Hallo Aufbruch,
ich hab nun nicht alles durchgelesen- aber mal meine Gedanken dazu.
Ich frage mich WER Dich dermassen negativ "eingestellt" hat......auf dieses Leben mit Kind?
Und um kokreter zu fragen- was haben Dir Deine Eltern gesagt, vermittelt als Du schwanger wurdest??
Auf mich wirken Deine Aussagen wie ein Abspulen von Denkmustern, die durchaus auf Eltern passen können......die enttäuscht, verletzt, sich beschämt....fühlen.
Damit meine Frage an Dich: sind all das- die Gedanken Deiner Eltern??
Es wird Dir jegliche Bestätigung von allen Menschen nichts nützen- was Du alles geschafft hast und das Du ein toller Mensch sein wirst-- mit viel Kraft und Energie.
Genausowenig- daß andere Frauen in anderen Verhältnissen, aber mit genau denselben Krisen leben müssen. Oder denkst Du, daß eine Frau um die 30, die sich trennt und die damit KEINE FAmilie im klassischen Sinn mehr hat......daß so eine sich nicht als Versagerin fühlen wird (zumindest eine zeitlang)??
Möglich, daß ich da nun nicht richtig liege-- aber der Blick auf Dich- ist kein Blick, der aus DEINEN Augen kommt......für mich ist das ein Blick von Menschen, die Dich stark geprägt haben und Dir damit die Möglichkeit nimmt FREI und vor allem DEIN Leben zu leben!
Emotional so frei, daß Du Dich zu schätzen weisst.
alles Gute für Dich
kenzia
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13.05.2013, 20:03Inaktiver User
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
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14.05.2013, 13:38
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Hallo Kenzia!
Darauf möchte ich gerne antworten und zwar wie folgt: Als ich schwanger wurde, war das vor allem für meinen Vater der schlimmste Fall. Klar, irgendwie. Erst wurde mir die Abtreibung nahegelegt, ich wurde teils von Verwandten richtig ins Verhör genommen und mir gesagt, ich könne doch niemals ein Kind erziehen, mit meinem Alter, ich würde mein Leben als Hilfsarbeiterin fristen, mir nichts mehr leisten können und ein Sozialfall werden und könne die nächsten zehn Jahre mindestens meines Lebens abschreiben! Mir wurde die Schuld dafür gegeben, dass der KV tatsächlich ein Sozialfall wurde (wobei er Suchtprobleme vorher schon hatte, nur ich wusste es nicht, da wir damals noch nicht zusammenlebten), die Großmutter väterlicherseits meinte, der Vater hätte wohl nicht verkraftet mit etwas über 20 Vater geworden zu sein (wohlgemerkt hatte er bereits eine Ausbildung abgeschlossen und arbeitete damals). Sie meinen, jedoch jetzt seien sie froh, dass es meine Tochter gibt, aber die Rahmenbedingungen..tja...und dort wo ich jetzt stünde, hätte ich einzig und alleine ihnen zu verdanken. Sonst wäre ich wohl auch ein Sozialfall geworden (daran glaube ich nicht, ich habe mir schon immer zu helfen gewusst und ich hätte Mittel und Wege gefunden).
Ja - und somit hab ich mich auch angefangen zu schämen, hab den Großeltern Geld zurückgezahlt, verlange keinen Unterhalt vom KV (den könnte er sowieso nicht zahlen), weil ich ja alle in den Ruin getrieben hab....
Aufbruch
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14.05.2013, 14:42Inaktiver User
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Da wird es ja wirklich ganz deutlich, denn der Spruch, du treibst mich in den Ruin war ja so ein typischer Elternspruch. Oder du gräbst mir mein Grab, sowie: ich schäme mich, ich schäme mich wegen dir, wenn ich nur einen Schritt aus dem Haus gehe. Und noch andere groteske Sätze gab es. Aber die wurden damals vielfach gegenüber den Kindern geäußert, wenn diese nicht das taten oder sich so verhielten wie die Eltern es sich wünschten und sich vorstellten. Das waren gängige Erziehungsmethoden um den Willen zu brechen. Ich kenne auch Drohungen von Suizid bishin zum tatsächlich versuchten Suizid aus meiner Nachbarschaft in der Kindheit, weil Eltern von ihrem Kind schwer enttäuscht waren. Und dass diese Drohungen und demütigenden Beschimpfungen bis hinein ins Erwachsenenalter seine Auswirkungen haben, kann ich gut verstehen. Aufbruch, hast du das mal mit deiner Therapeutin thematisiert, die Erziehungsrealität im Elternhaus?
