenn dir das gesundheitlich und finanziell möglich ist.
Hast du ein Hobby? Töpfern zum Beispiel. Etwas, wo du dich durchaus einmal für drei Tage zurückziehen und in deiner Werkstatt leben oder außerhalb Wochenkurse belegen kannst.
Sicher wäre es ein interessantes Erlebnis, dir für ein paar Monate ein Zimmer oder eine Wohnung zu nehmen, um Mal allein zu leben!
Es könnte Auswirkungen auf deine Beziehung haben. Positive, aber auch negative.
Und was sagen drei Monate schon aus? Am Anfang wird es sehr ungewohnt sein, vielleicht auch manchmal schwer. Aber du weißt, du kannst jeder Zeit zurück. Das ist etwas anderes, als dauerhaft allein zu leben.
Eine Freundin, die sich vor einem halben Jahr von ihrer Familie getrennt hat, sagte mir, sie bewundere mich, weil ich allein lebe, meine Wohnküche schön eingerichtet habe (ein Zuhause) und vieles allein mache. Da kann ich nur sagen, ich bin es ja auch gewohnt! Ich bin da rein gewachsen. Anfangs fiel auch mir manches schwer.
Heute würde es mir umgekehrt wiederum schwer fallen, meine Wohnung mit jemanden zu teilen oder Bescheid zu sagen, wann ich nach Hause komme. Eine unangenehme Vorstellung: Nicht einfach jeder Zeit frei zu sein, irgendeine Gelegenheit zu ergreifen, spazieren oder essen zu gehe oder mich spontan mit jemanden zu verabrede.
Alles hat Vor- und Nachteile.
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14.06.2013, 21:33Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Hallo Fenimi,
vielen Dank für Deine Antwort. Mir geht es nicht darum Alternativen für meinen Allein-Leben-Wunsch zu finden (Töpfern etc.).
Mein Wunsch steht fest.
Mir geht es hier im Forum darum, mich mit Frauen auszutauschen, die ähnlichen Wunsch verspürt haben, durchgeführt oder nicht durchgeführt haben.
Eine längere Reise kommt nicht in Frage, aus gesundheitlichen Gründen und Fernweh habe ich auch nicht.
Das Leben in einer anderen Stadt in D durchaus, in einer möblierten Zeitwohnung etc.
Das diese Zeit dann Auswirkungen auf mein Leben hat, ist mir klar. Alles hat ja Auswirkung auf's eigene Leben. Ob dabei auch negative Dinge sein könnten, darüber mach ich mir keine Gedanken. Ich bin ein Mensch, der sich erst über Probleme Gedanken macht, wenn sie da sind. Alles andere ist pures Kopfkino und hat nichts mit meiner Realität zu tun.
Durch meine Krankheit bin ich vielleicht auch etwas gelassener. Ich bin im positivem Sinne vogelfrei, hab keine regelmäßigen Verpflichtungen.
Trotz allem habe ich Hobbys, ein sehr gutes soziales Umfeld und "arbeite" auch an einer Art beruflichen Perspektive.
Du hast die Frage richtig gestellt, das allein Wohnen ist nur um meiner Selbst willen. Zum einen, um es einfach mal auszuprobieren und sicherlich auch, um mir selbst zu beweisen, dass ich es kann.
Das dabei viele Dinge fehlen und es nicht vergleichbar ist, mit einem richtigen eigenem Haushalt ist mir klar.
In unserer Beziehung kriselt es nicht. Wir sind sehr vertraut mit einander, haben schon einige Krisen, die nicht von uns verursacht waren, überstanden (Krankheit und Tod unserer Tochter, meine Krankheit). Wir würden uns ehrlich sagen, wenn wir nicht mehr zusammen sein wollen. Wir mussten lernen, in Liebe loszulassen und haben dabei unendlich viel gelernt.
Kurz: Mein Mann versteht und unterstützt mich in meinem Wunsch.
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14.06.2013, 21:45Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
ich habe bis anfang zwanzig zu hause gewohnt. angefangen zu arbeiten, ein zimmer im schwesternwohnheim- nun, das knappe jahr- würde ich nicht als wirklich allein gewohnt bezeichnen.
dann geheiratet und dann bis ich 46 jahre alt war- immer zusammen gewohnt.
meine ehe hat sich aufgelöst und ich bin gegangen. mit 46 hatte ich meine allererste eigene wohnung. ich war glücklich.
eine beziehung lebe ich mit einem wunderbaren mann- in zwei wohnungen. er hat seine butze- ich meine.
und je älter ich werde, desto mehr raum brauche ich für mich. ich geniesse diesen raum für mich und fühle mich darin wohl. ihm geht es nicht anders- auch er braucht seinen raum.
vielleicht ziehen wir mal zusammen- ist noch nichts entschieden. was bereits definiert ist: sollten wir zusammenziehen- wird jeder einen eigenen raum für sich haben. das ist die minimalforderung.
was mich vor jahren erschreckt hat war der anfang eines artikels: sie sind weiblich, sie sind über 30 jahre alt, sie leben in deutschland und haben kein eigenes zimmer. ..................... daraufhin habe ich mich umgesehen und festgestellt: ich brauche raum. für mich.
3 monate - finde ich sehr knapp bemessen. da hast du noch nicht mal die kartons ausgepackt. 3 monate kann durchaus eine euphorie anhalten- aber danach lässt das mit den rausch-hormonen etwas nach.
vielleicht lässt sich ja etwas finden, was erstmal befristet ist.
ich möchte dich ermutigen: tue es. für dich.
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15.06.2013, 14:15
AW: Mal alleine leben
Ich lebe alleine schon seit zwei Jahren.. am Anfang hab ich mich gefreut aber mittlerweile fühl ich manchmal einsam... Alles hat seine guten und schlechten Seiten
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15.06.2013, 14:38Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Ich finde das ganz spannend. Wie hast Du das vor, willst Du dann in Deiner Auszeit Deinen Mann gar nicht sehen, oder darf er Dich besuchen kommen?
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15.06.2013, 15:51Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Das wird wohl so in Richtung WE-Beziehung gehen. Ich tendiere momentan dazu, in eine andere Stadt zu ziehen. Es stehen zwei ganz oben auf meiner Liste. Hier waren wir schon des Öfteren und es gibt möblierte Zeitwohnungen.
Ich plane es für Anfang 2014.
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15.06.2013, 22:59
AW: Mal alleine leben
Interessante Idee!

