So langsam bekomme ich eine Vorstellung, warum Du solche Reaktionen bekommst. Kommunikation ist nicht ein rationaler Austausch von Sachargumenten, sie laeuft auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Du scheinst die Beziehungsebene nicht wahrzunehmen, bei Dir kommt quasi nur ein Teil der Mitteilungen Deiner Kolleginnen und Bekannten an.
Nehmen wir mal das Beispiel der laesternden Freundin, es ging ihr nicht um die Methode, es war ein Appell an Dich, Dich mit ihr zu solidarisieren und ihr Mitgefuehl zu bekunden. Statt auf ihren emotionalen Appell einzugehen, hast Du auf der falschen Ebene geantwortet.
Hier im Forum wurde neulich ein Link zum Meyer Briggs Type Indicator test gepostet, kurz MBTI. Mach den mal und finde heraus, ob Du ein STJ-Typ bist. Mit der Suchfunktion hier im Forum solltest Du ihn finden. Ansonsten hilft Google.
Wenn Du wirklich so wissensdurstig bist, wie ich aus Deinen Worten schliesse, hast Du eine spannende Zeit vor Dir.
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18.05.2013, 18:13Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 18:15 Uhr) Grund: ergaenzt
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18.05.2013, 18:32Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Test (Wohl Kurztest) gemacht - nein bin ich nicht

Wenn meine Freundin gesagt hätte, dass sie genervt ist von den Klienten, dann hätte ich ihr mein Mitgefühl gegeben. Ich kann sie da verstehen, und habe ihr da auch schon oft mein Mitgefühl gegeben. Aber ich habe die Bemerkung auch nur gesagt, weil ich das Thema interessant, gar veblüffend, fand.
Und ich würde nie über andere mitlästern, wenn ich es nicht richtig finden würde. Da sage ich lieber nichts.Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 18:38 Uhr)
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18.05.2013, 18:45Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Faszinierend, obwohl ich vor Neugier platze, frage ich nicht, was rauskam.

Zu der Situation in der Kommunikation finde ich das Modell von Schulz von Thun zur Erklaerung recht hilfreich. Oft wird eine vermeintliche Sachaussage getan, obwohl eine Beziehungsaussage oder Appellaussage gemeint ist. Man muss die Wahrnehmung trainieren, um zu verstehen, auf welcher Ebene das Gegenueber kommunizieren will oder unbewusst kommuniziert.
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18.05.2013, 19:02
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Macella, Du klingst wie ich bis vor einer Weile.
Ich bin halt immer davon ausgegangen, es gibt folgendes:
- nicht entscheidbare Themen. Also: "wie wird jetzt der Euro am besten gerettet" ist einfach nicht bekannt, da kann man nicht sagen "dies oder jenes ist richtig oder falsch"
- persönliche Ansichten: "Welcher Religion gehöre ich an " oder "Magst Du Lieber Pudding oder Erdbeereis" ist auch nicht richtig oder falsch.
Naja und drittens eben entscheidbare Dinge, sowas wie "Wann wurde der Sonnenkönig geboren". Da gibt es ganz klar eine einzige richtige Antwort, die auch belegbar ist (Ich ignoriere gerade mal mystische Konzepte).
Ich bin immer davon ausgegangen, wenn überhaupt die richtige Ansicht über ein Thema irgendwo allgemeinbekannt ist (quasi Lexikonwissen), dann ist einziges Ziel eines Gespräches, das hinterher alle Anwesenden dieselbe Ansicht haben (was nicht unbedingt immer die sein muss, die ich vor Beginn des Gespräches hatte, haben ja auch oft die anderen Recht).
Wenn dann jemand sagt "Ja, Deine Argumente sind alle richtig, logisch hast Du Recht, aber das kann man ja so nicht sagen" oder "Aber ich bleibe trotzdem bei meiner Ansicht"
dann fühle ich mich betrogen. Die Person hat dann meiner Ansicht nach simpelste Regeln der Gesprächskultur nicht eingehalten, und in aller Regel diskutiere ich dann nur nicht mehr mit der Person, ich werde denjenigen auch sonst so weit wie möglich aus meinem Leben verbannen. Mit "solchen Leuten" möchte ich nichts zu tun haben.
