Immerhin ist das nun eine klare Aussage von Dir: Selbst wenn er schwerst verliebt war, dann entschuldigt das sein Verhalten nicht. Sehe ich auch so.
Natürlich hat der Therapeut sich bei seinem Verhalten von seinen Gefühlen leiten lassen. In diesem Fall hätte das aber wohl dazu führen müssen, dass er vorzeitig die Therapie beendet. Er hätte insofern in der Lage sein müssen, sein Verhalten von seiner Gefühlslage zu trennen.
Völlig richtig, sehe ich auch so.
Doch, das ist zwar eine andere Frage, aber es ist die, die Chloee gestellt hatte.
Aber Du tust das natürlich per Ferndiagnose, alles klar. Immerhin hat sie deutlich gespürt, dass er in sie verliebt war, auch wenn er ihr das erst Wochen später gestanden hat. Warum sollte sie also nicht einschätzen können, wie ihre Männergeschichten bei ihm angekomen sind? Sie wird wissen, was sie ihm erzählt hat. Hat er dabei leuchtende Augen bekommen? Anzeichen von Eifersucht? Oder ehrliche Mitfreude ...
Per ordre Würfelzucker.
Ja, haben wir alles schon dreimal durchgekaut und sind zum gleichen Ergebnis gekommen: Er hätte die Therapie rechtzeitig abbrechen müssen, wenn seine Verliebtheit ihn bei der Arbeit behindert.
Stimmt. Womöglich hat er sich sogar beweisen wollen, dass er es trotzdem hinbekommt und nicht den Beruf wechseln muss. Hat aber nicht geklappt.
Naja, "große Liebe" ist vielleicht wirklich nicht so treffend, "schwerst verliebt" trifft es wohl eher.
Jedenfalls hat er seinen Gefühlen den Vorrang eingeräumt und vielleicht sogar geglaubt - (rosarrote Brille) -, seine Liebe würde ihre Heilung noch beschleunigen.
Da wollte er die Therapie ja dann endlich auch offiziell beenden und mit Chloee zur unverhohlenen Erfüllung seiner Sehnsüchte übergehen, ja.
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Thema: Mein Therapeut und ich
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15.04.2013, 14:45
AW: Mein Therapeut und ich
Geändert von Alaska (15.04.2013 um 14:50 Uhr)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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15.04.2013, 14:48Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Chloe hatte die Therapie sehr gut getan, hat sie jedenfalls geschrieben. ich weiß wirklich nicht, warum die Wellen denn dann hier so hoch schlagen müssen. Sie war natürlich verwirrt und durcheinander nachdem der Therapeut sich offenbart hat, sie hat aber auch gewußt wie sie damit umgehen mußte: sie ist offensiv mit ihren Fragen dazu hier ins Forum gegangen und hat um eine Diskussion gebeten. Sie ist in meinen Augen also nicht geschädigt worden durch den Therapeuten.Denn sie konnte sprechen, sich mitteilen, sich vertrauensvoll an andere wenden, sie konnte sich hinterfragen, sie war sogar versöhnlich.
In einer Therapie kann nun mal so einiges schief gehen, niemand ist davor gefeit, weder der Therapeut, dass er fehlerlos und immer angemessen und richtig handelt noch die Patientin, dass sie gesund und heil aus der Therapie hervorgehen wid. Ein Risiko ist immer dabei. Und ich denke, für den Therapeuten war diese Erfahrung auch nicht einfach. Er hat seine Grenzen nicht wahrgenommen sondern sie weiter gesteckt. Liebe kann ja bekanntlich blind machen, das was bleibt ist wahrscheinlich auch für ihn eine verunsichernde, vielleicht sogar bittere Geschichte, die er sicher mit Hilfe von Supervision oder einem Kollegen in privaten Stunden verarbeiten muß.
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15.04.2013, 15:34Inaktiver User
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15.04.2013, 15:45
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15.04.2013, 15:48
AW: Mein Therapeut und ich
ich glaube, du hast nicht verstanden, dass bei einhaltung der regeln ein verlieben unmöglich ist.
bei wahrung des anstandes auch nicht.
und dass, wenn sich ein therapeut erdreistet, seine gefühle als verliebtheit in die patientin zu deuten, er den beruf aufgeben müsste.
er hat seine verantwortung nicht wahrgenommen, er hat mehrere stufen sicherungen missachtet, er hat etwas absolut unzulässiges getan.lg
legrain
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15.04.2013, 15:56
AW: Mein Therapeut und ich
Wie soll das denn funktionieren? Kannst Du das mal bitte erklären, wie Regeln Gefühle verhindern können.
