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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Zitat Zitat von Schmetterlingsraupe Beitrag anzeigen
    Seit einiger Zeit mache ich mir ständig und immer häufiger auch um kleine Dinge unnötig Sorgen.
    Das klingt schon ein wenig nach Grübel-Fall.
    So langsam identifiziert man sich mit seinen negativen Gedanken und hält
    sie zwar für unangenehm, aber durchaus beachtenswert.

    Ich kenne diese Tendenzen von mir selbst sehr gut, sie kommt hauptsächlich
    zum Tragen, wenn ich viel alleine bin.

    Wirklich helfen tut dann ganz gezielte Ablenkung bzw. dieses bewusste "Stop"
    als Eigenbefehl.

    Dein "Sorgentagebuch light" mit den beiden Spalten ist übrigens eine super Idee!
    Damit gehst Du das Problem von der pragmatischen Seite an.


    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Diese Sorgenmacherei kann aber auch eine schlechte Angewohnheit sein, die wir von nahestehenden, uns prägenden Personen übernommen haben, z.B. Eltern.
    Das kann ich bestätigen.
    Meine Mutter pflegt(e) ganz oft, Sätze mit einem "Ich habe Angst, dass ...." einzuleiten.

    Ich habe Angst, dass Du den Teller fallen lässt ... dass Du verschläfst ... dass Du dies
    oder jenes vergißt.

    Das Wort "Angst" manifestiert sich, und leider die korrelierenden Gefühle ebenso.

    Aber es ist schon mal von Vorteil, wenn man sich der Ursachen bewusst ist.

    .

  2. gesperrt

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Ich hatte das mal, am Anfang meiner Selbständigkeit - eine Zeit, wo sich die Sorgen aufbauschten und schon kleinste Anlässe genügten, um meine Fantasie auf die wildesten Katastrophenszenarien zu schicken: "Oh, die Rechung vom Internetprovider ist da. Ich muss 30 Euro zahlen. Das heisst, 30 Euro gehen vom Konto weg. hilfe. ich kann's grad noch zahlen, aber was, wenn noch eine grössere Rechnung kommt? Was, wenn ich mal nicht bezahlen kann? Was, wenn ich aus der Wohnung fliege? Was ist, wenn ich alles verliere und hungere und unter der Brücke lande...? Wer ich mir dann immerhin noch einen Tetrapack Rotwein besorgen können oder nicht mal mehr das...?"

    Gegenmittel war die konsequente und disziplinierte Fokussierung auf Hier und Jetzt. Alles positive aufzählen, was hier und jetzt vorhanden ist: "Gerade jetzt ist meine Miete bezahlt. Gerade jetzt hat es in meinen Küchenschränken genug zu essen, sodass ich mindestens zwei Wochen davon leben kann. Hier und jetzt hab ihc ein warmes Bett, eine geheizte Wohung. Hier und jetzt kann ich die Rechnung bezahlen und komm nicht ins Minus damit. Hier und jetzt trage ich saubere ganze Kleidung. Hier und jetzt bin ich gesund. Hier und jetzt geht es mir gut."

    Etwas mit Bewegung hat mir auch geholfen. Meist Geschirrspülen.

    grüsse, barbara

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Bewegung in dem Moment ist auch ein guter Tipp, stimmt

    Und Plan B: also wenn alles den Bach runter gehen würde, das würde ich dann machen? Das hilft auch ganz gut, wenn man vll zu überangepasst lebt und daher zu ängstlich ist (es könnte jemandem nicht recht sein, darf ich das überhaupt usw) Wenn alles wegbrechen würde, dann würde das abgesehen von der Katastrophe auch heissen, dass viele Zwänge wegfallen. Was bleibt dann noch von einem übrig bzw was würde man dann vll tun? Mir hilft das immer wieder, weil ich dann merke, dass es immer irgendwie weitergeht.

    Allerdings habe ich die Erfahrung ansatzweise schon gemacht und bin dadurch auch gelassener geworden. Ich muss mich seitdem auch nicht mehr für jeden und alles verantwortlich fühlen (kurze Irritationsphasen sind erlaubt )
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  4. Inaktiver User

    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Oh Mann, das kann ein richtiger Automatismus werden.
    Tagsüber kannte ich das noch nie.

    Aber abends, als die Kinder noch kleiner und die Firma in unruhigen Gewässern.

    Das war wie Russisch Roulette. Es begann der Film: was zahlste zuerst?

