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Thema: Mein Therapeut und ich
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14.04.2013, 16:12
AW: Mein Therapeut und ich
lg
legrain
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14.04.2013, 16:16Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
DAS hier ist eindeutig übergriffig:
Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Ärzte auch mal eine persönliche Bemerkung einfließen lassen. Aber die Frage, ob die TE ihn "als Mann kennen lernen" wolle, klingt nach einem eindeutigen Angebot, das die Grenzen der professionellen Distanz weit überschreitet.
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14.04.2013, 16:18Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Das stimmt.
Körperlich vielleicht nicht.Übrigens ich habe hier nichts gelesen das Chloee bedrängt angetatscht oder ähnliches wurde.
Der Frauenarzt ist für den Körper zuständig, daher mein körperliches Beispiel.
Der Therapeut ist für die Seele zuständig und wenn jemand von mir geliebt werden möchten, betrifft das meine Seele.
Stimmt, das könnte er sogar bewusst gemacht haben, um die Patientin zu provozieren, Grenzen zu ziehen ("Entschuldigung, ich bin hier, weil ich Probleme habe. Könnten wir bitte zu denen zurück kommen?").Ich habe mich darauf bezogen, dass der Therapeut der TE angefangen hat von sich zu erzählen.
Wie sich aber herausgestellt hat, wollte er, dass sie sich für ihn als Person und als Mann interessiert. Damit vertauscht er die Rollen vor und hinter dem Tresen, um auf das Metzgerbeispiel zurückzukommen.
Gut möglich, dass es für ihn nicht leicht ist!Übrigens ich arbeite mit Ärzten zusammen und kenne auch die andere Seite. Deswegen sage ich es ist nicht leicht.
Das ist es für einen Lehrer, der eine 16 jährige Schülerin attraktiv findet, oder einen katholischen Priester, der sich in ein verheiratetes, weibliches Gemeindemitglied verliebt, vermutlich auch nicht.
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14.04.2013, 16:27
AW: Mein Therapeut und ich
Meiner Meinung nach, und ich bin selbst Psychotherapeutin, sind hier eindeutig Grenzen in unprofessioneller und verantwortungsloser Weise überschritten worden.
Die Standards erfordern absolute Enthaltsamkeit des Therapeuten. Daß Gefühle, auch starke, aufkommen, gehört zum Beruf. Dafür erlernt man ihn ja jahrelang, daß man u.a. damit professionell umgehen kann. Sich im Zweifelsfall Kollegen/Supervision zur Hilfe nimmt. Das heißt nicht, daß man nicht auch mit eigenen Gefühlen arbeitet. Aber bewußt und nicht eigennützig. Im Therapiezimmer bin ich im Sinne des Patienten unterwegs. Meine Entlohnung geschieht anderswann, und nicht in emotionaler Währung.
Man ist als Therapeut sehr bewußt darin, was man warum sagt. Reflektiert das auch nach der Stunde. Insofern merkt man auch Impulse zur Selbstenthüllung und wägt sie zum Wohle des Patienten ab. Wenn man sie einsetzt, dann bewußt, im Sinne des Patienten. Und nie, um für sich persönlich etwas zu erreichen. Von meinen Patienten darf ich materiell wie emotional nichts bedürfen!
Das Schlimme ist ja die Situation, in die ich den Patienten stürze: er hat sich in eine vertrauensvolle Abhängigkeit von mir begeben, aus der ich ihn eigennützig herausstürze. Er muß dann mich oder sich selbst verraten. was u.U. einer fatalen Fortsetzung früherer Muster entspricht. Und ich verrate u.U. seine Hoffnung, daß Therapie überhaupt helfen kann. Man kann nicht mal eben so aus einer laufenden Therapie heraus aussteigen und den Prozeß andernorts fortsetzen, jedenfalls keinesfalls ohne Weiteres. Insofern richte ich als Therapeut damit wirklichen, möglicherweise schweren Schaden an.
Therapeut ist ein ganz wunderbarer Beruf, aber er geht mit einer großen Verantwortung einher. Chirurgen dürfen nicht alkoholisiert operieren, Therapeuten nicht emotional besoffen agieren.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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14.04.2013, 18:51Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Vielen Dank, maryquitecontrary, für deine klaren Worte!
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14.04.2013, 19:14Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
Allen die es nicht verstehen möchte ich sagen, dass so etwas tatsächlich einen langfristigen Schaden hervorrufen kann.
Meine Geschichte ist etwas anders.
Ich hatte mich in meiner Therapie in den 90iger Jahren in den Therapeuten verliebt oder meinte das zumindest. Ich habe es ihm gesagt um den Druck loszuwerden und nicht weil ich hoffte er würde darauf einsteigen. Er hat sich nicht eindeutig abgegrenzt. Er vergewisserte sich vielmehr wie alt ich sei, wohl weil in seinen unausgesprochenen Überlegungen der Altersunterschied eine Rolle spielte.
