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    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Freundlichkeit, also im Sinne von freundlicher Umgangsart finde ich auch im Ausland oft viel angenehmer.

    Trotzdem fällt mir als Deutsche auf, dass ich jemand bin der Freundlichkeit im Umgang schnell "ernst" meint.
    Im Sinne von - jemand ist freundlich zu mir. "Aha, der mag mich also".

    Das ist wahrscheinlich urdeutsch an mir, dass ich da keine permanent lächelnde Fassade herumtrage , aber - wenn ich mich dann "öffne" dann meine ich es auch ernst.

    Und wer zuuu freundlich ist, dem misstraue ich erst mal und frage mich, was der im Schilde führt.
    Beim erneuten Durchlesen des Stranges fand ich diesen Post jetzt sehr hilfreich. Ein Laecheln wird in Deutschland schneller als eine Einladung zu mehr verstanden, in den USA ist es einfach normaler Umgang. Ich meine mich jetzt auch an ein Buch zu erinnern (so etwas wie "Gebrauchsanweisung fuer Europa, humoristisch geschrieben), das Amerikanern beim Besuch raet, nicht zuviel zu laecheln, weil sie sonst fuer leicht duemmlich gehalten werden.

    Interessant finde ich auch, dass Laecheln immer wieder als Fassade gesehen wird, wieso kann einem nicht einfach danach zumute sein? Und wieso gilt Freundlichkeit nicht als professionell?

    Handle, schoen, dass du dich so gut wieder eingelebt hast. Ich habe auch immer mehr positive Erlebnisse oder gewoehne ich mich einfach nur wieder? Woran ich mich nun gar nicht gewoehnen kann, ist diese abbuerstende Art im taeglichen Umgang ....

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  2. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    .

    Interessant finde ich auch, dass Laecheln immer wieder als Fassade gesehen wird, wieso kann einem nicht einfach danach zumute sein? Und wieso gilt Freundlichkeit nicht als professionell?
    Ich erinnere mich irgendwo mal den schoenen Satz gelesen zu haben, in den USA sei die Verkaeuferin freundlich, weil es keinen Grund gebe, das nicht zu sein.

    Fand ich sehr logisch.

    Das ist nicht Fassade, nichtnin meinen Augen. Ich erwarte doch nicht von jedem, der mich anlaechelt von der Supermarktkasse sofort den Heiratsantrag. es macht einfach nur den Alltag schoener, wenn man etwas freundlicher ist...

  3. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Interessant finde ich auch, dass Laecheln immer wieder als Fassade gesehen wird, wieso kann einem nicht einfach danach zumute sein? Und wieso gilt Freundlichkeit nicht als professionell?
    Schön, dass Dir mein Post hilft, das war ja das Ziel einfach den Blickwinkel zu wechseln.

    Ich möchte hier jetzt auch nicht als Grummelbiene da stehen, ich bin schon höflich, freundlich und lächle auch mal.
    Höflichkeit finde ich eben schon sehr wichtig, und es stört mich, wenn jemand unfreundlich ist.

    Aber ja, das andere ist nunmal so, dass für viele bei uns ein direktes Lächeln etwas bedeutet.
    Und alles andere schnell als aufgesetzt interpretiert wird.

    Klar, wenn Du mir zum Beispiel sagst, ein Lächeln in den USA bedeutet erstmal nichts, dann hilft mir das auch.
    Und ich denke, okay, denke Dir nicht so viele dabei. Aber man ist halt eben doch geprägt von seinem Umfeld und wird es eben jeden Tag neu.

    Wie gesagt, mit der Berliner Art habe selbst ich so meine Probleme und es gibt schon Regionen in Deutschland oder auch Österreich wo es anders ist. Und das kann ich aus vollen Zügen genießen.

    Aber gerade bei einem "Dauerlächeln" kann ich mir schon vorstellen, dass ich da dann erstmal auf Abstand gehe und mir das künstlich vorkommt.

    Als ich aus Paris wiederkam fand ich die deutsche Art erst unerträglich, gleichzeitig hatte ich in F manchmal zuerst das Gefühl "Ach die sind ja alle nett" und dann haben bestimmte Arten des Nettseins eben auch genervt. Also eben die total überschminkte Verkäuferin beim Mittagessen, gerne Typ Dame, die oberfreundlich war, aber man hatte das Gefühl, sie lässt einen dadurch eher eine gewisse Arroganz spüren.