    Mir hat einfach nur Stopp geholfen.

    Ich hatte damals gemerkt, dass ich viel Fantasie besitze und mich reinsteigern kann.
    Funktioniert ja glücklicherweise auch im positiven Sinne. Ich bin immer noch sehr begeisterungsfähig.

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Vielen Dank für die vielen tollen Antworten. Barbara, Du hast mir sehr geholfen, weil Du auch selbständig bist. Ich bin seit mehr als 10 Jahren mein eigener Chef und plötzlich läuft's nicht mehr. Darüber mache ich mir die meisten Sorgen und fast auch die einzigen. Ich habe einfach eine riesen Angst, bald total abzurutschen. Dabei rauben mir die ganzen Sorgen nur unnötig Energie, die ich eigentlich für die Arbeit brauche.

    Ich hatte über 9 Jahre zwei Standbeine, auf denen ich gut stehen konnte. Plötzlich ist ein Standbein innerhalb von 4 Monaten total eingebrochen und das andere Bein ist einfach zu wackelig.

    Das Bewegung hilft, habe ich auch schon festgestellt. Ein guter Tipp gegen diesen ständigen Sorgenrkreis. Außerdem habe ich gemekrt, dass ich ganz schlecht schlafe und ständig müde bin. Je weniger Schlaf ich bekomme, desto mehr Sorgen habe ich. Deshalb habe ich mir vorgenommen stärker auf ausreichend Schlaf zu achten.

    Ein Stopp hat bei mir leider noch nie geholfen. 15 Sekunden nach dem Stopp sind die Sorgen wieder da. Was ist, wenn keine Bestellungen mehr kommen? Was ist, wenn ich bei Google abrutsche? Und und und. Dabei habe ich noch eine Rücklage für mehrere Monate nur beruhigt mich das kaum.

    Ich weiß noch, wie das in der Anfangsphase meiner Selbständigkeit war. Damals war ich top motiviert, weil es von Anfang an immer nur bergauf ging. Diese Erfolgserlebnisse haben mir damals regelrecht Flügel verliehen. Diese Flügel hätte ich gerne wieder zurück.

    Letztlich bleibt mir wohl nichts anderes übrig als mich ökonomisch frei zu schwimmen. Doch mit weniger Sorgen hätte ich einen dicken Klotz weniger am Bein.

  6. gesperrt

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    bitte immer gerne


    Ein Stopp hat bei mir leider noch nie geholfen. 15 Sekunden nach dem Stopp sind die Sorgen wieder da.
    ja, ich hab den Stopp auch gefühlte fünfzehn Millionen mal machen müssen. Irgendwann hat er sich von 15 Sekunden auf 30 Sekunden verlängert und irgendwann sogar auf eine ganze Minute, ohne dass ich mir eine einzige Katastrophe vorstellte. juhui!

    Beharrlichkeit/Sturheit war mir da sehr nützlich.

    Was ist, wenn keine Bestellungen mehr kommen? Was ist, wenn ich bei Google abrutsche? Und und und.
    Du hast ja schon einmal bewiesen, dass du etwas von Null auf hundert bringen kannst. Du kannst es! Inzwischen hast du viel an Erfahrung und geschäftlicher Kompetenz gewonnen und es gibt viele Anfängerfehler, die du bei einem neuen Projekt oder einer Überarbeitung deines aktuellen Angebots nicht mehr machen wirst.

    Und was Google-Positionen betrifft: bei gut gemachten, sprich sauberen Webseiten, sind diese SEHR stabil. Ich hab einen Artikel von mir seit Jahren auf Position 2 gleich nach Wikipedia, einen andern Artikel immer auf der ersten Seite... Wenn du schon seit längerem eine bestimmte Position hast, gibt es eigentlich keine guten Gründe, warum diese wechseln sollte. und ansonsten ist es sicher besser, statt sich Sorgen zu machen, die Webseite etwas zu optimieren (zB Titel, metatags etc).


    Dabei habe ich noch eine Rücklage für mehrere Monate nur beruhigt mich das kaum.
    eine Luxussituation :-)

    In einigen Monaten kriegst du mit deinem Wissen und deiner Erfahrung etwas auf die Beine gestellt, sogar wenn der worst case eintreten sollte, dass plötzlich gleich alle Kunden aufs Mal abspringen. ABer das wird NICHT passieren. Das ist extrem unwahrscheinlich.

