Liebe BriCom,
ich habe gerade sehr akut emotionale Achterbahnfahrt, entweder ich bin total sauer und motze (entgegen meines eigentlichen Stils) rum oder ich bin völlig aufgelöst oder zumindest den Tränen nah. So recht weiß ich zum einen nicht, warum eigentlich, zum anderen mir gerade gar nicht zu helfen. Ich erhoffe mir einerseits von euch hilfreiche Ratschläge, was ich gegen dieses emotionale Chaos tun kann, und andererseits auch Ideen, was eigentlich gerade mit mir los ist, denn so recht schlau werde ich daraus irgendwie nicht und würde auch gerrn maöl den tieferliegenden Ursachen auf den Grund gehen. Ich weiß nur, dass ich mich völlig irratoinal verhalte gerade, kann aber wenig dagegen tun, weil die Gefühle mich total überrennen.
Zur Vorgeschichte, ich versuche es mal kurz zu halten: Ich habe 3 Jahre in einem Betrieb gearbeitet, indem ich mich im Grunde sehr sehr wohl gefühlt habe, irgendwie schon fast heimisch. Allerdings kam ich nicht sonderlich gut mit einem Kollegen zurecht, der auf der gleichen Ebene arbeitete, allerdings, wie ich erst viel später begriffen hatte einen sehr sehr guten Draht zum Chef hatte. Dieser Kollege hatte mich irgendwie von beginn an "gefressen" und mir viele Steine in den Weg gelegt. Ich musste mir das alles letztlich gefallen lassen, weil er einerseits inoffiziell das "Sagen" hatte und ich einen befristeten Vertrag, mit der großen Hoffnung auf Entfristung. Das ganze ist dann quasi eskaliert, als ich mich gegenüber dem Chef bereit erklärte, einen Posten mehr oder weniger zusätzlich zu übernehmen, den dieser aufgrund einer Schwangerschaft nicht besetzen konnte. Ich für meinen Teil hatte gehofft, meine Position dadurch zu festigen. Letztlich wurde ich dann mit Arbeit zugeschüttet, besagter Kollege war stinksauer, weil er mir unterstellte, dass ich Karriere machen will (zu seinen Lasten) und am Vertrag sollte sich dann auch nichts ändern. Kurze Zeit vorher ist derweil eine andere Kollegin eingestellt worden, deren Vertrag zumindest teilweise unbefristet war, obschon sie eigentlich weniger qualifiziert ist, da ich im Gegensatz zu ihr schon Berufserfahrungen hab. Meine Arbeit habe ich auch immer gut gemacht, daran hat es definitiv nicht gelegen.
Schlussendlich bekam ich ein besseres Jobangebot und gab meinen Wechsel bekannt. Das missfiel dann auch, diesesmal dann, weil ich ja es wieder erforderlich mache, dass jemand neues eingearbeitet wird etc pp. Ich bin dann also gegangen, allerdings unter Tränen und das wochenlang, habe sehr sehr darunter gelitten, da ich im Grunde (und natürlich unter etwas anderen Bedingungen im Hinblick auf den Vertrag, gern geblieben wäre). Mit sämtlichen anderen Kollegen habe ich mich gut verstanden und ich habe den Job an und für sich geliebt.
Derweil, wie das immer so ist, bzw. wie ich es hier schon öfters gelesen habe, bin ich in dem ganzen Chaos eine Äffaire mit einem verheirateten Mann eingegangen. Das habe ich alles für mich allerdings glaube ich ganz gut reflektiert, die Sache ist beendet und ich habe meine Lehren daraus gezogen. Inzwischen bin ich seit 9 Monaten in meinem neuen Job, habe mich derweil nach 7 jähriger Beziehung von meinem Freund getrennt (dazu war die Äffaire wohl gut bzw. bitter nötig, sonst hätte ich es wohl bis heute nicht begriffen) und bin nun sehr glücklich neu liiert.
