Guten Abend,
ich habe mich jetzt endlich mal angemeldet. Lange tänzel ich hier schon rum, ziehe mir bei dem einen oder anderen Thema hilfreiche Beiträge raus, die mir teilweise scheinen als seien sie für mich geschrieben.
Aber das sind sie eben nicht und ich komme nicht weiter. Ich grübel auch grade ob ich hier im richtigen Unterforum schreibe. Falls mein Beitrag wo anderst besser aufgehoben ist, bitte verschieben :-)
Nun zu meinem Problem, das ich wohl in erster Linie selbst bin. Und glaubt mir, schön ist anderst.
Ich habe fast keine sozialen Kontakte, Familie und Freunde wenden sich zusehens von mir ab. Bekannte wollen nie mehr als beim bekannten bleiben. Alles unverbindlich, man sieht sich. Keine festen Verabredungen oder gar Verpflichtungen.
In den letzten Jahren werde ich immer einsamer.
Wenn man mich braucht dann kann man sich an mich erinnern aber das war es dann auch schon wieder.
Hier ein paar Beispiele :
meine Nachbarin die seit ca. 1 Jahr hier wohnt (wir kennen uns schon etwas länger weil wir beruflich mal zusammen zutun hatten) treffe ich auf der Straße. Wir reden nett miteinander, haben beide kleine Kinder (somit auch eine Grundlage). Ich schlag vor das wir uns doch mal treffen können. Ihre Antwort "klar komm vorbei". Ich frage ob wir nicht was ausmachen wollen. Sie "ach wenn mein Auto steht bin ich auch da". Gut. Ich klingel, sie macht nicht auf. Beim zweiten mal kommt sie an die Tür hat dann aber keine Zeit und beim dritten mal treffe ich eine andere Nachbarin bei ihr an die erst kurz hier wohnt und sitze dann bei ihrem Gespräch dabei und werde völlig ausgegrenzt. Hm, ich komme mir dann schon ziemlich aufdringlich vor und fehl am Platz.
Anderst rum kommt bei mir niemand vorbei.
Das war jetzt nur ein Beispiel und ich weiß nicht ob es so ausreichend ist. Es ist auch nicht das eine Beispiel sondern das es seit Monaten so geballt kommt. Immer mehr Personen machen, so kommt es mir vor, einen Bogen um mich. Ohne das was vorgefallen ist und selbst wenn was vorgefallen sein sollte bedeute ich keinem soviel um das mal anzusprechen. Nein ich werde einfach ausgetauscht, in die Ecke gestellt und vergessen. Falls man mich braucht kann man mich ja wieder kontaktieren. Und das ist nicht bei ein oder zwei Leuten so sondern bei nahezu allen die sich in meinem Umfeld bewegen.
Ich beobachte mich jetzt schon sehr genau, komme Ich irgendwie schräg rüber?! Irgendwas muss an mir unausstehlich sein, dass es sich nicht lohnt Kontakt zu pflegen und noch weiter überhaupt irgendeinen Kontakt zu haben.
Bin ich vielleicht zu nett? Zu glatt ohne Ecken, merkt man wie unzufrieden ich bin. Wie alleine?
Manchmal habe ich das Gefühl das mir alles zuviel wird. Das ich drauf achten muss nicht abzurutschen. In ein Loch, eine Depression in der mich gar niemand mehr sucht, geschweige denn findet.
Ach Mensch, kann das alles so schlecht greifen. Und noch schwieriger beschreiben.
Danke fürs lesen!
Antworten
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Thema: Bin ich das Problem?
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02.05.2013, 21:22Inaktiver User
Bin ich das Problem?
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02.05.2013, 21:32Inaktiver User
AW: Bin ich das Problem?
drei ideen, woran es liegen könnte, vielleicht ist ja was für dich dabei
erstens, wenn man einsam ist kann folgender teufelskreis entstehen: man hat keinen zum reden, und sobald man doch mal jemanden hat, textet man den gnadenlos zu. redet viel von sich, erzählt und erzählt - fragt nichts beim anderen nach, und wenn doch, hört man sich das an, um bei der ersten gelegenheit wieder auf sich selbst zu kommen. (klassischer satz: ja, kenn ich ist mir auch schon passiert, und zwar...laber, blubber, text)
zweitens, manche leute machen alles schlecht, finden alles blöd, sind superkritisch, verderben jeden spaß und jede freude...
drittens, ein klassiches mütterproblem: das eigene kind in den himmel loben, mehr oder weniger ungefragt, aber ausführlichst erzählen, was es schon kann, wie es brilliert etc.pp.
das sind jedenfalls gründe, warum ich leuten aus dem weg gehe. könnte es vielleicht sein, dass irgendwas davon auf dich zutrifft?
