Habe es in einem anderen Thread schon mal kurz erwähnt, würde gerne Eure Meinungen dazu hören:
In meiner Ehe war es so dass ich immer wenn ich in den Augen meines Mannes einen Fehler gemacht habe er mich mit Liebesentzug bestraft hat...teilweise mit tagelangemSchweigen.
Ich hab dann immer auf Knien um Verzeihung gebeten, damit er mich doch endlich wieder lieb hat - egal ob ich jetzt der Menung war im Recht zu sein oder nicht.
Reden darüber ging gar nicht, er sah das nie als Bestrafung sondern als seine Art mit der Situation umzugehen
Jetzt sind wir ja nicht mehr zusammen, aber ich merke oft, dass ich mit dieser Altlast überhaupt nicht klar komme - beim kleinsten Anlass- und wenn es nur ist dass mein Liebster sich mal länger nicht meldet -schiebe ich gleich große Panik, denke nach, was ich denn wohl falsch gemacht habe und bin völlig verunsichert.
Wie kann man sowas los lassen?? Und: ich frage mich dauernd: WARUM um Himmels willen habe ich das überhaupt mit mir machen lassen?? Muss da jetzt gleich ne Therapie her oder meint Ihr man kriegt das selbst wieder hin??
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 27
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13.06.2013, 11:44
Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
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13.06.2013, 11:51
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Hallo alles_und_mehr,
ich denke, da hilft nur das Mantra "es ist eine Altlast und hat nichts mit dem hier und heute zu tun". Ich kenne das mit dem Liebesentzug durch meine Kindheit und habe - u.a. deshalb - gerade eine Therapie hinter mir. Ich übe die Tipps noch, aber es gibt schon kleine Fortschritte
Wichtig ist, dass du unterscheidest, woher dein Gefühl kommt. Im Grunde weißt du ja, dass deine Gefühle nicht zur aktuellen Situation kommen. Wenn du merkst, dass es wieder so weit ist, versuch, dein inneres früheres Ich zu beruhigen. Tief atmen, dir immer wieder klar machen: Das hat nichts mit dem Heute zu tun.
Das musst du einfach üben, das geht nicht von heute auf morgen. Und ärgere dich nicht, dass du das mit dir hast machen lassen. Manche Dinge lernt man erst später - mein Exmann hat mich auch kleingemacht und war fies zu mir, ohne dass es mir wirklich bewusst war. Aber das ist doch egal, heute, oder? Du hast dich befreit und weißt jetzt, dass du das schon mal nie wieder durchmachen möchtest. Du hast was gelernt und dich weiterentwickelt!Das größte Glück der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.
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13.06.2013, 11:55
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Ach so, noch vergessen: Ob du eine Therapie brauchst? Schau, wie sehr es dich im Alltag belastet. Ich für meinen Teil bin froh, eine Therapie gemacht zu haben, um diese Ehe und die Kindheit aufzuarbeiten. Es gibt Sachen, auf die kommt man nicht selbst, da hilft ein Blick von außen. Ich glaube, ich hätte vieles nicht so schnell oder gar nicht verarbeitet, wenn ich die Therapie nicht gemacht hätte.
Schau einfach, wie du dich fühlst, ob du zurechtkommst. Nicht jeder braucht gleich eine Therapie - andererseits ist jetzt eine Therapie auch nichts dramatisches. Irgendwie schleppt doch jeder irgendwelche Altlasten mit sich rum. Warum nicht mit jemandem sprechen, der sich auskennt und einem hilft, mal ein bißchen im Kopf auszumisten?Das größte Glück der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.
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13.06.2013, 12:05Inaktiver User
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Dass du den Mechanismus selbst erkannt hast, ist schon einmal der wichtigste Schritt.
Therapie nur, wenn es dich so einschränkt, dass du dich "krank" fühlst oder dein Alltag erheblich gestört ist, finde ich.
Du schreibst, du hast es als Bestrafung empfunden. Das ist verständlich.
