Müsstest Du diese Fragen nicht den Schwestern stellen? Vielleicht würde ihnen das und die Auslotung ihrer Empfindungen und Motivationen helfen, wieder in einen Dialog einzutreten.
Kennst Du die Geschichte der Schwestern? Bist Du sicher, dass sich der Konflikt aus dieser Erbgeschichte speist, und kannst Du ausschliessen, dass sich nicht tatsächlich eine ganz andere, eine ältere, längere Geschichte nur an diesem Konflikt entzündet? Ich halte es gerade im familiären Kontext für durchaus möglich, dass dieser Streit nur die Spitze eines ganz anderen Eisberges ist, den Du aber als Aussenstehende nicht kennen kannst.
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Thema: Neid
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16.02.2013, 14:13Inaktiver User
AW: Neid
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16.02.2013, 15:05Inaktiver User
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16.02.2013, 15:10Inaktiver User
AW: Neid
Neid = Charakterschwäche - das war nicht die Intention meiner Beiträge, dies auszudrücken.
Dagegen Neid, wenn er nicht konstruktiv ist, als lästig und belastend wahrzunehmen, sowohl für denjenigen der neidisch ist und in hohem Maße auch für den, der beneidet wird, das ja.
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16.02.2013, 16:58
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16.02.2013, 18:38
AW: Neid
Hallo zusammen,
ich sehe nach wie vor auch nach 30 Seiten Diskussion einen himmelweiten Unterschied zwischen einem eher konstruktiven ich-hätte-oder-wäre-auch-gerne-Neid und und einem ich-gönn-dir-nicht-Neid. Und ich glaube auch nicht, dass ersterer immer Resultat eines Reflexions- und Selbsterkenntnis-Prozesses ist. Manche kennen tatsächlich nur die erste Form. Das ist in meinen Augen auch keine Leistung, keine Frage der persönlichen Reife, sondern Ergebnis vieler Faktoren (Erziehung, Veranlagung, persönliche Lebenserfahrung, etc.).
Und ich finde es albern, nun um jeden Preis zugeben zu müssen, dass ich auch neidisch bin, nur um nicht unterstellt zu bekommen, ich würde mich meinen Schattenseiten nicht stellten. Die konstruktive Form des Neides ist mir nicht fremd, die empfinde ich aber nicht als Schattenseite. Die destruktive Form des Neides kenne ich so tatsächlich nicht, dafür hab ich genug andere Schattenseiten, die anderen Menschen fremd sind.
Ein Beispiel aus meinem Leben:
Im letzten Sommer ist mein Vater gestorben. Zeitgleich ist meine beste Freundin nach New York geflogen, wo ich schon immer mal gerne hin möchte. Also ich ganz unten und mit Beerdigungsorganisation und Trauer beschäftigt, sie ganz oben. Trotzdem hab ich ganz gespannt Anteil an ihren Reiseerlebnissen genommen und mich über ihre regelmäßigen Mailberichte gefreut. Und ich war auch nicht schadenfroh oder ärgerlich, als sie manches dort als nicht so toll empfunden hat. Ich hab vielleicht manchmal gedacht, hach, genau das würde ich genießen. Aber das war es auch schon. Destruktiv fände ich, wenn ich versucht hätte, ihr die Reise mies zu machen oder ihre negativen Erlebnisse zu bestätigen oder gar nicht erst was von der Reise hätte hören oder hinterher sehen wollen.
Das liegt vielleicht auch daran, dass mir meine größten Reiseträume schon erfüllt habe und nun beschlossen habe, dass mir andere Dinge erst mal wichtiger sind. Ich hab da ein ziemliches Vertrauen in meine Selbstwirksamkeit, dass ich Dinge, die mir wirklich wichtig sind, auch erreichen kann. Manche Träume erfordern eben sehr viel (Geld, Energie, Organisation, vielleicht auch Opfer), mehr als sie von anderen erfordern, die sie sich einfach so erfüllen können. Manches lässt sich vielleicht auch nur mit Abstrichen umsetzen (aus mir würde keine Prima-Ballerina und keine Stargeigerin mehr), aber die Essenz eines Traums ist in vielen Fällen doch möglich zu verwirklichen (ich könnte auch in fortgeschrittenem Alter noch Ballett- oder Geigenstunden nehmen). Aber ich glaube fest daran, dass sich viele Wünsche und Träume in irgendeiner Form erfüllen lassen, wenn man wirklich will. Und wenn ich merke, mein Wille ist nicht groß genug, dann kann ich den Traum auch gut fallenlassen. Und es stört mich auch nicht, dass andere ihn sich mit weniger Anstrenung erfüllen können und es vielleicht nicht mal ein Traum war, sondern ihnen einfach so zugeflogen ist. Ich weiß nicht mal, warum mich das nicht so arg stört, vielleicht mangelt es mir da einfach an Besessenheit.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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16.02.2013, 19:34Inaktiver User
AW: Neid
Da hast du natürlich recht, so genau kenne ich die Verhältnisse nicht.
Trotzdem denke ich, dass es Neid in viele Ausprägungen gibt.Es gibt die Form des Begehrens ( boa, möcht ich auch gerne haben), die sicher harmlos ist und vielleicht ja sogar der Ansporn ist etwas zu verändern, um dieses Ziel zu erreichen.
Und diesen Neid kennen sicher alle.
Aber den Menschen abzusprechen, dass sie diesen sinnlosen bösen grünen Neid ( oder war er gelb???) nicht kennen finde ich schon sehr vermessen.
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16.02.2013, 19:55Inaktiver User
AW: Neid
Na, wenn Du meinst.

Ich nenne das intellekt-/vernunftgesteuert.
M.E. ein enormer zivilisatorischer Fortschritt..... seit der Steinzeit ... wo man dem - vermeintlich - Unrecht Tuendem oder Bevorzugtem mal ganz unkompliziert, seinem Bauchgefühl folgend, die Keule über den Schädel zog, um sich wieder besser zu fühlen.
Aber Du hast schon recht: Hauptsache, ungute Gefühle werden nicht unterdrückt.
Geändert von Inaktiver User (16.02.2013 um 20:09 Uhr)
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16.02.2013, 19:58Inaktiver User
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16.02.2013, 20:01
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16.02.2013, 20:08Inaktiver User



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Das heißt, sie schaden sich lieber selber (= 30 € weniger), als es hinzunehmen, das ein anderer bevorzugt wird, indem er mehr bekommt.

