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  1. User Info Menu

    Festgenagelt. Es nervt.

    Falls das Thema woanders besser paßt, bitte verschieben, liebe Mods.

    Manchmal fühle ich mich wie festgenagelt.

    Ich muß mich einfach mal auskotzen.

    1.Beispiel: Kunstveranstaltung.
    Ab und zu begleite ich eine befreundete Kunstexpertin.
    Ich fahre sie, dann kann sie was trinken, und ich genieße die Atmosphäre und Schwingungen bei der Veranstaltung. Tiefergehendes Interesse an Kunst habe ich nicht.

    Dies kommuniziere ich auch, wenn im Getümmel ein Gespräch zustandekommt.
    Und TROTZDEM überschwallen mich manche mit ihrem Fachwissen,
    halten ständig eine Art "saugenden" und engsten Blickkontakt, und hören nicht auf.

    Bin dann wie festgenagelt, und befreie mich, indem ich mich entschuldige,
    ich müsse mich frisch machen, oder schlicht: Ich wolle mich weiter umsehen.
    Oder ich sage direkt: "Hören sie, ich sagte gerade, ich habe kein weiterführendes Interesse".
    Wenn das nichts nützt, sage ich: "Hören Sie mal, das ist unhöflich. Ich erzähle Ihnen doch auch nicht ungefragt mein Fachwissen auf dem Gebiet X."

    Da bleibt der Mund manchmal offen stehen - die raffens nicht? - oder: "Das ist ja unerhört."

    2. Beispiel: Treffen von 8 Leuten in einem Restaurant.

    Ich wieder Fahrerin, dafür Einladung zum Essen.
    Das Treffen war für die Freundin sehr wichtig.

    Die anderen 6 Personen waren Fremde, und potentielle Abnehmer vonKunst.

    Und natürlich, wie soll es anders sein:
    Eine Frau nimmt mich in Beschlag, ich kommuniziere,
    daß es praktische Gründe hat, warum ich hier mit dabei bin.

    Sie sagt: "Ach so." und redet weiter und weiter.
    Erklärt mir das ganze Leben eines berühmten Künstlers mit sämtlichen Feinheiten,
    ich stelle auf Durchzug, kommuniziere non-verbal, daß ich nicht interessiert bin,
    schaue aus dem Fenster, schaue zu den Tischnachbarn, gehe mich frisch machen,
    vermeide ihren "saugenden Blickkontakt".

    Ich dachte, vielleicht sollte ich in der Nase bohren, aber das würde den Redeschwall wohl auch nicht bremsen.
    Offen sprechen wie im ersten Bsp. traute ich mich nicht...es ging ja ums Geschäft der Freundin.
    Also: Diesmal wirklich "festgenagelt" für über 3 Stunden.

    Und eigentlich sollte ich in Absprache mit der Freundin auch eine Art vertraute Beobachterin und Zuhörerin sein. Aber mit so einer Frau an der Backe war das schlecht möglich.
    Grrr.

    Ich könnte noch viele Beispiele bringen, und in letzter Zeit häuft es sich,
    auch in Bereichen, die mich interessieren. Trotzdem mag ich es nicht, daß mich jemand zuschwallt.

    Meine Freundin meinte, falls das wieder passiert in einem Lokal, soll ich dezent Bescheid geben. Sie ernennt mich dann zur mitschreibenden Protokollführerin, dann hätte ich meine Ruhe.

    So...genug gekozt... :-)
    Das Schreiben war richtig erleichternd. :-)

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    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Zitat Zitat von vox123 Beitrag anzeigen
    ich müsse mich frisch machen, oder schlicht: Ich wolle mich weiter umsehen.
    Oder ich sage direkt: "Hören sie, ich sagte gerade, ich habe kein weiterführendes Interesse".
    Wenn das nichts nützt, sage ich: "Hören Sie mal, das ist unhöflich. Ich erzähle Ihnen doch auch nicht ungefragt mein Fachwissen auf dem Gebiet X."

