Hallo zusammen! Ich bin jetzt 37 J. und arbeite in einer Großstadt, lebe aber in meiner benachbarten Heimatstadt. Habe, obwohl ich mit der Großstadt nebenan immer beruflich und privat verquickt war, immer in der Heimatstadt gelebt. Zum Studium in der Großstadt bin ich nicht umgezogen, weil ich damals mit der ersten großen Liebe in der Heimatstadt verbleiben wollte. Punktum: Es gab immer ein Hindernis für den Umzug in die schönere Stadt.
Nun ist es so, dass insbesondere mein Vater schon in einem Alter ist mit 75 J., wo ich manchmal diese subtile Angst habe a la "wie weiß wie lange er noch fit ist" und daher gerne regelmäßigen Kontakt zu der Familie will, weil meine Verbindung zu meinen Eltern sehr stark ist.
Auch mein Freundeskreis konzentriert sich mehr auf die Leute in der Heimatstadt, naturgemäß, weil ich ja mit ihnen meine Wochenenden/Freizeit gestalte.
Ich habe schon immer noch den großen Wunsch nach einer festen Beziehung. Frühere Vorstellungen haben sich aber allesamt nicht erfüllt; weder bin ich verheiratet, noch habe ich eine Partnerschaft, geschweige denn habe ich ein Kind... erscheint derzeit alles in weiter Ferne. Und in meiner Heimatstadt kommen quasi keine "neuen" Leute in meinem Alter mehr hinzu... die sind iwann weg, vergeben, etabliert. Auch der Menschenschlag, mit dem ich auf einer Wellenlänge bin, finde ich hier weniger als in der Großstadt.
Nachdem ich nun also seit zwei Jahren in der Großstadt arbeite u im Job gut angekommen bin, überlege ich nun, Nägel mit Köpfen zu machen. Ich schaue mir nächste Woche eine Wohnung an und bin sogar ein wenig euphorisch und male mir ein wenig schön, wie toll das Leben dort sein wird, inmitten von einem Überangebot an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten.
Was mir bislang Angst gemacht hat, den nahen (auch räumlich) Kontakt zu meinen Eltern - also für sie jederzeit auf Abruf parat sein zu können, für sie etwas erledigen/helfen und einfach entspannt zusammen sitzen.. geht dann nicht mehr so spontan. Es trennen uns dann ca 30 km/halbe Stunde Autofahrt.. Aber ich sage mir im Moment: es ist ja keine Entscheidung für die Ewigkeit, sollten meine Eltern mich iwann sehr dringend brauchen vor Ort, kann man immer noch pendeln oder notfalls auch zurückziehen.
Und die Freunde: Ja, mag sein dass diese 2, 3 Freundschaften dann nicht mehr so intensiv sind.. andererseits bin ich eh ein Mensch, der gut allein und unabhängig sein kann, der nicht ständig eine Freundin am Telefonhörer oder in der Wohnung braucht, um klar zu komme.
Mir macht es eher Angst, dass mir mein Alleinsein nicht gut tut und ich vllt irgendwann zu verschroben werde.. und dann vllt so eine ewige Single-Großstadtnerd-Frau werde, die so einsam und unabhängig vor sich herlebt... mit dem Job verheiratet, sonst alles scheinbar "cool", aber kaum Freunde und für Männer uninteressant.
Ein guter Freund sagte mir aber letztens, dass das doch alles quatsch ist, dass ich immerhin ihn und noch ein zwei Leute dort kenne und vom Typ her kontaktfreudig genug bin, um in der Großstadt Anschluss zu finden.
Irgendwie denke ich daher, dass ich JETZT mit 37 handeln muss.....
Ich hatte mir iwann mal geschworen, nachdem ich meine jetzige Wohnung nach einer schlimmen Trennung bezogen habe, mit viel Hilfe meiner Eltern u Familie, dass ich hier erst wieder ausziehe, wenn ich nen Freund habe, mit dem ich zusammenziehe...
Nun denk ich, jetzt ziehst Du doch wieder in eine Single-Wohnung und bist immer noch Single.. warum hast Du es nicht geschafft, einen Freund zu finden, in den fast 5 Jahren seit der letzten Beziehung?
Und dann denke ich wieder: wie auch, HIER!!! Darum: ja, dann zieh ich eben als Single in die Großstadt. Aber DA gibts auch ne Menge anderer Mitte 30-Jährige, die ebenfalls Single sind, mit denen man was unternehmen kann, und da finde ich evtl erst die Liebe, die ich suche....!?
