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  1. Inaktiver User

    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Man ist als Therapeut sehr bewußt darin, was man warum sagt. Reflektiert das auch nach der Stunde. Insofern merkt man auch Impulse zur Selbstenthüllung und wägt sie zum Wohle des Patienten ab. Wenn man sie einsetzt, dann bewußt, im Sinne des Patienten. Und nie, um für sich persönlich etwas zu erreichen. Von meinen Patienten darf ich materiell wie emotional nichts bedürfen!
    Das ist verständlich maryquitecontrary.
    Mich würde aber interessieren wie hätte er sich verhalten sollen. Wenn er sich z.B. in sie verliebt hat.
    Hätte er warten sollen bis die Therapie abgeschlossen ist?
    L.G.
    E.

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist verständlich maryquitecontrary.
    Mich würde aber interessieren wie hätte er sich verhalten sollen. Wenn er sich z.B. in sie verliebt hat.
    Hätte er warten sollen bis die Therapie abgeschlossen ist?
    L.G.
    E.
    Das wurde nun schon sehr oft hier geschrieben. Hast du den Strang überhaupt gelesen?

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    falsch!
    Doch, natürlich. Wenn Chloee ihm bewusst von anderen Männern erzählt, um ihn von sich fernzuhalten, da sie spürt, dass er in sie verliebt ist, dann ist das in gewisser Weise ein Spielen mit seinen Gefühlen.
    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    Der vertrag lautete, der therapeut würde professionell zurückhaltend agieren, dafür kann der papient im vertrauen erinnerungen und gefühle ausprobieren, als heilungsprozess, im gesicherten und geschützen rahmen, im wissen, dass er das nichst als persönlich auf den therapeuten gemünzt missinterpretieren darf.
    Völlig richtig. Ändert aber nicht das geringste daran, dass er sich offenbar in sie verliebt hatte und anders hätte damit umgehen müssen.
    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    das mag in privatbeziehungen so spielen, hier handelte es sich um einen deklariert "klinisch privatgefühls-sauberen" raum.
    Das ist eine Illusion. Und wieder werden zwei Dinge miteinander verwechselt: Das Entstehen von Gefühlen und die Verantwortung für den Umgang mit Gefühlen.
    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    sie braucht sich kein einziges schuldgefühl zuzumuten. der vertrag wurde einseitig verletzt. vom therapeuten. er musste viele stopschilder überfahren, um bis zur dreistigkeit eines geständnisses zu kommen.
    Das was ich als "Spielen mit seinen Gefühlen" bezeichnet habe, war sicher keine "Vertragsverletzung" von Chloee, nein.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  4. Moderation

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wie hätte er sich verhalten sollen. Wenn er sich z.B. in sie verliebt hat.
    Hätte er warten sollen bis die Therapie abgeschlossen ist?

    Es fängt ja doch vorher an. Eine Therapie ist keine normale Beziehung, sondern ein durch einen Vertrag abgesichertes professionelles Verhältnis mit einem starken Machtgefälle. Ein Patient muß sich, wenn die Behandlung Erfolg haben soll, vertrauensvoll mit Schwächen und Scham, mit schwierigen und teilweise gefährlichen Erfahrungen (weil enorm belastend/destabilisierend wirkend) im therapeutischen Raum zeigen dürfen und sich darauf verlassen können, daß der Therapeut Rahmen und ggfs. auch Tempo und Belastung so regelt, daß der Patient geschützt ist. Selbst wenn man nicht tiefenpsychologisch arbeitet und auch wenn man. z.B. bei traumatisierten Patienten, so viel Kontrolle und Übersicht wie möglich dem Patienten überläßt, so bleibt das Machtgefälle - was ja eigentlich ein Verantwortungsgefälle ist.

    Egal, welche Methode angewendet wird, die therapeutische Beziehung ist eine Arena, in der sich Wesentliches abspielt. Da muß ich als Behandler ganz genau verstanden haben, in welcher Rolle ich hier zugegen bin. Genau so, wie ein Chirurg vom Patienten die Erlaubnis zur Körperverletzung einholt und deshalb doch nicht in privatem Rahmen mal eben sein Skalpell zücken darf, weil er gerne noch mal was probieren möchte, so bin ich ja in den intimen Raum, der Therapie heißt, nur kraft meines Berufes eingeladen, nicht, weil ich so ein wunderbarer Mensch bin (den müssen mir eben andere spiegeln, in meinem Privatleben).