    Oder eben eine sehr sehr nette gute Bekannte von mir, die lange in den USA war und mich auch gleich mit Küsschen und Hallo "um den Finger gewickelt" hat.
    Sie war mit jedem gleich per Du und Küsschen und ich dachte immer, sie muss diese Leute schon ewig kennen, aber es waren neue Bekannte. Ich fand ihre Art schon toll erstmal, aber nachdem 3. oder 4. Mal als ich es sah, da kam es mir dann eben schon etwas oberflächlich vor.

    Ich mag sie aber trotzdem sehr gern
    Geändert von Inaktiver User (15.02.2013 um 18:11 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Ich persoenlich halte das Laecheln in den USA generell nicht fuer aufgesetzt, denn es stellt eine kontaktfreudige Art dar, die wirklich existiert.

    Im Mittelwesten wird man in der Oeffentlichkeit fast staendig von wildfremden Menschen angesprochen. Und ich muss gestehen, dass ich dies der Alternative vorziehe.

  5. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich persoenlich halte das Laecheln in den USA generell nicht fuer aufgesetzt, denn es stellt eine kontaktfreudige Art dar, die wirklich existiert.

    Im Mittelwesten wird man in der Oeffentlichkeit fast staendig von wildfremden Menschen angesprochen. Und ich muss gestehen, dass ich dies der Alternative vorziehe.
    Das ist in Wien beispielsweise auch so.
    Ich fand das auch toll.

    Aber wie gesagt - vielleicht würde es mich auf die Dauer nerven?

    Oder man muss einfach "umlernen" und das anders werten.

    Es ist halt so wie es ist.

  6. Moderation

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    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deutschland ist ein sehr wichtiges Land, aber zur Wichtigkeit gehoert auch Verantwortung zu uebernehmen. Das hat mit Dankbarkeit nicht viel zu tun.
    Du hast das komplett anders verstanden, als gemeint. Ich bezog mich auf die Einstellung meiner Eltern und Großeltern nach dem Krieg. Eine historische und sehr persönliche Sicht auf die USA dieser Generationen.

    Was du über die Verantwortung schreibst, ist natürlich richtig. Nur wird ein Land, das sich zwei Mal durch Kriege schuldig gemacht hat, an diese Überlegungen anders rangehen als andere Staaten. OT natürlich.^^

    Handle, das ist ein wunderbarer Bericht, und ich freu mich für dich. Du scheinst am richtigen Ort zu sein!
    Ich fühle mich eigentlich auch richtig wohl in D.

    Was ich von meinem "Rumgereise" als kleine Quintessenz mitgebracht habe: Es gibt überall nur zwei Sorten Menschen - die netten und die A.... Wirklich egal, wo. Und bis du erstere zusammengefunden hast, geht's schon wieder weiter und die Suche von vorne los.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


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    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  7. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Handle, das ist ein wunderbarer Bericht, und ich freu mich für dich. Du scheinst am richtigen Ort zu sein!
    Dem schließe ich mich an, ich habe das auch sehr gern gelesen...

  8. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Was ich von meinem "Rumgereise" als kleine Quintessenz mitgebracht habe: Es gibt überall nur zwei Sorten Menschen - die netten und die A.... Wirklich egal, wo. Und bis du erstere zusammengefunden hast, geht's schon wieder weiter und die Suche von vorne los.
    Hmmm, ja, genau, was ist die Quintessenz?

  9. Inaktiver User

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich persoenlich halte das Laecheln in den USA generell nicht fuer aufgesetzt, denn es stellt eine kontaktfreudige Art dar, die wirklich existiert.

    Im Mittelwesten wird man in der Oeffentlichkeit fast staendig von wildfremden Menschen angesprochen. Und ich muss gestehen, dass ich dies der Alternative vorziehe.
    Jip, es ist halt ein "Umgangston", den - manche - Deutsche sehr gerne mit "tiefgehender Freundschaft" verwechseln, weil sie ihrerseits ja nur so mit Menschen reden würden, die sie mögen.

