Also ich würde hier mehere Ansätze sehen.
Was Dich angeht- so bleibt die Frage, warum Du so ein "bohrender Mensch" bist? Dieses möglichst viel Wissen bekommen...wo kommt das her?
Grundsätzlich ist das ja gut-- im wissenschaftlichen Bereich auch sehr beliebt, denn es geht dort oft um neues, weiteres Wissen und neue Ansichten/Einsichten.
Ich möchte es also prinzipiell positiv einordnen.
Dennoch kann sowas auch einen anderen Hintergrund haben. Sprich: es kann um Anerkennung gehen, um einen inneren Kampf zu bestehen und diese Anerkennung kann auch durch mehr Wissen kommen.
Ob das bei Dir so ist- kannst nur Du entscheiden....wie sieht es denn bei Dir im privaten Bereich aus?
Dann kommt es auf die Art der Argumentation an und da könnte es sein, daß Du unbewusst den Menschen auf die Füsse trittst.
Natürlich ist es für niemanden angenehm, wenn er "eines Besseren belehrt wird", aber diese Reaktionen sind schon extremer. Und manche Menschen werden dann eben aus Hilflosigkeit persönlich.....wobei das dann erst mal deren Problem ist. Das man sich dann aber angegriffen fühlt- ist durchaus nachzuvollziehen.
Vielleicht nun was weit gegriffen, aber ein coaching über Kommunikation könnte neue Sichtweisen bringen.
Zuletzt kommt mir noch ein Gedanke.
Es erscheint immer wieder das Wort "Schuld" bei Dir. Und sowas kann einen hellhörig werden lassen!
Und eine allgemeine Frage an Dich: wie sehr fühlst Du Dich generell im Leben als "schuldig"?- egal um was es im Leben geht.
Es kommt sehr gerne vor, daß alte Prägungen weit reichen.
Meine damit- man hat vielleicht in der Kindheit in den Augen der Eltern viel falsch gemacht und war gerne "schuld", daß was nicht funktioniert hat.
Diesesn "ich bin schuld"- Stempel trägt man dann wie auf der Stirn und der wird je nach Situation auch von anderen Leuten "gesehen". Läuft alles total unbewusst ab, aber als wäre es eine Einladung kann es vorkommen, daß man diesen Vorwurf dann zu irgendeinem Thema gesagt bekommt.
Und- man fühlt sich angesprochen, denn tief drinnen......hat man ja die Einladung regelrecht gegeben..."ich bin die, der du die Schuld geben kannst".
Auch nur eine Idee von mir......ob das zutreffen kann, kannst nur Du sagen.
in gewisser Weise kämpferisch erscheint mir Dein Schreiben schon......ist mein Eindruck dabei.
Wann ja.....um was genau wird gekämpft?
Ich finde es gut, wenn Du bei Dir hinsiehst- denn man hat ja immer einen Anteil an Kommunikation und Beziehung.
Wenn Menschen persönlich werden ist es jedenfalls die pure Hilflosigkeit-- geschieht gerne, wenn man nicht mehr weiter weiss. Nicht gerade ein gutes Aushängeschild
meine Gedanken dazu
alles Gute
kenzia
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 169
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18.05.2013, 08:22Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
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18.05.2013, 10:07
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
hierüber bin ich gestolpert.Mir wurde gesagt, dass sei zu kritisch.
Allerdings kann ich beim besten Willen nicht nach vollziehen, wie man eine Information ohne diesen Abgleich einfach so glauben kann Ich kann das nicht nachvollziehen.
Der Vorteil daran ist aber, das z.b. im Gespräch, wenn ich einen Fehler mache, ich den sofort anerkenne.
du nennst es ausgesprochen vehement, du kannst es nicht nachvollziehen.
warum willst du das auch?
was würde das helfen?
warum kannst du das nicht stehen lassen, dass andere anders sind als du, dinge anders aufnehmen, anders verstehen, anders damit umgehen? das hat etwas mit respekt deinem gegenüber zu tun.
dinge stehen lassen können, strahlt eine gewisse ruhe aus, anerkennung dem anderen gegenüber (selbst wenn dir innerlich die meinung/ansicht gegen den strich geht)
diese vehemenz vermittelt, dass nur deine art im umgang mit neuem wissen, mit dem abgleich, der bei dir innerlich stattfindet, der richtige ist.