    Die Prozesse, die sich abspielen, sind heikel und beinhalten Gefühle, die ich einordnen können muß. Patienten können mir mit ungeheurer Wut, Angst, Mißtrauen begegnen, aber auch mit grenzenlosem Vertrauen, Bewunderung, Liebesgefühlen. Auch mit erotischen Gefühlen, gerade, wenn "Mißbrauch" (sexuell, emotional) und Verwirrung diesbezüglich im Raum steht. Diese stehen für Gefühle in anderen Beziehungen und ich darf sie in diesem Sinne nicht persönlich nehmen.

    Insofern finde ich es schon erstaunlich, sich in einem Patienten zu verlieben. Mir ist das auch noch nie "passiert", obwohl ich auch Zuneigung und Nähe empfinden kann. Aber das ist auf einer anderen Ebene. Ich kenne mich gut und kann mein Gefühlsregister ziemlich gut einordnen, das braucht man für den Beruf.

    Ich stelle mir also vor, daß ein Therapeut, der sich ernsthaft in eine Patientin "verliebt", eine echte Schwäche auslebt, indem er sich einen abhängigen Menschen erwählt, mit dem es keine Beziehung auf Augenhöhe geben kann, weil eben die Therapie eine ganz enorme Schieflage bedeutet. Nicht, daß der Therapeut als Mensch "stärker" ist als der Patient, sondern in seiner professionellen Rolle. Die eben Abstinenz erfordert.

    Wenn es aber so wäre (und ich will das ja auch nicht ausschließen, nur weil ich es nicht kenne), dann habe ich ja als Therapeut trotzdem noch meine Verantwortung. Ich nehme an, daß ich versuchen wollen würde, eine mögliche Verunsicherung von meinem Patienten fernzuhalten, wenn das möglich ist. Ich würde also ggfs. einen guten Ersatztherapeuten finden und meinen Patienten abgeben. Würde es womöglich mit externen Gründen begründen, wenn das glaubwürdig möglich wäre. Aber da bin ich mir nicht sicher. Im Zweifelsfall würde ich vielleicht eine gemeinsame "Übergabe"sitzung haben wollen, wo ich die bei mir aufgetretenen Gefühle verantwortlich erklären und jede Realisierung ausschließen würde. Aber so, wie ich es jetzt überlege, wäre auch das schon risikobehaftet für den Patienten.

    Ich nehme an, wäre ich wirklich in der Lage, wso würde ich mir von erfahrenen Kollegen/Supervisor Rat holen und mich auch schon dadurch professionell absichern.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  5. User Info Menu

    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist verständlich maryquitecontrary.
    Mich würde aber interessieren wie hätte er sich verhalten sollen. Wenn er sich z.B. in sie verliebt hat.
    Hätte er warten sollen bis die Therapie abgeschlossen ist?
    L.G.
    E.
    ich bin nicht mary , ich bin nur ein laie.
    hier zitiere ich mich als nichtfachmann selbst:

    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    wehe, wenn er das in diesem rollenspiel nicht mehr als stellvertretender vater, als mutter, sondern als begehrender erwachsener beantwortet!
    das ist, überlege bitte, als ob ein vater, eine mutter, die eigene tochter...

    nein, es darf einfach nicht sein, dass die patienten die verantwortung für die verletzung der vertragsgrundlage erhält oder übernimmt.
    Geändert von legrain (14.04.2013 um 22:48 Uhr)
    lg
    legrain

  6. Moderation

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Doch, natürlich. Wenn Chloee ihm bewusst von anderen Männern erzählt, um ihn von sich fernzuhalten, da sie spürt, dass er in sie verliebt ist, dann ist das in gewisser Weise ein Spielen mit seinen Gefühlen.

    Das mag ja sein. Es ist ja auch nicht so ungewöhnlich. Aber das muß ich als Therapeut eben einordnen können. Wenn das in mir was auslöst, dann muß ich sehen, ob dies für die Patientin im Sinne von Verstehen nützlich sein kann. Dafür sind wir doch ausgebildet!
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Das mag ja sein. Es ist ja auch nicht so ungewöhnlich.
    Eben. Deshalb meinte ich ja: Wenn Chloee diese ihre Reaktion auf sein Verliebtsein nun als "ihn ausnutzen" bezeichnet, dann kann ich das nicht nachvollziehen. Wenn sie deswegen dennoch Schuldgefühle hat, weil dies nun mal ihre Art und Weise war, ihn zurückzuweisen, dann sollte sie sich das ruhig vergeben: Jemandem einen Korb gegen zu müssen ist für die meisten so oder so eine eher unangenehme Sache, aber leider nicht immer zu vermeiden.

