Hallo zusammen!
Nachdem ich jetzt schon in einigen Threads mitgeschrieben habe, wollte ich nun doch mal meinen eigenen Strang zu dem Thema aufmachen. Ich hatte nach der Trennung schon mal nach Tipps gefragt aber da war mir noch nicht bewusst das ich es mit einem "Bindungsängstler" zu tun hatte. Wer das dennoch lesen möchte kann das hier tun:
Nach der Trennung.. Tipps..was ich für mich daraus lernen kann?
Also wir waren zwei Jahre zusammen und er hat das klassische Muster bedient, allerdings in etwas abgeschwächter Form. Ich möchte nicht den Fehler machen und ihm eine "Bindungsangst" unterstellen, aber zu viele Dinge passen einfach zu gut zusammen. Ich war vor und während der Beziehung in einer Therapie und habe diese nach der Trennung auch wieder begonnen. Hier und mit passender Lektüre hat das was mich die Jahre über so sehr belastet und gewundert hat, einen Namen bekommen "Bindungsangst"!
Ich bin nun total verwirrt, ich weiß nicht wie ich das für mich einordnen soll und ich weiß nicht ob ich nun Erleichterung haben sollte, oder ob es mir lieber gewesen wäre, er hätte mich nur einfach "nicht geliebt" und es hat halt einfach "nicht gepasst".
Immer wieder Kreise ich um die Fragen, warum habe ich das zwei Jahre lang mitgemacht.. warum habe ich den Absprung nicht geschafft, warum bin ich und wäre ich auch noch länger in dieser emotionalen Achterbahn, Runde um Runde mitgefahren? Mir ging es so schlecht während der Beziehung, warum habe ich das ausgehalten? Kann mir das noch mal passieren?
Für jegliche Tipps, Anregungen, Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen! Ich möchte verstehen...
Lieben Gruß
Sunnwell
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Ergebnis 1 bis 10 von 76
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02.03.2013, 14:33
Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Geändert von sunnwell (02.03.2013 um 15:57 Uhr)
Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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02.03.2013, 15:17
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Irgendwie funktioniert der Link nicht :( Magst du kurz erzählen, was passiert ist?
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02.03.2013, 15:55
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Hi,
ja ich versuche mich mal kurz zu halten.. insofern das bei zwei Jahren Beziehung geht
Also mein Ex war 8 Jahre Single davor nur eine Jugendbeziehung. Ich war zwei Jahre Single, hatte davor immer wieder längere Beziehungen. Als ich ihn kennengelernt habe, hat er mit 31 noch bei seinen Eltern gewohnt.
Nachdem ich in meiner vorigen Beziehung sehr verletzt wurde, hat es dementsprechend lang gedauert bis ich mich richtig öffnen konnte. Er war sehr motiviert, interessiert, verliebt und alles und hat auch nach der Kennenlernphase schnell gesagt das er an was festem interessiert ist, etc. Komisch war von Anfang an das sexuelle, er wollte sehr selten, Standartprogramm, lieb- und leidenschaftslos und hat auch nie die Intiative ergriffen, da dachte ich aber noch.. Gut wir müssen ja erst mal zusammenfinden, das wird schon noch. Dann kamen die Klassiker...Eben ein Tanz aus Nähe und Distanz. Ich könnte jetzt hier zig Beispiele anführen aber dann würde der Beitrag unheimlich lang werden. Drum nehm ich mal nur ein paar:
- er wollte/konnte nie 24 Stunden am Stück mit mir verbringen, sprich nur eine Nacht und einen morgen dann musste er weg weil er dies und jenes zu tun hatte. Außer im Urlaub!
- er war immer sehr unpünktlich, hat mich fast immer warten lassen wenn wir verabredet waren.
- er wollte nie planen, sprich er konnte mir z.B. Mittwochs noch nicht sagen ob wir uns Freitags sehen oder nicht. Auch hat er mich in die Planungen nie einbezogen, er hat gesagt wann er Zeit hat oder auch nicht, ich konnte mich dann danach richten. Da wir aber beide viel zu tun haben, sind Planungen wichtig sonst kann es passieren das man sich mal eine Woche nicht sieht, obwohl man nur fünf Minuten von einander entfernt wohnt.
