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  1. Inaktiver User

    Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    naja, meist eher fast nichts und beruflich einfach versagen...

    Das mußte ich letzte Tage und beim Wochenendtreff mal wieder feststellen. Ich habe den Eindruck die heutigen, jungen Leute Mitte 20 haben sehr oft das Problem sich beruflich zu behaupten bzw. ihre Lernaufgaben durchzuziehen damit sie von der Unterstützung der Eltern nicht länger abhängig sind. Wir diskutierten über den Nachwuchs des anwesenden Freundes und seiner Frau.
    Was bekommt ihr so mit ?

  2. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Pauschalieren kann man das -wie so vieles andere- meiner Erfahrung nach nicht.

    Es gibt sehr vielversprechende junge Leute, die Leistung erbringen, sich für eine Ausbildung reinhängen und die sich ehrenamtlich engagieren.

    Es gibt allerdings auch viele (manchmal denke ich auch, es sind immer mehr, aber das mag täuschen, denn die fallen einem halt auf), die sich zurücklehnen, Konsumentenhaltung einnehmen und völlig überzogene Ansprüche an die Eltern und ihre Umgebung haben (mein Partner hat so ein Exemplar).

    Es ist eine Errungenschaft unserer Zeit, dass es sich die meisten Eltern leisten können, Kinder bis zum St.Nimmerleinstag zu alimentieren. In meiner Jugend (schon ein paar Jährchen her), hatten Eltern meist wenig Geld und haben deshalb die Kinder angehalten, zu lernen und sich auszubilden, dass sie auf eigenen Beinen stehen können und den Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen. Die Eltern haben das Geld für sich gebraucht, für eine Altersreserve, die Renovierung des Hauses oder auch mal einen schönen Urlaub nach vielen Jahren.

    Ich sage dabei immer: wie der Herr, so's G'scherr. Ich habe grade privat so ein "Erlebnis" hinter mehr, wo sich ca. 15 Menschen (Alter allesamt plus-minus-fuffzisch, Männer wie Frauen), eine Konsumentenhaltung an den Tag legen, die ich ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten habe. Und dann noch beleidigt sind, wenn das Gegenüber da nicht mehr mitmacht. Wobei es da nicht um finanzielle Dinge ging.

    Will sagen: es gibt immer sodde und sodde.....bei alt wie bei jung !

    Gruß, Elli
    Geändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 12:38 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Ich sehe, dass es die jungen Menschen Mitte 20 (oder so) WAHNSINNIG schwer haben.

    Ich habe letztes Jahr (als Anfangs-Vierzigerin) noch mal einen Master gemacht, in UK, an einer suendhaft teuren, sogenannten Elite-Universitaet. Naturgemaess hatte ich eine Klasse voll dieser jungen Menschen um mich rum.

    Was ich da erlebt habe (und jetzt noch erlebe): ein Haufen wirklich talentierter, arbeitswilliger und gut ausgebildeter junger Menschen (an diese Uni ins Masterstudium kommt man nicht ohne hervorragende Noten im BA. Fuer meinen Studiengang gab es in dem Jahr ueber 600 Bewerbungen, 30 wurden angenommen), oft fremdsprachig, viele mit Auslandserfahrung. Und kaum jemand hat nach diesem sehr anspruchsvollem Studiengang einen Arbeitsplatz gefunden, unbezahlte Praktika sind fuer die meisten schon ein Erfolg.

    Das Problem fuer die ist also> eine gute Ausbildung kriegt nur der, der Eltern hat, die das bezahlen koennen, aber danach kommen sie nicht sofort in den Arbeitsmarkt, sondern muessen im Schnitt noch mal ein Jahr unbezahltes Praktikum rechnen, damit sie dann ein Traineeprogramm kriegen. Wenn sie keine Eltern (oder sonstwoher Geld) haben, die ihnen 6 Monate Bruessel oder New York und Praktikum bei einer dortigen Institution bezahlen koennen, dann wird es nichts mit dem Berufseinstieg. dann stehen die da mit ihrer suendhaft teuren Ausbildung und verkaufen irgendwann bei Starbucks Kaffee.

    Das finde ich schlimm.

  4. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Was genau meinst du mit "nichts hinbekommen und "versagen"?
    Arbeitsscheu, Studium geschmissen, nach der Ausbildung lange auf Stellensuche...?