und wenn du das so in gesprächen/unterhaltungen rüberkommen lässt – unbewusst – kann das eine wirkung auf dein gegenüber haben, die nicht zu einem angenehmen verlauf beiträgt. oft kommt es durch so eine innere haltung zu starken spannungen in einer runde, andere können das als überheblich, besserwisserisch interpretieren.
kritisch sein an sich, ist zumindest meine meinung , ist doch nicht verkehrt. ich selber weiß, dass ich auch extrem kritisch bin, die allermeisten dinge hinterfrage, selten etwas als gegeben hinnehme....aaaber es ist taktisch und zwischenmenschlich für zusammenleben und kommunikation kontraproduktiv, wenn ich das mein gegenüber derart spüren lasse, dass er meint sich /seine meinung/ seine ansicht verteidigen zu müssen.
mimik, gestik, tonfall sind in solchen situationen außerordentlich wichtig, weil in, ich nenne es mal „extremkritischen gesprächssituationen", die antennen aller überempfindlich sind.
nun kann man natürlich sagen ( mein leitspruch* ggg* wer sich verteidigt, klagt sich an...enthält ja viel wahrheit) nur ist das für kummunikation unzuträglich, weil’s dann unsachlich, in deinem fall dann sogar persönlich wird, wie du sagst.
wenn du das nicht willst, steig aus, denn es scheint dich ja zu stören, wie deine außenwirkung ist. es ist immer gut, wenn man sich selber hinterfragt* gg**. mit aussteigen meine ich, rechtzeitig aus dem gespräch, der diskussion aussteigen. für dich selber ruhe reinbringen, dinge einfach stehen lassen.anderen ihre meinung, auch wenn sie deiner ansicht nach noch so verquer ist, zugestehen. punkt.
man kann so etwas üben:
selber für sich,
mit hilfe von literatur,
unter freunden,
im coaching,
vorträgen
aktives-passives zuhören lernen,
kommunikation, sender –empfänger und und und es gibt unendlich viele möglichkeiten.
gibt es gute freunde, die du miteinbeziehen kannst? rechne damit, dass sie dich ähnlich sehen, das kann verletzend sein, weh tun, aber helfen wird es dir allemal, wenn du etwas ändern willst.
viel erfolg auf dem weg zu dir
lachattenoire
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18.05.2013, 10:55
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Hallo macella,
ich habe mich gerade durch deinen thread gelesen.
Weißt du, was ist das "Richtige"? Erst ein Mal gibt es so viele Ansätze, Theorien, Ideen, Methoden zu verschiedenen Inhalten unterschiedlicher Fachgebiete wie Sand am Meer. Es gibt neue Erkenntnisse, die zu einem anderen Verständnis führen können.Manchmal greift man aber auch wieder auf alt Bewährtes zurück, weil sich das Neue eben doch nicht als so effektiv erweist oder es nur in bestimmten "Nischensituationen" bewährt.Zitat von Macella:Mir geht es gar nicht darum es besser zu wissen, ich will nur "das Richtige" wissen, bin jederzeit bereit mein bisheriges Wissen über Bord zu werfen, wenn ich zu neuen Erkenntnissen gelange.
Weißt du man kann sich ja voll und vehement für seine "Sichtweisen" einsetzen, so lange der andere nicht das Gefühl bekommt er müsse sich jetzt in diese Richtung ändern, denke ich kann das ganz locker sein.In dem Moment wo andere das Gefühl bekommen, da ist jemand, der jetzt meint man solle das "Richtige" endlich anerkennen, machen manche einfach dicht. Und das muss nicht ein Mal von dir so gemeint sein, das liegt mitunter einfach an der Art und Weise wie etwas gesagt wird.
Dann gibt es auch Situationen. Du sprichst von den verschiedenen Ebenen der Kommunikation.
Deine Freundin, die sich über ihre Klienten beschwert, will eventuell nur eine Selbstentäußerung, sich Luft machen, meckern etc. Wenn du dann als Hilfestellung eine neue Methode aus dem Ärmel schüttelst, um ihr aus dem Dilemma zu helfen, dann fühlt sie sich vielleicht gar nicht ernst genommen????
So und dann gibt es auch noch viele Menschen, die einfach nichts ändern wollen, weil es Arbeit macht, weil ihr Lebensinhalt ein anderer ist, weil sie ohnehin überfordert sind, weil sie ihre Erfahrungen selbst machen wollen, weil sie andre Vorteile verlieren würden - tausend Gründe.