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02.05.2013, 21:52Inaktiver User
AW: Bin ich das Problem?
Danke für deine Überlegungen!
Punkt eins und drei kann ich ausschließen. Ich bin immer diejenige die getextet wird. Ich rede nicht einfach so von mir oder meinen Kindern und selbst wenn ich gefragt werde habe ich das Gefühl mich kurz halten zu müssen.
Zu Punkt zwei, hm vielleicht sage und hinterfrage ich zuviel wenn jemand einen Rat will. Sollte ich oberflächlich alles toll finden ohne auch nur im geringsten auch das contra zu erwähnen? Bin ich gar altklug? Ihh... Ich hasse negative Menschen und bin vielleicht selbst einer. Wir hatten vor kurzem negative Erfahrungen gemacht. Soll ich diese für mich behalten wenn eine Bekannte geradewegs ins selbe Unglück läuft. Das kann ich doch nicht machen. So nach dem Motto jeder muss seine Erfahrungen sammeln. Könnte es das sein. Vielleicht finden diese bekannte gar kein Unglück auf diesem Weg. Puh, muss ich mal sacken lassen.
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02.05.2013, 22:15
AW: Bin ich das Problem?
hallo Myme. wenn es der zweite punkt ist, also negativ sein etc...
mein tipp: anerkennen, dass eine bekanntschaft noch keine freundschaft ist!
bei neu entstehenden bekanntschaften sollte man wirklich durchaus charmant, aufmerksam, höflich, entspannt sein!
wir wissen ja alle, dass wir alle unsere macken haben und auch sicherlich mal anderer meinung sind. aber das gehört noch nicht in gespräche mit leuten, die man kaum kennt. natürlich darf man anderer meinung sein und das auch vertreten - aber auf eine vorsichtige art! ich bin selbst jemand, der gerne mal was ausdiskutiert und auch schon mal etwas ausschweifender meine meinung vertrete. einfach weil ich es auch interessant finde, wenn man miteinander philosophiert, ein thema beackert etc... ABER: mit neuen leuten - gaaaaanz vorsichtig.... lieber etwas zu freundlich als allzu verschroben und eigensinnig zu erscheinen... wenn das schon am anfang so ist.. wo man sich eigentlich nur von seiner schokoladenseite zeigen will - was dann, wenn man öfter miteinander zu tun hat? ich hätte (unbewusst oder auch bewusst) auch ein komisches gefühl, wenn jemand im ersten kontakt allzu distanzlos mir seine launen und meinungen präsentiert... von solchen menschen ziehe ich mich wahrscheinlich instinktiv ein wenig zurück. das kommt später, wenn man schon eine art vertrauensverhältnis zueinander aufgebaut hat. und von freunden lässt man sich gern auch mal was sagen, hält die launen aus oder tröstet bereitwillig usw usf...
ps. vllt bin ja auch ich komisch, aber ich finde es sehr sehr angenehm, mit meinen nachbarn ein freundliches, aber seeehr distanziertes miteinander zu leben..... ich hätte wirklich keine lust, dass alle paar tage ein nachbar vor meiner tür steht und zucker will oder kaffee trinken!! vllt, weil ich auch ein wenig einzelgängerisch bin.. aber vllt bist du das ja auch und das passt zu dir ebenso nicht! und vllt merken das andere, dass du krampfhaft versuchst, kontakt zu knüpfen, auch wenn man vllt gar nicht freundschalftlich nen draht zueinander hat.
ich mache es so, dass ich meinen freundes- und bekanntenkreis über interessen/hobbies und durchaus auch durch ähnliche wellenlänge bzgl abendgestaltung aufgebaut habe... meine jetzigen guten freundinnnen sind eigentlich eher so meine samstag-abend-weggeh-kumpaninen, mit denen sich aber nach und nach durch unzählige gespräche vor und nach dem feiern oder anderen aktivitäten eine freundschaft aufgebaut hat... und wir haun uns die meinungen auch regelmäßig und ausführlichst um die ohren und plärren uns die ohren voll, wenns einem mal schlecht geht! genauso, wie wir kichern und giggeln und gemeinsam spaß haben..... das dauert und ist nicht mit ein zwei arrangierten treffen gemacht... aber es lohnt sich!