Was damals los war weiß ich nicht genau. Fakt ist, nachdem ich es gesagt hatte war es eigentlich wieder gut d.h.
auf das "normale" Maß zurückgeschraubt.
Klar war ich in einer abhängigen Beziehung die er in der Rückschau auch für sich ausgenutzt hat. Damals wusste ich noch nichts davon was in einer Therapie sein darf, nichts von Übertragung und Gegenübertragung und jemanden Außenstehenden zum Reden hatte ich auch nicht.
Er ist jemand der mit seinen Klienten sofort per Du ist und auch Umarmungen beim Abschied gehören eigentlich dazu. Befremdlich fand ich aber seine Aussage ich würde bei Umarmungen immer mit dem Unterkörper weg bleiben.
Das fand ich ganz normal, beließ es so auch wenn es mich verunsichert hat.
Ich war seinerzeit auch in seiner wöchentlichen Gruppentherapie. Irgendwann sprach er mich darauf an ich könnte bei ihm ja als eine Art Co-Therapeutin einsteigen. Das wäre ein Experiment. Er würde gerne mit Frauen zusammenarbeiten.... Da ich mich davon gebauchpinselt fühlte ließ ich mich darauf ein was ziemlich fatal war da allein schon deswegen, weil ich bei den anderen Gruppenmitgliedern nun einen schlechten Stand hatte (Neid) und nie so recht klar war welchen Platz ich einnehme.
In dieser Zeit (einige Monate) kam es auch dazu das ich ihm so Sachen wie Telefonate (Absagen von Gruppensitzungen) abnehmen sollte.
Als ich beschloss auszusteigen war er sehr ungehalten und sagte dies wäre gegenüber den Gruppenmitgliedern unverantwortlich. Ich war erstaunt, denn in der Verantwortung sah ich mich nicht. Die hatte alleine er! Ich hatte das Gefühl er will mich nicht gehen lassen. Ich bin trotzdem gegangen.
Die Einzeltherapie habe ich noch eine Weile fortgesetzt und dann gespürt es geht nicht mehr. Es wäre besser wenn ich zu einer Therapeutin ginge. Das hat ihm auch nicht gepasst.
Der Hammer kam in der Abschiedsstunde. Ich meinte zu ihm vielleicht könne man wenn viel Zeit ins Land gegangen sei privat mal einen Kaffee trinken gehen und reden. Naiv ich weiß! Das er private Kontakte zu Klienten hat wusste ich.
Aus für mich heiterem Himmel fing er plötzlich damit an ich wäre ja als Frau nie präsent gewesen. Und außerdem hätte ihm vor Jahren mein Ex etwas über mich erzählt was wie Gift auf ihn gewirkt hätte. Dies hätte zwar in der therapeutischen Beziehung keine Rolle gespielt aber jetzt schon. Es hat mich gewundert, dass er damit kam, denn als Frau wollte ich ihm gar nicht begegnen. Ich hatte den Eindruck er schiebt irgendeinen Film.
Ich war ehrlich gesagt schockiert. Ich habe danach Alles in Frage gestellt. Bat ihn darum zu sagen worum es ginge aber dies hat er mir verweigert. Wegen dieser Verweigerung konnte ich jahrelang nicht wirklich damit abschließen. Er hatte mich immer noch an der "Angel", insofern das das Rätselraten nicht aufhörte. Außerdem hat er mich mit dieser Abwertung sehr getroffen und das wusste er. Sein angewidertes Gesicht habe ich nie vergessen. Immer wieder die Frage warum hat er mir das gesagt? Eine Klärung wollte er ja offensichtlich nicht. Oft dachte ich hätte er doch nur seinen Mund gehalten. In einem Brief bat ich ihn wenig später nochmal um Aufklärung. Er sprach mir auf dem AB das ich durch das Schreiben wieder ein wenig in seiner Achtung gestiegen wäre....
Buh....und das von jemandem dem man jahrelang vertraute.
Ich war im Anschluss bei seiner Kollegin (selbes Haus, anderer Eingang aber dennoch Praxengemeinschaft). Der habe ich erzählt was vorgefallen ist und auch sein Verhalten bezüglich der Mitarbeit in der Gruppe. Leider hat sie sich, wohl aus Loyalitätsgründen, nicht dazu geäußert. Ein einfaches es war nicht in Ordnung was er da gemacht hat hätte mir genügt. So fühlte ich mich irgendwie verraten bzw. alleine gelassen damit.
Aus heutiger Sicht hat er sich eindeutig unprofessionell verhalten. Ich war damals zu uninformiert, abhängig und schwach um das zu durchschauen.
