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    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Ich finde die Fragestellung echt spannend und wichtig!
    Vor allem in Hinsicht auf ein Leben mit jemand anderem, also in einer (iiih) Beziehung.
    (Hat auch sehr viel mit der mich bewegenden Frage nach der Liebe im Alltag zu tun.)

    Was ich feststellen kann ist, dass sobald die Verliebtheit innerhalb der Beziehung nachlässt, was ja anscheinend früher oder später immer geschehen soll (...), auch ein paar Rezeptoren frei werden um eben diese Schwingungen der Verliebtheit wieder wahrzunehmen. Aber eben dann woanders.
    Klingt jetzt erst mal platt, aber Verliebtheit ist nichts, was man im Leben mit etwas anderem ersetzen kann. (Gilt zumindest für mich und bisher, scheint mir aber intuitiv durchaus richtig.)

    Was den Menschentypen angeht: Ich denke der gravierendste Unterschied besteht in der Denkweise und zwar in ihrer Gerichtetheit. Es gibt viele Menschen, die sich nun mal nur dann verlieben können, wenn diese Verliebtheit einen weiteren Bestand "garantiert".
    Heißt: Sie verlieben sich erst dann, wenn sie nach gründlicher Untersuchung des OdBs aber auch der eigenen Situation und Vorstellungen/Wünsche, gegenseitige und lebbare Übereinstimmung feststellen.
    Manche Menschen sind erst dann verliebt, wenn sie aus dieser Verliebtheit etwas formen können. Sie sind verliebt mit einem bestimmten Ziel. Meistens ist es das Ziel eine Beziehung einzugehen. Es ist fast eine materialistische Ausgerichtetheit, scheint mir (, die ich hier wertneutral meine).
    Wenn derjenige, der die Begeisterung auf sich zieht praktisch gesehen doch nicht ganz passt (Gründe wurden ja schon aufgezählt und es gibt reichlich mehr.), kühlen auch die Gefühle (mit der Zeit) ab. Man ist sogar regelrecht enttäuscht, entliebt.
    Dieses Gefühl kenne ich sehr gut und das ist auch die richtige Herangehensweise, wenn man Liebesverbindungen schließt. (Denn alles andere verwandelt sich, früher oder später, in ein mühevollen Kampf ums Bestehen.)

    Die flatterhaft leichten Gefühle der Begeisterung zu anderen Menschen kommen trotzdem, sobald eben dieser Teil der Seele wieder irgendwann frei ist. Diese würde ich auch durchaus unter Verliebtheit verbuchen, denn sie gehen mit Kribbeln, Sehnsucht und Neugier einher - alles Dinge, die dazugehören und Verliebtheit überhaupt erst auszeichnen.
    Es ist aber nun mal so, dass uns Menschen berühren, von denen wir eigentlich nix weiter wollen. Heißt, man muss nicht mit jemand zusammen kommen wollen um ihn trotzdem unwiderstehlich toll zu finden. Manchmal kann man einfach mal bewundern und darin zergehen.

    Hier wird es schwierig. Vor allem, wenn man glücklich vergeben ist. Denn wem emotionale Treue wirklich was bedeutet, der tut sich auch schwer wenn diese seinerseits auch fehlt.
    Das bedeutet, dass man, fairerweise, auch unter schlechtem Gewissen leidet und ja auch die eigene bestehende Beziehung anzweifelt. Oder sagen wir lieber - prüft.
    Finde ich aber gar nicht schlimm. Es ist ja sogar sehr hilfreich, die Dinge wie sie sind, sich immer wieder bewusst anzuschauen in Hinsicht darauf inwiefern sie noch die eigene Ideale und Wünsche entsprechen.
    Dazu gehört auch der Bestand von Alternativen, die einen auf dem Lebensweg immer wieder begegnen. In der Liebe findet man diese in Gestalt anderer Menschen.

    Für mich ist also das Verlieben/Vergucken in einem Anderen immer auch ein Grund mein Freund genauer anzuschauen. Und das ist eben das Schöne. So oder so führt mich der Weg immer zu ihn. Erst im Vergleich kann ich auch immer wieder feststellen was ich an ihm alles habe. Ich stelle auch fest, was mir fehlt. Wobei ein einziger Mensch ein ziemlich widersprüchliches Wesen wäre, würde er all die Charakterzüge enthalten, welche uns hier und da, je nach Verfassung, bei anderen reizen.