    Diese Erfolgserlebnisse haben mir damals regelrecht Flügel verliehen. Diese Flügel hätte ich gerne wieder zurück.
    mag sein, dass du jetzt zuerst dich wieder an die mühsame Arbeit des Fundament-bauens machen musst. Ist anstrengend und dauert lange, bis Resultate sichtbar sind, ist aber wichtig.

    die Flügel kommen schon wieder. Aber dazu muss man den Sorgen manchmal sagen "ist OK, ich hab euch gehört, aber jetzt mach ich xyz und trage dazu bei, dass es mir gut geht."

    grüsse, barbara

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    bitte immer gerne




    ja, ich hab den Stopp auch gefühlte fünfzehn Millionen mal machen müssen. Irgendwann hat er sich von 15 Sekunden auf 30 Sekunden verlängert und irgendwann sogar auf eine ganze Minute, ohne dass ich mir eine einzige Katastrophe vorstellte. juhui!

    Beharrlichkeit/Sturheit war mir da sehr nützlich.

    Du hast ja schon einmal bewiesen, dass du etwas von Null auf hundert bringen kannst. Du kannst es! Inzwischen hast du viel an Erfahrung und geschäftlicher Kompetenz gewonnen und es gibt viele Anfängerfehler, die du bei einem neuen Projekt oder einer Überarbeitung deines aktuellen Angebots nicht mehr machen wirst.

    Und was Google-Positionen betrifft: bei gut gemachten, sprich sauberen Webseiten, sind diese SEHR stabil. Ich hab einen Artikel von mir seit Jahren auf Position 2 gleich nach Wikipedia, einen andern Artikel immer auf der ersten Seite... Wenn du schon seit längerem eine bestimmte Position hast, gibt es eigentlich keine guten Gründe, warum diese wechseln sollte. und ansonsten ist es sicher besser, statt sich Sorgen zu machen, die Webseite etwas zu optimieren (zB Titel, metatags etc).




    eine Luxussituation :-)

    In einigen Monaten kriegst du mit deinem Wissen und deiner Erfahrung etwas auf die Beine gestellt, sogar wenn der worst case eintreten sollte, dass plötzlich gleich alle Kunden aufs Mal abspringen. ABer das wird NICHT passieren. Das ist extrem unwahrscheinlich.



    mag sein, dass du jetzt zuerst dich wieder an die mühsame Arbeit des Fundament-bauens machen musst. Ist anstrengend und dauert lange, bis Resultate sichtbar sind, ist aber wichtig.

    die Flügel kommen schon wieder. Aber dazu muss man den Sorgen manchmal sagen "ist OK, ich hab euch gehört, aber jetzt mach ich xyz und trage dazu bei, dass es mir gut geht."

    grüsse, barbara
    Das hilft mir sehr, wenn ich merke, dass es wohl nicht so einfach ist, das Gehirn mit einem Stopp von Sorgen auf Fröhlichkeit umzuprogramieren. Ich werde da dran bleiben. Ich will umbedingt verhindern, dass die Sorgen mein Leben bestimmen. Doch es fällt mir einfach unglaublich schwer, den Schalter umzulegen.

    Vielen Dank für die vielen Mut machenden Worte, Barbara. Du verstehst es, einen Menschen wieder aufzubauen. Ich wünschte, ich hätte so viel Vertrauen in mich selbst.

    Das mit der Google-Beständigkeit habe ich auch gemerkt. Mein zweites Standbein hatte jahrelang sehr gute Platzierungen, doch dann sind die Stück für Stück nach unten gerutscht. Deshalb habe ich meine Vertrauen in dem Punkt verloren.

    Momentan arbeite ich daran, mich breiter aufzustellen. Nicht nur der Shop, sondern auch andere Plattformen. Die Schnittstelle zu Amazon wurde vor drei Wochen fertiggestellt und hat noch die anfänglichen "Kinderkrankheiten". Da setze ich große Hoffnungen hinein.

  8. gesperrt

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Zitat Zitat von Schmetterlingsraupe Beitrag anzeigen
    Das hilft mir sehr, wenn ich merke, dass es wohl nicht so einfach ist, das Gehirn mit einem Stopp von Sorgen auf Fröhlichkeit umzuprogramieren. Ich werde da dran bleiben. Ich will umbedingt verhindern, dass die Sorgen mein Leben bestimmen. Doch es fällt mir einfach unglaublich schwer, den Schalter umzulegen.
    Stimmt, es ist nicht einfach. Doch auch hier gilt, Übung macht die Meisterin.

