Hallo liebe Community,
wie schafft man es, negativen Lebensthemen, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht lösbar sind, nicht so viel Raum im eigenen Leben zu geben ?
Hmmm ich drück mich vielleicht etwas missverständlich aus, aber zur Zeit laufen ein paar Dinge im privaten, beruflichen Bereich und leider auch Freizeitbereich nicht so rund.
Im familiären Bereich hat ein Familienmitglied den Kontakt zu uns abgebrochen,
Im beruflichen Bereich verhält sich zur Zeit ein Kollege nicht teamfördernd. Dieses Verhalten wird zur Zeit zwar gesehen, aber noch nicht gelöst. Da kann ich im Moment nur die Zähne zusammenbeißen und warten, bis was passiert.....
Und im Hobby wird aktuell gemobbt und keiner schreitet richtig ein...
Mein Problem ist:
Ich würde all diese Dinge so gern anpacken und lösen, damit ich endlich wieder Frieden habe. Ich will mich nicht ständig darüber wundern, warum sich das Familienmitglied zurückgezogen hat. Ich möchte mich nicht über den Kollegen ärgern, der offensichtlich mit all seinen Macken durchkommt und zusehen, wie in meiner Freizeitoase, meinem Raum für Enstpannung jemand ganz offensichtlich wegen seiner Andersartigkeit ausgegrenzt wird, kann ich schon gar nicht ( Es handelt sich um einen Sportverein )
Das nimmt so viel Raum in meinen Gedanken ein, dass ich grüble, überlege und zu keiner richtigen Lösung komme......
Es muss doch zu schaffen sein, das alles als "gegeben" hinzunehmen und Geduld zu haben, dass sich alles finden wird.
Ich hab schon immer Abgrenzungsprobleme gehabt, also bin ich für jeden Rat dankbar...
polilla
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
Thema: Abgrenzung und Geduld
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10.04.2013, 10:16
Abgrenzung und Geduld
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10.04.2013, 10:54
AW: Abgrenzung und Geduld
Ich habe mir angewöhnt, mir folgende Frage zu stellen: Hat das Thema direkt etwas mit mir als Mensch zu tun, beinträchtigt es also DIREKT mein Leben? Oft muss ich "Nein" sagen, und damit ist das Problem, das ich grade sehe, nur noch ein Thema, aber eben kein Problem mehr.
Der Verwandte: Warum hat er den Kontakt abgebrochen? Ging dem ein direktes Fehlverhalten von euch voraus, habt ihr ihn irgendwie gekränkt oder beleidigt? Wenn Ja, kann man das ja vielleicht durch ein Gespräch klären. Wenn Nein, dann ist das halt so. Sicher wünscht man sich Harmonie, grade in der Familie. Aber ich persönlich habe es aufgegeben, mich in jeden reinzudenken und zu versuchen zu richen, was ihm nicht passt. Oft ist es denjenigen selber gar nicht so bewusst, warum sie sich so verhalten, weil sie sich selber gar nicht reflektieren. Dafür übernehme ich keine Verantwortung mehr. Wenn ich also eh nichts erreichen kann, nehme ich das hin und warte, ob er irgendwann wieder auf mich zukommt.
Der Kollege: Beeinträchtigt er direkt deine Arbeit, mobbt dich direkt, oder stört dich nur, dass er sich so stark profiliert und du hast Angst, er könnte dir die Butter vom Brot nehmen? Ich dem Fall frage ich mich, wie ich mich selber wieder stärker ins Gespräch bringen kann. Wie ich sein Verhalten diskret auf den Tisch bringen kann, um mich selber auch abzusichern. Ich frage mich aber nicht mehr, warum er so tickt.
Der Sportkollege: ER ist anders, und du nimmst dir zu Herzen, dass er dafür gedisst wird? Das ist grundsätzlich natürlich schade und schlechter Stil der anderen. Aber auch hier: betrifft es mich persönlich? Geht es mir schlecht deswegen? Oder trifft es nur mein Gerechtigkeitsgefühl?