- wenn wir z.B. einen Sonntag was zusammen geplant haben, er kurzfristig abgesagt hat, oder sich für den gleichen Tag später noch was anders vorgenommen hat was er mir aber erst gesagt hat wenn wir schon unterwegs waren. Manchmal hat er auch kurzfristig abgesagt ohne den Vorschlag von Alternativen.
- Für Ihn gab es meist nur Freundeskreis oder Partnerin, mal was zusammen mit allen machen, war sehr selten. Wenn dann auch nur mit seinen Freunden, meine wollte er so gut wie gar nicht kennelernen und wenn hat er sich nur lustig über sie gemacht.
- gleiches gilt für Familienfeiern, meinerseits. Zu ihm durfte ich mit aber auch erst nach sehr langer Zeit, bei mir ist er zwar auch mal mit, aber nur unter großem Protest und sehr sehr selten.
- Oft hat er einfach Streits vom Zaun gebrochen, in Momenten wo es gar keinen Grund gab.
- Er wollte nie Kompromisse eingehen, hat immer nur gesagt. Ich bin so, ich war so, komm damit klar!
- Er konnte sich nie Entschuldigen. Hat immer auf sein Recht bestanden und dieses auch bis zum bitteren Ende durchgesetzt auch auf die Gefahr hin mich total zu verletzen.
- usw. ich könnte die Liste ewig lang weiterführen... Also falls Du/Ihr noch Fragen habt, her damit!
Natürlich gab es auch sehr schöne Zeiten, sehr sehr schöne sogar, darum ist es mir auch so schwergefallen auszusteigen. Er war z.B. immer sehr zärtlich, wir hatten den gleichen Humor und viele ähnliche Interessen und wenn wir zusammen waren, dann war es auch meist sehr schön.
Natürlich habe ich ihn auf die o.g. Dinge angesprochen und auch gesagt das mich viele verletzt und ich mir das anders vorstelle.. Zu anfang hat er immer gesagt das er sich nach 8 Jahren allein sein erst mal umgewöhnen muss, dafür hatte ich Verständnis. Aber das hat sich in den zwei Jahren nicht verändert.
Und dann kam die Wende, er sagte das er mich liebt (was sehr selten war), hat einen gemeinsamen Urlaub vorgeschlagen, ist auf einmal mit zu meinen Freunden gegangen, all das was ich mir vorher immer gewünscht habe, ging plötzlich.. es war so toll! Und dann hat er sich getrennt, von heute auf morgen, völlig unerwartet und plötzlich. Er wäre nicht derjenige für den Rest meines Lebens, er würde es sich wünschen, ist es aber nicht und Tschüss!
Das ist jetzt 7 Wochen her, ich habe ihn gebeten mich erst mal in Ruhe zu lassen, er hält sich auch dran.
Jetzt kommt das große erkennen und die ganzen Fragen..
Ich hoffe das reicht erst mal. Ich habe den Link auch gerichtet :-)!Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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02.03.2013, 18:07Inaktiver User
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Ich habe mal in deinen link geschaut und dabei ist mir folgender Absatz ins Auge gefallen:
"Wenn es das nun ist.. Ich weiß nicht ob ich darüber froh sein soll, oder ob es das noch schwieriger für mich macht! Weil ich sowieso schon Schwierigkeiten habe Wut aufzubauen auf meinen Ex-Partner.. wenn er nun mal eine psychische Störung „hätte“, wäre das ja noch schwieriger.
Vor allem, was kann ich für mich daraus lernen? Bin ich zufällig an so einen Partner geraten? Oder sind da bei mir auch irgendwelche Muster, das ich mir genau so einen Partner vielleicht ausgesucht habe?"
Kann es sein, dass du gerne andere Menschen unterstützt und ihnen hilfst, dass du sehr sensibel und einfühlsam bist, ein großes Herz hast und das Gefühl in dir trägst, dass du viel zu geben hast und auch dazu gerne bereit bist? Dass du niemandem wehtun willst, schon gar nicht deinen jeweiligen Partnern sondern eher selbst leidest als den anderen vor den Kopf zu stoßen oder ihn vermeintlich zu verletzen?
Ich bekam diesen Eindruck von dir, weil du zum Ausdruck bringst, dass du keine Wut auf deinen Exfreund haben könntest, wenn er eine psychische Störung hätte. Hast du dich mal gefragt, warum du dann nicht wütend sein könntest? Dürfte er sich denn dann verhalten wie er will und du hast alles Verständnis der Welt dafür? Mit der Einstellung würdest du dich nämlich selbst verletzen und ihm nicht helfen, im Gegenteil, seine Störungen würden sich wahrscheinlich verschlechtern.