Mir ist dann (eher spät, in meinem Alter) in einem Gespräch mit Freunden vor kurzem aufgefallen, dass der Denkfehler bei mir lag: Diese Regel, die ich als so allgemeinbekannt verinnerlicht hatte wie die Tatsache, dass man Leuten zur Begrüßung üblicherweise nicht ins Gesicht schlägt, existiert überhaupt nicht! Diese Regel, dass es irgendwie um die Suche nach der Wahrheit geht, die gilt einfach nicht.
All die Leute, die ich mein Leben lang brüskiert habe, hatten von dieser Regel einfach noch nie gehört.
Jetzt habe ich mich damit abgefunden, dass die Welt in dieser Beziehung eben.....seltsam ist.
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18.05.2013, 19:05
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
warum?Besonders ist mir aufgefallen, dass ich wirklich ein Problem in einer fachlichen Diskussion damit habe eine andere Meinung stehen zu lassen - wenn sie offensichtlich falsch ist. Ich kann einfach nicht nachvollziehen wenn mir einer erzählen will 1+1=3, ich ihm alle Gründe aufzähle wieso das nicht so ist - und er auf seiner Meinung beharrt.
was triggert dich daran so?
wieso fällt es dir so schwer einfach hinzunehmen, was andere denken oder sagen?
wo bleibt denn bei dir der spaß?Ich werde, zumindest für den Anfang, versuchen mich aus Diskussionen herauszuhalten mit Diskutanten die ich nicht flexibel in ihrer Meinung erlebe. Solche Diskussionen empfinde ich als unfruchtbar - und werde nicht mehr meine Ideen und Wissen verschenken.
Ich empfinde sie als unfruchtbar, weil man eben nicht versucht gemeinsam mehr zu Wissen.
der spaß am leben, am sich unterhalten, sich austauschen?
warum muss denn alles mit fortbildung und wissensaustausch zusammenhängen?
wie ich schon in meinem beitrag #12 schrieb, so etwas kommt sehr überheblich, hochnäsig, allwissend, besserwissend rüber.
ich hab jetzt ganz bewusst krasse ausdrücke, bewertende formulierungen ausgewählt, um zu versuchen, dir klar zu machen, wie in diskussionen/gesprächen, in denen jemand so auftritt, wie du dich hier selber beschreibst, viele sehr schnell die krallen ausfahren. bei so einem verhalten fehlt der respekt, der respekt vor dem anderen, ihn als mensch zu achten, auch mit all seinem – in deinen augen- nichtwissen.
du weißt es doch.Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Betrachtungsweisen - trotzdem ist 1+1 nicht 3, jedenfalls solange nicht, bis mir jemand das Gegenteil mit Argumenten unterlegt.
und wieder meine frage, was triggert dich daran so?
lass doch andere denken, was sie wollen, egal ob mathematisch (um bei deinem beispiel zu bleiben) bewiesen oder nicht. was ist daran so wichtig für dich?
wenn jemand meint, der hubschrauber ansich unterscheide sich in der optik null von eine boing 747, was geht mich das an, na und, soll er doch der meinung sein.
verstehst du was ich meine?
unterhaltung, zumindest für mich, ist meinungsaustausch, aber bitte nicht in dem sinne, dass derjenige der 1+1 zuvor zu 3 addierte nun meiner meinung ist und jetzt 1+1=2 addiert.
meinungsaustausch: du sagst, wie du das siehst und ich sage dir meine meinung/ansicht dazu. vielleicht finden sich parallelen. wenn nee, dann nee.ich finde es spannend die sichtweise anderer mitgeteilt zu bekommen. möglichwerweise entwickelt sich ein spannender austausch, weil wir beide von unserem wissen profitieren. wenn nicht, wars einfach nur eine nette unterhaltung.na und? dann habe ich evtl. jemanden kennen gelernt, in dessen leben ich schauen durfte, dessen ansichten ich kennen gelernt habe. ist doch spannend, oder?
so wie du das/dich beschreibst, fehlt mir bei allem die leichtigkeit.