Das klingt vielleicht hart. Aber ich kann mir wirklich nicht die Probleme der anderen auf die Schultern laden, ich hab genug eigene. Es ist für mich eine gesunde Abgrenzung, nur noch Dinge in mein Leben zu lassen, die direkt mit mir zu tun haben. Alles andere raubt mir nur Energie.
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10.04.2013, 11:10
AW: Abgrenzung und Geduld
Danke Marga,
theoretisch bin ich in allen Punkten bei Dir.
Praktisch muss ich noch ganz viel üben.
Die Fragen, die Du mir gestellt hast, kann ich mir ganz gut beantworten
1) familiär= Antwort nein...die Chemie stimmt zwischen den Beteiligten nicht. Mehr nicht. Gespräche wurden von uns gesucht und auch geführt, waren aber nicht zielfördernd, sondern haben leider nur noch mehr Distanz geschafft. "Eigentlich" ist nichts vorgefallen. Jedenfalls nichts von solcher Schwere, dass aus voher "normalen" Verhältnis ein totaler Abbruch erfolgt. Das belastet mich mal mehr mal weniger.
Mal mehr leider dann, wenn Feiern, Feste u.ä. anstehen. Da weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich kann dann nicht so tun, als "ob nichts wäre".
2) Job= Kollege macht nur das, was er muss. Und nur das. Ist hier etwas schwer zu beschreiben, wenn ich die Anonymität wahren will. Soviel, wir arbeiten im Team, jeder gibt sein Bestes, er "schummelt sich so durch". Das ist ein Punkt mit dem ich aber halbwegs leben kann. Direkt betroffen bin ich nur, weil alle ein super Team sind und er sich selbst ins "Abseits" stellt und das alles natürlich nicht immer förderlich ist. Kaum Interesse,keine Kommunikation, keine Ideen...Das macht mich ganz kribbelig...ich bin aber nicht in der Position, da eine Veränderung herbeizuführen....Hoffentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit....
3) Im Hobby ist wahrscheinlich nur mein Gerechtigkeitsgefühl angesprochen..und der Wunsch nach Ruhe und Erholung vom Alltag...ich will nicht auch noch DORT Probleme wälzen.....
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10.04.2013, 11:16Inaktiver User
AW: Abgrenzung und Geduld
Zur Ruhe kommen kannst du indem Dinge die mit dir nichts zu tun haben dort lässt wo sie hingehören.
Das Familienmitglied hat sich abgemeldet.... dafür gibt's Gründe - die Frage ist, bist du daran Schuld?
Kollege - mach du deine Arbeit und seine bleibt liegen - wäre mir Latte!
Sport - doch auch nicht dein Ding oder?
Du bist nicht Mutter Teresa für alle oder?
DAS hat auch mit Grenzen zu tun. Nicht jeder Schuh der dir hingestellt wird, passt auch!!
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10.04.2013, 11:21
AW: Abgrenzung und Geduld
Das verstehe ich gut. Es ist ja nicht so, dass ich das abgeklärt und locker sehen würde. Auch für mich ist das immer wieder ein Prozess, in mich zu gehen und mich zu fragen, warum mich so eine Situation jetzt triggert. Aber oft ist es eben so, dass man es nicht selber in der Hand hat. Wie in dem Fall mit deiner Verwandtschaft. Klar wäre Harmonie schön. Aber wenn ich nix dafür kann, kann ich Purzelbäume schlagen und es wird sich nichts ändern. Ich bin nicht verantwortlich für die mangelnde Selbstreflektion andere Menschen. Punkt.
Bei dem Kollegen hilft nur, den auszublenden, soweit möglich, und sich in Richtung des Vorgesetzten immer soweit wie möglich abzusichern, dass man selber immer sauber belegen kann, wie welche Vorgängen gelaufen sind. Auch hier kann ich mir meine Kollegen nicht aussuchen, es ist schön, keine Frage, wenn das Team funktioniert. Aber wenn nicht, kann ich es nicht ändern.
Mit viel Übung und immer wieder sich selbst hinterfragen kriegt man solche Situationen irgendwann zumindest so hin, dass man nicht mehr sofort in ein emotionales Loch fällt.
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10.04.2013, 11:28
AW: Abgrenzung und Geduld
Schuld....gute Frage...ich werde so behandelt, als wenn ich Schuld hätte....also aus deren Sicht hab ich Schuld..weil ich unbequem bin und mal die Wahrheit offen ausgesprochen habe....