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02.03.2013, 20:37
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Hallo Sunnwell,
ich gebe Johannaclara recht. Auch wenn dein Ex eine psychische Störung hat, kannst und darfst du wütend sein.
Auch ein Mensch mit einer psychischen Störung hat für diese eine Verantwortung, auch für seine Gefühle. ein Mensch mit Bindungsangst kann sagen, dass er Probleme mit zu viel Nähe hat. Denn das spürt er.
Das Weglaufen, Mauern, Kontaktabbrechen etc. kann auch etwas Aggressives und Verletzendes haben, daher wäre es nicht absonderlich, wenn du als Partnerin nicht nur traurig, enttäuscht, sondern auch wütend wirst.Vieles was du da schreibst an "Symptomatik", würde wahrscheinlich auch andere regelrecht auf die Palme bringen.
Es ist dabei egal, ob das aus einer psychischen Störung heraus geschieht oder aus anderen Gründen. Das was du schreibst, ließ dich immer in der Luft hängen. Da er aber ja auch wieder Nähe suchte und geben konnte, hat natürlich die Hoffnung jedesmal geweckt, er wolle eine Beziehung mit dir. Das kann schon ziemlich sauer machen und das solltest du auch sein. Dass man auf einen Kranken nicht wütend sein sollte, ist sicher in deinem Kopf. Es gibt kranke, die mittels ihrer Krankheit aber Andere regelrecht drangsalieren und eine gewisse Machtposition einnehmen. Sie bekommen Zuwendung, Hilfe etc. Alles worum sie sonst bitten müssten, bekommen sie als Kranke frei haus. sie können bei Ablehnung immer ihre Krankheit ins Spiel bringen. Auch das hat was Aggressives.
Wenn du schauen willst, was da bei dir los war, dann sieh erst ein mal dahin, was dich am Meisten bei ihm gereizt hat. Welche Gefühle hat er dir erfüllt? Was hat er dir "versprochen" zu geben, was dir fehlte?
vielleicht liegt es hier???? Hast du dich nicht nur verletzt, sondern unbedeutend, wertlos, weggestoßen.... gefühlt? Dann könnte es sein, dass du dich in ihn verliebt hast, weil er dir vermittelt hat, dass du etwas Besonderes für ihn bist, wertvoll, wichtig, damit steigt natürlich auch das Selbstwertgefühl immens an??????? Der eine will dich nicht, aber dafür der Andere?Nachdem ich in meiner vorigen Beziehung sehr verletzt wurde, hat es dementsprechend lang gedauert bis ich mich richtig öffnen konnte. Er war sehr motiviert, interessiert, verliebt und alles und hat auch nach der Kennenlernphase schnell gesagt das er an was festem interessiert ist, etc.
Ansonsten kannst du auch Mal schauen, ob du solche Gefühle schon ein Mal in Bezug auf Menschen kanntest. Hin und Her der Gefühle, Unsicherheit geliebt zu werden, sich bedeutungslos fühlen, Hilflosigkeit......Geändert von omri (02.03.2013 um 20:41 Uhr)
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03.03.2013, 09:50
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Guten Morgen Johannaclara,
guten Morgen Omri!
Ich habe über Eure Beiden Beiträge nachgedacht, da sie beide ja in eine ähnliche Richtung gehen will ich mal den ersten Teil meiner Antwort an Euch beide schreiben.
Ihr habt sicher Recht, ich bin wohl ein Mensch der sehr gerne unterstützt und für andere da ist. Aber ich erwarte das schon im Gegenzug auch von anderen. Grundsätzlich finde ich sollte sowohl in der Familie, Partnerschaft und auch bei Freunden, ein ähnliches gleichgewicht im "geben" und "nehmen" herrschen.
Leider habe ich tatsächlich schon öfter die Erfahrung gemacht das ich wohl in allen Bereichen schon öfter mal eher mehr oder gar fast nur "gegeben" habe. Wenn es dann hart auf hart kam oder eine Situation in meinem Leben auftrat wo ich wirklich Hilfe und unterstütztung gebraucht hätte, dann war ich sehr enttäuscht wenn das von meinem Gegenüber nicht gekommen ist, sondern diese teilweise sogar noch mal nachgetreten haben.