    Es gibt wohl viele Gründe, warum ein junger Mensch nicht nach Schema F in den Beruf startet.
    Manche haben sich einfach den falschen Beruf gesucht und wechseln während der Ausbildung: Gut so, sonst kämen sie womöglich ihr Leben lang nicht auf einen grünen Zweig, weil ihnen der Beruf nicht liegt.
    Manche jobben jahrelang in der Hoffnung auf den Wunsch-Studienplatz: Das ist nicht so selten, auch ein Einser-Abi garantiert keinen Medizin-Studienplatz.
    Manche brauchen nach der Schule erst einmal ein bisschen Zeit, reisen, machen Work&Travel, ein FSJ, ein FÖJ oder arbeiten ein Jahr lang als BuFDi. Auch gut. Da lernen sie mehr übers Leben als in den 18 Jahren davor.

    Manche machen auch - nix. Die hat es schon immer gegeben. Einer meiner Klassenkameraden, hochintelligent, jobbt seit dem Studium auf niedrigstem Niveau. Seit 30 Jahren!

    Was "versagen" heißt, ist wohl individuell verschieden - und manches relativiert sich auch erst Jahre später.

  5. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Danke ihr Drei

    Ja, genau so oder so ähnlich kriege ich das auch mit. Die einen machen und tun und es kommt nix rum bei. Die anderen ,wie am WE eben auch diskutiert, fangen dauernd was Neues an und schmeißen doch wieder hin, dazu kommt vll. noch ein Handicap durch Krankheit wie bei diesem Freundespaar. Ich frag mich halt schon wo das hinführt wenn man junge Menschen derart frustriert. Hatten wir das nicht schon mal irgendwie ?

    Ich hab zwar dem Paar schon vor Jahren gesagt euer Nachwuchs wird wohl viele unterschiedliche Berufe ausprobieren wollen und es schwer haben die Füße auf den Boden zu bekommen....aber zur Zeit ist es sehr heftig. Trösten war wirklich schwierig am WE. Und so dicke hamses auch nicht.

    Noch mehr "Geschichten" was ihr so mitbekommt ? oder selber zu tragen habt ?

  6. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    So ganz verstehe ich immer noch nicht, worauf du hinauswillst: Ist die Krankheit der Grund dafür, dass der junge Mensch immer wieder hinschmeißt? Hat es jemals eine vernünftige Beratung gegeben, wie sich die Krankheit evtl. auf das Lernverhalten, das Durchhaltevermögen usw. auswirkt? Hat jemand mal die Frage gestellt, ob - je nachdem wie schwer die Krankheit/die Behinderung ist - der erste Arbeitsmarkt wirklich richtig ist?

    Wie gesagt: Es gibt solche und solche. Und Handicap ist nicht gleich Handicap. Hochbegabung kann es einem jungen Menschen schwer machen im Leben, Minderbegabung auch. Wer körperlich überfordert ist, leistet auch geistig nicht das, was er soll oder möchte..

    Vielleicht magst du uns noch ein paar Details sagen?

  7. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Bei dem Nachwuchs des Paares wurde vor Jahren eine tückische Autoimmunerkrankung festgestellt, die für häufige Ausfälle sorgt und arbeiten nahezu unmöglich macht, dem gehts bei so einem Schub immer sehr schlecht einige Tage lang. Wer dauernd was hat und fehlt der fliegt halt. War immer wieder so bei denen. Es kommen also gleich zwei schwierige Komponenten zusammen. Ich hab mir am WE ziemlich auf die Lippen gebissen, denn sagen was mein Eindruck manchmal war wenn der NW schon wieder raus war ist auch, daß er sich m.M.n. durchaus hinter Krankheit und Arzt versteckt und dabei hofft eben nicht rauszufliegen. Hat sich also mal wieder geirrt, jetzt fängt er schon wieder was anderes an und lt. dem Paar dürfte es auch wieder nicht zu Ende gemacht werden. Es könnte zwar sein, daß diese Erkrankung da eine Rolle, charakterlich, spielt, aber das weiß ich nicht so genau. Der Nachwuchs macht seit Jahren heute hüh und morgen hott - das geht nirgends gut, weder Schule noch Lehre und Arbeitsplatz.
    Darauf wollte ich eigentlich hinaus - dieses Unbeständige fällt mir verstärkt auf , auch Unzuverlässigkeit und fehlende Disziplin.
    Fällt das nur mir auf, es kommt mir so vor als wäre dies heute wirklich mehr als zu unserer "wilden Zeit"

    Sorry Zusatz: ich frage deshalb mal so nach weil ich durch meine Arbeit natürlich einen anderen Focus hab.
    Geändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 13:52 Uhr)

  8. gesperrt

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    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    geht es dir um diesen einen konkreten Fall oder versuchst du das zu verallgemeinern (die Kinder, der Nachwuchs)...das verstehe ich nicht so recht.