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14.05.2013, 15:35
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Hallo Aufbruch!
Also ich finde Dich sympathisch!
Ich fand allerdings 0815-Menschen noch nie besonders interessant. Ausserdem ist mir im Laufe meines Lebens aufgefallen, dass Leute deren Leben nicht immer so lief wie sie es sich wünschten, meist einen viel weiteren Horizont haben als jene, die immer nur auf die Butterseite des Lebens gefallen sind.
Du hast doch Dein Leben tolll gemeistert, Du bist anders als viele andere, und eben das macht dich interessant und einzigartig!
Wieso strebst Du es an gewöhnlich zu sein?
Sei stolz darauf dass Du Dich von der Masse abhebst, Aufbruch, und steh zu Dir!
Dann wirst du ein außergewöhnlicher und authentischer Mensch sein.
LG Strassenkatze
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14.05.2013, 20:06Inaktiver User
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14.05.2013, 23:35
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Liebe Aufbruch,
mich hat Dein Eingangsposting sehr beruehrt.
Ich hab ein total anderes Leben als Du, in vielem geradezu das Gegenteil - aber reagiere oft aehnlich darauf wie Du.
Ich hab kein Kind - aber "dafuer" eine super Ausbildung, einen tollen Job, viele Reisen gemacht und mich, wie man so schoen sagt, "selbst verwirklicht". Dabei wollte ich doch was ganz anderes: Ich wollte (relativ) jung Kinder kriegen und eine grosse Familie haben. Gern auch Patchworkfamilie, Hauptsache viele Menschen. Und jetzt, mit Ende 30, lebe ich allein in einer 2Zimmerwohnung und es ist klar, dass das so nicht passieren wird. Und weisst Du was? Ich fuehl mich wie die Mega Versagerin. Ich schaeme mich wahnsinnig fuer mein Leben...!!!
Klar wird Dir das nicht so direkt helfen. Ich wollte Dir damit ein kurzes Feedback auf dieses "Sich nicht verzeihen koennen" geben. Sowohl Du als auch ich wissen beide gut, dass wir ja einige Dinge im Leben ganz ordentlich hingekriegt haben. Aber die "Versager"falle (der Begriff trifft es bei mir ganz gut) schnappt trotzdem immer mal wieder zu. Denn die richtet sich dummerweise rein gar nicht danach, ob sie objektiv gerechtfertigt ist. Da koennte frau glaub ich noch so toll alles wuppen und von allen toll gefunden werden - wenn sie dazu neigt (wie ich), sich fuer sein Leben zu schaemen, wird sie immer was Beschaemendes finden.
Lass Dir bitte, bitte von niemand einreden, dass das Kinkerlitzchen seien oder Jammern auf hohem Niveau oder Selbstmitleid. (Wir wissen alle, dass es der "Durchschnittsfrau" bei uns besser geht als.... Buergerkriegsopfern, Patienten mit unheilbaren Krankheiten etc etc - darum geht's ja nicht). Es ist (1) sehr real so, dass Du in fuer Dich wichtigen Fragen nicht das Leben lebst, das Du Dir wuenschst. Das ist definitiv KEIN Luxusproblem! Erst wenn Du aufhoerst, Dich damit fertigzumachen, dass Du ja nur Deine Luxusprobleme pflegst, kannst Du die Kraft entwickeln, etwas fuer Dich zu tun. (2.) scheinst Du (genau wie ich) dazu zu neigen, Dir Dinge nicht verzeihen zu koennen. Das ist quasi die zweite Ebene dazu, und auch die ist KEIN Luxusproblem, sondern ggf. etwas fuer einen guten Therapeuten (Therapie machst Du ja ohnehin, wie Du schreibst).
