Hallo Singingintherain,
ich nenne das bewusst Ängste und Traumata, was diese aus der Situation heraus unverhältnismäßig heftig erscheinenden Reaktionen hervorruft. Es geht dabei um massive Verlustängste, die ausgelöst wurden durch einen tatsächlich stattgefundenen Verlust in meinem Leben, den ich benennen und inzwischen auch "verstehen" kann. Damals habe ich den Verlust als existenzeill bedrohend empfunden. Das Problem ist nur, dass es immer wieder Situationen gibt, die, objektiv betrachtet, nicht im geringsten diesen "Bedrohungsgrad" haben, aber in mir Gefühle auslösen, die erstens überhaupt nicht zu der Situation passen und zweitens nicht kontrollierbar sind. o.k. ich kann inzwischen im Laufe der Situation "erkennen", was mich da "geritten" hat, bevor ich tatsächlich total ausraste. DAS ist tatsächlich früher auch passiert... ich habe Dinge kaputt gemacht oder bin teilweise sogar handgreiflich geworden. Und JA, ich schäme mich dafür! Ich finde dieses Verhalten so entsetzlich, es ist für den anderen unberechenbar und bedrohlich und das einem Menschen gegenüber, den man liebt! Ich kämpfe damit schon fast ein Jahrzehnt, seit mir das so richtig bewusst ist. Wie gesagt, inzwischen habe ich das Gefühl, noch einen Rest von Verstand mobilisieren zu können, aber es ist alles andere als gut.
Du hast recht, wenn du sagst, dass es da auch eine gewisse "Lebensunzufriedenheit" gibt - diese ist uns beiden bewusst, es hat mit dem Umstand zu tun, dass ich Kinder habe und mein Partner nicht und sich über seinen eigenen Kinderwunsch nicht eindeutig klar ist. Darüber können wir auch miteinander reden. Das löst aber nicht dieses Gefühl aus, wie in der beschriebenen Situation, wo ich das Gefühl habe, es überfällt mich hinterrücks.
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05.03.2013, 17:13Inaktiver User
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
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06.03.2013, 09:58
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
@daisy:
Ich denke, ich kann so ungefähr nachvollziehen, was du geschrieben hast. Es ist nicht einfach, wenn die Geister der Vergangenheit einen immer wieder überfallen. Vorsicht ist (finde ich persönlich) immer geboten, wenn es einem nicht gelingt, die Geister der Vergangenheit und eine latent vorhandene Unzufriedenheit (oder ein Defizit) zu trennen. Du scheinst mir persönlich aber doch sehr reflektiert und interessiert, eure persönliche Problematik in den Griff zu bekommen. Drücke Dir die Daumen, daß auch dein Partner so agiert. Den Vorschlag mit der gemeinsamen Beratung/Therapie finde ich auch gut.
- Virginia Satir / Ich bin ich, ein Stück Lebensphilosophie -
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06.03.2013, 10:05Inaktiver User
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
Hast du professionelle Hilfe bekommen bzw. deine Traumata therapeutisch aufgearbeitet? Ich fände das wichtig, denn deine Reaktionen hören sich ein wenig nach mangelnder Impulskontrolle an. Daran könntest du mit professioneller Hilfe arbeiten.
Hinterher ist man immer schlauer, aber dann ist das Prozellan bereits zerschlagen.
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06.03.2013, 10:08Inaktiver User
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
Einen ersten Schritt hast du ja schon gemacht - du weißt woher deine Verlustängste kommen. Das finde ich schon ganz viel!
Wer weiß wo seine Ängste herkommen kann ihnen auch entgegentreten.
In Bezug auf euere Beziehung und auf eure Art miteinander zu reden finde ich ganz wichtig, dass du und auch dein Freund genau wißt wo eure Grenzen liegen. So ein "bis hierhin und nicht weiter" - alles was danach noch gesagt wird, verletzt mich, tut mir nicht gut etc.pp
Verlustangst: du kannst auch ohne deinen Freund leben/überleben oder nicht?
Aus einem Streit wird nicht zwingend eine Trennung....
Nicht alles was gesagt wird muß man persönlich nehmen...
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07.03.2013, 12:50
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07.03.2013, 12:56Inaktiver User
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
oh man, ich verstehe dich voll und ganz und kenne die ausbrüche auch von mir, man leidet und fühlt sich nach jedem ausbruch noch kleiner und schlechter..ich kämpfe auch schon jahrzehnte dagegen an und es ist besser geworden die letzten jahre..wenn ich dieses gefühl wieder habe versuche ich auch aus der sitution raus zu gehen, luft holen und laut stop zu rufen, klappt nicht immer..außerdem nehme ich seit ca 3 jahren leichte antidepressiva die diese ausbrüche gemildert haben, habe mich immer dagegen gesträubt, aber sie haben meine lebensqualität enorm verbessert..ein glück..zeitgleich mache ich eine verhaltenstherapie und mein schädigendes verhalten durch eun neues und besseres zu ersetzen..alles liebe für dich
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07.03.2013, 13:02
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
@ daisymiller
wenn ich dich richtig verstanden habe, dann will jeder von euch beiden vom anderen verstanden werden, aber es klappt nicht.
Dann muss einer von euch aufstehen und ohne Erwartung an das Gegenüber sagen "ich akzeptiere, dass wir unterschiedliche Ansichten haben".
Natürlich tut das weh und erfordert ein hohes Maß an Disziplin. Alternativ könnte ihr euch bloss gegenseitig in die Wolle kriegen.
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07.03.2013, 13:20Inaktiver User
AW: Wie destruktive Verhaltensmuster überwinden?
..das geht leider nicht so einfach wenn einen alte gefühle überrollen, alles schon selbst probiert und mit ganz großem willen und einsatz..ohne therapeutische hilfe oder leichte medikation, kann man das meist alleine nicht bewältigen, dafür leben diese alten gefühle schon viel zu lange und lassen sich nicht einfach so in den griff bekommen..


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