Das scheint mir ein sehr wichtiger Punkt zu sein. Auch wenn man einem eher seltenen Persönlichkeitstyp angehört, findet man immer einige wenige Menschen, die ähnlich ticken und einen "sehen" können.
Den MyersBriggs-Test wollte ich auch gerade vorschlagen.
Mit der Zeit lernt man, zu unterscheiden, mit welchen Menschen eine Kommunikation auf einer ähnlichen Ebene möglich ist und mit welchen nicht. Es ist auch eine Frage des Alters: So lange man jung ist, meinen alle, sich einmischen und einen im Sinne der Mehrheit "auf Linie" bringen zu müssen.
Und man fragt sich, warum man gerade dann, wenn man sich selbst in seinen Äußerungen als besonders authentisch empfindet, von manchen so gar nicht verstanden wird.
Es dauert eine Weile, bis man das erkennen und akzeptieren kann. Wichtig finde ich, dass man für den allgemeinen Umgang mit Menschen ein Repertoire zur Verfügung hat, das einen angenehmen und friktionsfreien Austausch mit allen ermöglicht. Das geht durchaus: Freundlich sein, das Gemeinsame statt des Trennenden sehen, Höflichkeit und die Fähigkeit, Small talk zu machen.
Für die Spezialinteressen und den internen Austausch sind ein paar wenige Vertraute wichtig.
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07.05.2013, 10:38Inaktiver User
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Geändert von Inaktiver User (08.05.2013 um 15:54 Uhr)
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07.05.2013, 11:24
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Eben und wer sagt, dass das "normale" unbedingt besser sein muss als das "andere". Woanders ist das andere vielleicht das normale...
Als sozial inkompatibel wuerde ich mich nicht bezeichnen. Ich falle eigentlich nirgendwo negativ oder ueberhaupt irgendwie auf. Ich kann locker mit Leuten umgehen, Smalltalk halten, nett und gesellig sein und finde all die schoenen, normalen Dinge, die andere so machen wirklich toll. Ich mache auch gerne mit. Nur bin ich eben auch gern "fuer mich". Ich kann mich gut beschaeftigen und langweile mich selten bis gar nicht.
Ich stelle fest, dass andere mich immer dann am besten akzeptieren, wenn ich mit mir selber im Reinen bin und mich selbst gut finde, so wie ich bin. Komische Kommentare kamen eigentlich immer nur von Menschen, die selber ein Problem mit sich und der Welt haben und dies auf mich projizieren wollten.
Ich finde mich ganz normal und nur weil ich nicht permanent jemanden um mich herum haben muss, bin ich kein Autist oder sonst wie "krank". Was ist das ueberhaupt fuer ein Gedanke? Wenn man eher ein Solotaenzer ist, ist man doch nicht gleich behandlungsbeduerftig. Ich schicke andere ja auch nicht zum Kopfdoktor, nur weil sie etwas von der gesellschaftlichen Norm abweichen. Und ich habe durchaus schon schraege Gestalten kennen gelernt.
Also Leute, lasst euch bloss nichts einreden.
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07.05.2013, 11:28Inaktiver User
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Uups, ich sehe gerade, dass ich ein paar Posts auf der vorigen Seite, die schnell hinter einander kamen, übersehen habe.
ITLS ist identisch mit dem amerikanischen INTP und betrifft 3-5% der Bevölkerung.
Wichtig finde, erst einmal selbst zu akzeptieren, dass man möglicherweise ein wenig anders ist und nicht in allen Punkten dem jeweiligen gesellschaftlichen Konsens entspricht.
Wenn man daran leidet, sich selbst als anders zu empfinden, begeht man den selben Irrtum wie die, die einen korrigieren wollen - man unterliegt dem Wunsch, alle mögen so ähnlich denken wie man selbst.
Natürlich sind alle Menschen irgendwie "anders", bei seltenen Persönlichkeitstypen fällt das eben mehr auf.Geändert von Inaktiver User (07.05.2013 um 11:42 Uhr)
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07.05.2013, 19:49
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann hast ja nicht du das Problem mit dir sondern manch andere. Und für deren Probleme bist du wiederum gar nicht zuständig
.