Mit der Zeit kann man manches im Leben aendern. Aber dafuer braucht man viel Geduld und Durchhaltevermoegen... und bei manchen weiss man auch nicht, ob es sich noch aendern wird. Also vergehen viele Tage, in denen man mehr auf der Stelle tritt als vorwaertsgeht, oder man sich zumindest so fuehlt. Fuer diese Tage hilft es bei mir ganz toll, wenn ich Dinge tue, die mir ein Gefuehl von "Zweckfreiheit" geben. Vielleicht magst Du tanzen, oder Dich bei einer neuen Sportart ueberwinden, auf der Laienspielbuehne stehen oder oder Origamiblumen falten.... kostet alles nicht viel Geld und ggf. nicht viel Zeit und loest zugegebenermassen kein einziges Problem. Aber hilft Dir vielleicht ab und zu, einen neuen Gedanken zu fassen oder etwas Abstand zu finden. Und am naechsten Tag ein bisschen mehr Kraft zu haben. Und ganz nebenbei holt mich das auch immer mal wieder aus der "Versagerfalle" raus, selbst wenn es mit meinem "Grundversagensthema" gar nichts zu tun hat.... aber wenn ich was Schoenes gemacht habe, kann ich trotz unveraenderter Grundsituation nicht ganz glauben, dass ich gaaaaar nichts kann!
Also nimm Dich ernst und goenn Dir Zeit, den fuer Dich richtigen naechsten Schritt zu suchen - das ist doch kein Kinkerlitzchen, sondern total wichtig, was Du da schreibst, und Du hoerst Dich fuer mich nach viel Potential fuer Veraenderungen an....
VIel Glueck!
simultanGeändert von simultan (14.05.2013 um 23:42 Uhr)
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20.05.2013, 11:15
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Liebe simultan!
Vielen, vielen Dank für Deine Geschichte. Bei dir ist es umgekehrt, du hast karrieremäßig sehr viel erreicht und wolltest eigentlich eine große Familie. Das sind eben die Dinge, egal auf welche Weise man es betrachtet, ich habe es mir anders vorgestellt und du scheinbar ja auch. Und es ist nicht so gelaufen, wie wir es wollten bzw. es uns eben erträumt hatten, sicher sind wir für die Dinge dankbar die wir haben, oder, aber die Wehmut ist eben da. Oder wenn man eben sich diverses nicht verzeihen kann.
Verglichen mit Ereignissen wie beispielsweise Krankheit oder Tod etc. ist das natürlich Kinderkram.
Aber der Student, der seine Prüfung versaut hat und weiß, er muss sich nun etwas anderes überlegen oder noch länger studieren etc. ist sicher auch fertig mit der Welt und traurig obwohl es verglichen mit den obigen Ereignissen sowas von nichtig ist. Aber es belastet in der jetztigen Situation eben trotzdem und man fühlt sich als Versager.
Wobei sich niemand, weder du, simultan, noch ich, SCHÄMEN muss, das Leben eben anders zu erleben, als wie ursprünglich geplant. Aber die Wehmut, scheinbar, ist auch bei Dir da, obwohl du einen Superkarriere machen konntest, reisen, etc.
Das konnte ich ja z.B. nicht. Für Reisen war kein Geld da, fürs Studium nur dank einem Stipendium.
Danke für Deine Sicht der Dinge, simultan, und auch dafür zu wissen, es geht einem nicht alleine so. Aufbruch
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20.05.2013, 16:39Inaktiver User
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Hey, das ist jetzt aber mal der Satz, der überfällig war.
Und Du glaubst, es gäbe irgendeinen Menschen, dem es anders erginge ? Die meisten allerdings trifft es wesentlich später, dass sie auf ihr Leben zurückblicken und über das eine oder andere oder über alles zusammen unglücklich sind.Aber es belastet in der jetzigen Situation eben trotzdem und man fühlt sich als Versager.
Aber ob es dann leichter ist, wenn man über die Lebensmitte oder sogar schon im letzten Drittel steht?
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20.05.2013, 22:39
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Na ja Aufbruch. Studenten, die so wie du seit vielen Jahren in der Frustschleife festhängen, kriegen auch kein Studium gebacken. Es geht nicht darum, dass du mal verstimmt bist, sondern anscheinend seit Jahren zur Selbstzerfleischung neigst.
Bedauere dich ruhig weiter, aber denke daran, dass auch ungelebte Leben vorbei gehen.
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20.05.2013, 22:53Inaktiver User
AW: Kann mir meine "Fehler" immer noch nicht verzeihen - Trotz Therapie
Was gefällt dir daran Aufbruch Angst zu machen und sie zu verstören @Makrele ?


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