    Und dass es nun ausgerechnet diese Geschichten von den anderen Männern waren, die ihn angestachelt haben, sich Chloee weiter zu nähern (dass ihr Plan sozusagen nach hinten losgegangen ist), das halte ich zwar nicht für unmöglich, aber doch für eher unwahrscheinlich. Jedenfalls hätte ihm das doch Zaunpfahl genug sein müssen, dass sie von ihm als Mann nichts möchte. Wenn er das mißverstanden haben sollte, dann war er wirklich nicht bei der Sache.

    Oder, Chloee, was meinst Du: Könnten diese Männergeschichten so bei ihm angekommen sein, dass er sich erst recht ermuntert fühlte, sich Dir weiter zu nähern?
    Geändert von Alaska (14.04.2013 um 23:01 Uhr)
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  8. gesperrt

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Man könnte noch weiter gehen mit der Betrachtung dessen, was hier mit "ein gewisses Spielen mit seinen Gefühlen" benannt wird. Was ist das überhaupt für ein "Spiel"? Mit Sicherheit keines, das den Therapeuten necken oder schaden wollte.

    Chloee hat ihn nicht konfrontiert mit den Worten 'Was ist das? Sie haben sich wohl hoffentlich nicht in mich verliebt...?", nein, sie hat ihm durch die Blume versucht beizubiegen, dass sie kein Interesse an ihm als Mann hat. Sie hat ihn somit geschützt - und nicht konfrontiert. Sie hat ihn und sich geschützt, weil sie Interesse an der weiteren Therapie hatte.

    Das hätte er wenigstens merken müssen, hat er aber nicht, oder - im schlimmsten Fall - hat er es doch gemerkt und ist darüber hinweg gegangen. In jedem Fall liefen damit einige Schleifen in Sachen Machtmissbrauch, denn das ging über mehrere Wochen. Chloee hatte die Doppelrolle von Abhängiger und Unterstützerin. Und er hat es nicht nur zugelassen, sondern gefördert. Angeblich sogar unter Supervision. Ich kann das nicht ganz glauben.

    Chloee, falls du immer noch nicht weißt, wie du weiter vorgehen sollst, die Frage, ob dein Trauma auch mit einer ambivalenten Doppelrolle zu tun hat. Wenn ja, sollte das wirklich der dringendste Anlass sein, an den Herrn keine Sekunde mehr zu verschwenden, sondern dich - ohne über LOS zu gehen - an eine Gemeinschaftspraxis / (öffentliche) Beratungsstelle zu wenden, wo mehrere Profis sitzen, ich denke, das ist dann besser. Du hast ja mit dem Thread hier auch schon einen Schritt auf eine "Gruppe" zu gemacht. Das "gefühlte Netz" ist damit größer und von dort aus wird sich ein besserer Weg finden lassen, als sich alleine im Dialog mit diesem Therapeuten weiter zu verlaufen.
    Geändert von kubus (15.04.2013 um 00:00 Uhr)

  9. gesperrt

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    AW: Mein Therapeut und ich

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Oder, Chloee, was meinst Du: Könnten diese Männergeschichten so bei ihm angekommen sein, dass er sich erst recht ermuntert fühlte, sich Dir weiter zu nähern?
    Ja, warum nicht.
    Er bekam von Chloee den Eindruck, dass sie Vielmännerei betreibt und dachte sich "Ach, wie praktisch, dann wird sie mir nicht wirklich gefährlich und einer Affaire steht nichts im Weg".



    Du kannst solche Fragen aus der Situation heraus nicht ernsthaft stellen wollen.
    Das sind keine Teenie Stories wie "Katja und Klauspeter verlieben sich auf Klassenfahrt und machen deshalb dummes Zeug".

    Es ist kein romantisches Setting auf Augenhöhe, wo die wahre Liebe zuschlägt oder zugeschlagen hat und alle Konventionen Lügen straft. Es war eine Traumatherapie.
    Auch wenn du es gerne romantisch hättest.

  10. Inaktiver User

    AW: Mein Therapeut und ich

    @maryquitecontrary
    danke dir für die Antwort

    Liebe Grüße
    E.

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