Und was ist das denn für eine verquere Sichtweise: "sich erdreistet, seine gefühle als verliebtheit zu deuten"? Das ist ja nicht mal Chloee verborgen geblieben, die hat das womöglich sogar schon gemerkt, bevor es ihm selbst richtig bewusst geworden ist:
Geändert von Alaska (15.04.2013 um 16:25 Uhr)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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15.04.2013, 16:28
AW: Mein Therapeut und ich
Meine Aussage dahingehend war schon immer klar.
Da gibbet kein "immerhin".
Außer dir reitet hier aber keiner auf der Frage herum.Doch, das ist zwar eine andere Frage, aber es ist die, die Chloee gestellt hatte.
Warum nicht?
Weil sich manche Fragen nicht beantworten lassen, manche beantworten sich von selbst bzw. es stellt sich heraus, dass manche Frage nicht stellbar ist, weil der Kontext ein ganz anderer ist, als es die Frage impliziert.
Einen Apfelbaum meinend, macht die Frage danach, wann die Birnen reif sind, auch keinen Sinn.
Ich mach gar nichts nach Ferndiagnose, ich richte mich nach dem, was Chloee beschreibt.Aber Du tust das natürlich per Ferndiagnose, alles klar.
Ich berücksichtige im Gegensatz zu dir sogar, dass es eine Therapie ist und nicht eine x-beliebige Begegnung woanders.
Und was machst du dann mit der Antwort, ja, er hat leuchtende Augen bekommen. Oder: nein, er ging eher darüber hinweg...?Immerhin hat sie deutlich gespürt, dass er in sie verliebt war, auch wenn er ihr das erst Wochen später gestanden hat. Warum sollte sie also nicht einschätzen können, wie ihre Männergeschichten bei ihm angekomen sind? Sie wird wissen, was sie ihm erzählt hat. Hat er dabei leuchtende Augen bekommen? Anzeichen von Eifersucht? Oder ehrliche Mitfreude ...
Nein, wir sind nicht zum gleichen Ergebnis gekommen.Ja, haben wir alles schon dreimal durchgekaut und sind zum gleichen Ergebnis gekommen: Er hätte die Therapie rechtzeitig abbrechen müssen, wenn seine Verliebtheit ihn bei der Arbeit behindert.
Du verstehst immer noch nicht.
Er muss abbrechen, so bald er seine Verliebtheit als tatsächlich vorhanden einstuft. Egal ob sie ihn offensichtlich behindert oder nicht.
Schon alleine das Ansinnen, sich das beweisen zu wollen, wäre völlig daneben. Und das müsste er wissen bzw. soweit verstanden haben in seiner Ausbildung und eigenen Persönlichkeitsarbeit.Stimmt. Womöglich hat er sich sogar beweisen wollen, dass er es trotzdem hinbekommt und nicht den Beruf wechseln muss. Hat aber nicht geklappt.
Ah.Naja, "große Liebe" ist vielleicht wirklich nicht so treffend, "schwerst verliebt" trifft es wohl eher.
Gut verstecktes Zurückrudern.
Du hast mich weiter vorne angepisst, weil ich dort schon widersprochen hatte.
Wie gesagt, sollte das AUCH noch der Fall gewesen sein, hätte er .... ich kann's gar nicht mehr zählen ... ein mehrfaches Doppelbingo an Fehlleistungen.Jedenfalls hat er seinen Gefühlen den Vorrang eingeräumt und vielleicht sogar geglaubt - (rosarrote Brille) -, seine Liebe würde ihre Heilung noch beschleunigen.
Du argumentierst und hast deine Ideen und Spekulationsansätze aus dem "Normalbegegnungsfall".
Das ist hier aber nicht.
Die Situation ist noch nicht mal mit der Chef-Situation vergleichbar.
Ein übergriffiger Therapeut ist ein übergriffiger Therapeut.
Ausdiemaus.
Ist mit nichts vergleichbar.
Ähnlich wie mit übergriffigen Erwachsenen an Kindern. Ist auch mit nichts vergleichbar.
Und beide Situationen sind nicht alleine auflösbar so lange man in der Situation verbleibt, d.h. als Privatperson oder Klient im Therapeutenfeld oder als Kind im Elternfeld.