    Da bleibt der Mund manchmal offen stehen - die raffens nicht?

    Das Schreiben war richtig erleichternd. :-)
    Hihi, du hast es doch schon gut drauf! Deine letzte Antwort ist doch super und erfordert auch so einigen Mut!

    Wenn du wieder so eine 3stündige Labertante an der Backe kleben hast, würde ich das wieder anbringen!

    Solche Leute gibt es nun mal, die am liebsten monologisieren. Da hilft nur Holzhammer.

    Oder noch besser: du fährst deine Freundin, verdrückst dich dann 3 Stunden lang und fährst sie wieder zurück. Essenseinladung ein ander mal umsetzen.

    Oder noch besser: Freundin soll Bus fahren!

    Und Nasebohren schadet nie!
    see you on be friends online!

  3. Inaktiver User

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Hab ich es richtig verstanden - Du gehst der Freundin zuliebe mit zu Veranstaltungen, auf denen nur Kunstinteressierte sind. Ist die Freundin irgendwie gehandicapt und auf Hilfe angewiesen? Du interessierst Dich überhaupt nicht für Kunst und möchtest nicht, dass andere versuchen, Dich in Gespräche darüber zu verwickeln?

    Das klingt für mich so, als wenn jemand zu einer Karnevalssitzung geht und sich dann darüber aufregt, dass Leute mit ihm schunkeln und anstoßen wollen. Dann geh doch nicht mit, oder setz Dich solange in ein Cafe und warte auf die Freundin.

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    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Deine Freundschaftsdienste in allen Ehren - aber wenn für dich nur Stress dabei rauskommt, würde ich das nicht wiederholen. Ich kann gut verstehen, wie das Gerede dich abnervt. Aber in dem Kontext wird halt (zu recht) erwartet, dass der Besucher auch interessiert ist. Kein Mensch geht auf eine Vernissage, die ihn nicht im mindesten interessiert, weil er mit Kunst nichts am Hut hat.

    Ich habe auch eine Dauerrednerin im Bekanntenkreis gehabt. Du siehst schon - Vergangenheitsform. Es ist so furchtbar, ohne Punkt und Komma zugetextet zu werden - zu einem Thema, was einem nur Gähnen abringt!

    Freie Zeit ist begrenzt. Gehe sorgsam damit um. Nutze sie so, dass du dich erholst und gut fühlst. Das muss meiner Meinung nach deine Freundin auch verstehen. Und selbst, wenn nicht - akzeptieren muss sie es. Als Freundin kann sie auch nicht wollen, dass du dich unwohl fühlst. Das wäre ja sonst regelrecht bewußtes Ausnutzen.

    My 2 cents.
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  5. Inaktiver User

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    ich finde deine antworten sehr gut und direkt.
    und mutig.

    in leichten fällen würde ich empfehlen: klappe halten und dazu lernen.
    in mittleren: gespräch auf ein anderes thema lenken und dort bleiben. worüber hättest du denn lust zu quatschen? vielleicht kannst du auch die gespräche anstoßen?
    in schwereren: zurücktexten, über dein fachgebiet.
    schüchternere, aber ignorantere version: taschenbuch zücken

  6. User Info Menu

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Zitat Zitat von Rotweinliebhaberin Beitrag anzeigen

    Solche Leute gibt es nun mal, die am liebsten monologisieren. Da hilft nur Holzhammer.

    Oder noch besser: du fährst deine Freundin, verdrückst dich dann 3 Stunden lang und fährst sie wieder zurück. Essenseinladung ein ander mal umsetzen.

    Oder noch besser: Freundin soll Bus fahren!

    Und Nasebohren schadet nie!
    Hihi...!
    An Verdrücken habe ich auch schon gedacht,
    aber dann kann ich als Vertraute meiner Freundin den Verlauf der Gespräche nicht verfolgen.
    Meine Freundin legt Wert auf meinen Eindruck.

    Bus-Fahren geht abends/nächtens nicht mehr...sie hatte da mal eine echt traumatische Erfahrung gemacht.