    Praktisch betrachtet, bedeutet das für mich bisher schlicht:
    1. Ich kann nichts dagegen tun, andere als mehr als gut zu befinden. (Zumindest insofern ich die Augen wieder aufgemacht habe.)
    2. Ich finde aber meist nicht alles an ihnen gut, sondern eben etwas bestimmtes: Die Augen, der Blick, die Art der Bewegung, die Stimme, der Duktus, die Denkart oder eben die Art wie ich von ihnen wahrgenommen werde.
    3. Es macht es mein Gewissen leichter festzustellen, dass ich mich aber auch vom meinem Geschlecht (auf dem ich aber nicht stehe) sehr begeistern lassen kann und sogar (!) von Menschengruppen - von einem intakten, zugewandten, offenen aber auch verbundenen Freundeskreis z.B.
    (Da kann ich auch regelrecht von schwärmen und auch stundenlang schüchtern rüber blicken. )
    4. Es kostet mir immer wieder ein wenig Kraft mich auf mein Partner zu besinnen und mir seine Vorzüge entgegen zu halten, aber
    5. solange ich das tue und meine Begründung im Herzen auch finde, bedeutet es für mich, dass ich mein Partner auch liebe.
    6. Und diese Liebe ist (zumindest war sie es bisher) stärker als der Reiz des Neuen und Unbekannten oder eben des Anderen.

    Fakt ist aber Verlieben und Verliebtheit (auch Schwärmerei, Begeisterung etc.) hat etwas mit dem ANFANG zu tun: also mit dem Neuen, Unerforschten und auch mit Spannung, Eroberung, Abenteuer, mit Haben-Wollen.
    Die Kraft der Verliebtheit ist die, die auch jedem Anfang innewohnt.

    Und daher der berechtigte Gedanke: "Aber man will ja eigentlich nicht immer wieder anfangen."
    Man will ja aufbauen, erweitern, verbessern und ja auch lagern, stapeln, durchhalten. Man will etwas mit Bestand erschaffen. Man ist ja Mensch, kein Tier, das den Reizen immer wieder unterliegt.
    Ob dieser Wille berechtigt, oder doch nur einer Wahrnehmungsillusion bedingt ist, bleibt zu klären.

    Ich bin mir eben auch nicht so ganz sicher was genau der Wert an "unendlich" langen Partnerschaften sein soll.
    Es gibt eine Reihe von praktischen Gründen, aber ob das der wahre Weg des Herzens ist oder doch nur eine bequeme Grundlage um die restlichen Lebensaspekte in Ruhe anzugehen.
    Tja, da wird jeder was anderes dazu sagen...

    Nur so meine 500...cents
    Liebe Grüße
    Kaori
    Geändert von KaoriNight (21.04.2013 um 17:58 Uhr)

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    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Finde ich aber gar nicht schlimm. Es ist ja sogar sehr hilfreich, die Dinge wie sie sind, sich immer wieder bewusst anzuschauen in Hinsicht darauf inwiefern sie noch die eigene Ideale und Wünsche entsprechen.
    Dazu gehört auch der Bestand von Alternativen, die einen auf dem Lebensweg immer wieder begegnen. In der Liebe findet man diese in Gestalt anderer Menschen.

    Für mich ist also das Verlieben/Vergucken in einem Anderen immer auch ein Grund mein Freund genauer anzuschauen. Und das ist eben das Schöne. So oder so führt mich der Weg immer zu ihn. Erst im Vergleich kann ich auch immer wieder feststellen was ich an ihm alles habe. Ich stelle auch fest, was mir fehlt. Wobei ein einziger Mensch ein ziemlich widersprüchliches Wesen wäre, würde er all die Charakterzüge enthalten, welche uns hier und da, je nach Verfassung, bei anderen reizen.
    Das hast Du sehr schön geschrieben. Genau so habe ich da letztens auch empfunden.
    Grüsse

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    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Für mich ist also das Verlieben/Vergucken in einem Anderen immer auch ein Grund mein Freund genauer anzuschauen. Und das ist eben das Schöne. So oder so führt mich der Weg immer zu ihn. Erst im Vergleich kann ich auch immer wieder feststellen was ich an ihm alles habe. Ich stelle auch fest, was mir fehlt. Wobei ein einziger Mensch ein ziemlich widersprüchliches Wesen wäre, würde er all die Charakterzüge enthalten, welche uns hier und da, je nach Verfassung, bei anderen reizen.
    für Deine cents.
    Daran werde ich denken, falls ich mich mal fremdverlieben sollte.