Wie man da raus kommt, lässt sich aber tatsächlich mit der Auflösung der Chef-Situation vergleichen:
Eine wirkliche Auflösung eines unguten Chef-Angestellten(liebes)verhältnisses ergibt sich erst, wenn man auch den Job wechselt.
Heißt: ganz weg.Geändert von kubus (15.04.2013 um 16:35 Uhr)
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15.04.2013, 16:53
AW: Mein Therapeut und ich
Es war die Frage, die Chloee beschäftigt. Anscheinend möchtest Du und andere hier aber lieber Deine Horrorprojektionen bezüglich dieses Therapeuten ausleben.
Nein, es ist doch ganz einfach: Es passt Dir einfach nicht in den Kram, dass Chloee womöglich etwas lernen könnte, wie sie zukünftig nicht in solche Situationen kommt. Dass es beispielsweise auch nicht verkehrt ist, vor dem Überqueren eines Zebrastreifens nach links und rechts zu schauen, obwohl man im Recht wäre, wenn man überfahren wird. Ob das in diesem Fall überhaupt möglich gewesen wäre, ist natürlich sehr fraglich. Zumal Chloee ja offenbar nicht einmal in ihn verliebt gewesen ist, wie sie sagt.
Trotzdem versuchst Du (und einige andere hier) händeringend, diese Frage von Chloee unter den Teppich zu kehren. Ich vermute, weil für Dich die Kurzschlussfolgerung dann lauten müsste: Selbst schuld, wenn sie es hätte beeinflussen können, ob er sich in sie verliebt, oder nicht. Anders kann ich mir dieses hartnäckige Unterdrücken der Klärung dieser Frage von Chloee nicht mehr erklären.
Tatsächlich? Würdest Du ihr hier nicht lieber eine Fehlwahrnehmung attestieren:
Es könnte auf eine Klärung der Frage hinauslaufen, inwieweit Chloees Plan, ihn mit ihren Männergeschichten abzuschrecken, funktioniert hat oder eben nicht, im Gegenteil.
Wie kommst Du darauf?
Ja klar. Es war ja eine Unterstellung von Dir oder von visual, er sei ein sabbernder Lüstling, der sich ohnehin an jede Klientin ranmacht, die nicht bei drei auf den Bäumen ist. Es könnte aber auch sein, dass er sich davor noch nie in eine Klientin verliebt hat. Du weißt es schlichtweg nicht, Du stellst nur Deine Phantasie als absolute Wahrheit hin.
Na, da widersprichst Du Dir ja direkt selbst, denn:
Nein, kubus. Du hast Dich da in ein Schwarz/Weiss-Denken verrannt.Geändert von Alaska (15.04.2013 um 17:00 Uhr)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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15.04.2013, 17:00
AW: Mein Therapeut und ich
alaska, hast du das wort gegenübertragung schon einmal nachgelesen?
wenn nicht, reden wir aneinander vorbei.lg
legrain
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15.04.2013, 17:07
AW: Mein Therapeut und ich
Ja, durchaus:
Zwei Aspekte fallen mir dabei nun auf:Beispiel einer Gegenübertragung: Ein Patient fühlt sich von seiner Therapeutin gut verstanden und hegt freundschaftliche oder zärtliche Gefühle für sie (Übertragung), macht ihr Geschenke und lädt sie zum Kaffee ein (agierte Übertragung). Sie findet ihn sympathisch und verspürt eine Tendenz, auf das Angebot einzugehen (Gegenübertragung). Ginge sie tatsächlich darauf ein und nähme die Einladung an, so würde sie ihre Gegenübertragung agieren und damit gegen das Gebot der Abstinenz verstoßen.
1. Handelt es sich überhaupt um eine Gegenübertragung, wenn keine Übertragung stattgefunden hat? Chloee sieht sich selbst jedenfalls nicht so, dass sie zärtliche Gefühle für den Therapeuten hegt, allenfalls freundschaftliche oder halt Dankbarkeit. Der Therapeut reagiert aber nicht mit Sympathie oder mit Freude darauf, sondern mit Verliebtsein.
2. Das Gebot der Abstinenz würde dem Therapeuten nicht einmal direkt Gefühle des Verliebtseins verbieten, allerdings wäre jedes Ausleben der Gefühle ein Verstoß. Und den hat er sich eindeutig geleistet."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')



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