Ich kann die TE nur davor warnen sich auf sein Angebot einzulassen. Als privat ist er sicher anders, zeigt auch seine Schattenseiten und das kann was bislang gut in der Beziehung war zerstören und wie gesagt Vieles in Frage stellen was vorher war.Geändert von Inaktiver User (14.04.2013 um 19:54 Uhr)
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14.04.2013, 19:16
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14.04.2013, 21:11
AW: Mein Therapeut und ich
Da schließe ich mich Fenimi an, Chloee: Ich sehe bisher nicht, dass Du ihn ausgenutzt hast. Vielleicht hast Du da mit seinen Gefühlen etwas gespielt, aber das ist "im Rahmen des Üblichen" würde ich mal sagen, und es hatte ja den Zweck, ihn zu ernüchtern. Dass Du Deine Therapie mit ihm fortsetzen wolltest und nichts weiter, das finde ich völlig nachvolllziehbar.
Wenn sich jemand in einen verliebt und man die Gefühle nicht erwidern kann, man also einen Korb geben muss, dann kann das schon mal zu Schuldgefühlen führen. Man verletzt ja mit der Zurückweisung jemanden womöglich ein wenig. Aber mehr an Schuldgefühlen brauchst Du Dir eigentlich nicht zumuten, finde ich."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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14.04.2013, 21:50Inaktiver User
AW: Mein Therapeut und ich
@Fenimi

Ja es ist sehr schwer wenn so viele Emotionen, Erwartungen, Gefühle aufeinander prallen.
Da einen Weg daraus zu finden ist immer für beide beteiligten schwer.
Ich hoffe die TE wird den richtigen weg aus diesem Dilema finden.
L.G.
E.
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14.04.2013, 21:57
AW: Mein Therapeut und ich
falsch!
der vertrag lautete, der therapeut würde professionell zurückhaltend agieren, dafür kann der patient im vertrauen erinnerungen und gefühle ausprobieren, als heilungsprozess,
im gesicherten und geschützen rahmen, im wissen, dass der profi das gar nicht als persönlich auf den therapeuten gemünzt, missinterpretieren darf.
das mag in privatbeziehungen so spielen, hier handelte es sich um einen deklariert "klinisch privatgefühls-sauberen" raum.Wenn sich jemand in einen verliebt und man die Gefühle nicht erwidern kann, man also einen Korb geben muss, dann kann das schon mal zu Schuldgefühlen führen.
sie braucht sich kein einziges schuldgefühl zuzumuten.Aber mehr an Schuldgefühlen brauchst Du Dir eigentlich nicht zumuten, finde ich.
der vertrag wurde einseitig verletzt. vom therapeuten. er musste viele stopschilder überfahren, um bis zur dreistigkeit eines geständnisses zu kommen.
um dir den unterschied zu erklären verwende ich ein bild.
ein therapeut ist auch "nur ein mensch, nur ein mann". das ist die rechnung. die stimmt.
aber, wenn jemand verletzt auf der strasse liegt, ist er als ersthelfer nur ein helfer, nicht "nur mensch, nur ein mann". diese hilfe zu unterlassen, ist in unserem land strafbar.
jetzt geht der menschmann in seine praxis, hier ist er profihelfer, ist nicht "nur mensch, nur ein mann", er setzt seine geschulten fähigkeiten zu vorteil hilfsbedürftiger ein. es gelingt nicht immer, aber er hat alle sicherungen eingebaut, dass er niemals einem patienten willentlich schadet.
er garantiert seinem patienten, und das gesetz verpflichtet ihn dazu, insbesondere sexuelle und erotische vorteilsnahme zu unterlassen. er versetzt nämlich die patienten mit seiner therapiemethode in einen zustand beschränkter augenblickswachsamkeit, indem er sie in vergangene situationen begleitet, in der zeit hat er logischerweise grosse verantwortung.
das konzept, auf dem die idee beruht, therapie könne helfen, sagt ihm, der patient gerate in einen zustand der offenheit, formbarkeit und enormen verletzlichkeit, die wunden können in der spanne so tief schlagen wie die in der prägenden zeit der frühen kindheit. das setzt die verantwortung des profis noch höher.
der fachmann weiss noch etwas ungeheuer schönes und schweres, er kann für augenblicke die stelle der ersten und prägenden bezugspersonen einnehmen, wenn das gelingt, kann der heilungsbedürftige noch einmal neu beginnen, kann sein gefühlsspektrum erweitern.
er steht als stellvertretender vater, als stellvertretende mutter, mit der gleichen verantwortung da. die ganze reizende liebe einer tochter zu ihrem vater, ihrer mutter, ihrem männlichen oder weiblichen urbild, vermag da vor ihm aufzubrechen,..........
wehe, wenn er das in diesem rollenspiel nicht mehr als stellvertretender vater, als mutter, sondern als begehrender erwachsener beantwortet!
das ist, überlege bitte, als ob ein vater, eine mutter, die eigene tochter...
nein, es darf einfach nicht sein, dass die patienten die verantwortung für die verletzung der vertragsgrundlage erhält oder übernimmt.Geändert von legrain (14.04.2013 um 22:45 Uhr)
lg
legrain



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