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26.05.2013, 12:29Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
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26.05.2013, 12:31Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Kann es sein, dass du selbst beratend oder unterrichtend tätig bist und es deswegen so stark empfindest, wenn du dein Eindruck hast, dass ein anderer dein Wissen nicht anerkennt bzw. dich mundtot machen will?
Natürlich empfindet das jeder als negativ, aber normalerweise denkt man sich dann: So ein Idiot, der hat es wohl nötig...! und
hakt den anderen als ewigen Besserwisser ab.
Wenn die Abwehr so groß ist, dass sie stundenlang anhält, würde ich mich schon fragen, warum es MICH so sehr ärgert. Warum ich diesen Menschen so ernst nehme und ihm so viel Macht einräume, dass ich mich von ihm kränken lasse.
Warum ist es mir so wichtig, dass er mich ernst nimmt und anerkennt? Steht er mir so nahe, dass es mich tangiert oder ertrage ich es generell schwer, wenn ich den Eindruck habe, nicht geschätzt und anerkannt zu werden?
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26.05.2013, 13:13Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Für mich ist beim Lesen hier im Strang folgende Frage entstanden: Was bedeutet "Spiegeln" eigentlich?
wenn ich das Verhalten eines Menschen spiegele, gebe ich es ihm - wie beim sich selbst Betrachten in einem Spiegel - wenn auch seitenverkehrt - zurück. (Ich wäre dann der Spiegel) Das würde heißen, dass ich ihm genau das zurückgebe, was er mir zeigt ... ? Dann sieht der Gespiegelte doch aber sich selbst und dann, Cariad, bräuchtest du dich nicht ärgern - weil es nicht dein Ding ist, sondern das des Anderen (ich meine das, was er dann sieht)
Wenn ich mich in dem Anderen spiegele, sehe ich mich selbst, denn er wirft mir MEIN Spiegelbild zurück ... will heißen, ich sehe mich mit meinen Augen in diesem Spiegel, vielleicht ziemlich schonungslos, vielleicht unzulänglich, evtl. minderwertig und ich fange an, mich aus eben diesen Gründen zu ärgern. Aber das ist dann doch MEIN Problem, weniger eigentlich das desjenigen, in dem ich mich spiegele.
Mir fällt dazu das "Beziehungsohr" von Schulz von Thun und Watzlawicks "Der Mann mit dem Hammer" (auch in "Anleitung zum Unglücklichsein") ein.
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26.05.2013, 16:53Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Genau!
Es ist immer die Wahrnehmungsbrille, entstanden aus momentanen Befindlichkeiten, eigenen Glaubenssätzen und Überzeugungen, die triggern kann oder auch nicht. Bin ich selbst in einem ausgeglichen, annehmenden, wertschätzenden Zustand werde ich auch weniger auf Menschen treffen, die Schattenanteile von mir spiegeln. Man sieht immer sich selbst.
Deswegen hat auch keiner "Schuld", weil ich immer die Entscheidung habe wie und ob ich darauf reagiere und wie ich mich fühle.
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27.05.2013, 07:07Inaktiver User
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27.05.2013, 08:34
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Sehr interessant auch von mir. Habe es eben ausprobiert und es funktioniert.
So wie ich es verstehe, die Überzeugtheit, dass man etwas von Qualität zu sagen hat und dafür einsteht (so ungefähr). Sich nicht von anderen in dieser Überzeugung kirre machen läßt - "Ich bin es wert, dass meine Meinung gehört wird, ich rudere nicht zurück, wenn mich andere seltsam betrachten....