WAS WÜRDET IHR MACHEN...... ich bin immmer im Leben, bei allem, in den ersten 2 bis 3 Monaten TOTAL euphorisch bei einer neuen Sache und Idee. Musste oft zu meiner eigenen Verwunderung feststellen, dass Interesse plötzlich schwindet und ich mich frage, was und warum ich da gerade das mache, was ich mache...
Darum vertrau ich manchmal meinen eigenen Ideen nicht mehr: soll ich in die Großstadt mit teurerer Miete, die mich umso abhängiger vom Job macht, soll ich mein bisheriges Sozialleben hinter mir lassen, macht das mit 37 Jahren Sinn, werde ich wirklich neue Leute kennenlernen, evtl einen Mann, oder werde ich als verbitterte Großstadtpflanze enden.....Besser doch hier bleiben, was ich habe, festigen, und damit zufrieden sein? Immerhin habe ich ja eine liebe Familie und ein paar gute Freunde, hat auch nicht jeder....?
Ich hab es jetzt ein wenig überspitzt formuliert, aber vllt versteht jemand, was ich meine....ich meine, ich bin entgegen meiner Wünsche noch kaum irgendwo angekommen mit 37, aber überlege gerade daher, ob ich eben viel unkonventioneller BIN als ich denke und gerade darum hier in der "Provinz" nicht glücklich werde, weil ich gar nicht die Menschen und Dinge um mich rum habe, die mich glücklich machen? Was würdet ihr machen, wenn ihr auf der anderen Seite ja "eigentlich" gar nicht mehr das tolle Single-Leben führen wollt, sondern von einer Partnerschaft träumt und eher von Zusammenziehen als Alleineumziehen...
Ah!! Versteht vllt jemand meinen Konflikt??
Freu mich über jedes Feedback zu meinem Text, der bestimmt verwirrend geschrieben ist. Aber ich habs extra mal frei von der Leber weg geschrieben, ohne zu strukturieren und zu überarbeiten. So kommt vllt am ehesten zum Ausdruck, was mich umtreibt.
Schönes Wochenende![]()
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Thema: Aufbruch mit 37?
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25.05.2013, 13:16
Aufbruch mit 37?
Geändert von Ariaa (25.05.2013 um 13:19 Uhr)
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25.05.2013, 16:59
AW: Aufbruch mit 37?
Liebe Ariaa!
Bei dir lese ich einerseits das Vertraute raus, andererseits den Wunsch nach Veränderung.
Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass du mit der veränderten Wohnsituation in der Großstadt auch sehr darauf hoffst, den Single-Status zu ändern.
Was wäre wenn du in der Großstadt zwar nette Freunde findest, aber nicht DEN Partner - wäre dann die Stadt noch genau so reizvoll für dich?
Ich persönlich würde den Schritt wagen und selbst wenn ich in 2-3 Jahren sagen würde - "war nichts, ich zieh zurück". Jede Veränderung bringt einen voran, schafft neue Kontakte.
Du schreibst selbst, dass du in 30 Minuten in deiner Heimatstadt bist. Deine Freunde dort können dich auch in der Stadt besuchen.
Du schreibst sehr offen, hast bereits Kontakte in der anderen Stadt an die du anknüpfen kannst. Es gibt entsprechende Internetportale wie "New in town" oder "Freundinnen finden", bzw. auch hier in der Bri um erste Kontakte zu knüpfen und Leute für Kultur etc. zu finden.
Denke, es bieten sich dir jede Menge neue Chancen und Möglichkeiten.
ALLES GUTE
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25.05.2013, 17:20
AW: Aufbruch mit 37?
Hallo Ariaa,
das hört sich doch gut an! Und ehrlich gesagt, 30 km sind doch ein Klacks!
Und vielleicht ist es ja auch aufregend und interessant?
Und: wenn es dir nicht gefällt, dann kannst du doch wieder zurückziehen. Du legst dich doch nicht für die Ewigkeit fest...
LG
Capbreton
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25.05.2013, 22:24
AW: Aufbruch mit 37?
Ich wuerde es mal versuchen. So etwas ist ja nicht fuer immer wenn es Dir nicht gefaellt. Ich musste vor etwa 6 Jahren umziehen, weil mein Vermieter das Haus verkauft hat und es abgerissen wurde. Ich wohnte damals in einem relativ noblem Viertel in meiner Stadt, aber eben eigentlich nur von Familien in Einfamilienhaeusern umgeben. Also auch die Laeden um die Ecke, die Cafes etc. ware alle fuer diese Gruppe vorgesehen. Aber ich mochte die vielen Baeume, die Ruhe etc.
