Das sind die typischen Branchen, in denen viel mehr Leute ausgebildet werden als der Markt braucht.
Ich denke, das Problem ist nicht, dass zu viele Leute studieren, sondern dass zu viele Studenten Fächer wählen, die überlaufen sind. Absolventen in naturwissenschaftlichen Fächern und Informatik haben nach wie vor gute Chancen.
Schwierig wird es bei "Modestudien" wie Kommunikation, PR, Kunstgeschichte, Architektur etc.
Ausserdem stellt der öffentliche Dienst nicht mehr so viele Akademiker ein wie früher, als sehr viele Juristen in diesem Segment unterkamen.
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Ergebnis 41 bis 50 von 115
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04.03.2013, 18:56Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
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04.03.2013, 19:00Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
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04.03.2013, 19:02Inaktiver User
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04.03.2013, 19:44Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
Ich verstehe nicht wieso heute jeder studieren will. Ich hab einen IT Beruf gelernt und bin damit in einem Automobilkonzern im Süden angestellt. Unter lauter Akademikern. Darunter haufenweise junge Leute, die keine Lust haben Quellcode oder Konfigdateien anzusehen oder gar mit Usern zu sprechen. Doku schreiben ist auch blöd. Die wollen dafür, dass sie studiert haben alle einen Führungsjob. Ist gut so, somit hab ich immer Arbeit... :-)
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04.03.2013, 20:15Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
Weil du in der Schule schon von Anfang an lernst: Gymnasium ist gut, Realschule geht so, Hauptschule - das ist "unten". Weil unser Schulsystem einfach furchtbar hierarchisch gegliedert ist. Weil Arbeitgeber die Anforderungen an Auszubildende in manche Branchen gewaltig heraufgesetzt haben. Früher war jemand mit Mittlere Reife der ideale Kandidat für einen Job am Bankschalter. Heute geht ohne Abi nichts mehr. Früher hast du mit Abi Zeitungsredakteur werden können (wollte ich mal...). Jetzt geht ohne Studium in der Branche nichts mehr.
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04.03.2013, 20:43Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
Stimmt in Bezug auf Journalismus vielleicht. Weil die Branche schwächelt. Tut sie aber seit 10 Jahren. Wenn man das schon weiss, wieso muss man unbedingt in die Richtung studieren? In meiner Branche ist es etwas anders als beim Journalismus. Gerade dadurch, dass alle denken sie müssten möglichst studiert haben, bleibt eine Menge für die "operativ" arbeitenden Fachleute zu tun.
Geändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 20:56 Uhr)
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04.03.2013, 20:50Inaktiver User
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
Ich finde übrigens nicht, dass die Anforderungen an Azubis unzumutbar hoch sind. In meiner Klasse waren mehr als die Hälfte der Mitschüler Realschulabsolventen.
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04.03.2013, 20:50
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04.03.2013, 20:53
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04.03.2013, 21:14
AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....
Ich weiß es gar nicht mehr so genau, ich glaube aber, es war eine Vier. Erweiterter Hauptschulabschluß und danach anderthalb Jahre Ausbildung im optisch-technischen Bereich, diese dann wegen Überforderung abgebrochen.
Wir machen einen sehr niedrigschwelligen Einstellungstest. Vier Mathe-Textaufgaben. Und ich hatte beim ersten Mal den Eindruck, der Junge kann zwar nichts, aber nicht, weil er dämlich ist, sondern weil er es schlicht nicht gelernt hat. Das birgt ja irgendeine Art von Potenzial.
U.a. soll der Inhalt eines Quaders berechnet werden. In Litern. Dass 1 Kubikdezimeter einem Liter entspricht, bin ich noch vorzugeben bereit.
Der Quader hat Abmaße von 100 cm x 20 cm x 32 cm. Und die Bewerber bekommen einen RECHNER!
Die meisten bekommen dann - gaaaaaanz beliebt - 64000 Liter `raus. Fast alle anderen entschließen sich zu 6400 Litern.
Dass jemand im ersten Anlauf auf 64 Liter kommt, ist extrem selten.
Gemeinhin bin ich schon dankbar, wenn dann jemand darüber stolpert, dass 6400 oder 64000 Liter für eine Kiste von 1 m *mitdenHändenzeig`* mal 32 cm *mitdenHändenzeig`* usw... ein bisschen arg viel ist.
Gern verglichen mit dem Liter Milch im Tetrapack.
Man fühlt sich dabei schon so`n bisschen wie in der Grundschule...
Jedenfalls, DER bewußte letzte Azubi bekam im ersten Anlauf auch 64000 Liter raus. Ich habe dann erklärt und gewann den Eindruck, er hätte es verstanden.
Nach drei Tagen bekam er haargenau denselben Test wieder hingelegt. Der war danach zwar auch nicht richtig, aber so ein bisschen "richtiger" (falls man sowas bei Mathe überhaupt so sagen darf).
Wir stellten ihn dann trotzdem ein unter der Prämisse, dies wäre ein großer Schwachpunkt und wäre dringlich zu üben.
Allerdings werden Flächen und Körper in der Berufsschule auch geübt. Ziemlich gründlich sogar.
Auch die Gesellen versuchten sich tapfer an der Vermittlung dieser Inhalte.
Zu Ende der Probezeit bekam er wieder denselben Test... er bekam erstaunliche 63 Liter raus. Und ich habe mir einen ganzen Nachmittag das Hirn zermartert, wie der Junge darauf gekommen ist. Da wir zu dem Zeitpunkt nur sorgsam beobachtet, aber gerade nicht mehr viel debattiert haben, fragte ich nicht, sondern grübelte.
Dann fragte ich meinen Sohn - der ist nur knapp jünger - und der Sohn kam sofort drauf: der Azubi hat nichts von all dem verstanden, sondern lediglich sich zu erinnern versucht, was vier Monate vorher die richtige Lösung war! Tja, und damit lag er dann leider haarscharf daneben.
Zusammen mit allerlei sonstigen Defiziten führte das dann zu dem Schluß, dass wir den jungen Mann nicht weiter ausbilden möchten, weil das nicht leistbar ist.
Wie allerdings mit solchen Fähigkeiten eine Schulkarriere nicht wesentlich auffällig durchlaufen werden kann, erschließt sich mir überhaupt nicht.
Ah, und ein weiterer sehr unterhaltsamer Teil meines Einstellungstests ist ein kleines Diktat. Ich diktiere den Bewerbern hier ihr eigenes Bewerbungsanschreiben. Auch das gibt die seltsamsten Stilblüten her...



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