Ich hatte im Ausland teilweise auch stressige Vertragsverlängerungen und -befristungen - aber ich hatte dort den immanenten Eindruck, als ob es schon irgendwie weiter ginge. Ich wurde dort für meine Arbeitsleistung mehr geschätzt, habe - meist - offene Türen gehabt. Und ich weiß nicht, woher diese Sicherheit kam. Vielleicht daher - ich wusste, dass ich etwas "wert" bin.
Hierzulande gibt es keine wirkliche "Kultur des Lobens" - "da müsste ich ja mehr zahlen", so ein Zitat in meinem Bekanntenkreis. Es setzt sich so langsam durch, dass man auch mal "Danke" sagen kann (von dem Kollegen, der meinte, ich bedanke mich "zu oft", äh, ja).
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29.03.2013, 18:25Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
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29.03.2013, 18:27Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
OT, ich gucke grade einige 80er-Jahre-Serien nach - da lässt sich eine gewisse Leichtigkeit feststellen.
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30.03.2013, 00:10Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Ich kann das - ohne hoffentlich als Deutschland-Mobber gesehen zu werden - auch ein wenig bestätigen. Ich habe länger für ausländische Firmen gearbeitet - den Druck habe ich als stärker empfunden als in D, (womit ich gut umgehen konnte) aber wenn ich den Job gut gemacht hatte, dann wurde auch sehr gelobt. Gibt es in D auch, erlebe ich derzeit zum Glück, aber trotzdem ist dies in der Tendenz auch mein Eindruck.
Und es scheint mir auch, dass man in anderen Ländern als Quereinsteiger grössere Chancen hat. In D zählt viel Routiniertheit und nicht so Motivation und Begeisterung. Als ich damals meine Branche wechseln wollte bekam ich von deutschen Firmen kaum Einladungen, es hat dann schließlich bei einer britischen Firma geklappt.
Die Leute wechselten da aber mit Abstand schneller die Jobs als in D - teils aus eigenem Antrieb teils aus einer gewissen Hire und Fire Firmenpolitik. Da war also mehr Offenheit in diesen Dingen aber klar hatte das aber auch Nachteile.Geändert von Inaktiver User (30.03.2013 um 00:14 Uhr)
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30.03.2013, 10:42
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Seltsam - würde da nicht tatsächlich eher umgekehrt ein Schuh draus? Ich meine, würde man nicht eher einen weniger bezahlten Job machen, wenn man sich dort geschätzt, respektiert und anerkannt fühlt? Wenn es nach mir ginge, müssten eher diese "nicht-gemeckert-ist-genug-gelobt-Arbeitgeber" einen Schmerzensgeldzuschlag bezahlen.
Die Menge macht das Gift.
T. B. v. Hohenheim
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31.03.2013, 00:16Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Hmmm, ich sehe es nicht als "Payoff". Nein, ich möchte bitte alles haben - den tollen Job, die Anerkennung, die Kohle.;o)
Und ja, gerade das Ausland hat mich gelehrt, dass ich auch etwas wert bin, aber auch, wie WICHTIG Geld und ein gutes Budget ist. Auch andere sind es "wert", gut bezahlt zu werden.
Ich wäre gerne mal in einer Führungsposition, wo ich um Budget kämpfen musste, und es mir nicht nur "zuerteilt" würde. ;o) Hätte ich mir früher NIE zugetraut, heute würde ich kämpfen wie eine Löwin.
Und ich sehe die Entwicklung, dass gerade die "Low-Budget-Jobs" mit Füßen getreten werden.
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31.03.2013, 10:14
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Ja klar: if you pay peanuts you will get monkeys. :D
Mir persönlich ist Geld nicht so wichtig. Oberhalb von peanuts würd ich im Zweifel immer den Job mit dem grösseren "Spassfaktor" machen. Ich brauche Geld nur noch, um mir Freiheit zu kaufen und Bananen mag ich nicht.^^
Mir fällt gerade auf, dass sowohl Du als auch Nastjenka beschreiben, dass Ihr im Ausland eher schneller bessere Jobs findet, die aber auch schneller wieder vorbei sein können und dass Ihr aus Eurem Werdegang die Erfahrung habt, dass Ihr gefragte Kräfte seid, die sich in gewisser Weise darauf verlassen können, immer eine adäquate Stelle zu finden - hab ich das so richtig verstanden?