Es wurde ja auch schon angesprochen, dass mitunter Konkurrenzkampf aber m.E. auch Überlegenheitsgefühle, Machtkämpfe eine Rolle spielen oder auch Angst.
Es sind schon Leute für das Vertreten einer neuen Ansicht/Erkenntnis fast auf dem Scheiterhaufen gelandet, weil die Angst da war die herrschenden Machtverhältnisse zu verändern.
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18.05.2013, 12:19Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Danke

Ich werde noch ein bisschen über eure Antworten nachdenken, ihr habt wohl in vielem Recht.
Besonders ist mir aufgefallen, dass ich wirklich ein Problem in einer fachlichen Diskussion damit habe eine andere Meinung stehen zu lassen - wenn sie offensichtlich falsch ist. Ich kann einfach nicht nachvollziehen wenn mir einer erzählen will 1+1=3, ich ihm alle Gründe aufzähle wieso das nicht so ist - und er auf seiner Meinung beharrt. Ich kann verstehen und stehenlassen, das Situationen von verschiedenen Standpunkten aus anders aussehen, aber diese geistige Unflexibilität und der Unwille die Situation von verschiedenen Standpunkten zu betrachten verstehe ich nicht.
Vor allem nehme ich auch mit, dass ich schlicht und ergreifend nicht mehr mit Menschen diskutiere, denen es nicht um die Sache geht. Mein Ziel ist gar nicht erst in der Diskussion auszusteigen, sondern mich gar nicht in diese Situation zu begeben.
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18.05.2013, 12:27Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
dir geht es selbst auch nicht um die sache, möchte ich behaupten.
du willst unbedingt überzeugen.
in dem ausmaß, wie du dich an dieser stelle aufregst, ist das auch nicht mehr sachlich.
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18.05.2013, 12:29Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
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18.05.2013, 12:40Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
ich kam bloß drauf, weil es dich so aufregt, wenn die anderen nicht "einsichtig" sind... sollte nur noch eine überlegungsidee sein.
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18.05.2013, 12:44Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Koennte es sein, dass Deine Haltung auf andere bedrohlich wirkt? Zu hinterfragen, was bislang etabliert und bewaehrt war, stellt die bisherigen Leistungen anderer in Frage.
Diese Haltung ist nicht so verbreitet, viele Deiner Freunde und Kollegen glauben das vielleicht nicht.
Abgesehen von allen bislang erwaehnten Punkten kommt es auch darauf an wie Dein Tonfall, Lautstaerke, Intensitaet, Koerperhaltung, Mimik, etc sind. Gibt es eine Person in Deinem Umfeld, die Dir dazu Feedback geben koennte?
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18.05.2013, 15:22Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Das ist vielleicht der Hauptpunkt! Danke!
Man glaubt lange etwas, und dann kommt jemand und versucht lapidar mit ein paar Argumenten alles beiseite zu wischen... Ich denke ich habe das wirklich sehr oft gemacht.
Für mich war das Problem dahinter nie nachvollziehbar, denn ich hinterfrage selbst auch meine Meinung. Ich verstehe jetzt auch, wieso es im Nachhinein eigentlich noch schlimmer ist, wenn ich Recht hatte! Ich dachte sogar sie sollten sich für ihr unangemessenes persönlich werden entschuldigen - ich dachte sie ärgern sich weil ich Quatsch rede!
Aber ich erkenne nun auch besser einen meiner Fehler, und versuche mich mehr zurückzuhalten.Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 15:46 Uhr)
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18.05.2013, 15:59Inaktiver User
AW: Kommunikationsprobleme. Was hilft?
Versuche, Deine Ideen als Fragen zu formulieren und nicht als Feststellungen. Und wenn Du merkst, dass Widerstand kommt, steige aus der Diskussion aus. Unterschiedliche Ansichten koennen einfach auch stehen bleiben, sofern es sich nicht um eine wirklich wichtige Fragestellung geht. Diskussionen beim Mittagstisch mit Kollegen gehoeren eher nicht dazu, wohl aber Diskussionen in Meetings.
Literaturtipp: Daniel Goleman hat einige Buecher ueber Emotionale Intelligenz geschrieben, vielleicht empfindest Du sie als hilfreich.Geändert von Inaktiver User (18.05.2013 um 16:14 Uhr) Grund: Ergaenzt



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