Es kann allerdings sein, dass es für deinen Ex-Mann tatsächlich die einzige Art gewesen ist, zu reagieren. Dass es ein Ausdruck, seines inneren Stresses gewesen ist und er nicht fähig gewesen wäre, mit dir über den Konflikt zu reden, weil er da eine Schwachstelle hat.
Was wäre wohl passiert, wenn er nicht geschwiegen hätte? Hätte er die Fassung verloren und etwas kaputt gemacht? Wäre eure Ehe früher beendet worden? All das ist möglich. Und vieles davon hat mit ihm und nichts mit dir zu tun.
Wichtig ist, dass du deine Gefühle erkennst, sie ernst nimmst und gleichzeitig bedenkst, dass nicht jedes Schweigen deines Partners etwas mit dir zu tun haben muss. Es wird eine Zeit dauern, bis wieder Normalität einkehrt.
Du kannst das mit dir ausmachen oder auch deinen neuen Partner ab und an fragen, warum er sich nicht gemeldet hat, du befürchtest dann immer, dass er sauer auf dich ist.
Du solltest aber nicht von ihm VERLANGEN, dass er sich wegen deiner Empfindsamkeit in bestimmten Abständen meldet. Normalität ist das Ziel.
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13.06.2013, 12:09
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Hi Keksi und danke für deine Tipps!
Nee es ist nicht so, dass ich grundsätzlich was gegen eine Therapie habe, habe ich auch schon gemacht, einmal mit Mann zusammen (war allerdings völlig wirkungslos) und einmal alleine.
Ich will dem glaube ich nur nicht so viel Gewicht geben, aber du hast Recht ich schaue mal wie es sich so entwickelt.
Das mit dem Mantra ist gut, das mache ich
Geändert von alles_und_mehr (13.06.2013 um 12:29 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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13.06.2013, 17:23
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Was ich wesentlich finde, ist, ob Dein Mann diese Methode immer noch benutzt, um sich durchzusetzen, und falls ja, wie Du Dich dann verhältst.
Oder anders gesagt, ob Du das Zutrauen zu Dir hast, Dich dieses Mal anders und für Dich günstiger zu verhalten, wenn er es wieder versuchen sollte.
Du weißt sicher, dass so ein Spiel nur läuft, wenn beide mitspielen.
Nur so lange Du bei Deinem Mann um gutes Wetter bettelst, wenn er meint, Dich mit Liebesentzug bestrafen zu müssen, so lange könnte er diese Methode effektiv einsetzen.
Wenn Du allerdings stark bist und Dir sagen kannst, dass Du Dich auf gar keinen Fall wieder emotional von ihm erpressen lässt, nachzugeben, dann musst Du auch keine Angst mehr vor der Situation haben.
Es kommt hier nicht nur auf Deinen Mann an - die Situation hängt auch ganz wesentlich vor Dir ab!
Hast Du gelernt, es auszuhalten und auszusitzen, wenn Dein Mann sowas abzieht?
Hast Du gelernt, von seiner Zuwendung weniger abhängig zu sein, um Dich wohl zu fühlen?
Wenn Du diese Fragen für Dich bejahen kannst, dann brauchst Du keine Therapie.
Wenn Du Dich jedoch nach wie vor innerlich von Deinem Mann abhängig fühlst und Angst hast, emotional erpressbar zu sein, dann solltest Du über eine Therapie nachdenken, um zu einer größeren inneren Unabhängigkeit von ihm zu kommen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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14.06.2013, 08:29Inaktiver User
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14.06.2013, 11:37Inaktiver User
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Da ich auch mit einem ähnlichen LiebesentzugsPrachtsexemplar verheiratet war, fast 30 Jahre, und nun seit etlichen Jahren getrennt, geschieden - und doch immer wieder mit diesem Verhalten noch konfrontiert werde, und gerade kürzlich wieder "ind die Falle fiel" - finde ich den Ansatz von Latona wunderbar. Den wohl leider einzig möglichen Ausweg. Unabhängig werden von diesen Menschen, emotionell, Schweigen, Nicht-Antworten locker aushalten lernen, vorgängig damit rechnen, dies einplanen - von seiner Zuwendung nicht mehr abhängig zu sein.