Menschen die dich unbedingt in eine Sparte einnorden wollen, haben mit dir jetzt die Möglichkeit, ihr Bewertungs- und Schubladensystem zu überdenken und evtl. zu verändern, bzw. aufzugeben. Somit hilfst du ihnen eigentlich dabei, im Leben neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ob sie das auch tun, ist ihr Bier.
Solange du also mit dir und deinen Überzeugungen zufrieden bist, bist du doch eigentlich ein beneidenswerter Mensch. Lass dir das von andern, die lieber stromlinienförmiger durch's Leben schwimmen als du, nicht vermiesen. Oder wie ich immer zu meinen Kindern sage: Jeder ist gut so, wie er ist
.
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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07.05.2013, 21:33Inaktiver User
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
das is ne schöne einstellung
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07.05.2013, 23:02
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Ja, find ich auch, schön geschrieben, beklamo!

Der Myers Briggs Test ist auch wirklich interessant, aber offenbar bin ich nicht so recht für die vorgeschlagenen Kästchen konzipiert (ob mich nicht schon allein das irgendwie merkwürdig macht? Hmm...).
Introvertiert - ja, klaro! Beurteilend auch, also J-Typ. Aber bei N/S und F/T bin ich immer genau an der Kippe... Passt auch, denn ich könnte auch nicht sagen, ob ich eher Kopf- oder Herzmensch bin, das ist recht ausgewogen, je nach Situation sehr emotional oder extrem rational, mal detailverliebt, mal das große Ganze im Blick. Also was bin ich? INSFTJ?
Na egal, nettes Spielzeug jedenfalls!
glg RadisiDu bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)
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08.05.2013, 08:09Inaktiver User
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Ich nehme an, dass das bei vielen Probanden so ist. Darüber würde ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Solche Tests können bestenfalls Tendenzen aufzeigen. Aber auch das kann hilfreich sein, wenn man daraus lernt, dass Menschen eben sehr unterschiedlich ticken und dass das eine Ursache dafür sein kann, wenn man aneckt oder nicht von allen verstanden wird.
Jeder nimmt erst mal ganz naiv an, dass andere genauso ticken wie er selbst. Wenn er merkt, dass er auf Unverständnis stößt, sucht er die "Schuld" bei sich oder den anderen. In dieser Situation kann das Wissen über unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen hilfreich sein, um zu erkennen, dass es keine "Schuld" gibt und sich niemand in gesellschaftlich vorgegebene Schemata pressen lassen muss (so lange er mir seiner Lebensweise niemanden schädigt).
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08.05.2013, 11:13
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Zu mir hatte meine damalige Therapeutin einmal gesagt:
"Mit sich allein sein können (und es geniessen) ist eine riesige Stärke."
Viele Menschen können das nicht und verbiegen sich deswegen, sei es, um gemocht zu werden, sei es, um einer "Norm" zu entsprechen, sei es, weil sie mit sich selbst nichts anfangen können.
Was ich damit sagen will: es ist eine Frage der Bewertung, der Perspektive, wie man mit seinen "Andersartigkeiten" umgeht, wie man sie betrachtet - was ich selbst natürlich auch nicht von "jetzt auf gleich" konnte, mich anzunehmen.
Für mich persönlich war es lange Zeit belastend, die latente Einsamkeit zu ertragen, dieses Gefühl, sich kaum jemandem "in epischer Breite" mitteilen zu können.
Inzwischen habe ich gelernt, mich nur mit solchen Menschen näher zu umgeben, die zumindest den ein oder anderen Teil nachvollziehen können - und die im Gegenzug an meiner Sicht der Dinge interessiert sind.
Ich kann es jetzt sogar geniessen, mit meinem Innenleben allein zu sein - ich habe ja genug damit zu tun, alle Eindrücke, Ideen, Gedanken, Geistesblitze zu verarbeiten.
Und die anderen "anderen" ? Freundlich distanzierte Kontakte. Mehr brauche ich persönlich nicht.Hinfallen
Wieder aufstehen
Krone richten
Weitergehen
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08.05.2013, 15:50Inaktiver User
AW: sozial inkompatibel und glücklich?
Das ist ein Fest, wenn man mit sich selbst in bester Gesellschaft ist. Leider gehen mir Andere doch immer schnell auf den Keks, sobald ich ihre Macken kennenlerne. Genießt das Leben! Hör gerade "Allein, allein" von Polarkreis 18. Love it.
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08.05.2013, 15:54Inaktiver User



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