Hallo zusammen,
viellleicht hat jemand einen Tipp oder eine Anregung für mich?
Seit einem Jahr bin ich nun nach knapp 3,5 Jahren aus dem Ausland zurück. Ich schaffe es nicht Anschluss zu finden. Ich bin wieder in der Firma, in der ich vor meinem Auslandsaufenthalt war, dort hatte ich es vorher schon nicht geschafft mir einige Freundschaften aufzubauen.
Freunde hatte ich noch nie viele, die Freundschaft mit meiner besten Freundin ist in die Brüche gegangen, sie war meine Bezugsperson und jetzt muss ich bei Null anfangen.
Wo also soll ich Anschluss finden? Unter der Woche bin ich abgelenkt, beschäftigt, die Wochenenden sind Horror für mich.
Seit Februar bin ich in Therapie, weil ich seit Jahren an Depressionen leide, seit dem Auslandsaufenthalt sind noch verstärkt Panikattacken dazugekommen.
Könnt ihr mir raten, wie ich aus meinem Loch rauskomme?
Vor Kurzem habe ich an einem Stammtisch teilgenommen, hinterher war ich noch deprimierter als vorher.
Danke fürs Lesen. bin euch für Anregungen sehr dankbar![]()
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04.05.2013, 20:16
Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
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04.05.2013, 23:26
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Bisschen schwierig, ohne zu wissen wo du wohnst oder wofür du dich interessierst ;-)
Im Grunde genommen ist deine Situation beneidenswert - machen zu können, was du willst! Vielleicht hilft es dir ja ein wenig, die Dinge aus dieser Perspektive zu betrachten?
Ich lerne gern online Leute kennen. Meet up und Couchsurfing finde ich sehr empfehlenswert. Außerdem Foren und Gruppen, die sich mit deinen persönlichen Interessen und Hobbies befassen. Da gibt es sehr oft regionale Treffen.
Stammtische finde ich nur gut, wenn es auch wirklich einen gemeinsamen Nenner gibt. "Wir sind alle in der BriCom" reicht mir da nicht. Ich brauche mehr Gemeinsamkeiten.
Wenn du gern ins Kino gehst, könntest du z.B. auf deiner lokalen meet up Seite sicher jemanden finden, der mit dir zusammen gehen würde. Ich werde manchmal förmlich von den Möglichkeiten erschlagen, wenn ich mir ansehe was alles in Karlsruhe (für mich die nächstgelegene Großstadt) geboten wird (was ja nun wirklich keine Metropole ist!). Leider wohne ich auf dem Land und habe auch nicht so viel freie Zeit. Ich glaube aber, dass es in jeder größeren Stadt ähnlich aussieht.
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06.05.2013, 00:48
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Was sagt denn Dein Therapeut? Vielleicht hat der/die ein paar Anregungen?
Was machst Du denn gern? Hast Du Hobbies, die man vielleicht in einem Verein ausüben könnte? Z.B. radeln, klettern, Theater spielen, kegeln? Oder gibt es etwas was Du gern machen würdest? Jede größere Stadt hat irgendwo im Internet eine Auflistung aller Vereine. Vielleicht arbeitest Du Dich da mal durch. Wichtig ist dabei nicht alles von vornherein zu verwerfen, sondern offen für Neues zu sein. In manchen Städten gibt es auch "Strickcafes" oder "Nähtreffs", also Termine zu denen jeder seine Handarbeit z.B. in ein Cafe mitbringt und dann gemeinsam handarbeitet.
Erzähl' doch mal. Was machst Du gern oder würdest Du gern machen?
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06.05.2013, 00:52
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Ich habe übrigens gerade ein ähnliches Problem und auch einen Thread zum Thema Einsamkeit aufgemacht.
Als ich Anregungen für Dich zusammengeschrieben habe, sind mir dabei total viele Ideen gekommen, was ich selbst tun könnte. Vielleicht funktioniert das ja auch bei Dir, wenn Du mir Ratschläge geben müsstest?
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06.05.2013, 11:50Inaktiver User
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Hallo Mandarinegirl!
