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    AW: Der Soziopath von Nebenan

    .
    Geändert von agatha46 (30.01.2013 um 14:52 Uhr) Grund: falscher Strang
    "'It's 106 miles to Chicago, we've got a full tank of gas, half a packet of cigarettes, it's dark and we're wearing sunglasses.'

    (Jake & Elwood forever)

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    AW: Der Soziopath von Nebenan

    legrain da hast du aber echt ein päckchen zu tragen gehabt. mit das schlimmste ist ja, dass es einen aus heiterem himmel trifft und man die welt nicht mehr versteht und auch an sich selbst zu zweifeln beginnt. und ja: es ist so, verleumdungen haften einem immer an, es ist wie ausgetretene zahnpasta. die verschwindet ja auch nicht mehr rückstandslos in der tube.

    dass missbrauchsopfer später selbst missbrauchen ist ein bekanntes phänomen, sehr tragisch. soziopathen könnten zum teil in entsprechenden verhältnissen aufgewachsen sein.

    was stecher anmerkt finde ich auch interessant: inwieweit ist es neutral, wenn man als betroffener einen soziopathen zu erkennen glaubt.

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    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und woher weiss ich beispielsweise, dass das Verhalten nur für mich so befremdlich ist weil ich völlig anders ticke der andere aber nicht? Wer legt beispielsweise das Normal fest?
    ...

    Im Endeffekt ärgere ich mich über mich selbst weil ich zu naiv war, again what learned.
    diesen satz meinte ich.
    ich denke auch, wenn einem ein gewissen nicht fremd ist, tut man sich schwer, zu glauben was es alles gibt. man fühlt sich in dem moment wie in einer matrix/parallelwelt. wenn de verstehst was ich meine.

    zu erkennen, dass kein wertesystem zu gelten scheint im umgang mit diesen menschen, macht einen hilflos und ohnmächtig.

  4. Inaktiver User

    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie wird die Soziopathie dann diagnostiziert? Demnach hätte Martha Stout nicht die Soziopathen vor sich in Therapie gehabt, sondern deren Opfer und kennt demnach Soziopathen auch nur mittelbar. Frage an die Leserinnen des Buches, ist das so?
    Falls ja, wie seriös ist das, was sie schreibt dann wirklich, wenn sie nur mittelbar damit in Kontakt kommt?
    Soweit ich es verstanden habe, kümmert sich Stout vornehmlich um die Opfer, weniger um die Soziopathen selbst.

    Ein Soziopath erkennt vielleicht, dass mit ihm/ihr etwas nicht stimmt, vielleicht!! Aber selbst wenn, er/sie sieht keinerlei Änderungsbedarf. Diese Menschen sind daher kaum therapierbar. Außerdem wie willst du ein Gewissen in einen Menschen "hineintherapieren"? Das ist Sozialromantizismus pur m.M.n.

    Die meisten Soziopathen sind eben NICHT Massenmörder, Serienkiller oder Ähnliches. Sie sind Menschen, scheinbar wie du und ich, leben eben "nebenan", sozial angepasst, oft mit großem Charme.

    Stout kümmert sich um die Opfer. Das finde ich gut.

    Natürlich wurde und wird Stout oft gefragt: Wie erkennt man denn einen Soziopathen (möglichst frühzeitig)

    Sie verstehen es, arme Opfer zu sein in der Wahrnehmung anderer. Dies nennt Stout als eines der treffsichersten Anzeichen. Das arme Opfer, und neben diesem "armen Opfer" verwelken alle wirklich nahestehenden Personen........

    .........sofern sie es nicht schaffen zu gehen, solange sie es noch können. Es gibt hier erschütternde Lebensgeschichten dazu, auch hier im forum.

    lg, Igraine

  5. Inaktiver User

    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von kessa Beitrag anzeigen
    diesen satz meinte ich.
    ich denke auch, wenn einem ein gewissen nicht fremd ist, tut man sich schwer, zu glauben was es alles gibt. man fühlt sich in dem moment wie in einer matrix/parallelwelt. wenn de verstehst was ich meine.
    Oh ja ich verstehe sehr gut.

    zu erkennen, dass kein wertesystem zu gelten scheint im umgang mit diesen menschen, macht einen hilflos und ohnmächtig.
    Im ersten Moment schon weil man das Spiel erstmal durschauen muss. Mir hat Information geholfen Klarheit reinzubekommen indem ich mich systematisch mit allen Beteiligten persönlich getroffen habe und mir ihre Sicht der Dinge schildern habe lassen und daraus dann für mich meinen Standpunkt klar gezogen habe.