Ich zog dann in ein viel quirligere Gegend mit vielen Singles und dachte erst, huch, da bin ich ja viel zu alt dafuer (damals 44) aber trotzdem fand ich viel schneller Kontakt zu Leuten dadurch dass ich schon ein paar kannte und dass man sich einfach auf der Strasse sah. Ich hatte auch - schwups - einen neuen Freund, der zwar kein richtiger Gewinn war aber mal eine Abwechslung. Dann noch einen und schliesslich den Richtigen, auch durch Freunde kennengelernt. Also, du wirst auf jeden Fall neue Leute kennenlernen.
Eine Freundin von mir hat das Gegenteil gemacht. Nach 10 Jahren Grosstadt ist sie wieder in ihr Heimatdorf gezogen und hat dann mit 40 ihren Mann in einer Eisdiele getroffen :)
Jetzt lebt sie dort gerne mit ihrem Mann und 4 kleinen Maedchen (ok, waren Zwillinge dabei). Also, wenn man sich festgefahren fuehlt, ist ein Umzug immer mal eine gute Sache. Mein Mann und ich schauen uns jetzt Haeuser in meiner alten Gegend an weil es dort so schoen ruhig ist.....
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26.05.2013, 11:55Inaktiver User
AW: Aufbruch mit 37?
30 Kilometer/Minuten - eine Ewigkeit zwischen den Kontinenten!
Meine Güte, wo lebst Du denn?
In Großstädten braucht man alleine manchmal mehr Zeit um von einem Stadtteil in den anderen zu kommen.
Die Kilometer sind also wohl nicht DAS Problem.
WAS genau Dein Problem dabei ist, das gilt es herauszufinden. Denn es ist zu vermuten, dass dieses Grundproblem (z.B. erwachsen werden / selbständig = ständig selbst sein) sich auch in anderen Bereichen (z.B.Partnerfindung / Beruf) zeigt bzw. dann zutage treten wird, wenn Du die ersten Schritte laufen lernst.
Die Großstadt zu Deiner Heimatstadt zu machen ist eine Angst, die Dich schützen will - aber auch abhält, Dich zu entwickeln.
Vögel müssen zuerst aus dem Nest und dann, wenn "die Nahrung" in ihrer Umgebung nicht ausreichend, nicht mehr das bietet, was sie brauchen, sich aufmachen in fremde Gegenden, um dort Wärme und Sonne und Nahrung zu finden.
Das ist nicht immer einfach. Aber die Vögel schließen sich anderen an und genießen ihre Zeit in zunächst fremden Ländern und dann wieder genießen sie auch die Zeit, wieder am alten Nest vorbeizuschauen.
;-)
Wenn Du Dir soo sicher wärest, dass das alte Nest das allein richtige für Dich ist, hättest Du die Gedanken zum Wegzug nicht. Vertrautheit kann auch einengen.
Zwischen dem einen und dem anderen liegen genau Dreißig Minuten (der Tag hat Eintausendvierhundertundvierzig Minuten)
Eine kurzfristige Angelegenheit, die im Übergang täglich auch umgekehrt gefahren werden kann.
Wohnen in der Großstadt, nach Dienstschluss zu Freunden und Familie und so den Übergang fließend zu gestalten und mit der neuen Umgebung immer mehr zu verwachsen, während man sich von der alten löst.
Du scheinst dem "entweder - oder - Denken" anzuhaften. Mach ein "UND" daraus. Sei neugierig auf Dein neues Leben, gestalte es aktiv -mehr als bisher- UND behalte das alte.
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26.05.2013, 17:19
AW: Aufbruch mit 37?
Das ist eine interessante Situation.
Ich würde mir Wohnungen ansehen, und dann merkst du, ob da eine dabei ist, in der du gerne wohnen würdest. Oder eben nicht.
Wie fühlst du dich in deiner jetzigen Wohnsituation? Welches Stadtviertel gefällt dir in der Großstadt?
Um die Eltern zu pflegen, sind 30 km viel.
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26.05.2013, 19:53
AW: Aufbruch mit 37?
Hallo Ariaa,
ich hab den umgekehrten Weg beschritten und bin nach elf Jahren Großstadt, in der ich auch arbeite, zurück in meine Heimatstadt gezogen. Vor allem, weil ich gemerkt habe, dass ich in der Großstadt nie angekommen bin, keine Wurzeln geschlagen habe. Hintergedanke war auch, näher bei meinen Eltern zu sein, wenn sie mich brauchen (Entfernung war ählich wie sie es bei Dir wäre, wenn Du umziehen würdest).