selbst eine sach- oder fachdiskussion ist zunächst ein faktenaustausch, ein brain storming. nicht immer muss zwingend ein konsens gefunden werden.
und wie gesagt, so etwas kann man lernen, wenn es einem von natur aus nicht gegeben ist.
wenn ich bemerke, dass jemand in einem gespräch etwas behautptet, von dem ich genau weiß (aus erfahrung, aus erleben, eben weil ich es weiß
) was komplett dagegen spricht /falsch ist, versuche ich vorsichtig dazu etwas zu sagen. aber es gibt menschen, die beharren auf dem gesagten. ja und? ich kann das freundlich kommentieren, käme aber nie und niemals auf die idee zu versuchen mein gegenüber zu überzeugen. warum auch? was sollte mir das bringen? ich weiß, was ich weiß, was ich kann. ich muss weder belehren noch erziehen.
hat im übrigen auch etwas mit selbstwert und daraus resultierend mit selbstbewusstsein etwas zu tun.
lachattenoire
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18.05.2013, 19:10Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
per Nachricht
(- oh geht nicht)
Irgendwo ist aber auch das Gegenüber gefragt - wenn ich unbedarft eine kleine Anmerkung mache, sofort zurückrudere, und die andere Person dann trotzdem nicht aufhören kann, selbst immer wieder damit ankommt, einen wüst beleidigt, liegt das in ihrer Verantwortung. Im Gegenteil - meiner Freundin hätte ich ihr viel früher die rote Karte zeigen sollen, dass sie ihren Ärger nicht an mir auslässt.Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 19:16 Uhr)
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18.05.2013, 19:14
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Ich bin immer davon ausgegangen, wenn überhaupt die richtige Ansicht über ein Thema irgendwo allgemeinbekannt ist (quasi Lexikonwissen), dann ist einziges Ziel eines Gespräches, das hinterher alle Anwesenden dieselbe Ansicht haben (was nicht unbedingt immer die sein muss, die ich vor Beginn des Gespräches hatte, haben ja auch oft die anderen Recht).
schönes beispiel, saetien.
das ist, was ich mit fehlender leichtigkeit, spaß, meinte.
eine diskussion, ein gespräch/unterhalung muss nicht immer ein ziel, ein ergebnis haben. das würde ich als gruselig empfinden. so etwas kann auch völlig offen ausgehen. wenn es keiner der beteiligten verbissen sieht, ist so eine diskussion extrem fruchtbar.
selbst in einer sehr sachlichen diskussion ist es erfrischend und oft sehr zielführend , leichtigkeit, passende wortspiele, einzubringen.
lachattenoire
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18.05.2013, 19:18Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Ich kann auch Plänkelgespräche führen, aber das ist etwas anderes. Das ist nichts ernstes dabei, es plätschert an der Oberfläche vor sich hin.
Ich kann verstehen, dass es eine andere Person es als ungemein fruchtbar empfindet, wenn ich meine Gedankengänge preisgebe - ohne sich selbst involvieren zu müssen!
Das kenne ich auch, sogar sehr oft!, jemand lehnt es grob mit Beleidigungen ab, hat aber kurz darauf die gleiche Meinung... Im beruflichen muss man da besonders aufpassen, diese Personen verkaufen es später sogar als eigene Idee!
Ein ernstes Gespräch empfinde ich mindestens genauso interessant, es ist wie eine Schatzsuche!Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 19:21 Uhr)
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18.05.2013, 19:23Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Danke für deinen Beitrag

Ja, es ist wie die irrationale Meinung Fairness zu erwarten wenn man sie gibt - solche Regeln gibt es nicht.
Aber halt dann ohne mich und meinen Input. Das muss ich noch verinnerlichen, nicht nur rational denn da verstehe ich es, sondern auch in meinem Handeln.
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18.05.2013, 19:31Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Um das spielerische Element nutzen zu koennen, hilft es kommunikationsstark zu sein und Spass an Kommunikation haben. Das sind keine Plaenkelgespraeche, der Ernst der Sache manifestiert sich nur nicht in der Sprache.
Hast Du schon mal gute amerikanische Redner gehoert? Man lacht und trotzdem oder gerade deshalb wird das Thema gut verstanden.



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