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02.05.2013, 22:17
AW: Bin ich das Problem?
Ich kann auch nur ein paar Ideen in den Raum werfen:
Vielleicht suchst du genau das, was die Leute, die dir ins Auge fallen, nicht geben können? Beliebtes Problem bei Introvertieren, die von Extrovertierten angezogen werden wie die Motten von Licht und daran verzweifeln, zu diesen Personen nie eine Bindung aufbauen zu können.
Tust du interessante Sachen? Kannst du wie jemand wirken, der Spaß am Leben hat, sich für etwas begeistern kann, und gute Vibes verbreitet? Hast du Gemeinsamkeiten mit den Leuten, mit denen du zu tun hast?
Hast du den Eindruck, du müßtest fremden Leuten oder Bekannten etwas beweisen, hast du Angst, zu verlieren oder dumm zu wirken?
"Zu nett" gibt es m.E. nicht. Es gibt zu schüchtern, zu unverbindlich, zu eifrig, es gibt, daß man gemischte Signale sendet, mit denen die Leute nichts anfangen können, oder die lokalen ungeschriebenen Gesetze nicht kennt. Wie sehr bist du in Übung damit, Gespräche zu führen?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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02.05.2013, 22:18Inaktiver User
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02.05.2013, 22:18Inaktiver User
AW: Bin ich das Problem?
du bist nicht alleine. Du hast einen Mann nehme ich mal an) und Kinder.
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02.05.2013, 22:56Inaktiver User
AW: Bin ich das Problem?
Das ist es. Wenigstens ein Punkt.
Nur weil alle Nachbarn immer Kaffeeklatsch abhalten muss ich das doch noch lange nicht, oder? Ich kam mir dabei immer so ausgegrenzt vor, dabei spricht mir dein P. S. aus dem Herzen. Es ist Krampf für mich, das dazu keiner Bock hat ist auch klar.
Trotzdem bleiben die anderen Punkte offen. Mir liebgewonnene Menschen ziehen sich zurück. Bin ich zu besitzergreifend? Verlang vielleicht zuviel weil ich auch bereit bin mehr zu geben?
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02.05.2013, 23:13Inaktiver User
AW: Bin ich das Problem?
Sorry, bekomme das mit dem zitieren von mehreren Texten in einer Antwort nicht hin!
Ich bin z. Z. hauptberuflich Mama. Soviel zu interessanten Sachen;-) ich bin gerne zuhause bei meinen Kindern und habe alle Hände voll zu tun. Außerdem habe ich auch gar keine Perspektive was meine berufliche Zukunft angeht. Wüsste grade nicht wie ich Job und Familie unter einen Hut bekommen soll.
Vielleicht ein weiterer Punkt? Das ich mich beruflich mal versuche neu zu orientieren?
Ich werde hier zuhause aber auch sehr gefordert. Mein Mann ist beruflich voll eingespannt und ich schmeiß eben unser zuhause. Will auch gar nicht jammern aber ein bisschen frische Luft um die Nase wäre vielleicht gut. Aber was mache ich mit unseren Kindern?
Die große hat einen Kiga platz von 8-12 Uhr und der kleine noch keinen in Aussicht.
Ich komme im allgemeinen schon zu kurz. Das ist mir klar, momentan aber auch nicht änderbar.
Ich kann so schlecht in der Beziehung mein "Recht" einfordern. Gehe oftmals Konflikten aus dem Weg weil ich einfach schon so ausgepowert bin. In jeder Hinsicht!
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02.05.2013, 23:18
AW: Bin ich das Problem?
Bist du in einem Alter, wo die Leute alle unheimlich mit ihrem eigenen Kram beschäftigt sind, und keine Zeit mehr für irgendwas haben? Bei dir jedenfalls klingt es so. Du bist sehr auf Heim und Familie ausgerichtet, sagst du. Kann es sein, daß du einfach nicht mehr die Kraft, die Zeit, oder den Elan hast, um außerhalb davon Leuten gerecht zu werden? Und kann es sein, daß es den Leuten, mit denen du Kontakt suchst, genauso geht?
Du sagst, du gibst mehr. Was heißt das konkret?
Ich habe Freundschaften auch durch die Kinderhabenjahre einiger Freundinnen aufrechterhalten, aber dann haben wir uns über Jahre nur alle zwei Monate mal getroffen.Geändert von wildwusel (02.05.2013 um 23:25 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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