    Wo ich jetzt so nachdenke:
    Ich sitze als Fahrerin und Beobachterin immer am Rand einer geselligen Runde.

    Ich sollte meiner Freundin für die Zukunft vorschlagen, neben ihr zu sitzen,
    und mir ganz offiziell Notizen machen.

    Und zwar von Anfang an, nicht erst, wenn mich wieder mal jemand zulabert.

    Mein Gott, manche Sachen fallen einem echt spät ein!

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    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hab ich es richtig verstanden - Du gehst der Freundin zuliebe mit zu Veranstaltungen, auf denen nur Kunstinteressierte sind. Ist die Freundin irgendwie gehandicapt und auf Hilfe angewiesen? Du interessierst Dich überhaupt nicht für Kunst und möchtest nicht, dass andere versuchen, Dich in Gespräche darüber zu verwickeln?
    Ja, sie ist gehandicapt.
    Es ist ausgeglichen, sie hilft mir bei bestimmten Dingen und ich ihr auch.

    Das klingt für mich so, als wenn jemand zu einer Karnevalssitzung geht und sich dann darüber aufregt, dass Leute mit ihm schunkeln und anstoßen wollen. Dann geh doch nicht mit, oder setz Dich solange in ein Cafe und warte auf die Freundin.
    Ja mag sein.
    Aber selbst beim Karneval mach ich nicht immer mit jemanden schunkeln,
    der ständig an mir klebt und mich vollschwallt.

  8. Inaktiver User

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Ich habe auch schon des Öfteren zu sehr mitteilungsbedürftigen Menschen gesagt, dass ich kein Gespräch wünsche. Ehrlich, freundlich und dabei nett gelächelt. Ein Mal musste ich dann noch darum bitten, dass meine Aussage respektiert wird.

    Bei Ausstellungen kann man dem doch ganz gut aus dem Weg gehen. Ein Mal sagen, dass man von der Kunst so beeindruckt ist und man Gedanken, Eindrücke und Gefühle sortieren muss. Dabei einen verklärten Blick in die Ferne schweifen lassen und davon schweben.

    Bei geschäftl. Essen sollte Deine Freundin Dich offiziell vorstellen, als was auch immer und Srolle klar stellen.

    Mir wäre es allerdings alles zu krampfig und als Freundschaftsdienst auch zu aufwendig und verschwendete Lebenszeit.
    Da würde ich doch meine Freundin bitten, ein Taxi zu nehmen. Wenns geschäftlich ist, kann sie dies ja als Betriebskosten bei der Steuer angeben.
    Oder, ein ganz gewagter Gedanke, auf Alkohol verzichten und selbst fahren.

  9. Inaktiver User

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    Freundin ist gehandicapt... unsere Einträge haben sich überschnitten.
    Und Eure Gefälligkeiten halten sich die Waage.

    Dann, Augen, Ohren, Geist auf und schauen, ob Du doch etwas dabei für Dich mitnehmen kannst.

  10. Inaktiver User

    AW: Festgenagelt. Es nervt.

    sag doch einfach: ich geh dann mal!

    Man ist ja gar nicht zu Erklärungen verpflichtet - und das ist auch das Letzte was hilft.
    Arroganter Blick ist auch nicht schlecht.

    Ich bin telefonisch mal so zugetextet worden - hab richtig filmreif den Hörer weggehalten - ist dem gar nicht aufgefallen, hat weiter gequasselt.
    Dann hab ich aufgelegt.
    Herrlich!

    Und, ich hatte kein schlechtes Gewissen. Daran haperts nämlich oft, durch die eigene gute Erziehung macht man sich zum Spielball anderer Menschen. Dabei war das bestimmt nie so angedacht.

    wenn man das ein paar Mal praktiziert hat - bei mir reichte einmal fühlt man sich fortan immun, irgendwie stark.
    Das gleiche gilt für Situationen in denen man aus Höflichkeit gesagt hätte schmeckt. Nein, tut mir leid, ist nicht mein Geschmack. Danke für die Mühe, aus basta.

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