Man hat es wohl schwerer, wenn man mit wenigen Kontakten zufrieden ist. Fällt dann ein Kontakt weg, steht man plötzlich alleine da und findet ganz schwer wieder jemand neues. Im Gegensatz zu den anderen, die lockerflockig Smalltalk mit jedem halten können und viele Kontakte irgendwie im Leben ausbalanciert kriegen, tun wir uns sehr schwer.
Die Frage ist dann mal: Was brauche ich selber? Ich persönlich bin irgendwie anders als andere und kann mich nicht so gut in Gemeinschaften mit einbringen. Dazu bin ich zu unorganisiert in meinem Leben, habe weniger Power und Energie und nehme in Gruppen immer die unterste Position ein. Das heißt, die anderen ziehen ihr Ding durch und ich gucke zu viel danach, was den anderen Freude macht usw. Das heißt, dass ich viel alleine sein muss, um nicht mein Leben aus den Augen zu verlieren. Daran arbeite ich... Aber ob ich jemals das, was ich dann für mich so zurechtlege auch mit anderen teilen kann - tja, jeder so wie er's gewohnt ist nehme ich an...
Was ich meine ist eigentlich, dass ich auch sehe, dass ich total alleine dastehe, wenn mir meine ca. drei Kontakte (inkl. Familie), die ich im Grunde bloß habe, flöten gehen, dann bin ich am Ar..... Denn Freundschaften entstehen nicht von jetzt auf gleich. Wenn du mal genau darüber nachdenkst, wie du deine beste Freundin kennengelernt hast, wie sich das entwickelt hat bis ihr dann so vertraut miteinander wart, das ist ein Entwicklungsprozess.
Wenn du also wieder eine gute Freundin haben möchtest, dann kommst du nicht Drumherum erstmal viel Oberflächliches durchzustehen und das Unwohlsein mit lauter fremden Menschen auszuhalten. Du gehst einmal zum Stammtisch und ziehst dich wieder zurück, weil du niemanden kennst und das macht dir Angst. Aber wenn du dann nicht mehr hingehst, nimmst du selber die Chance, dass du dich immer sicherer dort fühlen wirst, je öfter du hingehst. Wichtig wäre denke ich, dass es ein Themengebiet ist, was dich wirklich interessiert. Und setz dich nicht so sehr unter Druck. Geh einfach hin und guck, was sich ergibt. Und wenn es noch so wenig ist, es wäre mehr als du jetzt hast. Du musst von ganz klein anfangen.
Kontaktfreudige und -fähige Menschen gehen diesem Risiko aus dem Weg, indem sie viele Kontakte haben. Wenn da mal jemand sich verabschiedet, merken die das wohl gar nicht so. Mir persönlich kommt das oberflächlich vor, weil ich es gewohnt bin mit weniger als einer Handvoll Kontakte auszukommen. Und ich denke oft über die kontaktfreudigen, dass denen die Leute doch nicht so wichtig sein können. Um das eigene Überleben zu sichern und um sich vor allzu schweren Verlusten zu bewahren, ist das aber wohl die sinnvollste Art des sozialen Lebens...
Mit Druck und "jetzt muss das aber" funktioniert gar nix. Versuche auf jeden Fall locker zu sein. Wenn jemand nur riecht, dass du bedürftig bist und dir die Decke auf den Kopf fällt, ziehen sich viele ehr von dir zurück. Also wenn ich merke, dass mich jemand für sich beanspruchen will, der sonst niemanden hat, bin ich sofort weg. Dann kann ich mir nämlich schon denken, dass jeden Tag das Telefon bimmelt, weil dem anderen langweilig ist. Wer ein halbwegs aktives Leben hat, dem ist das ganz sicher zuviel.