In diese Richtung ginge dieses Zitat von Cariad:
Ich habe einen oberlehrerhaften Onkel und eine solche Schwägerin und durch die Jahre verschiedene Strategien ausprobiert. Am interessantesten war die, kommunikativ knallhart dagegenzuhalten, auch gegen deren Einwände, eben kein guter Mensch zu sein, und siehe da nach fünf Minuten waren beide gelöst und es kam tatsächlich ein halbwegs normales Gespräch zustande. Ich empfehle diese Strategie natürlich nicht, erstens viel zu anstrengend und zweitens im Beruflichen ungünstig, da es Animositäten schafft (aber vor den Besserwissern hat man Ruhe).Allerdings ist mir ein konstruktives und auch höfliches Kommunikationsverhalten sehr wichtig. Vielleicht ist es so: Ich würde manchen Menschen auch gerne mal sagen: "du bist eigentlich zu unwissend, als dass ich mich mit deiner Meinung abgebe". Aber die Höflichkeit und auch der Wunsch, ein guter Mensch zu sein und anderen nichts Böses zu tun, halten mich davon ab.
KittyGeändert von Kitty1670 (27.05.2013 um 08:45 Uhr)
Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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27.05.2013, 08:39Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Ins Reine mit Dir selbst kommst Du über Arbeit an Dir selbst. Über Auseinandersetzung, beispielsweise mit einer Frage, wie sie hier gestellt wird.
Viele Wege führen nach Rom, aber oft geht es nicht ohne Unterstützung. Wenn man merkt, dass man in einer Sackgasse steckt, und selbst keinen Packan findet, kann therapeutische Hilfe sehr wertvoll sein. Es gibt jede Menge Bücher, die Denkanstösse liefern können, beispielsweise zum Thema Schatten/Schattenintegration. Eine sehr gute Autorin dazu wäre beispielsweise Verena Kast.
Wichtiges Feedback bekommst Du normalerweise immer über Deinen Organismus und die Signale, die er Dir gibt über Befinden, Stimmung, Ver- oder Entspannung.
Ich würde schon bei der Fragestellung ansetzen, und den Fokus auf Dich selbst richten, denn nur damit kannst Du aktiv arbeiten.Was, wenn der "Mensch mit Macken" eine nahe Bezugsperson ist, mit der ich viel Zeit verbringe?
Warum also bist Du gerade mit dieser Bezugsperson zusammen? Wie reagierst Du auf die "Macken"? Warum empfindest Du sie als solche? Was lösen sie in Dir aus? Was kannst Du tun, damit es Dir besser geht?
Der Anspruch, der oder die andere müsse sich ändern, weil ich mich gerade ärgere, wütend bin, traurig oder verletzt, führt nicht weiter. Helfen kann letztlich immer nur, die eigene Position zu verändern. Gemäss simpler Resonanzgesetze verändert sich dadurch automatisch auch die Interaktion mit diesem "vermackten" Menschen, und damit auch die Art und Weise, wie dieser seine Macken auslebt.
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27.05.2013, 08:49Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Das, was Zio beschreibt, hat übrigens mit Spiegeln nichts zu tun, sondern ist Reframing.
Reframen bedeutet, ein Verhalten anzuschauen, und nach neuen Betrachtungswinkeln zu suchen. Die Kontexte zu verändern. Sich zu überlegen, was an dem ärgerlichen Verhalten denn auch gut und hilfreich sein könnte, und was man gewinnen könnte, wenn man selbst es damit einmal versuchte.
Ein Mensch, der "überheblich" wirkt, was macht der denn?
Er hat eine Ansicht. Er kann sie vielleicht sogar mit sehr guten Argumenten belegen und vertreten. Er nimmt sich heraus, so lange bei seiner Ansicht zu bleiben, bis jemand bessere, überzeugendere Gegenargumente hervor bringen kann.
Bis dahin bleibt er "stur" bei seiner Überzeugung, und knickt nicht ein.
Wie macht der das? Bleibt er ruhig? Gelassen? Ist er angreifbar? Ärgert es mich, dass er das gerade nicht ist, dass er sich nicht über persönliche Sticheleien aus der Ruhe bringen lässt?
Ist er sehr geradeaus, straight, und verteilt dabei wenig Blümchen?