Man sollte also meinen, alles ist gut. Jedoch hat mich dann das letzte Wochenende dermaßen aus der Bahn geworfen, dass ich nur noch staune... Ich habe mit meiner Nachfolgerin auf meiner alten Stelle gesprochen, welche sich mit dem Kollegen bereits duzt (was bei mir in 3 Jahren undenkbar war), wobei es mir nicht um´s duzen geht, sondern eher um das was dahinter steht. Sie hat einen unbefristeten Vertrag - was bei mir undenkbar war - und das obwohl sie von beginn an gesagt hat, dass sie eigentlich auf Dauer woanders arbeiten will, was mir immer unterstellt worden ist, aber bis zum Schluss nie meine Absicht war, denn ich wollte ja eigentlich unbedingt dort bleiben. Bei uns ist nun eine Stelle frei und meine Nachfolgerin überlegt, mir nun auch hierher zu folgen. Ich hatte mir grundsätzlich mal überlegt eines Tages vielleicht doch wieder zurück zu gehen, im Tausch mit ihr sozusagen und stand dann plötzlich ganz akut vor der Frage, ob ich das machen will. Nach einer durchwachten Nacht kam mir alles wieder hoch und mir ist nun klar, dass ich nicht dorthin zurück kann. Das ist für mich eine völlig niederschmetternde Erkenntnis irgendwie und auch die Tatsache, wie dort mit mir umgegangen wurde, hat mich nochmal völlig wieder eingeholt.
Gleichzeitig ist derzeit meine neue Liebe "auf freiersfüßen" unterwegs, also auf einem Schützenfest im Dorf, wo er her kommt. Und ich kann das überhaupt nicht gut ertragen, obwohl ich normalerweise nicht so bin. Dabei geht es aber nicht darum, dass ich ihm nicht vertraue. Am Sonntag wäre ich gern mitgegangen, was wir ursprünglich so abgemacht hatte. Das ging dann aber nicht, weil ich quasi "Unpässlich" war. Nämlich weil ich tierisch sauer auf ihn war (er weckte mich Samstagnacht von dieser Feier aus telefonisch um 4 uhr morgens, weil er - verliebt wie er ist - meine Stimme hören wollte - oooaaar betrunkene Männer!!!!). Das hat dann dazu geführt, dass ich nicht wieder einschlief und über die ganze Choose mit dem alten Job sinnierte. Daraufhin den halben Tag verschlief, mein Zeitplan überhaupt nicht mehr hingehauen hat, und ich schließlich auch echt kein Bock mehr hatte, zumal ich irgendwann auch noch dauernd den Tränen nah war und am Ende auch weinend im Bett lag. Ganz toll. Und mir völlig bewusst, das maßlos übertrieben, dennoch keine Chance, das in den Griff zu bekommen. Der nächste Tag verlief emotional auch eher mau, wobei die Traurigkeit da die Oberhand hatte. Abends kam mein Liebster trotzdem, dass es eigentlich nicht passte, zu mir, um für mich da zu sein und der Abend verlief sehr schön. Bis auf die Tatsache, dass ich dann fragte, ob ich denn heute mitkommen sollte auf das Fest, weil ich das gerne nachholen wollte. Die Antwort darauf fiel mässig aus, er hat zwar nicht gesagt, dass nicht, aber es wurde schon deutlich, dass er davon nicht begeistert ist. Er trifft sich mit den alten Kollegen von der Bundeswehr und im Grunde kann ich es völlig nachvollziehen, dass ich da vielleicht fehl am Platze bin, aber dennoch verletzt mich das irgendwie sehr. Ich finde es gleichzeitig aber auch total bescheuert von mir, genauso wie meine immense Wut, dass er mich nachts geweckt hatte. Nur irgendwie kann ich da gerade nicht gegen an.
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Ich frage mich allerdings: WAS IST DAS? Was ist los mit mir? Warum hab ich so extrem Achterbahn, das hab ich ja sonst nicht. Und was kann ich dagegen tun?