Überlege dir, was du mit deinen zukünftigen Kontakten machen möchtest. Du könnest eine Freundin haben zum Eis essen gehen oder Kaffee trinken gehen, eine andere zum Shoppen, eine weitere zum ins Kino gehen und Filme gucken etc. Mal dir dein Leben aus, wie es sein wird in ein paar Monaten. Ich denke wichtig ist ein grundlegendes Thema. Wie z. B. bei dem Stammtisch? Rein theoretisch könntest du selber einen Stammtisch zu einem Thema ins Leben rufen. Oder du gehst zu Veranstaltungen, die extra für Kontaktsuchende gemacht sind. Man kann auch Anzeigen schalten etc.
Also Kopf hoch! Und lass dich nicht entmutigen, wenn du erstmal keinen Anschluss findest. Oft ergibt sich das dann, wenn man sich besser kennt. Gleich auf die Leute zustürzen bringt denke ich nicht viel. Die wollen auch erstmal wissen, mit wem sie's zu tun haben oder sie haben zur Zeit bereits genügend Bespaßung. Immer dran bleiben und den Aktionsradius schön streuen. Du schaffst das! Wenn du ja jetzt nix anderes an den Wochenenden vorhast, dann ist das jetzt dein neues Hobby: Leute kennenlernen! Man trifft sie doch wirklich überall. Ich möchte bei meinem Spaziergang so gern mal allein sein, aber was soll ich sagen: überall laufen Leute rum. Du kannst im Internet viele Tipps lesen, wie du jemanden ansprichst und du kannst in ein paar Monaten so gut darin werden, wenn du das Schritt für Schritt übst.
LG
Schmirgel
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07.05.2013, 20:07
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Danke für die Anregungen!
Mein Therapeut meint ich müsse es lernen, positive Begegnungen aufzubauen. Vielleicht sollte ich das Thema nochmal vertiefen.
Ich bin ganz "normal", größere Gruppen machen mir allerdings erstmal Angst und ich denke ich schaffe es nicht mich einzugliedern (war ja bis jetzt immer so) und dass die Leute alle schon Freunde haben und mich nicht dazuwollen.
Das mit den Strickcafés kenne ich aus Frankreich, nur leider hab ich 2 linke Hände und hab es nach einem Versuch aufgegeben weil ich es einfach nicht klappen wollte.
Ansonsten geh ich gern ins Kino, reise gerne und such eigentlich nur jemand, mit dem man ganz alltägliche Dinge machen kann, einfach Zeit zusammen verbringen anstatt immer alles alleine machen zu müssen.
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07.05.2013, 21:25Inaktiver User
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Ich bin in einer ähnlichen Situation - muss nach einem Umzug über mehrere hundert Kilometer versuchen, neue Kontakte zu knüpfen, kämpfe dabei aber noch mit dem Kulturschock und Depressionen.
Was bisher am erfolgreichsten war: ich habe mir einen Buchclub gesucht, der sich einmal monatlich trifft. Da ist die Gruppe nicht so riesig, man kommt automatisch ins Gespräch, und meine bisherige Erfahrung ist, dass Leseratten nette Menschen sind (was auch schon an meinem vorherigen Wohnort im Buchclub).
Wenn es in deiner Stadt New-in-Town gibt kannst du da nach Kontakten gucken, bei der Pinnwand suchen oft Leute Mitstreiter für alle möglichen Tätigkeiten, eben vom Buchclub über Ausgehen bis zu Opern-Abenden.
In einer kleineren Stadt ist das eher schwierig - bei uns zum Beispiel gibt es diese Art von zentralen Kontaktseiten nicht wirklich.
Man kann es natürlich mit VHS-Kursen u.ä. versuchen, wobei ich da etwas wählen würde, was über mehrere Termine geht und was Interaktion, möglichst in kleineren Teams oder Gruppen, beinhaltet. Sonst kann man dort schwer Kontakte knüpfen, wenn man nicht gerade ein sehr extrovertierter Mensch ist.
Was ich zudem überlege ist, in eine Selbsthilfegruppe für Depressionen zu gehen. Allerdings kostet mich das gerade noch Überwindung. Klingt zwar erstmal nach Jammerverein, aber eine Freundin von mir hat über ihre Gruppe sehr nette Kontakte gefunden. Man trifft halt Gleichgesinnte, denen man nicht erst die ganze Hintergrundgeschichte erklären muss (was ich bei enger werdenden Kontakten immer schwierig finde).