  10. User Info Menu

    AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich persoenlich halte das Laecheln in den USA generell nicht fuer aufgesetzt, denn es stellt eine kontaktfreudige Art dar, die wirklich existiert.

    Im Mittelwesten wird man in der Oeffentlichkeit fast staendig von wildfremden Menschen angesprochen. Und ich muss gestehen, dass ich dies der Alternative vorziehe.
    Buckeye (ich bin ein OSU alumni, falls Dir das was sagt), ich stimme Dir zu. Im Mittleren Westen geht es wesentlich freundlicher zu, als beispielsweise im Nordosten. Dennoch, und im allgemeinen, und vielleicht ueberall ausser im Mittleren Westen, interpretiere ich das oeffentliche Laecheln nicht als echte Kontaktfreudigkeit. Im Dienstleistungsgewerbe, Einzelhandel, als auch in anderen Branchen wird es zur Auflage gemacht, top notch service zu bieten. Schlechtes Feedback kann einem dann schon mal Aerger einbringen. Manche Firmen sind da ganz sensibel, und in Anbetracht des Arbeitsmarkts, durchaus gewillt, einen auszutauschen.

    Echte Kontakfreudigkeit, fuer mich, bedeutet, dass dem Laecheln entsprechende Taten folgen, und dass tun sie eben eher selten. Mein erstes Erlebnis dieser sogenannten Kontakfreudigkeit war folgende Geschichte. Noch in DE, waren wir waren mit einem amerikanischen Ehepaar, die Maenner waren Kollegen, befreundet. Wir siedelten etwa zur gleichen Zeit in die USA ueber, wobei meine Familie ein paar Wochen frueher ankam. Wir wohnten alle im gleichen Apartment Komplex, und die Frau lud mich ein, doch jederzeit vorbeizuschauen. Ihr Mann war zu der Zeit noch in DE. Was ich dann auch tat, und schwer bereute, denn als ich auftauchte, sprach ihr Blick Baende, und das passte so gar nicht zu ihren Worten. Oder unsere so christliche und fromme Nachbarsoma, die uns beim Eizug ueberschwenglich willkommen hiess, und spaeter meinen damals neunjaehrigen Sohn in aller Abgeschiedenheit vor meiner Haustuere sitzen liess (ich wohne im Wald, ohne direkte Nachbarn), anstatt ihn sicher bei ihr warten zu lassen, bis ich wieder zurueck kam.

    Durch eine Ansammlung dieser Art von Erfahrung bin ich dann deutlich vorsichtiger geworden. Kontaktfreudig, ja, aber nur fuer ganz oberflaechlichen Kontakt. Freundlich, ja, aber nur, dass man nichts schlechtes denkt. Echte Freundschaften findet man hier genauso leicht oder schwer wie in DE. In DE weiss man vielleicht eher, woran man mit dem Gegenueber ist.

    Was hier, glaube ich, noch nicht erwaehnt wurde, ist, dass man DE aus der Sicht der Deutschen sehen muss. Nicht durch eine andere Brille. Das bringt mir immer wieder Aerger ein, weil ich es eben auch tue. Der Arbeitsmarkt ist schlecht, der Euro wackelig, die EU ist kurz vor dem Zerbroeseln, und wie schon desoefteren in den letzten 40 Jahren, wird von DE erwartet, die Lage auszubuegeln. Das ist eine gewaltige Anforderung, vorallem finanziell. Als Gegenleistung werden die liebgewonnenen Sozialleistungen (die in DE wirklich ernorm gut sind) gekuerzt. Das kommt nicht gut an, die Leute werden muffig(er). Das Leben wird teurer, hoehere Kosten fuer weniger Leistung. Diese sozialpolitischen Achterbahnfahrten gibt es in dem Umfang nicht in den USA. Und die oekonomische Situation spornt eben an, sein bestes Gesicht zu zeigen, weil man den Job gern behalten moechte. Ich erlebe das jeden Tag.

    Kitty, es freut mich, dass Du Dich langsam wohler fuehlst! Ich denke, vieles wird einfacher mit der Zeit. Durch die doppelte Staatsbuergerschaft hast Du ja auch immer die Option, wieder zu gehen, was vielleicht einiges relativiert. Oder vielleicht schaffst Du es auch, mit ein paar guten Freunden Deinen eigenen "Wattebausch" aufzubauen.

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