  9. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Danke für die Infos.
    Hast du schon mal drüber nachgedacht, die "Schuld" für das wiederholte Scheitern nicht bei "dem Nachwuchs" (warum sagst du nicht "Kind" oder "junger Mann"?) sondern bei den Eltern zu suchen? Eine Familie, noch dazu eine mit einem ernsthaft kranken Mitglied, ist ja ein System vielfältiger Beziehungen. Wenn der junge Mann immer wieder die Erfahrung gemacht, dass seine Krankheit als Entschuldigung für alles taugt, dann kann er als junger Erwachsener gar nicht anders, als sich wieder so zu verhalten.
    Beständigkeit und Disziplin lernt man nicht beim Eintritt ins Berufsleben und bekommt sie auch nicht von heute auf morgen mit dem 18. Geburtstag. Man muss sie von klein auf einübern - altersgemäß.

    Was du schilderst, erinnert mich an den Fall eines Cousins: Schon als Kind an MS erkrankt, deswegen in der Schule mit einem Handicap behaftet. Er durfte z.B. bei Deutsch-Arbeiten länger schreiben als die anderen, weil es mit dem Schreiben eben langsamer ging. Wenn es ihm schlecht ging, musste er nicht zum Sportunterricht. Soweit, so gut. Allerdings verstand er es schon immer, seiner Familie gehörig Druck zu machen: Ich bin der Kranke, ihr müsst auf mich Rücksicht nehmen. Über kurz oder lang war nicht nur ein Schub ein Grund, irgendetwas nicht zu tun oder zu verweigern - sondern schlicht und einfach auch Unlust. Und die Familie hat willig mitgespielt. Man konnte doch mit dem armen kranken Kind nicht so streng sein.
    Jahre später hatten sie den Salat: Mein Cousin hat sich, obwohl damals lange beschwerdefrei, am Ausbildungsplatz mit allen Kollegen und Vorgesetzten angelegt. Kam zu spät, bummelte rum, widersetze sich Anordnungen - und wenn einer was sagte, hieß es: Ich bin behindert, hier werden Behinderte gemobbt!
    Kein Wunder, dass man an mehreren Arbeitsstellen schaute, dass man ihn loswurde, solange das noch ging. Aus jedem Gespräch im Ausbildungsbetrieb ging die Mutter unter Tränen raus: Mein armer Kleiner!

    So ähnlich scheint es hier auch zu sein. Vorwürfe allerdings helfen da nichts mehr. Eltern und Sohn sollten sich Hilfe suchen. Vielleicht wäre für den Sohn zunächst eine begleitende Werkstatt richtig oder eine Ausbildung in einer Jugendwerkstatt. Dort wird der Lernstoff etwas zurückgefahren, dafür erhalten die jungen Leute eine sozialpädagogische Begleitung, die ihnen hilft, sich im Leben zurecht zu finden.

  10. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    geht es dir um diesen einen konkreten Fall oder versuchst du das zu verallgemeinern (die Kinder, der Nachwuchs)...das verstehe ich nicht so recht.
    Das frage ich mich auch gerade. Wenn ein junger Mensch laufend durch Krankheit ausfällt, hat er es naturgemäß schwerer, beruflich Fuß zu fassen.

    Ansonsten sehe ich in meine Umgebung auch sehr unterschiedliche junge Leute. Es gibt welche, die sind sehr erfolgreich und international unterwegs, andere haben Jobs in ihrer unmittelbaren Umgebung und gehen ganz normal arbeiten, und dann gibt es natürlich auch Einzelne, die mit Mitte dreissig noch gar nichts auf die Reihe bekommen haben, sondern laufend den Job wechseln.

    Das gab es aber auch schon früher. Nur war es in unserer Generation einfacher, ungelernte Arbeit zu bekommen - beim Bauern oder in der Fabrik.

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