Ich überlege nämlich gerade, ob German Angst vielleicht damit etwas zu tun hat, dass hier eher angestrebt wird, mit dem Eintritt ins Berufsleben eine Stellung auf Lebenszeit zu finden und wenn das nicht klappt oder in Gefahr ist, grosse Unsicherheit sich breitmacht. Wer den Job noch nicht oft gewechselt hat, hat ja die Erfahrung, dass man auch andere Arbeitsplätze finden kann, noch nicht gemacht. Oder kann sie vielmehr in Deutschland auch gar nicht machen? Und wenn ich Euch recht verstanden habe, bezieht Ihr doch gerade daraus eine gewisse Sicher- oder Gelassenheit?
Ich komme auch darauf, weil ich mich neulich mit einem Freund unterhalten habe, der etwas älter ist als ich. Er sagte mir, seit dem Tag, als er nach dem Studium seinen ersten Arbeitsvertrag unterzeichnet hatte, wusste er, dass er sich nie über Geld sorgen müsste. Er konnte ein Haus kaufen und fünf Kinder aufziehen ohne je darüber nachdenken zu müssen, ob seine Finanzlage die nächsten dreissig Jahre stabil bleiben würde. Daran bestand schlicht nicht der geringste Zweifel. Die Zeiten sind einfach vorbei, meint er jetzt, sieht er allein bei seinem Nachwuchs. Ich hätte das jetzt nicht so genau gewusst, weil ich derartiges nie angestrebt habe, aber für diejenigen, die ein grosses Sicherheitsbedürfnis haben, mag zB die Tatsache, dass es so Jobs für das ganze Leben nicht mehr gibt, schon beängstigend sein.
Also macht das dauerängstlich, gestresst und unzufrieden - wer Arbeit hat, hat Angst sie zu verlieren und wer keine hat, hat Angst, keine zu finden und deswegen haben letztlich alle immer Sorgen? Also... mal grob vereinfacht. *grübel*Die Menge macht das Gift.
T. B. v. Hohenheim
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31.03.2013, 15:42Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Ich glaube, es ist in Deutschland schwerer (geworden?), überhaupt einen guten Arbeitsvertrag zu ergattern.
Guter Kündigungsschutz, und warum "mucken" manche nicht mehr auf?
Mein Eindruck war übrigens auch - in GB/USA wird mehr draufgeschaut - "würde ich es xy zutrauen, den Job zu machen". Abschlüsse werden schon positiv gewertet, aber sind nicht allein ausschlaggebend.
So würde ich es beschreiben. Es gibt gerade so viele Modelle, von "Selbst"ständigkeit einer Kollegin, die im Ausland quasi eine Sprachabteilung geleitet hat, aber hier stundenweise unterrichten muss. Teilzeitarbeit. Einige Freundinnen von mir sind Hausfrauen, da viele Kinder und Schichtarbeit sich nicht vereinbaren lassen (das gab es in den USA beispielsweise seltener). Dann noch viel über unbezahlte Praktika, Hospitanzen und sowas.
Ich finde die Situation geradezu als paradox - wenn ein AN sich erstmal über die Kohle Sorgen machen muss, als über den Job.
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31.03.2013, 23:58Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
So würde ich das auch einschätzen. Ich lebe ja in D und auch gern, aber gerade im Job-Bereich empfinde ich den Arbeitsmarkt als etwas fest gefahren. Ich schätze Herausforderungen und neue Aufgaben oft mehr als Routinen immer wieder neu abzuspielen, und finde auch das hier sehr viel auf Erfahrung und Abschlüsse geschaut wird und weniger auf Motivation und Persönlichkeit.
An diesen Arbeitsmarkt muss man sich anpassen - Veränderungen sind natürlich auch hier möglich aber man muss sie mit viel Durchhaltevermögen mittelfristig angehen.
Daher ist es vielleicht auch bitterer aus dem Arbeitsmarkt hier rauszufallen - wenn was schief gelaufen ist oder man will die Richtung ändern ist das oft ganz schön schwer.Geändert von Inaktiver User (01.04.2013 um 00:03 Uhr)
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01.04.2013, 17:13Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Deutschland - noch jemand hier?
Nastjenka, ich wurde gerade für einen Workshop (es ging um etwas Fachunspezifisches, und es wurden dringend! noch Teilnehmerinnen gesucht, "unbedingt Frauen" und so - ich hatte mich auf Empfehlung einer Freundin beworben) abgelehnt - ich hätte den "falschen Abschluss".
Ich habe in den Staaten in gemischten Teams gearbeitet, und fand gerade das interessant - und die Uni-Kurse an sich sind auch offener für andere Fachbereiche.
Wobei Stipendien dort auch knallhart nach Kriterien vergeben werden - und es ist nicht sooo einfach ranzukommen, wie man denkt.
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01.04.2013, 17:15Inaktiver User



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