Warum hätte sie das sollen? Sie ist die Klientin, sie hat in der Therapie den Freiraum, sich zu verhalten, wie sie will. Selbst wenn sie ihm heisse Liebeserklärungen machen würde, dürfte er nicht darauf eingehen.
Eine Therapie ist kein Gespräch auf Augenhöhe. Die Klientin braucht sich überhaupt keine Gedanken darüber zu machen, wie sie auf den Therapeuten wirkt, auch nicht, welche Auswirkungen ihr Tun auf ihn hat.
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Thema: Mein Therapeut und ich
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11.04.2013, 14:31Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
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11.04.2013, 14:32
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11.04.2013, 14:34
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11.04.2013, 14:35
AW: Mein Therapeut und ich
Das stimmt, deswegen wäre es auch eher eine Aussprache zwischen einer Frau und ihrem Verehrer und weniger zwischen einer Klientin und ihrem Therapeut.
Der Therapeut könnte ihr die (oder wenigstens: seine) Wahrheit dazu sagen oder ihr aber auftischen, was immer er möchte. Die Möglichkeiten bestehen natürlich und darin liegt für Chloee sicher auch eine Gefahr. Aber eine Therapeutin kann später in jedem Fall nur gemeinsam mit Chloee spekulieren, warum dieser Therapeut oder auch der Chef auf die Idee gekommen sind, eine erotische Beziehung mit Chloee anzufangen."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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11.04.2013, 14:35Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Doch, nach diesem Strang müsste sie es eigentlich wissen.

Es ist ihre Entscheidung, sich mit ihm privat zu treffen oder nicht. Sie ist erwachsen und ist von uns darauf hingewiesen worden, dass ein solcher Kontakt ihr nicht gut tun könnte. Wenn sie dennoch hingeht, ist das eine Weiche, die sie stellt.
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11.04.2013, 14:38
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11.04.2013, 14:38
AW: Mein Therapeut und ich
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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11.04.2013, 14:40
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11.04.2013, 14:40Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Das kommt darauf an, ob er ein guter Therapeut ist.
Prinzipiell wäre der Therapeut schon der richtige Ansprechpartner. "In unserer Beziehung hat sich etwas verändert und ich fühle mich so und so dabei. Ehrlich gesagt bin ich wütend auf sie." etc. pp.
Aber in diesem Fall spricht vieles dagegen, diesem Mann zu vertrauen.
Was steckt hinter der Frage: "Habe ich Sie angemacht?" Die Schuldfrage? Oder wird einfach eine Rückmeldung gewünscht, wie man auf andere wirkt?
Chloee, was hast du gespürt in den letzten Monaten? Wessen bist du dir bewusst?
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11.04.2013, 14:43Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Viele Beiträge von Chloee deuten auf eine emotionale Abhängigkeit von diesem Mann hin: Aus Angst, ihn zu verlieren, überlegt sie, mit ihm auszugehen, obwohl ihre Gefühle ihr klar sagen, dass sie kein erotisches Verhältnis mit ihm will.
Glaubst du wirklich, dass ließe sich von einem Moment auf den anderen abstellen, so dass sie ihn wie einen normalen Verehrer behandeln kann? So, als ob man einen Schalter umlegt? Das ist doch ziemlich naiv gedacht.
Welche Wahrheit soll ihr Therapeut ihr denn sagen? Dass ihn manche seiner Klientinnen so triggern, dass er seine professionelle Distanz verliert? Muss sich das Opfer eines Missbrauchs wirklich fragen, worin SEINE Schuld liegt? Genau das ist doch das Schreckliche an der Missbrauchsproblematik - dass man dem Opfer Schuld zuschiebt.
Die Situation für Chloee war ganz klar: Sie, die anfangs skeptisch gegenüber einer Therapie war, ließ sich vertrauensvoll darauf ein und muss jetzt erleben, dass sie Recht hatte: Ihre Skepsis war berechtigt, der Therapeut wurde übergriffig.
Noch steckt sie emotional so tief drin, dass sie das Verhalten des Therapeuten für sich zu entschuldigen sucht, weil sie sich noch nicht von ihm lösen konnte. Später, wenn sie die nötige Distanz hat, wird sie vermutlich sehr, sehr wütend und traurig darüber sein, dass dieser Pfuscher sie so verletzt hat.
Dafür ist es viel zu spät. So etwas hätte er nur dann vermitteln können, wenn er die professionelle Distanz gewahrt hätte.



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