  4. Inaktiver User

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Hallo KaoriNight! Sehr schöner, interessanter Text, danke!

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Manche Menschen sind erst dann verliebt, wenn sie aus dieser Verliebtheit etwas formen können. Sie sind verliebt mit einem bestimmten Ziel. Meistens ist es das Ziel eine Beziehung einzugehen.
    Stimmt. Das empfinde ich als "vernünftig". Mir liegt es nicht, so praktisch denkend zu sein.
    Trotzdem glaube ich, dass es das Ziel einer Partnerschaft ist, etwas gemeinsam aufzubauen und seine Pläne zu verwirklichen. Danach wird meist der Partner ausgesucht.

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Hier wird es schwierig. Vor allem, wenn man glücklich vergeben ist. Denn wem emotionale Treue wirklich was bedeutet, der tut sich auch schwer wenn diese seinerseits auch fehlt.
    Das bedeutet, dass man, fairerweise, auch unter schlechtem Gewissen leidet und ja auch die eigene bestehende Beziehung anzweifelt. Oder sagen wir lieber - prüft.
    Sich zu verlieben ist also schon (emotionale) Untreue und nicht ein Lebensrecht?

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Finde ich aber gar nicht schlimm. Es ist ja sogar sehr hilfreich, die Dinge wie sie sind, sich immer wieder bewusst anzuschauen in Hinsicht darauf inwiefern sie noch die eigene Ideale und Wünsche entsprechen.
    Stimmt.

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Für mich ist also das Verlieben/Vergucken in einem Anderen immer auch ein Grund mein Freund genauer anzuschauen. Und das ist eben das Schöne. So oder so führt mich der Weg immer zu ihn.
    Das klingt sehr schön.

    Darf ich fragen, wie lange ihr zusammen seid? Vielleicht mögen es auch die anderen Schreiberinnen dazusagen? Im Sinne von unter 10, zwischen 10 und 20 und mehr als 20 Jahren.

    Ich habe bei Bekannten oft das Gefühl, dass bei mehr als 20 oder 25 Jahren oft eine große Frustration vorhanden ist. Einerseits. Andererseits ist der eigene Lebenslauf so ganz und gar mit dem des Partners verbunden, dass dieser ein Teil von einem selbst geworden ist.

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Fakt ist aber Verlieben und Verliebtheit (auch Schwärmerei, Begeisterung etc.) hat etwas mit dem ANFANG zu tun: also mit dem Neuen, Unerforschten und auch mit Spannung, Eroberung, Abenteuer, mit Haben-Wollen.
    Die Kraft der Verliebtheit ist die, die auch jedem Anfang innewohnt.
    Deswegen möchte man es ja immer wieder erleben. Aufbruch, neue Möglichkeiten …

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Man will ja aufbauen, erweitern, verbessern und ja auch lagern, stapeln, durchhalten. Man will etwas mit Bestand erschaffen. Man ist ja Mensch, kein Tier, das den Reizen immer wieder unterliegt.
    Ob dieser Wille berechtigt, oder doch nur einer Wahrnehmungsillusion bedingt ist, bleibt zu klären.
    Die Freude am Lagern und Durchhalten … Vielleicht sollte man daran mal ein gutes Werbebüro setzen: Bewirbt es, das Lagern und Stapeln und Überdauern!