Ich sagte noch in meiner letzten Therapiestunde, das ich wohl zu Verständnisvoll bin. Ich habe kann mich gut in andere Menschen versetzen und habe wohl eine recht gute Intuition. Mal auf das Beispiel meiner Ex-Beziehung bezogen, haben mich die Situationen schon sehr verletzt und auch wütend gemacht, wenn er mir mal wieder grundlos vor den Kopf gestoßen hat und mir immer und immer wieder das Gefühl gegeben hat, ich wäre ihm nicht wichtig und immer an allem Schuld. Ich war traurig, hilflos, wütend und enttäuscht.
ABER und das ist glaube ich das Prolbem, ich habe immer gespürt das er das nicht aus bösem Willen macht, ich habe gewusst das er sich seiner Probleme nicht bewusst ist und das er das nicht macht weil er mich verletzen will sondern weil er einfach nicht anders kann. Hinzu kam, das wenn ich ihn auf die Problematik angesprochen habe, immer Aussagen kamen die das noch untermauert haben.. Hier ein paar Beispiele:
- Wenn ich ihm sagte, das ich es besser fände wenn wir Anfang der Woche grob planen wann wir uns sehen damit wir nicht nachher jeder an einem anderen Tag keine Zeit haben und wir uns dann gar nicht sehen.
ER: Das engt mich ein! Ich will da flexibel bleiben ich kann Dir nicht Montags sagen ob ich Mittwoch Zeit habe..
Ich: Ganz ehrlich, enge ich Dich wirklich ein? Engt es Dich das wirklich ein?
ER: Nein eigentlich nicht.. aber ich bin halt so!
- Wenn wir verabredet waren und er kurzfristig abgesagt hat, weil er lieber mit wem anders was machen wollte (was auch mal ne Stunde vor Beginn war) und ich ihm dann sagte das ich mich dann zurückgesetzt fühle, weil es mir vorkommt wie, ach da war ja noch was besseres.
ER: Sunnwell, wenn etwas nicht für Dich ist, ist es nicht automatisch gegen Dich.
Ich: Ja das verstehe ich schon, aber das ist ja nicht so das das mal passiert, sondern immer und immer wieder, da frag ich mich dann schon woran das liegt.
ER: Es hat nichts mit Dir zu tun, nimm das doch nicht persönlich, wenn man mich zu was drängen will dann mache ich es erst recht nicht.
Auch das könnte ich wohl immer weiter führen und mit Bespielen füttern. Im Nachhinein fallen mir zig Dinge ein, die so oder so ähnlich gelaufen sind. Manchmal hatte ich das Gefühl, das er die Dinge die mir wirklich wichtig waren, wenn er es wusste, extra nicht getan hat um mich auf Distanz zu halten.
Also ich habe schon gesagt wenn mich etwas verletzt, aber er hat es mir quasi mit seiner Wortgewandheit so rum gedreht das ich nachher schon angefangen habe wirklich an mir selbst zu zweifeln und mich zu fragen ob ich denn tatsächlich zu viel erwarte. Mittlerweile glaube ich, ich hätte in Timbuktu sitzen können und mich alle zwei Wochen mal melden können, er hätte sich trotzdem eingeengt gefühlt weil das in seinem Kopf war...
Worüber ich tatsächlich wütend bin, ist das er nicht einfach mal den Mund aufgemacht hat. Wir waren immerhin zwei Jahre ein Paar, ich dachte er wäre der richtige. Wir haben sonst auch über alle möglichen Probleme gesprochen. Wenn er mir gesagt hätte das er ein Problem damit hat Nähe zuzulassen, dann hätte ich besser gewusst wie ich damit umgehen soll. Wenn er mal klar gesagt hätte, wie er sich eine Beziehung vorstelllt und wieviel er bereit ist zu geben.. Aber ich bin mir nicht sicher ob er seine Probleme überhaupt bewusst als solche wahrgenommen hat. Ich glaube eher er hat nicht gewusst das er ein Problem hat, Nähe zuzulassen sondern hat lieber schön mir die Schuld in die Schuhe geschoben.
Jetzt gehe ich noch ein bisschen auf Omris Hinweise ein.. dazu ein neuer Beitrag!Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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03.03.2013, 10:11Inaktiver User
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Nur, dass diese Aussage bereits Naehe aufbaut und daher fuer jemanden mit massiver Bindungsangst durchaus problematisch bis zu unmoeglich ist.