Was ist daran gut? Was schlecht? Was könnte ich gewinnen, wenn ich auch mal so dezidiert, blümchenfrei und klar bei meiner Ansicht bliebe?
Was genau macht mich so ärgerlich? Fühle ich mich hilflos? Diesem Bollwerk nicht gewachsen? Unterlegen? Dumm? Klein?
Wie berechtigt ist das?
Muss ich andere überzeugen? Warum?
Kann ich nicht auch mit Dissens leben, wenn Konsens nicht möglich ist?
Das wären einige mögliche Fragen, um die Thematik einzukreisen und sich neu zu positionieren.
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27.05.2013, 09:53Inaktiver User
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
Ich habe einen oberlehrerhaften Onkel und eine solche Schwägerin und durch die Jahre verschiedene Strategien ausprobiert. Am interessantesten war die, kommunikativ knallhart dagegenzuhalten, auch gegen deren Einwände, eben kein guter Mensch zu sein, und siehe da nach fünf Minuten waren beide gelöst und es kam tatsächlich ein halbwegs normales Gespräch zustande. Ich empfehle diese Strategie natürlich nicht, erstens viel zu anstrengend und zweitens im Beruflichen ungünstig, da es Animositäten schafft (aber vor den Besserwissern hat man Ruhe).

Kitty[/QUOTE]
Man kann ein guter Mensch sein - und trotzdem Strategien entwickeln, mit Oberlehrern umzugehen.
Nachdem ich mich jahrelang über eine oberlehrer/gönnerhafte Verwandte geärgert habe (es mehr als nur Ärger - es ging mir unter die Haut) habe ich erst Abstand gesucht. Da sie aber zu meiner Familie gehört, war das auf Dauer auch keine Lösung, denn wir treffen unweigerlich aufeinander. Ich habe mir also Möglichkeiten überlegt, wie ich aus diese Ärgerfalle rauskomme - nicht mehr hilflos wütend zu sein und viel zu lange über ihr überhebliches Gerede Gedanken zu machen, zumal sie manchmal ziemlich distanzlos war. Ich war bislang immer ruhig und hatte das wortlos ertragen - um des lieben Friedens willens. Aber so ging es nicht weiter.
Ich merkte, ich musste meine Grenzen wahren. Als sie mir beim nächsten Treffen einen Vortrag über die Vorteile einer bestimmten Ernährung hielt, merkte ich, wie ich wieder wütend wurde. Sie hatte ja Recht, mit dem, was sie da erzählte, aber sie dozierte... Ich hatte nur keine Lust auf Belehrung...und genau das rutschte mir auch raus "ich habe keine Lust, über Ernährung zu reden!!" Danach gab es eine sehr lange, peinliche Gesprächspause...
Sie versuchte noch ein paar Mal, mich zu "erleuchten" bzw mich belehren. Aber ich war sicherer geworden und konnte sogar damit spielen - ich reagierte mal ironisch, dann hatte ich gerade keine Zeit, mir ihren Vortrag anzuhören, dann wechselte ich abrupt das Thema...komischerweise verstehen wir uns jetzt besser.
Sie erzählte mir später, ich wäre ihr - wie interessant - immer etwas arrogant vorgekommen - (genau wie sie mir!!!).
Sie wusste einfach nicht, woran sie bei mir war.
Gute Freunde werden wir wohl nicht, sie und ich. Das wäre auch zuviel verlangt. Aber wir können entspannt reden. Es ist eine Eigenart von ihr: sie doziert...sie meint das nicht überheblich - sie ist halt so. MIttlerweilen kann ich das milder sehen.
Aber wäre ich weiterhin verständnisvoll, nett und ruhig gewesen, hätte es diese vorsichtige Annäherung nie gegeben.
Gut sein hilft nicht immer.
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27.05.2013, 09:59
AW: Menschen, die bei mir Ärger auslösen
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Mae West: Goodness had nothing to do with it...




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