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  1. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir haben es bevorzugt mit Leuten zu tun, die BWL, Kommunikation oder ähnliches studiert haben.
    Das sind die typischen Branchen, in denen viel mehr Leute ausgebildet werden als der Markt braucht.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß auch, dass das nicht überall so ist, sondern dass z.B. im Handwerk in manchen Branchen viele Fachkräfte fehlen. Aber alle Betroffenen sind m.E. Opfer einer verfehlten Bildungspolitik, die den jungen Leuten und ihren Eltern jahrzehntelang eingeredet hat, jeder kann/soll/muss Abi machen und studieren und sei damit was Besseres als ein Arbeitnehmer im Handwerk.
    Ich denke, das Problem ist nicht, dass zu viele Leute studieren, sondern dass zu viele Studenten Fächer wählen, die überlaufen sind. Absolventen in naturwissenschaftlichen Fächern und Informatik haben nach wie vor gute Chancen.

    Schwierig wird es bei "Modestudien" wie Kommunikation, PR, Kunstgeschichte, Architektur etc.

    Ausserdem stellt der öffentliche Dienst nicht mehr so viele Akademiker ein wie früher, als sehr viele Juristen in diesem Segment unterkamen.

  2. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das sind die typischen Branchen, in denen viel mehr Leute ausgebildet werden als der Markt braucht.

    Ich denke, das Problem ist nicht, dass zu viele Leute studieren, sondern dass zu viele Studenten Fächer wählen, die überlaufen sind. Absolventen in naturwissenschaftlichen Fächern und Informatik haben nach wie vor gute Chancen.

    Schwierig wird es bei "Modestudien" wie Kommunikation, PR, Kunstgeschichte, Architektur etc.

    Ausserdem stellt der öffentliche Dienst nicht mehr so viele Akademiker ein wie früher, als sehr viele Juristen in diesem Segment unterkamen.
    Stimmt nur bedingt.

    Heutzutage gibt es in diesen Bereichen weit mehr, was über "unbezahlt" und "Ehrenamt" läuft, als früher.

    Ein lokales Museum bietet Führungen nur noch mit Ehrenämtlern an. Ich habe damals teilweise damit mein Studium finanziert.

  3. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heutzutage gibt es in diesen Bereichen weit mehr, was über "unbezahlt" und "Ehrenamt" läuft, als früher.

    Ein lokales Museum bietet Führungen nur noch mit Ehrenämtlern an. Ich habe damals teilweise damit mein Studium finanziert.
    Das kommt noch dazu, weil gerade Kulturveranstalter finanziell immer knapper dran sind.

  4. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Ich verstehe nicht wieso heute jeder studieren will. Ich hab einen IT Beruf gelernt und bin damit in einem Automobilkonzern im Süden angestellt. Unter lauter Akademikern. Darunter haufenweise junge Leute, die keine Lust haben Quellcode oder Konfigdateien anzusehen oder gar mit Usern zu sprechen. Doku schreiben ist auch blöd. Die wollen dafür, dass sie studiert haben alle einen Führungsjob. Ist gut so, somit hab ich immer Arbeit... :-)

  5. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht wieso heute jeder studieren will.

    Weil du in der Schule schon von Anfang an lernst: Gymnasium ist gut, Realschule geht so, Hauptschule - das ist "unten". Weil unser Schulsystem einfach furchtbar hierarchisch gegliedert ist. Weil Arbeitgeber die Anforderungen an Auszubildende in manche Branchen gewaltig heraufgesetzt haben. Früher war jemand mit Mittlere Reife der ideale Kandidat für einen Job am Bankschalter. Heute geht ohne Abi nichts mehr. Früher hast du mit Abi Zeitungsredakteur werden können (wollte ich mal...). Jetzt geht ohne Studium in der Branche nichts mehr.

  6. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Stimmt in Bezug auf Journalismus vielleicht. Weil die Branche schwächelt. Tut sie aber seit 10 Jahren. Wenn man das schon weiss, wieso muss man unbedingt in die Richtung studieren? In meiner Branche ist es etwas anders als beim Journalismus. Gerade dadurch, dass alle denken sie müssten möglichst studiert haben, bleibt eine Menge für die "operativ" arbeitenden Fachleute zu tun.
    Geändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 20:56 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Ich finde übrigens nicht, dass die Anforderungen an Azubis unzumutbar hoch sind. In meiner Klasse waren mehr als die Hälfte der Mitschüler Realschulabsolventen.