Natuerlich kann man auch auf Menschen, die aufgrund einer psychischen Disposition so handeln wie sie handeln, sauer sein. Aber die Erwartung, ein Bindungsaenglster koennte sich ruhig mit dem Partner hinsetzen und einen Plan ausarbeiten, ist recht naiv ....
Sunnwell, dass du das zwei Jahre lang mitgemacht hast finde ich ueberhaupt nicht unverstaendlich - man kommt da doch recht rasch an den Punkt wo man schon so viel "investiert" hat, an Zeit, Gefuehlen, etc, das man sich einfach nicht vorstellen kann, diese ganze "Investition" aufzugeben. Man sieht kleine "Fortschritte", die eigentlich keine sind, aber die man sehen moechte und geht eben weiter und weiter und noch ein bisschen. Wenn es so einfach waere aus einer schlechten Beziehung wegzugehen, dann waere die halbe BriCom leer ....
Zitat von sunnwell
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03.03.2013, 10:15
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Omri,
schön das Du auch wieder hier her gefunden hast. Den ersten Teil habe ich ja schon oben ein bisschen ausführlich beantwortet. Jetzt möchte ich noch ein bisschen auf Deine Fragen eingehen.
Hmm ich glaube wirklich ihm ist nicht bewusst das er Bindungsangst hat. Ich glaube eher bei ihm hat sich das einfach durch, das ist nicht so wie ich kann, das ist nicht so wie ich will, drum passt es nicht geäußert. Mir war es ja während der Beziehung auch nicht bewusst. Ich habe nur immer gedacht, mein Gott, sprech ich denn chinesisch, er ist doch so intilligent, das kann doch gar nicht sein, das er das nicht versteht, das mich das verletzt, das ich über sein Verhalten enttäuscht bin.
Ja genau so war es. Ich habe ihn mal drauf angesprochen, das mir das Gefühl der Sicherheit irgendwie fehlt. Da meinte er, das er überhaupt nicht versteht warum mir das fehlt und das er nicht weiß ob es daran liegt, das er es tatsächlich nicht schafft mir dieses zu vermitteln oder ob ich durch meine Erfahrungen die ich gemacht habe, das einfach nicht annehmen kann. Mittlerweile weiß ich das er durch das ständige nah und fern, es wirklich nicht geschafft hat mir das zu vermitteln und es nicht an mir lag. Er hat ja immer beteuert das er die Beziehung will, das er mich liebt und das auch nach außen so suggeriert. Und das eben nicht nur in den nahen Zeiten....Das was du schreibst, ließ dich immer in der Luft hängen. Da er aber ja auch wieder Nähe suchte und geben konnte, hat natürlich die Hoffnung jedesmal geweckt, er wolle eine Beziehung mit dir.
Da stimme ich Dir zu! Aber ich würde abstufen ob der jenige selber weiß das er krank ist oder nicht. Ich gehe ja auch schon mehrere Jahre in Therapie und weiß um meine Schwachstellen, ich würde mich nicht hinstellen und sagen "Ich bin krank, drum kann ich machen was ich will". Weil ich eben um mich weiß. Bei ihm bin ich mir halt nicht sicher ob er das weiß, da er ja keine Fehler zugeben kann und sich oft für was besseres hält glaube ich wirklich ihm ist das nicht bewusst.Das kann schon ziemlich sauer machen und das solltest du auch sein. Dass man auf einen Kranken nicht wütend sein sollte, ist sicher in deinem Kopf. Es gibt kranke, die mittels ihrer Krankheit aber Andere regelrecht drangsalieren und eine gewisse Machtposition einnehmen. Sie bekommen Zuwendung, Hilfe etc. Alles worum sie sonst bitten müssten, bekommen sie als Kranke frei haus. sie können bei Ablehnung immer ihre Krankheit ins Spiel bringen. Auch das hat was Aggressives.