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11.05.2013, 01:11
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Als ich neu in der Stadt war, habe ich mir einen Nebenjob in einer Restaurantküche gesucht. Ich hab' damit gleich vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
1. Ich war 2-3mal die Woche Abends beschäftigt und konnte nicht zuhause grübelnd auf dem Sofa sitzen.
2. Ich hab' neue Leute über einen längeren Zeitraum besser kennenlernen können. War auch mit einigen immer wieder weg und bin mit einem anderen Kollegen einen 10km-Lauf gelaufen.
3. Ich konnte den Köchen einiges abgucken bzw. sie haben es mir dann, als sie mich besser kannten, auch gezeigt.(Rezepte, Tipps etc.).
4. Ich hab' auch noch Geld dafür bekommen.
Ich kenne auch bei mir in der Arbeit Leute die noch einen Nebenjob haben, den sie aber mehr als Hobby betrachten. Wichtig ist hier nur, dass man es nicht (nur) als Einnahmequelle betrachtet.
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11.05.2013, 09:46
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
@Mandarinegirl, kikkki und alle, die auf der Suche nach Kontakten sind: Ich habe mich Ende 2012/Anfang 2013 von einigen Menschen getrennt, die mir nicht mehr gut getan haben und danach rund 3 Monate nach neuen Leuten umgeschaut. Tatsache ist: Freundschaften lassen sich nicht erzwingen. Sie entwickeln sich oder eben nicht. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass ihr nicht an euch selbst zweifelt und niemals den Mut verliert. Es liegt nicht immer an euch, wenn ein vielversprechender Kontakt im Sande verläuft und sich nichts auf die Dauer entwickelt.
Ich persönlich kenne sehr viele Menschen, mit denen ich gut auskomme. Echte Freunde habe ich jedoch nur ganz wenige. Ich glaube, dass man wahre Freunde nur selten findet. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass nicht alle Menschen das Bedürfnis nach engen Freundschaften haben und viele lieber oberflächliche Kontakte pflegen, mit denen sie manchmal etwas unternehmen. In einigen Fällen kann sich durchaus aus einer lockeren Bekanntschaft eine richtige Freundschaft entwickeln, aber ihr dürft das niemals voraussetzen.
Anfang des Jahres war ich 3 Monate lang bei new-in-town aktiv und möchte euch von meinen Erfahrungen berichten. Es war eine unterhaltsame Zeit, obwohl sich keine dauerhaften Kontakte entwickelt haben. Weil ich aber ohne jegliche Erwartungen an die Sache rangegangen bin und das Ganze sehr locker gesehen habe, bin ich auch nicht enttäuscht. Ich habe in erster Linie nach weiblichen Bekanntschaften gesucht, weil Männer solche Communitys häufig als versteckte Singlebörsen betrachten und ich keinen Bock auf Dates mit fremden Typen aus dem Netz habe.
Ihr müsst euch auf alles gefasst machen: Es gibt Menschen, die mailen wochenlang hin und her, sagen dann aber das erste Treffen wenige Stunden vorher ab und melden sich danach nicht mehr. Dann gibt es Leute, die zum Treffen erscheinen und danach nichts mehr von sich hören lassen... oder sie schreiben danach noch ein paar Tage/Wochen und tauchen dann ab. Es ist erstaunlich, wie viele Verwandte und Haustiere kurz vor einem fest ausgemachten Treffen plötzlich sterben und wie viele Leute erst wenige Stunden vorher erfahren, dass sie eine Dienstreise antreten müssen. Viele Menschen sind um keine Ausrede verlegen. Ebenfalls auffällig ist die große Zahl an Tier- und Umweltschützern, Vegetariern, Veganern, usw., die anderen Leuten krampfhaft ihre Ansichten aufzwingen möchten. Ich habe nichts gegen solche Menschen und akzeptiere ihre Lebensweise, aber ich lasse mir halt auch nichts vorschreiben.