Und dann können sie tun und lassen, wie es ihnen beliebt - unseren Seelenfrieden tangiert es nicht mehr. Danke vielmals, Latona, treffendst auf den Punkt gebracht.
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14.06.2013, 11:45Inaktiver User
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
wie sich davon lösen?
es auch tun. man/frau kann von anderen menschen auch lernen, sich etwas abgucken.
was ein, für mich, guter denkansatz ist: wie wahrscheinlich ist es ?
beispiel: wie wahrscheinlich ist es dass dein liebster nichts mehr von dir wissen will? dass er auf seine sachen bei dir verzichtet und sich dünne macht? wie wahrscheinlich ist es, dass du nie nie wieder einen menschen auf der welt finden wirst- mit dem du dich wohl fühlen kannst?
wie sich davon lösen? in dem du den andern nicht auf ein podest stellst und dich emotional unabhängiger machst.
das macht an deiner liebe und zuneigung keinen abstrich- aber zwischen liebe zwischen zwei freien menschen und einer abhängigkeitsbeziehung- liegen welten.
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14.06.2013, 12:07
AW: Liebesentzug als Bestrafung - wie löse ich mich davon?
Im Grunde hat er dich da konditioniert wie Pawlow seine sabbernden Hunde. Und jetzt ist das eine Angwohnheit wie rauchen oder Nägelkauen, und es geht. nicht. mehr. weg. Der böse Geist deines Ex sucht dein Leben heim und streßt sich und deinen Liebesten, und versucht, euch auseinanderzubringen -- denn es mit einem Panikbolzen auszuhalten, der nie genug Zuspruch bekommen kann und immer an einem zweifelt ist sehr, sehr anstrengend und schlecht für's Selbstbild.
Wenn du in der Lage bist, dein Verhalten so weit zu kontrollieren, daß deine Panik für niemanden durchscheint (z.B. durch ein Mantra, daß du dir immer wieder aufsagst ["Es ist vorbei. Das bin nicht ich. Das ist der Geist meines Ex. Geist, verzieh dich."], durch mentales Durchspielen von Paniksituationen, bis deine Alternativhandlungen so fest "sitzen" wie ein Paar Schutzstiefel), und du nach ein paar Wochen oder Monaten dieser Kontrolle merkst, daß die Angst nachläßt und die Altlastreflexe stumpf werden -- dann kannst du das selber hinkriegen. Setz dir einen Zeitrahmen, in dem es besser werden muß, und führe Tagebuch über deine Gefühle, Gedanken und Reaktionen, damit du beobachten kannst, wie es läuft und dir nichts schön- oder schlechtredest.
Ansonsten: Mach eine Therapie. Du hast das mit dir machen lassen, das kann heißen, daß du auf dem Ohr immer schon empfindlich warst, und auf die Art leicht zu manipulieren bist. (Muß es nicht. Manchmal entdeckt man in unglücklichen Beziehungen ganz neue Schwachpunkte an sich, guck mal nach der Fabel vom gekochten Frosch.) Dieses "Schlagloch" länger offen zu lassen als nötig schadet dir in jeder Hinsicht. Eine Therapie kann ein "Gegentraining" sein, mit der du das erlernte Verhalten "überschreibst", oder es kann an deinem Verständnis der Situation und deinem Selbstbild arbeiten, aber auf jeden Fall hast du den Therapeuthen als Coach und Schiedsrichter, was nach meiner Erfahrung zwei wichtige Rollen sind, wenn man versucht, etwas an sich zu ändern. Das Risiko ist, daß man einen Therapeuten erwischt, der diese Rollen für einen nicht brauchbar ist, aber Risiko ist immer, und man kann Therapeuthen auch wechseln.Geändert von wildwusel (21.06.2013 um 11:47 Uhr) Grund: Verunglückten Endsatz aufgeräumt.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


Schweigen.
, aber ich merke oft, dass ich mit dieser Altlast überhaupt nicht klar komme - beim kleinsten Anlass- und wenn es nur ist dass mein Liebster sich mal länger nicht meldet -schiebe ich gleich große Panik, denke nach, was ich denn wohl falsch gemacht habe und bin völlig verunsichert.
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