Ich hoffe, es ist nicht zu wirr in der Bemühung es kurz zu halten. Obschon es doch recht lang geworden ist. Na, vielleicht weiß jemand Rat?
Viele Grüße, die derzeit emotional entgleisende Mistresse
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Ergebnis 1 bis 10 von 22
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21.05.2013, 17:54Inaktiver User
Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
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21.05.2013, 22:59Inaktiver User
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Erst einmal die m.A.n. naheliegenste Frage: Wie sieht es mit den Hormonen aus? Zyklus, eventuelle Schwangerschaft?
Anscheinend hat sich in zweierlei Hinsicht der Schleier gehoben und die Wirklichkeit kam ans Licht.
Dein Freund scheint sich auch ohne dich gut amüsieren zu können und er denkt manchmal nicht daran, was dir gerade gut täte, sondern an sich selbst. Das ist menschlich, es kommt vor. Er ist ein anderer Mensch als du.
Aus irgendeinem Grund warst du an deiner alten Stelle nicht am richtigen Platz. Ein anderer Mensch wurde dort anders und anscheinend besser behandelt als du. Nun merkst du, dass du dorthin nicht zurück kannst. Eine Hoffnung für die Zukunft ist dahin.
All das ist enttäuschend und tut weh. Erst einmal. Aber es immer gut, wenn eine Illusion verschwindet und den Blick frei gibt, auf das, was wirklich ist.
Lass den Schmerz zu, lass ihn durch dich hindurch gehen - und dann siehst du weiter.
Nur Mut!
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22.05.2013, 03:47
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Ich könnte mir vorstellen, dass die Tatsache, dass im Job "grundlos" eine neue Arbeitskraft all das bekommen hat, was Du nie bekommen hast (obschon Du es so sehr wolltest, und sie nicht) in Dir eine Art "Grundgefühl" (wieder?)erweckt hat, das (sinngemäss) lautet "andere bekommen das, was MIR eigentlich zusteht"...
Das schmerzt Dich (verständlicherweise) sehr, und nun bist Du überaus empfindlich auf alles, was ähnliche Gefühle in Dir wecken könnte. Die Wochenendaktivitäten Deines Freundes erwecken in Dir wohl eben genau solche ähnlichen Gefühle, obschon Du weisst, dass Du da im Grund überragierst. Er amüsiert sich ohne Dich mit anderen auf einem Fest, obschon seine Aufmerksamkeit "doch eigentlich Dir zustehen würde"... verstehst Du, was ich meine? Sein Verhalten bringt in Dir die gleichen Saiten zum Schwingen, und deshalb trifft Dich das so.
Ich denke, was Dir helfen kann ist, Dir zu überlegen, was für ein Grundgefühl genau die Behandlung bei Deinem alten Arbeitgeber ausgelöst hat. Vielleicht ist es ja ein Gefühl, das Du nicht zum ersten Mal hast? Deine heftige emotionale Reaktion könnte ein Hinweis darauf sein.
Wenn Du Dir im Klaren bist, WAS Dich wirklich emotional so hart trifft, dann versuche, Dich bewusst zu machen, dass solche Dinge im Job einfach vorkommen, und dass das nichts direkt mit Dir, Deinem Wert für andere und für Dich, zu tun hat.
Vielleicht kannst Du Dir dann ja sagen, ja, bei meinem Arbeitgeber habe ich das schmerzliche Gefühl vermittelt bekommen, dass andere kriegen, was mir zusteht. Aber das heisst nicht, dass das nun in jedem Lebensbereich so ist. Das war ein dummer Zufall, so wie das Leben halt manchmal spielt. So kannst Du erreichen, dass Du Deinen inneren Fokus nicht (mehr) auf Deiner Verletzung hast, und überall das gleiche "witterst", sondern Du wirst wieder offen für das Schöne, das Dich umgibt und kannst Dich entspannen.