    Zitat Zitat von Borealis Beitrag anzeigen
    Ich habe mein Leben und meine Gedanken schliesslich selbst in der Hand, und ich entscheide, was ich will, und wo die Reise hingeht. Manche Leute tun immer so, als sei das "sich verlieben" etwas völlig fremdbestimmtes, aber man hat da schon Einfluss drauf.
    Hattest du diesen Einfluss schon immer, entspricht es deinem Typ? Oder hast du es gelernt? (Verrätst du mir wie? )

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder ob das Leben so zusammenpassen könnte, ob Liebe da ist, die freilässt und nicht nur schnell besitzen will.
    Guter Hinweis! Das motiviert mich: Eine Liebe, die freilässt! So sollte es sein.
    Geändert von Inaktiver User (21.04.2013 um 18:20 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sich zu verlieben ist also schon (emotionale) Untreue und nicht ein Lebensrecht?
    Beides denke ich. Es fühlt sich wie beides an.

    (Und Me & Mr. sind von diesen Zahlen weit entfernt. )

    LGs
    Kaori

  6. gesperrt

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    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Schöne posts

    Danke dafür.

    Also der Typ der sich schnell verliebt bin ich einfach nicht. Damit habe ich mich arrangiert.

    Aber ein potentieller Liebhaber/Lebensabschnittsgefährte wie auch immer, muss zumindest Eines haben. Er muss mich auf die eine oder andere Art faszinieren. Er muss es mir WERT (klingt jetzt völlig bescheuert - ich weiß, mir fällt aber grad nix besseres ein) mich auf ein Abenteuer einzulassen, dass mich u.U. im eine nicht so nette Erfahrung reicher macht.

    Das ist ganz schön schwierig. Da bin ich auf Grund meines Alters >50 eh schon so anspruchsvoll und dann auch noch dieser Wunsch, keine Wunder das ich immer noch single bin......denke ich jetzt mal so.

  7. Inaktiver User

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    (Und Me & Mr. sind von diesen Zahlen weit entfernt. )
    Psst! In welche Richtung? Noch unter 10 Jahren?

  8. User Info Menu

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    (noch weit unter)

  9. User Info Menu

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Hallo Fenimi,

    du möchtest wissen, wie man es macht, dass man sich bestimmte Gefühle/Neigungen/Reize selbst nicht erlaubt?

    Nun, unschwer zu erraten, ich habe in meiner Vergangenheit - vor meinem Ex-Ehemann - sehr viel Herzblut vergossen mit einem Mann, der eben nicht "frei" war. Ich sage mal, das war meine persönliche Hölle. Mittlerweile weiß ich ja, dass man auch durch tiefe Täler wandern kann, ohne dass eine dritte Person mit im Spiel ist, aber das verbuche ich eher unter "so ist das Leben, man weiß nicht, was kommt".

    Ich selbst aber möchte ganz und gar überhaupt niemals wieder auch nur ansatzweise mich in einen gebundenen Mann verlieben, immer unter der Prämisse, dass ich mir einen Mann als Lebenspartner wünsche ( das tue ich jetzt aktuell grade).
    Ich würde so schnell es geht, abchecken, ob frei oder nicht. Bevor sich schon irgendetwas entwickeln kann.
    Und wenn ja, gebunden: Beine in die Hand und weg...!
    Kalt duschen.
    Laufen.
    Singen.
    Kalt duschen.
    Usw.usw.

    Im Fall, dass einer mir nicht die Wahrheit sagt, weiß ich nicht, wie ich reagieren würde. Jedenfalls nicht positiv.

    Erlebst du es denn grade anders?

    Ich begegne auch auf meinem Arbeitsweg häufig einem Mann, der mich optisch sehr anspricht und der mich offensichtlich auch sympathisch findet. Er trägt allerdings deutlich sichtbar einen Ehering. Für mich ein Signal, nicht auf Smalltalk einzusteigen. Da wechsle ich lieber den Waggon.

    Mir hilfts. Ich hab zwar leider keinen Mann, aber immerhin auch keine unglückliche Liebe ohne Chance.
    Geht mir besser damit, ich weiß das.

    LG
    Capbreton

  10. Inaktiver User

    AW: Was macht ihr, wenn sich eine neue Verliebtheit anbahnt?

    Hallo Capbreton! Danke für deine Erläuterungen!

    Zitat Zitat von Capbreton Beitrag anzeigen
    Erlebst du es denn grade anders?
    Ob es gut ist, sich in einen Mann zu verlieben, der vergeben ist? Nein, das ist nicht gut!

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