Hallo ihr Lieben,
da ich nicht schlafen kann, und mir dieses Thema schon länger im Geist rumgeistert -
ich finde es manchmal "unheimlich", wie sehr ich Menschen "lesen" kann.
Kennt ihr das, ihr kommt in einen Raum, und sofort spürt ihr eine gewisse Energie, die von euren Mitmenschen ausgeht - ob positiv oder negativ? Ohne, dass ihr die Mimik von den Menschen bis aufs kleinste Detail analysiert?
Oft kann man sehr viel in den Augen "lesen", und an dem Spruch von "Augen als Fenster zur Seele" ist für mich absolut was dran.
Ich kann auch sehr schnell feststellen, ob jemand gut drauf, schlecht drauf, traurig ist. Selbst, wenn jemand versucht, eine Fassade zu wahren.
Positiv finde ich daran, dass ich sehr schnell einen Draht zu Menschen entwickle, schnell erkenne, wenns brennt.
Negativ - wie gerade - wenn "negative Vibes" von einem Menschen ausgehen - gerade, wenn es gegen mich gerichtet ist, - oder wenn jemand extrem verschlossen ist - das irritiert mich.
Ich merke grade, ich schreibe etwas konfus - kennt ihr das auch? Empfindet ihr euer Einfühlungsvermögen als positiv oder negativ?
Antworten
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01.05.2013, 07:53Inaktiver User
Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Geändert von Inaktiver User (01.05.2013 um 07:58 Uhr)
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01.05.2013, 08:00
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Ich empfinde es weder als positiv noch als negativ, sondern als logische Konsequenz.
Ich kam aus einer Gewaltfamilie und entwickelte dieses extreme Gespür zwangsläufig - es war ein Überlebensmechanismus. Es diente dem Zweck, mögliche Gefahren sofort zu bemerken und ist damit nichts besonderes für mich, sondern erfüllte eine Funktion.
Ich sehe das wertfrei, heute "brauche" ich das nicht mehr. Es auszuschalten gelang mir nie, ich habe gelernt, es einfach als Information zu sehen, die nicht unbedingt notwendig ist.
Probleme gibt es ja nur dann, wenn man seine eigenen Reaktionen bzw. Handlungen davon beeinflussen lässt. Damit kommt das Problem nicht vom Gegenüber, sondern von einem selbst. Man bleibt sozusagen nicht in sich selbst, sondern lässt sich zu stark auf das Gegenüber ein bzw. davon beeinflussen.
Liebe Grüße
Zio
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01.05.2013, 08:52Inaktiver User
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Sehr gut beschrieben, liebe Zio.
Ich hatte letztens so ein Schlüsselerlebnis in einem Meeting, in dem ich mich gut präsentieren wollte - zwei Kolleginnen waren wegen irgendwas sauer auf mich, eine Nichtigkeit - und ich ließ mich davon vollkommen irritieren und war nicht mehr mein "Fabulous Self".
Es tut mir leid, dass du aufgrunds solcher Erfahrungen so ein Gespür entwickeln musstest.Geändert von Inaktiver User (01.05.2013 um 08:56 Uhr)
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01.05.2013, 08:57
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Ja genau - das ist das Problem. Und hier könntest Du ansetzen und Dir sagen, dass Du "Dein Ding" durchziehen möchtest. Es geht in solchen Situationen darum, sich auf sich selbst konzentrieren zu können und nicht auf die Eindrücke, die von außen kommen.
Kein Problem - das ist abgehakt. Ich schau lieber nach vor als zurück.Es tut mir leid, dass du aufgrunds solcher Erfahrungen so ein Gespür entwickeln musstest.
Diente eigentlich nur zur Erklärung, warum es (bei mir) zu dieser Empfänglichkeit für die Emotionen anderer gekommen ist.
Ich muss auch immer wieder aufpassen, dass ich mich nicht durch die Emotionen anderer Menschen aus dem Gleichgewicht bringen lasse, da hilft nur die Konzentration auf sich selbst. In wichtigen Dingen (wie in Deinem Beispiel) alles abschalten, nichts rankommen lassen, was aufhalten könnte.
Liebe Grüße
Zio
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01.05.2013, 09:06Inaktiver User
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Geändert von Inaktiver User (01.05.2013 um 09:09 Uhr)
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01.05.2013, 09:18
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Es kann sehr spannend sein, seine eigenen "Vibrations" mal an die 1. Stelle zu setzen.
Niemand lebt Dein Leben, niemand anderer zahlt den Preis dafür, wenn Du Dich aus dem Konzept bringen lässt - nur Du. Also bist für Dich in erster Linie Du wichtig, Du und DEINE Emotionen.
Du wirst sehen, dass im Laufe der Zeit die Gefühle der anderen zwar noch spürbar sind, aber nur noch als Begleitmusik, die nicht stört...
Liebe Grüße
Zio
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01.05.2013, 09:20
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
hallo Sugarnova,
ich hab mein Leben lang drunter gelitten, dass ich Stimmungen aufnahm und sie auf mich bezogen habe. Das ist wohl auch so eine Altlast aus der Kindheitsprägung. Ich hab den Umgang und die Abgrenzung zu mir selbst damit erst gelernt durch meine Tanztherapiefortbildung. (btw:Solche Therapieformen sind übrigens ein sehr gutes Übungsfeld um Empathie zu lernen und zu üben).