Deinem Freund scheinst Du nämlich wirklich wichtig zu sein, und wenn er mal an einem Dorffest lieber mit seinen Kollegen rumalbert, als die Zeit mit Dir zu verbringen, so bedeutet das erst mal überhaupt nichts Negatives. Ich denke, Du projizierst in die Situation die Kränkung, die Du von Deinem Arbeitgeber erfahren hast. Das stresst Dich, verständlicherweise, aber ich glaube, Du verknüpfst da Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.
Ich denke, wenn Du Dir sagen kannst, "dumm gelaufen, kann passieren, ist vorbei, ich schaue in die Zukunft und lasse mir mein Leben davon nicht vermiesen", dann wird es Dir auch seelisch wieder besser gehen. Wenn Du Dich von dem Vorfall auch in anderen Lebensbereichen runterziehen lässt, dann gibst Du Deinem intriganten Exarbeitskollegen eine Wichtigkeit, die er schlicht nicht verdient. Die beste Rache ist ein schönes Leben...
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22.05.2013, 07:37Inaktiver User
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Für mich liest es sich so, daß Du Dich in Deinem alten Job ZU sehr ZUHAUSE gefühlt hast.
Du hast den Job "geliebt"- Du beschreibst mit "im Grunde"-- und das sind Beschreibungen, die dann folgen, wenn etwas sehr viel Bedeutung im Leben hat.
Man kann nun nicht erkennen, wie für Dich genau die Problematik mit diesem ablehnenden Kollegen war. Es liest sich aber für mich so als ob das für Dich "nur" wie eine Hürde gesehen wurde und die hast Du versucht anderweitig zu nehmen (was aber ja auch keinen wirklichen Erfolg brachte).
Kurz: Auf mich wirkt es so als ob Du mit einer wie familiären Grundhaltung gearbeitet hast-- und die Distanz, die im Beruf doch "sein sollte", Dir fehlte.
Das passt auch für mich dahingehend, daß Du nach Jobwechsel- tatsächlich noch an eine Rückkehr gedacht hast!
Und wenn diese Arbeit/Firma für Dich wie eine Familie empfunden worden ist-- dann ist das Erkennen von dem, was nun IST- natürlich sehr schwer und hart.
Du wurdest nicht anerkannt, Du wurdest nicht gewürdigt und das wurde Dir nun mit Deiner Nachfolgerin nochmals hart verdeutlicht.
Dein guter Wille, Dein Entgegenkommen -- wurde gar nicht gewollt.....zumindest hatte eine Person die Macht, das alles zu verhindern.....
Arbeit ist nie Familie- auch, wenn man sich noch so wohl fühlt!
Entgegenkommen, Fairness, Nachsicht oder Anerkennung-- darf man in einer Familie erwarten-- im Job ist es toll, wenn es so ist aber leider keine feststehende Tatsache.
Die Menschen dort- bleiben "Fremde" und leider geht es oft um das persönliche Ego statt um die Arbeit-- und so werden Sympathien oder Antipathien auch gerne ausgelebt und wer dann Macht besitzt, kann sogar ganz ungerecht handeln.
kenzia
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22.05.2013, 09:33
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Für mich sieht es nach anflugsweisem Burn-out aus.
Das, was du in den letzten paar Jahren verändert hast in deinem Leben, was in kurzer Zeit gekommen und gegangen ist, war nicht grad wenig.
Eine Langzeitbeziehung beenden, eine heikle Affäre beginnen und parallel zur Erstbeziehung zu Ende bringen, sich neu verlieben und eine neue Beziehung mit einem Dritten auf die Reihe kriegen. Dazu die menschlichen und fachlichen Ansprüche in der Arbeit. Das alles ist viel.