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    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    @mitternachtsblau & visual

    es gibt einen Unterschied zwischen Schulpraktikum, Praktikum und qualifiziertes Praktikum (nach/im Studium).

    Man kann kein Schulpraktikum mit einem Studiumspraktikum vergleichen.
    Wozu erklärst du mir das? Wir bieten überhaupt keine Praktika an.

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Wozu erklärst du mir das? Wir bieten überhaupt keine Praktika an.
    ich wollt nur drauf hin weisen...weil auf einmal Ausbildung, Praktika und qualifiziertes Praktikum nach Studium gleichzeitig genannt werden.

    Weiter nichts.

  10. User Info Menu

    AW: Erwachsene Kinder, die nichts hinbekommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was hatte er denn für eine Mathe Note im Zeugnis? Das ist ja schon krass.
    Ich weiß es gar nicht mehr so genau, ich glaube aber, es war eine Vier. Erweiterter Hauptschulabschluß und danach anderthalb Jahre Ausbildung im optisch-technischen Bereich, diese dann wegen Überforderung abgebrochen.

    Wir machen einen sehr niedrigschwelligen Einstellungstest. Vier Mathe-Textaufgaben. Und ich hatte beim ersten Mal den Eindruck, der Junge kann zwar nichts, aber nicht, weil er dämlich ist, sondern weil er es schlicht nicht gelernt hat. Das birgt ja irgendeine Art von Potenzial.
    U.a. soll der Inhalt eines Quaders berechnet werden. In Litern. Dass 1 Kubikdezimeter einem Liter entspricht, bin ich noch vorzugeben bereit.
    Der Quader hat Abmaße von 100 cm x 20 cm x 32 cm. Und die Bewerber bekommen einen RECHNER!
    Die meisten bekommen dann - gaaaaaanz beliebt - 64000 Liter `raus. Fast alle anderen entschließen sich zu 6400 Litern.
    Dass jemand im ersten Anlauf auf 64 Liter kommt, ist extrem selten.
    Gemeinhin bin ich schon dankbar, wenn dann jemand darüber stolpert, dass 6400 oder 64000 Liter für eine Kiste von 1 m *mitdenHändenzeig`* mal 32 cm *mitdenHändenzeig`* usw... ein bisschen arg viel ist.
    Gern verglichen mit dem Liter Milch im Tetrapack.

    Man fühlt sich dabei schon so`n bisschen wie in der Grundschule...

    Jedenfalls, DER bewußte letzte Azubi bekam im ersten Anlauf auch 64000 Liter raus. Ich habe dann erklärt und gewann den Eindruck, er hätte es verstanden.


    Nach drei Tagen bekam er haargenau denselben Test wieder hingelegt. Der war danach zwar auch nicht richtig, aber so ein bisschen "richtiger" (falls man sowas bei Mathe überhaupt so sagen darf).
    Wir stellten ihn dann trotzdem ein unter der Prämisse, dies wäre ein großer Schwachpunkt und wäre dringlich zu üben.
    Allerdings werden Flächen und Körper in der Berufsschule auch geübt. Ziemlich gründlich sogar.
    Auch die Gesellen versuchten sich tapfer an der Vermittlung dieser Inhalte.

    Zu Ende der Probezeit bekam er wieder denselben Test... er bekam erstaunliche 63 Liter raus. Und ich habe mir einen ganzen Nachmittag das Hirn zermartert, wie der Junge darauf gekommen ist. Da wir zu dem Zeitpunkt nur sorgsam beobachtet, aber gerade nicht mehr viel debattiert haben, fragte ich nicht, sondern grübelte.
    Dann fragte ich meinen Sohn - der ist nur knapp jünger - und der Sohn kam sofort drauf: der Azubi hat nichts von all dem verstanden, sondern lediglich sich zu erinnern versucht, was vier Monate vorher die richtige Lösung war! Tja, und damit lag er dann leider haarscharf daneben.

    Zusammen mit allerlei sonstigen Defiziten führte das dann zu dem Schluß, dass wir den jungen Mann nicht weiter ausbilden möchten, weil das nicht leistbar ist.
    Wie allerdings mit solchen Fähigkeiten eine Schulkarriere nicht wesentlich auffällig durchlaufen werden kann, erschließt sich mir überhaupt nicht.

    Ah, und ein weiterer sehr unterhaltsamer Teil meines Einstellungstests ist ein kleines Diktat. Ich diktiere den Bewerbern hier ihr eigenes Bewerbungsanschreiben. Auch das gibt die seltsamsten Stilblüten her...

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