Allerdings fällt mir grad noch ein, er hat mir auch unterschwellig immer mal wieder gedroht. Er hat oft zu mir gesagt, Streit macht die Beziehung kaputt, das ist nicht gut für uns, irgendwann reicht eine Entschuldigung nicht mehr.. usw. Trotzdem hat er weiter Streits vom Zaun gebrochen und ich.. Ja ich habe angefangen die Sachen die mich stören runterzuschlucken weil ich Angst hatte, wenn ich was sage, das wir dann wieder streiten und er mich dann verlässt :-(
Am meisten gereizt hat mich seine Humorvolle Art, seine Ansichten, die Gespräche die wir geführt haben, das es so locker und problemlos angelaufen ist, das ich einfach bei ihm von vornerein erst mal ein gutes Gefühl hatte. Das er wenn es um Probleme ging die nichts mit der Beziehung hatten immer für mich da war, und ich mich einfach wenn er mir nah war, sehr wohl und geborgen gefühlt habe, mehr als jemals zuvor. Das er in meiner schweren Krankheit für mich da war und wir wenn wir zusammen unterwegs waren oder Zeit miteinander verbracht haben, immer sehr zärtlich und aufmerksam war auch wenn wir unterwegs waren, hat er immer gezeigt das ist meine Freundin. Das kannte ich so vorher noch nicht aus Beziehungen.Wenn du schauen willst, was da bei dir los war, dann sieh erst ein mal dahin, was dich am Meisten bei ihm gereizt hat. Welche Gefühle hat er dir erfüllt? Was hat er dir "versprochen" zu geben, was dir fehlte?
Und ganz wichtig - ich kann es mir bis heute nicht erklären. Von Anfang bis zum Schlussmachen nein eigentlich bis heute ist das so.. habe ich wenn ich ganz tief in mich reingefühlt habe, immer gefühlt das er mich liebt. Darum war ich auch so vor den Kopf gestoßen als er sich trennte mit der Aussage das er mich nicht mehr liebt. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Sicher mein Bauchgefühl hat mir schon immer gsagt, da stimmt was nicht, aber innerlich wenn ich ganz tief in mich rein gespürt habe, hatte ich wirklich durchweg das Gefühl das er mich liebt und alles gut wird. Auch heute noch 7 Wochen nach der Trennung spüre ich immer noch das er mich geliebt hat und es auch noch tut. Es ist nicht so das ich hoffe das er wiederkommt oder mir das schön rede, ich kanns nicht erklären das Gefühl ist einfach da. Aber eben auch das wissen das es nicht funktioniert, das ich daran schon fast kaputt gegangen bin..
Ja ich glaube das war es Anfangs schon auch... und er war so anders am Anfang als mein EX EX...mein EX EX hat mich ja betrogen und belogen.. Irgendwie wusste ich das mir das mit ihm nicht passiert. Das er mir treu sein würde und ich ihm vertrauen kann. Das habe ich auch.. Egal wie er mich behandelt hat, ich habe ihm immer vertraut das er mich liebt. Das war übrigens auch fast das einzige das ich bei der Trennung zu ihm gesagt habe.. Das er mein Vertrauen gebrochen hat, das vertrauen das er mich liebt. Das klingt hart aber im nachhinhein weiß ich noch besser wie ich es gemeint habe. Ich habe so viel ausgehalten, so viel zurückgesteckt, weil ich immer darauf vertraut habe, das er mich liebt und wir das schon irgendwie hinbekommen.vielleicht liegt es hier???? Hast du dich nicht nur verletzt, sondern unbedeutend, wertlos, weggestoßen.... gefühlt? Dann könnte es sein, dass du dich in ihn verliebt hast, weil er dir vermittelt hat, dass du etwas Besonderes für ihn bist, wertvoll, wichtig, damit steigt natürlich auch das Selbstwertgefühl immens an??????? Der eine will dich nicht, aber dafür der Andere?
Ja ich kann mich zwar nicht dran erinnern.. Aber ich weiß schon woher das kommt... Als meine Mutter mit mir schwanger war, hat mein leiblicher Vater uns wegen einer anderen verlassen. Meine Mutter ist gar nicht gut mit der Trennung zurecht gekommen, sie hat angefangen zu trinken und hatte mehrere Nervenzusammenbrüche. Ich bin dann immer viel in den ersten Jahren meines Lebens hin - und hergereicht worden, Großeltern, Freunde, hier und da... Mittlerweile aber habe ich Verständnis dafür, weil sie es damals nicht besser wusste. Sie war jünger als ich jetzt. Und meine ehemals beste Freundin, hat mich ebenfalls betrogen und belogen.Ansonsten kannst du auch Mal schauen, ob du solche Gefühle schon ein Mal in Bezug auf Menschen kanntest. Hin und Her der Gefühle, Unsicherheit geliebt zu werden, sich bedeutungslos fühlen, Hilflosigkeit.....