Gestehe dir ein, dass du Kraft schöpfen mußt, Ruhe brauchst. Wenn es noch einigermaßen gut geht bei dir, nimm dir viel Zeit für schöne Dinge, Sachen, die dir einfach nur riesen Freude bereiten, egal worum es sich handelt. Hauptsache in dir ist dabei Glück. Gut ist natürlich die tägliche Bewegung in egal welcher Form, am besten in güner Umgebung, mind. halbe Stunde.
Ich würde dir raten dich sofort daran zu machen bewußte Entspannungsarbeit zu betreiben. Wenn du schon etwas praktizierst, gelernt hast, wende es regelmäßig an, am besten täglich. Sonst such dir noch diese Woche einen Kurs zu Yoga, Qigong, Mentaltraining, autogenem Training, egal irgendetwas wo deine Gedanken zu dir und zur Stille kommen.
Kauf dir entsprechende Literatur. Gebündelte Tipps und gleich anwendbare Entspannungsmethoden sind zb in dem kleinen, schnell gelesenen Büchlein von Tepperwein: "Mentaltraining: Kraftquelle im Alltag". Aber es gibt sehr vieles und das meiste ist gut geeignet, wenn es dir hilft, dich zu fokusieren und ruhig zu atmen.
Nimm auch ruhig ein paar Cranio-Sacrale Behandlungen oder eine APM in Anspruch, auch Reiki wär nicht schlecht. Aber tu ehest was für dich!
Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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22.05.2013, 09:56
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Natürlich das Thema Schwangerschaft vorab klären, bzw. ausschließen. Weinerlichkeit usw., das könnte natürlich schon auch sein. Sollte dies zutreffen ist alles, das mit Entspannung zu tun hat natürlich ebenso gut für dich, körpertherapeutisch solltest du dann nicht mehr alles mit dir machen lassen. Aber das sollte die Behandlerin ja wissen, wenn du auf Schwangerschaft hinweist.
Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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22.05.2013, 11:30
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Die Achterbahn mit gelegentlichen Tränen kenne ich auch, ganz ohne Schwangerschaft, aber nach einem Jobwechsel, der auch bei mir eher halbherzig war.
Mir hat geholfen, mich auf Papier mit der Wechselentscheidung und den guten Gründen dafür und dagegen auseinanderzusetzen.
Immer wieder, wenns Not tat.
Im Rückblick habe ich den alten Job eher idealisiert und seine Probleme als "war doch eigentlich gar nicht so schlimm..." abgewertet und die Probleme im neuen Job - und die gab es eben wie überall auch dort - überbewertet.
Als mir dieses Muster klar wurde, war ich auch bald über den Berg.
Und mein Mann konnte mir, wenn ich gerade wieder am Grübeln war, kaum etwas recht machen, obwohl er mir viel geholfen und Verständnis hatte.
Viel Erfolg!
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22.05.2013, 14:10
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Guten Tag, liebe Mistresse,
Zuerst ein herzliches Kompliment dafür, dass Du Deine Situation so gut beschrieben hast, obwohl Du recht aufgewühlt bist. Dies erlaubt von Anfang an einen Einblick und nicht erst, wenn Tröpfchen weise die wesentlichen Tatsachen hervor kommen.
Wie es bei vielschichtigen oder zusammengesetzten Problemen ratsam ist, werde ich versuchen, die Teilaspekte einzeln zu behandeln.
Die Achterbahn erlebe ich selbst öfters auch - ganz unmännlich, uiih! Deshalb musste ich mir Überlebens-Strategien zurecht legen, die in meine Erwägungen zu Deinem Fall ein fliessen.
Die Geschichte mit Deiner alten Stelle
Fast wie ein Déjà-vu. DIE waren sich etwas zu sicher, da Du Dich offensichtlich wohl gefühlt hast. Es gibt nun Leute, die sich keine Mühe mehr geben, wenn sie sicher sind. Wenn die dann an jemanden geraten, der oder die trotzdem die Konsequenzen zieht, sind SIE natürlich enttäuscht und ziehen über die „untreue“ Person her. Das muss man einfach ertragen, auch wenn es etwas schmerzt.