Wenn man als Frau so wie ich nicht gerade dem Mainstream entspricht und etwas ausgefallenere Interessen hat, muss man leider mit Vorurteilen rechnen. Fast immer wenn ich nach meinem Musikgeschmack gefragt wurde und offen davon erzählte, wurde ich erstmal mit komischen Blicken fixiert. Und dann kamen so Fragen ob ich Drogen nehmen, Tiere schlachten und ihr Blut trinken sowie seit Jahren von Hartz IV leben würde. Nein, denn auch Menschen mit einer Vorliebe für Gitarrenmusik können ein ganz normales, bürgerliches Leben führen, auch wenn viele sich das nicht vorstellen können. Ich bin optisch kein allzu flippiger Typ, weder tätowiert noch gepierct und war bei den new-in-town-Treffen nicht anders gekleidet als der sog. Mainstream. Ebenfalls schade fand ich die Arroganz der beruflich erfolgreichen Frauen, die in Führungspositionen tätig sind. Ich bin Zeitarbeiterin, aber dafür muss ich mich nicht schämen. Ich habe viel Berufserfahrung in einem Großkonzern und arbeite zielstrebig für meine Übernahme. Außerdem studiere ich nebenbei und bin sehr erfolgreich in meinem Nebenjob, auf den ich aus finanziellen Gründen angewiesen bin.
Ein ganz großes Problem auf der Suche nach Kontakten ist die mangelhafte Flexibilität der Menschen bei etwas größeren Entfernungen. Als Zeitarbeiterin muss ich flexibel sein und fahre derzeit über 1 ½ Stunden mit den Öffentlichen in eine Richtung. Viele Leute sind nicht dazu bereit, so eine Strecke in Kauf zu nehmen, um jemanden besser kennenzulernen. Hier in der Kleinstadt kommt es selten vor, dass ich mal mit anderen Leuten unterwegs bin. Neue Leute habe ich hier in der Nähe schon ewig nicht mehr kennengelernt, und bei new-in-town gab es in diesen 3 Monaten auch keine Anzeigen von Personen aus meiner Umgebung. Da ich sowieso täglich in die City fahren muss, habe ich dort nach Leuten gesucht. Für diese Menschen war das selbstverständlich, dass ich immer den weiteren Weg auf mich nahm. Ich habe es nur getan, weil ich eine Fahrkarte für die Arbeit hatte und keine zusätzlichen Fahrkosten für mich entstanden sind. Keine dieser Personen war auch nur ein einziges Mal zu einem Treffen in der Mitte zwischen den Wohnorten bereit. Das finde ich armselig.
Wie gesagt, ich habe aus dieser Phase keine dauerhaften Kontakte gefunden und konzentriere mich gerade auf meine Pflichten. Wenn ich Lust auf Gesellschaft habe, dann treffe ich mich mit meiner Familie oder mit meinen paar wenigen echten Freunden, die leider selten Zeit haben und größtenteils nicht in der Nähe wohnen. Unter Gleichgesinnten bin ich, wenn ich irgendwelche Kneipen im Umkreis von 50 km finde, in denen meine Musik gespielt wird. Da treffe ich eigentlich fast immer Leute, mit denen ich mich super verstehe. Nur besteht in unserer Szene eben genau dasselbe Problem wie bei den sog. Mainstream-Leuten: Wenn ich das Bedürfnis nach Kontakt habe, muss ich etwas mehr Zeit für die Fahrten investieren. Die meisten Leute haben gleichgesinnte Freunde in ihren Wohnorten und sind dann zu faul, um eine Strecke von 30 Minuten wegen eines Treffens mit mir in meinen Wohnort zu fahren.
Mir persönlich wäre es natürlich auch lieber, wenn meine Freunde alle im gleichen Ort wohnen würden wie ich. Andererseits ist es mir jedoch sehr wichtig, dass diese Menschen zu mir passen. Lieber nehme ich etwas mehr Fahrzeit in Kauf als dass ich mich mit jemandem aus der Nachbarschaft abgebe, der gar nicht zu mir passt. Leider sehen das die meisten Leute, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, anders. Bei ihnen steht die Bequemlichkeit an erster Stelle, und deshalb bleiben viele Kontakte auch so oberflächlich.