Ist wohl was ganz anderes, wenn es eine bewusste Eintscheidung, eine Art "Selbsterfahrungsausflug" auf Zeit ist, als wenn man einfach so permanent alleine wohnt, weil das Leben eben so spielt.
Ich lebe - nach 17 Jahren Hotel Mama und 5 Jahren Wohnung mit Freund - nun trotz Beziehung seit 2 Jahren alleine in einer Wohnung. Es war eine gewaltige Umstellung, bringt aber auch viele Vorteile und ist eine extrem wertvolle Erfahrung. Manchmal bin ich einsam, gelangweilt, manchmal auch heilfroh, dass ich grade tun, lassen, essen, anziehen etc. kann, was ich will. Insgesamt hat es mich selbständiger und reifer gemacht, auch wenn es für mich keine Dauerlösung ist.
Finde es toll, dass du das probieren willst und auch, dass dein Mann so hinter dir steht!
glg RadisiDu bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)
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16.06.2013, 13:50Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Das meinte ich auch nicht. Ich dachte, es wäre vielleicht eine gute Gelegenheit, in kleinen Schritten anzufangen. Mal einen Wochenkurs an einem anderen Ort zu belegen, eine Woche Exerzitien in einem Kloster zu machen oder zwei Wochen allein zu verreisen. Um das Gefühl des Alleinseins kennenzulernen.
Sich für ein halbes Jahr ein Ein-Zimmer-Apparment in einer anderen Stadt zu nehmen, um allein zu wohnen, erschient mir zu … konstruiert. Ich halte es für gut, wenn diese Veränderung mit irgendeiner Tätigkeit verbunden ist, mit irgendetwas, das du außerdem noch willst. Etwas, das du tun möchtest und das du bejahst.
Das kann auch der Aufenthalt in einem Zen-Kloster sein. Man muss nicht unbedingt etwas produzieren, ein Buch schreiben oder auf einer Alm allein die Kühe versorgen, aber auch das sind Möglichkeiten.
Oder du gehst in eine Stadt, die dich als Stadt sehr interessiert, die du erkunden willst oder in der du z.B. das kulturelle Angebot mal auskosten möchtest, falls du bisher auf dem Land gewohnt hast.
Was heißt das?Mein Wunsch steht fest.
Du willst alleine wohnen und nichts sonst? Das ganz normale Leben, so wie du es jetzt auch führst, nur in einer anderen Stadt, ohne Mann und Kinder (die vielleicht schon groß sind)?
Ich empfinde das ohne weitere Ziele (s.o.) als ein Herausfordern des Lebens, das eben auch nach hinten losgehen kann.
Aber entscheidend ist allein dein inneres Gefühl!!!
Wenn du meinst, es ist das Richtige, dann solltest du es tun.
Zudem bist du noch in einer ganz besonderen Situation durch den Verlust deines Kindes, das kann man nicht mit den Erfahrungen vergleichen, die eine andere Frau mit Ende Vierzig gemacht hat, die diesen Schicksalsschlag nicht erlebt hat, erleiden musste.
Ich habe mit 19 Jahren den ganz starken Wunsch verspürt, alleine zu leben. Das änderte sich nach zwei Jahren wieder, um mit 35 Jahren wieder sehr stark aufzutreten. Ich habe es dann jeweils auch durchgeführt.Mir geht es hier im Forum darum, mich mit Frauen auszutauschen, die ähnlichen Wunsch verspürt haben, durchgeführt oder nicht durchgeführt haben.
Aber ich verstehe schon: Ich bin nicht die Zielgruppe, an die du deine Frage gerichtet hast.

Was lässt dich dann zögern, ob du dir eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt nimmst?Ob dabei auch negative Dinge sein könnten, darüber mach ich mir keine Gedanken. Ich bin ein Mensch, der sich erst über Probleme Gedanken macht, wenn sie da sind.
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16.06.2013, 14:02Inaktiver User
AW: Mal alleine leben
Das finde ich aus einer intakten Beziehung heraus sehr bemerkenswert, einem offensichtlich so tief verankerten Wunsch nachzugeben!
Ich habe bis auf eine kurze Zeit nach dem Auszug aus meinem Elternhaus und nach einer Trennung nie alleine gewohnt, verspüre allerdings auch nicht das Bedürfnis danach.


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