Kurz nach meinem Umzug ist mein Vater recht überraschend gestorben. Das macht es mir jetzt leichter, mal was für meine Mutter zu erledigen, aber es wäre auch von der alten Wohnung aus gegangen.
Ich hab in dem Jahr, dass ich jetzt in der neuen alten Stadt wohne, schon mehr Freundschaften geschlossen als in elf Jahren Großstadt. Aber das kann an verschiedenen Dingen liegen. Alles in allem fühle ich mich superwohl und hab den Umzug nie bereut.
Das heißt aber nicht, dass ich dafür plädiere, dass Du nun in Deiner Heimatstadt bleibst. Ich finde Veränderung, egal in welche Richtung, immer gut. Und wenn ich die elf Jahre (und vorher noch mal drei) nicht weg gewesen wäre, dann hätte ich immer das Gefühl gehabt, es fehlt mir was. So kann ich das Leben in der alten Heimat wieder richtig genießen.
Insofern wage den Schritt und schau, wie es Dir damit geht. Zurück kannst Du immer wieder. Aber dann musst Du Dir nicht vorwerfen, es nicht probiert zu haben.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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26.05.2013, 22:20
AW: Aufbruch mit 37?
Ich würde es auch dringend empfehlen!
Und 30 KM .... das ist doch ein Witz!!!
Liest sich wie eine Ausrede, den warmen Nestkreis nicht verlassen zu müssen.
Und 30 KM .... das ist doch ein Witz!!!
Tja, man kann nie wissen! Das wilde Leben ist unvorhersehbar und gefährlich! Du könntest da im Kinderzimmer versauern, genauso in der großen großen kalten Stadt! Du könntest dort deine Liebe finden … oder auch nicht! Du könntest dich auch gleich in den Sarg legen, da gibt es am wenigsten Überraschungen!
Aber was du bestimmt finden wirst, ist ein neuer unabhängigerer Teil von dir! Eine neue offene Tür!
Nur Mut!
see you on be friends online!
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26.05.2013, 22:50Inaktiver User
AW: Aufbruch mit 37?
Allein schon die Tatsache, dass du mit dem Gedanken spielst, in die Großstadt zu ziehen, dass du dir solche Gedanken darum machst, ist für mich ein Indiz, dass du dich UNBEDINGT verändern WILLST.
Probiere es ! Dich drängt es doch danach. Vielleicht würdest du es eines schönen Tages bereuen, dass du es nicht getan hast.
Selbst, wenn es am Ende nichts bringt - du hast es wenigstens versucht und musst dann später nicht dasitzen und dir sagen: "Ach, hätte ich mal nur..."
Wie oft besuchst du deine Familie im Normalfall ? Wie oft deine Freunde ? Denkst du nicht, dass es egal ist, ob du nun die 30 km fährst oder nicht ? (Du fährst sie ja sowieso und das täglich, jobmäßig bedingt.)
Wahrscheinlich hast du dann aber, in der Großstadt, mehr Zeit für dich, weil du eben nicht diese 30 km jeden Tag hin und her pendeln musst. Kommt dann aber drauf an, wo deine Wohnung liegt.
Ich würde es an deiner Stelle drauf ankommen lassen, wenn du sowieso schon diese Überlegungen hast...
Außerdem: Single hin und Single her. Ich denke, in einer Großstadt ein Single zu sein, ist sehr viel einfacher als in einer Kleinstadt (ich denke mal, dass du in einer Kleinstadt wohnst, weil du diese "Großstadt" so sehr betonst)
Das heißt, ich weiß es eigentlich. Ich führe ja auch ein Singledasein in einer Großstadt. Es ist alles andere als traurig, man hat hier ein paar Möglichkeiten mehr (obwohl ich dem Traummann auch noch nicht begegnet bin
).
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27.05.2013, 00:09
AW: Aufbruch mit 37?
Zur späten Stunde erst einmal nur vielen lieben Dank für Eure Gedanken!

Das hilft mir wirklich sehr.... ich werde morgen noch mal genauer darauf zurückkommen.
Zunächst eine gute Nacht!




Besser doch hier bleiben, was ich habe, festigen, und damit zufrieden sein? Immerhin habe ich ja eine liebe Familie und ein paar gute Freunde, hat auch nicht jeder....?
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