Vielen DANK - es hilft mir wirklich sehr, dass hier alles aufzuschreiben und ihn und auch mich so langsam zu verstehen....Geändert von sunnwell (03.03.2013 um 11:16 Uhr)
Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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03.03.2013, 10:26
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Liebe Tomirke,
schön das auch Du hergefunden hast! Ich freue mich wirklich über jegliche Impulse!
Auch hier stellt sich mir die Frage in wieweit der Bindungsängstler überhaupt weiß das er unter Bidnungsangst leidet. Das alleine stelle ich mir schon schwierig vor. Ich habe meinen Ex als jemanden erlebt der sehr von sich selbst überzeugt ist und ich glaube wirklich das er sich hätte selbst wenn er gewollt hätte, mir gar nicht mitteilen konnte, was genau da in ihm vor geht. Weil er das selbst nicht wusste. Sicher das irgendwas nicht stimmt hat er schon gemerkt da bin ich mir sicher, auch weil er oft ein schlechtes Gewissen hatte, welches er mir dann zugeschoben hat. Ach mensch :-(
Damit triffst Du es wohl auf den Punkt! Nur ging es mir wirklich schlecht. Ich hatte teilweise schon körperliche Symptome, wie Schwindel, Durchfälle, etc. ich denke durch die Unsicherheit und den ganzen Stress.. ich habe versucht mit Sport dagegenzuwirken.. Es ist so traurig wenn ich drüber nachdenke. Eben die kleinen Fortschritte die Zeiten wo er mir "nah" war... die sind es auch die ich jetzt noch so sehr vermisse, die mich immer noch zu Tränen bringen. Die Zeiten wo es gut lief waren wirklich wunderschön und ich vermisse diese schrecklich!Sunnwell, dass du das zwei Jahre lang mitgemacht hast finde ich ueberhaupt nicht unverstaendlich - man kommt da doch recht rasch an den Punkt wo man schon so viel "investiert" hat, an Zeit, Gefuehlen, etc, das man sich einfach nicht vorstellen kann, diese ganze "Investition" aufzugeben. Man sieht kleine "Fortschritte", die eigentlich keine sind, aber die man sehen moechte und geht eben weiter und weiter und noch ein bisschen. Wenn es so einfach waere aus einer schlechten Beziehung wegzugehen, dann waere die halbe BriCom leer ....
Danke auch für Deinen Input!
LG SunnwellVon nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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03.03.2013, 10:47Inaktiver User
AW: Bindungsangst - getrennt, verwirrt, was bedeutet das nun für mich?
Würdest du von dir sagen, dass du sehr vertrauensvoll bist? Dass du schnell dein Vertrauen schenkst, wenn jemand lieb und nett zu dir ist? Aber du eigentlich noch keine Erfahrungen mit ihm gemacht hast.
Vertrauen muß ja eigentlich erst wachsen und es wächst, wenn man entsprechende Erfahrungen mit einem Menschen gemacht hat. Trotzdem kann man sich natürlich nicht ganz und gar davor schützen, dass Vertrauen mißbraucht wird, aber ich denke, man sollte schon ein bißchen vorsichtig sein und bei neuen Bekanntschaften etwas kritisch bleiben, sich Zeit lassen den anderen kennen zu lernen und sich selbst zurückhalten, bevor man sich zu schnell öffnet. Das ist wahrscheinlich die Falle, in die du leicht tappst, dass du Menschen zu schnell in dein Herz schließt. Einerseits ist das eine liebenswerte Eigenschaft, andererseits aber birgt gerade das die Gefahr und das Risiko enttäuscht zu werden. Allein aus Selbstschutz wäre es gut, wenn du neue Bekanntschaften erst mal nicht so nah an dich rankomme läßt sondern ganz bewußt eine Distanz beibehälst und nach jedem Treffen wieder reflektierst wie es gewesen ist, allerdings auch mit einem inneren abstand zu dem Erlebten. Denn wenn du mit überschwenglichem Herzen über das Treffen nachdenkst bist du ja von Gefühlen überrollt und siehst nicht mehr in der Klarheit, die dir helfen kann den anderen realistisch einzuschätzen.


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