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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das kommt darauf an, ob er ein guter Therapeut ist.
    Prinzipiell wäre der Therapeut schon der richtige Ansprechpartner. "In unserer Beziehung hat sich etwas verändert und ich fühle mich so und so dabei. Ehrlich gesagt bin ich wütend auf sie." etc. pp.

    Aber in diesem Fall spricht vieles dagegen, diesem Mann zu vertrauen.
    Und schau mal, wie weit die Verwirrung geht:
    Du benutzt auch einmal "Therapeut" und einmal "Mann".


    Für mich bleibt unterm Strich:
    Dieser Mann ist kein Therapeut mehr (in Bezug auf Chloee).

    Und darum hätte sich für mich ein Gespräch, in dem die Beziehung Klient-Therapeut im therapeutischen Rahmen angesprochen werden kann mit ihm, vollkommen erledigt.

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Glaubst du wirklich, dass ließe sich von einem Moment auf den anderen abstellen, so dass sie ihn wie einen normalen Verehrer behandeln kann? So, als ob man einen Schalter umlegt? Das ist doch ziemlich naiv gedacht.
    Das hatte ich ja zur Voraussetzung gemacht, dass Chloee insoweit abgeklärt ist. Wenn das nicht der Fall ist und wenn sie noch von Verlustängsten bestimmt ist, dann sollte sie es natürlich lieber bleiben lassen.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Welche Wahrheit soll ihr Therapeut ihr denn sagen? Dass ihn manche seiner Klientinnen so triggern, dass er seine professionelle Distanz verliert?
    Da gibt es sicher viele Möglichkeiten, was er antworten könnte.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Muss sich das Opfer eines Missbrauchs wirklich fragen, worin SEINE Schuld liegt? Genau das ist doch das Schreckliche an der Missbrauchsproblematik - dass man dem Opfer Schuld zuschiebt.
    Du vermischt ständig zwei verschiedene Sachverhalte:

    a) Der Therapeut hat sich in Chloee verliebt und Chloee möchte wissen, ob sie etwas hätte anders machen können, damit das nicht passiert wäre. b) Der Therapeut nutzte aufgrund seines Verliebtseins seine Position in der Beziehung aus, um Chloee an sich zu binden.

    Die Klärung von Frage a) - ob nun mit oder ohne Gespräch mit diesem Therapeuten - hat doch erstmal nichts zu tun mit der Frage zu b), welcher Umgang mit dem Verliebtsein denn der richtige gewesen wäre.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Für mich bleibt unterm Strich: Dieser Mann ist kein Therapeut mehr (in Bezug auf Chloee).
    Das ist doch auch völlig unstrittig. Das sagt er ja sogar selbst.
    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Und darum hätte sich für mich ein Gespräch, in dem die Beziehung Klient-Therapeut im therapeutischen Rahmen angesprochen werden kann mit ihm, vollkommen erledigt.
    Eben. Deshalb kann Chloee ja die Chance nutzen, zum Abschied wenigstens noch etwas zum Thema Mann/Frau mitzunehmen. Aber eigentlich wäre es besser, wenn sie dann schon einen anderen Rückhalt hätte und das sagt sie ja auch selbst:
    Zitat Zitat von Chloee Beitrag anzeigen
    Ich wünschte, ich hätte schon einen neuen Therapeuten mit dem ich genau das Thema besprechen kann.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Das ist doch auch völlig unstrittig. Das sagt er ja sogar selbst.
    Ich hatte auf Fenimis Gesprächssituation geantwortet und die war therapeutischer Art.
    Also das Gegenteil von dem, was du meinst (s. nächstes Zitat von dir).

    Und somit hätten wir auch schön herausgearbeitet, wo genau der Konflikt ist.

    Deshalb kann Chloee ja die Chance nutzen, zum Abschied wenigstens noch etwas zum Thema Mann/Frau mitzunehmen. Aber eigentlich wäre es besser, wenn sie dann schon einen anderen Rückhalt hätte und das sagt sie ja auch selbst:
    Mit oder ohne neuen Therapeuten im Rücken muss man dazu ganz schön cool sein, finde ich.
    Wenn mir gerade jemand mit der Keule eins übergezogen hätte, hätte ich jedenfalls kein baldiges Bedürfnis auf ihn zuzugehen und zu fragen, warum mein Kopf im Weg war.

  5. Inaktiver User

    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Das hatte ich ja zur Voraussetzung gemacht, dass Chloee insoweit abgeklärt ist.
    Das kann einige Monate dauern. Im Moment ist sie emotional noch tief verstrickt.
    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Du vermischt ständig zwei verschiedene Sachverhalte:

    a) Der Therapeut hat sich in Chloee verliebt und Chloee möchte wissen, ob sie etwas hätte anders machen können, damit das nicht passiert wäre. b) Der Therapeut nutzte aufgrund seines Verliebtseins seine Position in der Beziehung aus, um Chloee an sich zu binden.
    Diese beiden Fragen sind untrennbar mit einander verbunden. Chloee hat diesen Mann als Therapeuten, also unter genau definierten Umständen kennen gelernt. Obwohl sie skeptisch war, öffnete sie sich, da sie davon ausgehen konnte, sich in einer geschützten Situation - ausserhalb des üblichen Mann-Frau-Musters - zu befinden. Das Eingehen einer therapeutischen Beziehung beinhaltet klare Bedingungen. Eine davon lautet: Erotische Beziehungen sind tabu - die Verantwortung für die Einhaltung dieser Bedingungen liegen IMMER beim Therpeuten, egal, wie sich der Klient / die Klientin verhält.
    Dazu zählt auch, dass der Therapeut / die Therapeutin mit ihrer eigenen Verliebtheit - sprich: der Gegenübertragung - umgehen kann.