Siehe Fussnote *1
Brich die Brücken ab. Ein Mann wird eine Rückkehr, ohne dass Du auf Knien gebeten und mit einem massiven Lohnaufschlag geködert wurdest, als „zurück gekrochen kommen“ bewerten. Dann steckst Du wirklich in der Scheisse und wirst leiden, wie nie zuvor. Jeder Kontakt und sogar jeder Gedanke belastet Dich.
Siehe Fussnote *2
Die Affaire mit dem verheirateten Mann
Ein Ablenkungsmanöver für Dich selbst. Funktioniert nicht und belastet noch zusätzlich, wie Du gemerkt hast. Zum Glück hast Du keinen Hund gekauft, wie es viele Leute in schwierigen Situationen aus dem gleichen Grund machen. Das kostet dann viel Geld und viel, viel Zeit.
Versuche für die Zukunft andere Methoden zu finden. Mir hat Lästern (nicht über Gott!) mit Kollegen immer sehr geholfen, eine an sich sehr weibliche Methode.
Schlafmangel und Lagebeurteilungen oder Entscheidungen
Auch ich schlafe gelegentlich schlecht oder werde daran gehindert. Wenn ich das merke, vermeide ich es eisern, in der rabenschwarzen Stimmung des nächsten Tages Lagebeurteilungen vor zu nehmen oder wichtige Entscheidungen zu treffen. Das muss dann halt warten.
Siehe Fussnote *3
Dein Partner amüsiert sich mit seinen Kollegen
Das ist normal und muss so sein,
... solange es nicht exzessiv ist, und Du dauernd (!) zu kurz kommst. Dabei spielen archaische Gefühle und Verhaltensweisen eine Rolle. Ich kann das nicht so gut erklären wie
Allan & Barbara Pease: „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“
D bei Ullstein , ISBN 3-548-35969-8
Die Peases sind Kommunikationstrainer und haben sich anlässlich einer eigenen Ehekrise intensiv mit der Kommunikation zwischen Mann und Frau befasst. Danach ging es Ihnen besser und später ihren Lesern auch.
Siehe Fussnote *4
Fussnoten
*1 In genau der Situation (befristete Stelle, ums Verrecken keine Unbefristete, aus eigener Schlamperei eine andere Stelle angeboten bekommen und in der Not angenommen) war ich vorbereitet, ein Privileg. Eine Bekannte hatte zu mir gesagt: „Musst nur schauen, wenn Du gehst, beginnt er sich zu bemühen.“ Die Belastung war gewaltig, als dann die Vorwürfe kamen. Ich habe mein Bedauern über die schreckliche Entwicklung ausgedrückt und erklärt, ich wolle nicht eine schlechte Sache mit einer noch Schlechteren zu decken.
*2 Bei unfriedlichen Trennungen aller Art, ist es besser, nicht immer ein Auge (wehmütig?) auf die Vergangenheit zu richten. Es ist im Moment sehr hart, alle Verbindungen zu kappen, jeden Kontakt zu meiden und möglichst an Anderes zu denken. Aber in den meisten Fällen hilft es. Paradebeispiel sind aufgelöste Paarbeziehungen, wo solche Blicke zurück eine massive Belastung späterer Verhältnisse sind und sogar zu deren Bruch führen können.
*3 Ich kann gut mit Hunden, würde aber nie einen ohne wirklich zwingende Gründe wecken. Wenn er einen noch warnt, ist er sehr gelassen, und wenn man dann nicht hören will, kann es sein, dass er einen beisst und danach ein fürchterlich schlechtes Gewissen hat. Aber es musste eben sein. Ich fühle ähnlich. Ich habe den Leuten immer gesagt: „Gnade Euch Gott, wenn ihr mich unnötiger Weise weckt. Aber ebenso, wenn wirklich etwas ist, und Ihr weckt mich nicht.“
*4 Ich las das Buch im Krankenhaus. Die meisten Pflegenden kannten es und fanden es gut. Ein Ärztin sagte sogar: „Also, meinem Mann und mir hat es geholfen!“
Zusammenfassung
- Problemknäuel auf dröseln und die Stränge einzeln angehen.