    Vielen Dank für die vielen Mut machenden Worte, Barbara. Du verstehst es, einen Menschen wieder aufzubauen. Ich wünschte, ich hätte so viel Vertrauen in mich selbst.
    Danke vielmals.

    Vertrauen in mich selbst: ich neige vom Charakter her zu Extremen, das heisst, ich kann mich für unerschütterlichen Optimismus entscheiden, oder dafür, von einer hohen Brücke zu springen, und dazwischen ist nichts. ich hab den Optimismus genommen, den ich mir des öftern auch selbst einrede, weil sooo sicher bin ich mir da auch nicht immer. Selbstzweifel und Ängste sind mir keineswegs fremd, die kommen immer wieder Mehrmals wöchentlich, in der Regel. Aber ich will mich nicht von ihnen dominieren lassen, auch wenn sie da sind. Und ich will mich nicht, dass sie mich am Handeln hindern. Ich übe mich, MIT den ganzen Zweifeln dennoch das zu tun, was ich tun muss.


    Das mit der Google-Beständigkeit habe ich auch gemerkt. Mein zweites Standbein hatte jahrelang sehr gute Platzierungen, doch dann sind die Stück für Stück nach unten gerutscht. Deshalb habe ich meine Vertrauen in dem Punkt verloren.
    Hast du eine Ahnung von den Gründen, die dazu geführt haben könnten? neue Konkurrenz, die dich verdrängt? eine alte Technik auf der Website, die google möglicherweise als obsolet markiert im Gegensatz zu früher? Backlinks verloren...? unsauberer Quelltext?

    Momentan arbeite ich daran, mich breiter aufzustellen. Nicht nur der Shop, sondern auch andere Plattformen. Die Schnittstelle zu Amazon wurde vor drei Wochen fertiggestellt und hat noch die anfänglichen "Kinderkrankheiten". Da setze ich große Hoffnungen hinein.
    viel Erfolg dabei.

    edit: ich weiss nicht, ob du gläubig bist - mir hat's geholfen. Mein regelmässiges Gebet lautete ungefähr so: "Lieber Gott, du siehst, ich tue was ich kann, so gut wie ich kann, ich gebe nicht auf - bitte bitte arrangier es so, dass am Schluss alles funktioniert wie es soll, dass ihc zu essen hab und meine Rechnungen zahlen kann!" Ich habe mich darin geübt, mich mit der grundsätzlichen Unkontrollierbarkeit des Lebens zu versöhnen - und habe erfahren, dass (auch wenn es voll kitschig klingt), sich immer eine Tür aufmacht. Und ich hab dann auch alle Chancen ergriffen, die sich mir boten, auch und gerade wenn sie sich wie letzte Strohhalme anfühlten. Ich hab sehr viel an Vertrauen gewonnen, weil ich merkte, es trägt.


    grüsse, barbara
    Geändert von Bae (24.02.2013 um 18:00 Uhr)

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    AW: Sich ständig unnötig (umsonst) Sorgen machen

    Hallo Schmetterlingsraupe,

    diese Gedanken kenne ich nur zu gut. Waren bei mir der Anfang einer mittleren Depression.
    Letzten Endes half nur, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, welche der schlimmen Sachen, die man sich ausgemalt hat, wirklich eingetreten sind.

    Wahrscheinlich nicht mal ein Bruchteil dessen.

    Dieses permanente sich sorgen führt ja auch zum Teil dazu, entsprechende Notfalllösungen vorzubereiten. Aber selbst wenn dann der befürchtete Fall eintreten sollte, stellen sich diese vermeintlichen "Lösungen" als nicht anwendbar heraus, weil sich die Situation in genau diesem Moment doch anders darstellt.

    "Es kommt halt doch meistens anders, als man denkt", ist eine alte aber trotzdem aktuelle Weisheit.

    Ich glaube aber auch, dass speziell die Deutschen hier sehr, sehr ängstlich und sicherheitsbewusst denken und handeln. Ich habe mal gelesen, dass kein anderes Volk derart viele Versicherungen gegen alle möglichen Risiken abschließt, wie die Deutschen.

    Und dann noch eine Staffelung bezüglich materieller Dinge innerhalb der Bevölkerung: Je mehr jemand besitzt, desto mehr Angst hat er, dass er etwas davon verlieren könnte. Besitzstandswahrer nennt man so etwas wohl auch.

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