    Weil der Kontakt zwischen Chloee diesen Bedingungen unterliegt und es kein "normales" Kennenlernen war, kann aus dieser speziellen Situation auch nicht abgeleitet werden, wie sich Chloee "auf freier Wildbahn" gegenüber Männern verhält. Der Therapeut kann ihr nichts dazu sagen.

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Deshalb kann Chloee ja die Chance nutzen, zum Abschied wenigstens noch etwas zum Thema Mann/Frau mitzunehmen.
    Sie kann nichts mit nehmen, weil es keine "normale" Situation zum Thema Mann/Frau war.
    Geändert von Inaktiver User (11.04.2013 um 15:32 Uhr)

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Mit oder ohne neuen Therapeuten im Rücken muss man dazu ganz schön cool sein, finde ich. Wenn mir gerade jemand mit der Keule eins übergezogen hätte, hätte ich jedenfalls kein baldiges Bedürfnis auf ihn zuzugehen und zu fragen, warum mein Kopf im Weg war.
    Naja, das ist aber zumindest Chloees Anliegen:
    Zitat Zitat von Chloee Beitrag anzeigen
    Ich muss unbedingt in der nächsten Stunde mit ihm darüber reden, ob ich ihn irgendwie angemacht habe und wenn ja, wäre ich tatsächlich froh, wenn er mir sagen könnte wie.
    Aber das ist sicher nicht ohne und nicht ungefährlich, stimmt.

    Und noch einmal: Es geht um die Klärung der Frage, ob und was außergewöhnliches sie denn dazu beigetragen haben könnte, dass er sich überhaupt in sie verliebt hat. Nicht um die Frage, ob und was sie dazu beigetragen haben könnte, dass er sie unprofessionell und womöglich zu ihrem Schaden behandelt hat.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  7. Inaktiver User

    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Und noch einmal: Es geht um die Klärung der Frage, ob und was außergewöhnliches sie denn dazu beigetragen haben könnte, dass er sich überhaupt in sie verliebt hat. Nicht um die Frage, ob und was sie dazu beigetragen haben könnte, dass er sie unprofessionell und womöglich zu ihrem Schaden behandelt hat.
    Dazu kann beispielsweise beitragen, dass manche Männer auf freier Wildbahn relativ wenig Chancen bei Frauen haben, aber sofort anspringen, wenn die Situation eine klare Hierarchie beinhaltet und sie eine Machtposition haben.
    Ausserdem: Wer sagt, dass er nur Chloee belästigt und dieses Spielchen nicht auch mit anderen Klientinnen treibt?

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weil der Kontakt zwischen Chloee diesen Bedingungen unterliegt und es kein "normales" Kennenlernen war, kann aus dieser speziellen Situation auch nicht abgeleitet werden, wie sich Chloee "auf freier Wildbahn" gegenüber Männern verhält. Der Therapeut kann ihr nichts dazu sagen.
    Das scheint mir etwas zu einfach gedacht zu sein. Auch das Verhältnis Angestellte/Chef ist dann ja kein "normales" Kennenlernen und einige finden sich plötzlich in einem "eigentlich" nicht gewollten erotischen Verhältnis wieder, anderen dagegen würde so etwas nie passieren. Warum also nicht auch diese Gelegenheit nutzen, einen Instinkt dafür zu entwickeln, wie das passieren kann.

    Klar birgt das Sprengstoff und auch die Gefahr ungerechtfertigter Schuldzuweisungen und das sollte sich Chloee gut überlegen, ob sie sich dem Risiko aussetzen möchte, vor allem, ohne weiteren Rückhalt zu haben.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Das scheint mir etwas zu einfach gedacht zu sein. Auch das Verhältnis Angestellte/Chef ist dann ja kein "normales" Kennenlernen und einige finden sich plötzlich in einem "eigentlich" nicht gewollten erotischen Verhältnis wieder, anderen dagegen würde so etwas nie passieren. Warum also nicht auch diese Gelegenheit nutzen, einen Instinkt dafür zu entwickeln, wie das passieren kann.
    Dazu braucht's keinen Instinkt.
    Nur die Erinnerung daran, wann man das erste Mal die Schlafzimmertüre geöffnet hat, dann weiß man genau, wie das passieren konnte.

  10. Inaktiver User

    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Und schau mal, wie weit die Verwirrung geht:
    Du benutzt auch einmal "Therapeut" und einmal "Mann".
    Ja, das ist ein sprachliches Problem.
    Wenn er ein guter, verantwortungsbewusster Therapeut wäre, wäre der Therapeut der richtige Ansprechpartner. Ganz allgemein gesagt also!
    Gerade in einer Therapie kann und sollte man die Möglichkeit nutzen schwierige oder auch nur unangenehme Problem in der Beziehung anzusprechen und für das "wahre Leben" zu üben.

    Dieser Therapeut möchte nun aber als Mann gesehen werden. Also ist er kein geeigneter Therapeut mehr.
    Von daher würde ich ihm weder als Therapeuten noch als Mann vertrauen.
    Wie er es besser hätte machen können, wurde ja schon angesprochen.

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