Gegen einen Umzug hätte ich nichts einzuwenden. Das würde ich aber nur aus beruflichen Gründen tun, wenn ich einen unbefristeten Vertrag bekomme. Früher wäre ich sicher auch wegen einem potenziellen Partner oder guten Freunden hier weggezogen, aber mal ehrlich... wer dankt einem das? Die Leute glauben dann meistens, sie wären verantwortlich, wenn sich der Kontakt dann nicht so schön entwickelt wie man vorher denkt.
VHS-Kurse kommen derzeit wegen meiner Arbeitszeiten nicht in Frage. Ich möchte euch aber raten, einen Kurs wirklich nur aus Interesse am Thema und nicht in der Hoffnung auf neue Kontakte zu machen. Sonst werdet ihr nur enttäuscht sein. Wenn ihr mit Vereinen etwas anfangen könnt, dann nur zu.... meine Baustelle war das noch nie, weil ich zeitlich nicht ständig verplant sein und meine Freizeit größtenteils selbst einteilen möchte. Weiterbildungen und Nebenjobs wirken sich nicht nur positiv auf euren Intellekt und die Finanzen aus, sondern vertreiben auch hervorragend die Langeweile aus eurem Leben. Natürlich kann man Pflichten nicht mit sozialen Kontakten vergleichen. Aber ich habe festgestellt, dass Treffen mit anderen Leuten sicher nicht immer das Gelbe vom Ei sind und bin lieber alleine oder beschäftige mich mit anderen Dingen, bevor ich mich ständig mit den falschen Leuten abgebe.
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11.05.2013, 16:48
AW: Raus aus der Einsamkeit / Kontakte aufbauen
Hallo mandarinegirl,
das Problem an ganz normalen Allerweltsinteressen ist, dass man dafür jeden und niemanden begeistern kann. Sprich, darüber kann man nur schwer selektieren, wer wirklcih zu einem passt und wer nicht.
Meine Erfahrung mit Online-Börsen wie new-in-town sind auch nicht berauschend. Das anscheinend schier unbegrenzte Angebot führt auch zu schier unbegrenzten Erwartungen. Kompromissbereitschaft oder auch die Bereitschaft, sich mal etwas intensiver auf einen Kontakt einzulassen, ist da bei den meisten Menschen nicht sonderlich ausgeprägt.
Was meiner Erfahrung nach immer noch am besten funktioniert, ist ein spezielles Interesse, über das man mit Menschen zusammenkommt. Sportverein, Lesezirkel, VHS-Kurs, Kirchengemeinde, Tierschutzverein, was auch immer. Vorteil ist, man hat erst mal was zu tun, ganz unabhängig von Freundschaften oder nicht. Nachteil ist, man braucht oft einen langen Atem, bis sich aus dem gemeinsamen Tun auch Freundschaften entwickeln, und manchmal funktioniert es gar nicht. Für mich ist das aber nach wie vor die beste Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, eben weil man dabei auch was tut, was einem per se schon mal Spaß macht.
Bei diesen ganzen Stammtischen, Freizeitclubs, Singlegruppen etc. bin ich hingegen immer etwas skeptisch. Oft eint einen da nur der Wunsch nach Kontakten, was ab einem gewissen Alter, wo die Einstellungen, Macken und Interessen sich doch schon ein Stück weit verfestigt haben, meist zu wenig ist.
Wenn Du keine Gruppe findest, der Du Dich anschließen magst, dann gründe selbst eine. Das macht durchaus Spaß und hat den Vorteil, dass Du selbst bestimmen kannst, was das Thema ist und wie sich die Treffen gestalten. Ich würde dann aber nicht einfach nur eine Freizeitgruppe gründen, sondern schon ein bestimmtes Thema vorgeben. Kann ja durchaus auch eine Gruppe sein, die zusammen ins Kino geht oder regelmäßig neue Restaurants ausprobiert, also nichts, was bestimmte Fertigkeiten oder spezielle Interessen erfordert.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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