Eine Zeitlang hörte ich mich dann wohl so ähnlich überzeugt und enthusiastisch an wie du
Aber zum Glück lernt man in der Tanztherapie auch nicht zu bewerten. Also dieses ganze Dingens mit den positivien und negativen Energien usw. hab ich dann erst bei Berührungen mit der "Esoterikszene" kennen gelernt und das gleich sehr unangenehm. Ich finde das entsetzlich und kann nur dazu raten, sich vor diesen Bewertungen zu hüten.Ich kann auch sehr schnell feststellen, ob jemand gut drauf, schlecht drauf, traurig ist. Selbst, wenn jemand versucht, eine Fassade zu wahren.
Du wirst sonst auf Dauer auch nicht mehr merken, was der Andere ist und was du auf ihn projizierst. Wenn du dich unwohl fühlst, dann tendierst du vll dazu zu sagen: der Andere negative Energien, d.h. du machst dir dein eigenes Gespür kaputt, indem du blinde Flecke für dich selbst in dir aufbaust, weil du eigene Themen äußerer "Negativität" zuschreibst.
Das ist ein Haken an der Bewertung.
der Andere ist die Übergriffigkeit gegenüber diesen anderen Personen.
Ich sehe das inzwischen so: mit welchem Recht lese ich deren Zustand von ihnen ab? Haben sie mir die Erlaubnis gegeben? Warum erlaube ich mir dann hinter deren Fassade zu gucken? Würde ich das selbst wollen? Ich jedenfalls nicht. Ich finde den Gedanken unangenehm, dass jemand im beruflichen Umfeld sich anmaßt sich ein Bild über mich als ganze Person machen zu können.
Ich finds absolut ok, wenn von Kollegen, mit denen ich ein offenes Verhältnis habe, im Sinne von konstruktiver Kritik persönliche Einschätzungen kommen. Aber da kommt das auch nicht im Sinne von positiv oder negativ, sondern da gehts darum, wo liegen die Stärken, das Potenzial usw.
sowohl durch die Arbeit in der Tanztherapie, die auch grundsätzlich lösungsorientiert ist, als auch durch diesen erlernten Fokus auf die Stärken in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, gucke ich auch hauptsächlich darauf, auch bei anderen Menschen. Ich hab früher auch anderes gesehen, das ich aber inzwischen bewusst ausfiltere. Einfach weil ich es übergriffig finde, unaufgefordert da hin zu gucken und weil es folglich auch niemandem was bringt, wenn das so völlig ungefragt gemacht wird.
Ab und zu begegnet mir ein Mensch, der glaubt das bei mir machen zu müssen. Der weiss aber nicht, dass ich schon sehr sehr viel - nicht nur therapeutisch - an mir gearbeitet habe und auch Menschen habe, mit denen ich mich auf der Ebene noch austausche und mir auch gern was sagen lasse. Und wenn dann noch so eine Wertigkeit reinkommt a la "du hast da negative Energien", dann wird er weitergeschickt. Das ist mir echt zu blöd. Das hat in meinen Augen mehr mit dessen narzisstischen Bedürfnissen zu tun als mit meinen Befindlichkeiten.
Also - bei aller Euphorie über die von dir entdeckten Fähigkeiten - hüte dich vor Hochmut und Selbstüberschätzung.
Wenn jemand sich nicht hinter die Fassade gucken lassen will, dann gilt das zu respektieren. Ich kann nämlich bei allem Gespür nie wissen, warum das so ist. Manche Dinge haben sich bei den Menschen entwickelt, weil sie als überlebenswichtiger Schutz irgendwann benötigt wurden und vll noch werden. Ich würde an so einem Schutz nicht einfach rumbohren mit irgendwelchen wertenden Einschätzungen. Auch nicht im Gedanken. Wir wissen nie, was wohinter steckt.Geändert von Amelie63 (01.05.2013 um 09:25 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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01.05.2013, 10:05
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Ich denke, dass Empathie und Intuition grundsätzlich etwas Positives sind - nicht jeder hat sie - besonders die holde Männlichkeit nicht, IMHO noch umso mehr, wenn es sich um D handelt.
Mir sind diese Fähigkeiten jedenfalls immer von Nutzen gewesen, wenn ich auch zugeben muss, dass sie sehr belastend sein können.
Sie können einem ausserordentlich nützlich sein, wenn man aufgrund fehlender Informationen eine anstehende Entscheidung beeinflussen kann, meistens liegt man sogar absolut richtig und kann seine "Mitstreiter" damit verblüffen.
Ob diese Fähigkeiten uns durch Vererbung mitgegeben sind oder ob es sich schlicht um Transport von Erfahrungen ins Unterbewusstsein handelt, die dann je nach Situation wieder hervorgeholt werden, weiss ich nicht - vielleicht etwas von Beidem, aber sicher gibt es auch Abhandlungen darüber.
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01.05.2013, 10:08Inaktiver User
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?
Früher konnte ich das ähnlich wie du, Sugarnova, und aus ähnlichen Gründen wie du, zio.
Inzwischen kann ich es nicht mehr, weil ich mir ganz bewusst beigebracht habe, diesbezüglich deutlich "gröber" zu werden, es mir sozusagen abtrainiert habe.
Ich habe es zwar nie als wirklich negativ empfunden, aber irgendwann war ich es leid, immer meine "Schutzwände" hochfahren zu müssen, wenn ich in Gesellschaft war. Es war mir einfach zu mühsam, also habe ich mich im gezielten Nichtwahrnehmen geübt.
Ich empfinde das Ergebnis als durchaus zwiegespalten, manchmal wünsche ich mir, noch immer solch sensible Antennen zu haben, aber unterm Strich ist das Leben für mich deutlich "energiesparender" geworden, seit ich in andere Leute nicht mehr reingucken kann.
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01.05.2013, 10:14Inaktiver User
AW: Empathie und Intuition - kennt ihr das?


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