- Hart und konsequent im Zusammenhang mit der Arbeitsstelle. Kein Mitleid. Kein Heimweh. Vorwärts!
- Keine überrissene Selbst-Ablenkung, keine Ersatzhandlungen. Etwas (echter!) Trost ist OK
- Vorsicht mit Entscheidungen unter Schlafmangel oder hormonell bedingten Launen.
- Easy mit Deinem Partner: Männer und Frauen ticken halt anders. Das heisst nicht dass er sich keine Mühe geben muss, sondern dass man jeweils eine Übersetzungshilfe braucht.
Wenn Du schon jetzt so genau den Finger drauf halten kannst, traue ich Dir zu, dass Du es hinkriegst. Bei den Feinden mit der Faust auf dem Tisch, bei dem/den FreundInnEn mit: „Nimm mich in den Arm, bitte!“
Grüsse, Isambard
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22.05.2013, 15:06Inaktiver User
AW: Emotionale Achterbahn, STOPP!!!
Ihr Lieben,
erst mal vielen dank für die vielen Antworten. Das ein oder andere hat mich zum nachdenken gebracht, damit geh ich jetzt erstmal schwanger... ;-) das dürfte ich zumindest nicht sein, wenn dann hab ich derzeit eher PMS, aber da ich normalerweise nicht darunter leide, würde ich das ausschließen. Da ich derzeit auch nicht an einen PC mit Tastatur und großem Bildschirm komme schreib ich später noch mal ausführlicher. Nur soviel: grundthema, ja das haut wahrscheinlich irgendwie hin, grob gesagt UNGERECHT!!! Führe ich nochmal aus. Und mit meinem liebsten gab es ein absolutes Missverständnis, er wollte mich doch dabei haben... So ist es ja dann auch häufig, dass man in solchen Stimmungen auch einfach alles in den falschen Hals bekommt... So, dass erstmal als kurze Rückmeldung, zu den einzelnen Dingen dann später mehr! Bisher finde ich eure Beiträge jedenfalls sehr hilfreich! Vielen Dank!!!
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22.05.2013, 15:36Inaktiver User




). Das hat dann dazu geführt, dass ich nicht wieder einschlief und über die ganze Choose mit dem alten Job sinnierte. Daraufhin den halben Tag verschlief, mein Zeitplan überhaupt nicht mehr hingehauen hat, und ich schließlich auch echt kein Bock mehr hatte, zumal ich irgendwann auch noch dauernd den Tränen nah war und am Ende auch weinend im Bett lag. Ganz toll. Und mir völlig bewusst, das maßlos übertrieben, dennoch keine Chance, das in den Griff zu bekommen. Der nächste Tag verlief emotional auch eher mau, wobei die Traurigkeit da die Oberhand hatte. Abends kam mein Liebster trotzdem, dass es eigentlich nicht passte, zu mir, um für mich da zu sein und der Abend verlief sehr schön. Bis auf die Tatsache, dass ich dann fragte, ob ich denn heute mitkommen sollte auf das Fest, weil ich das gerne nachholen wollte. Die Antwort darauf fiel mässig aus, er hat zwar nicht gesagt, dass nicht, aber es wurde schon deutlich, dass er davon nicht begeistert ist. Er trifft sich mit den alten Kollegen von der Bundeswehr und im Grunde kann ich es völlig nachvollziehen, dass ich da vielleicht fehl am Platze bin, aber dennoch verletzt mich das irgendwie sehr. Ich finde es gleichzeitig aber auch total bescheuert von mir, genauso wie meine immense Wut, dass er mich nachts geweckt hatte. Nur irgendwie kann ich da gerade nicht gegen an.
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