Der Preis für meine Konsequenz war, dass besagte Person sich beleidigt zurückgezogen hat und uns vielmehr mich meidet.
Gemeinsame Verwandte werden nur dann besucht, wenn wir nicht da sind usw. Unsere Tochter hat nächstes Jahr Konfirmation und so kommt das Thema zwangsläufig wieder auf den Tisch...
In der Firma bin ich indirekt betroffen...ich arbeite im Betrieb meines Mannes, der sich mit 3 Leuten selbständig gemacht hat und der besagte Kollege ist einer der Dreien. Bei mir laufen dann natürlich die ganzen Ärgernisse auf.
Das Hobby ist tatsächlich nicht meine Baustelle, nervt mich aber trotzdem, weil es da um Pillepalle geht..
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10.04.2013, 11:33
AW: Abgrenzung und Geduld
Den Satz sollte ich mir an den Spiegel pinnen...Ich bin nicht verantwortlich für die mangelnde Selbstreflektion andere Menschen. Punkt.
Leider ist es aber so, dass mir grad dieser Typus zur Zeit sehr häufig über den Weg läuft. Scheint aus der Mode gekommen zu sein....
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10.04.2013, 11:35
AW: Abgrenzung und Geduld
Darunter gleich der Satz:
Ein wenig Leichtigkeit kann nicht schaden :-)Nicht jeder Schuh der dir hingestellt wird, passt auch!!
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10.04.2013, 13:04
AW: Abgrenzung und Geduld
Als ich noch jünger war, habe ich mein Gerechtigkeitsempfinden manchmal auch auf der Zunge getragen. Ich kann mich an 2 Fälle erinnern, wo ich auch unbedingt eine Klärung herbeiführen wollte. Aus meiner Sicht zu Recht. Der Resultat war ähnlich wie bei dir bzw. im zweiten Fall wurde alles negiert
Inzwischen finde ich es bei solchen Dingen wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass jeder Mensch einen anderen Hintergrund, andere Erlebnisse, andere Prägungen mitbringt. Demjenigen dann die eigene Sichtweise überstülpen zu wollen (denn nichts anderes ist es ja, wenn man so etwas anspricht), würde ich heute nicht mehr machen. Lieber grenze ich mich vorher ab, bewerte das Geschehene als für mich nicht passend - aber eben für mich. Der andere bleibt dann eben zukünftig aus meinem Leben draußen, wenn er nicht zu mir passt. Dass derjenige mich dann vielleicht nicht mehr sympathisch findet, weil er schlicht nicht hinterfragt, damit muss ich dann eben leben. Dafür habe ich meine Ruhe.
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10.04.2013, 14:26
AW: Abgrenzung und Geduld
Ja Marga im Prinzip hast Du Recht....
Auf der anderen Seite mag ich mich auch nicht verbiegen, nur um des lieben Friedens willen; es handelt sich hierbei um nahe Angehörige..die meinen Mann ( und eben auch mich ) ausgesaugt haben wie die Vampire..in Sachen Geld, Verantwortung für bedürftige und kranke Mitverwandte und Nerven gekostet haben.
Auf der anderen Seite haben wir uns auch aussaugen lassen, waren noch zu jung, um rechtzeitig Grenzen zu ziehen. Mein Mann war es aufgrund seiner Familiengeschichte gewohnt zu funktionieren.
Viele Probleme wurden auf unserem Rücken ausgetragen und das hab ich einfach mal angesprochen:
Wenn es eng wurde waren wir die Blöden und für den Rest des Jahres Funkstille. Obwohl wir sicher auch mal ein Ohr oder eine Hand gebraucht hätten..
Da es nicht meine Verwandtschaft ist, hab ich mich dann zurückgezogen und von denen kam nichts mehr....
Und ich werde jetzt ignoriert, weil ich halt die Reißleine gezogen habe...
Es ist eben kompliziert und eigentlich würde ich gern meinen Frieden damit schließen und die Sache und die Menschen ein für alle Mal abhaken. Das gelingt mir bloß nicht.


polilla
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