    Wenn die anderen schwimmen und unklar sind muss man selbst Boden suchen und Klarheit für sich selbst, dann kommt man aus der Hilflosigkeit und Ohnmacht wieder raus (nicht einfach aber es geht).

    Und geholfen hat mir, dass ich eine Menge an Helferlein um mich habe, die mir grad alle zur Seite gesprungen sind!

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    AW: Der Soziopath von Nebenan

    kessa, das ist der punkt. wie hätte man die handlungen eines psychoptathen durchschauen sollen, wenn man selbst gerade und halbwegs normal denkt?

    in unserem land beklagte sich ein alter mensch, die liebe krankenschwester habe im bett daneben einen menschen getötet. am nächsten tag war er tot. andere wurden des verfolgungswahns bezichtigt, als sie eigenartiges beobachtet zu haben glaubten. irgendwann wurde die hingebungsvollste des ganzen pflegepersonals doch noch wegen mehrfachen mordes verurteilt.
    wie soll man über die netteste vom team das unvorstellbare glauben können, wenn man der anständige vorgesetzte oder kollege mit einem normalen gewissen ist?

    das ist zumindest bei den mir bekannten psychopathen ein wichtiges merkmal, sie sind sehr angenehm und angepasst. auf der einen seite.

    soziopathen sind die ganz lieben von nebenan in ihrer zweiten seite.
    lg
    legrain

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    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zufällig lese ich gerade "Ice Man" von Philip Carlo. Bekenntnisse eines Mafia-Mörders.
    Da wird sehr schön deutlich, dass es Menschen ohne Gewissen gibt. Ohne jegliche Fähigkeit, sich einzufühlen in andere. Ziemlich grauslig, aber eben auch - interessant.

    Gut finde ich auch den Bestseller "Irre! Wir behandeln die Falschen" von Professor Lünz. Da ich dieser Meinung schon länger war , habe ich mir das Buch damals sofort bestellt. Es hat sich gelohnt.
    The original Karla
    est. 2006


  8. Inaktiver User

    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit ich es verstanden habe, kümmert sich Stout vornehmlich um die Opfer, weniger um die Soziopathen selbst.

    Ein Soziopath erkennt vielleicht, dass mit ihm/ihr etwas nicht stimmt, vielleicht!! Aber selbst wenn, er/sie sieht keinerlei Änderungsbedarf. Diese Menschen sind daher kaum therapierbar. Außerdem wie willst du ein Gewissen in einen Menschen "hineintherapieren"? Das ist Sozialromantizismus pur m.M.n.

    Die meisten Soziopathen sind eben NICHT Massenmörder, Serienkiller oder Ähnliches. Sie sind Menschen, scheinbar wie du und ich, leben eben "nebenan", sozial angepasst, oft mit großem Charme.

    ...
    Natürlich wurde und wird Stout oft gefragt: Wie erkennt man denn einen Soziopathen (möglichst frühzeitig)

    Sie verstehen es, arme Opfer zu sein in der Wahrnehmung anderer. Dies nennt Stout als eines der treffsichersten Anzeichen. Das arme Opfer, und neben diesem "armen Opfer" verwelken alle wirklich nahestehenden Personen........
    Danke für Deine Antworten, ich nehme an, Du meinst einige der Beziehungsgeschichten hier im Forum.

    Wieso ist Stout so sicher, dass diese Menschen gewissenlos sind, wenn sie nicht direkt mit ihnen Kontakt hat? Sie kann es allenfalls anhand der erzählten Handlungen vermuten, aber wieso behauptet sie, es zu wissen?

  9. Inaktiver User

    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von Karla48 Beitrag anzeigen
    Zufällig lese ich gerade "Ice Man" von Philip Carlo. Bekenntnisse eines Mafia-Mörders.
    Da wird sehr schön deutlich, dass es Menschen ohne Gewissen gibt. Ohne jegliche Fähigkeit, sich einzufühlen in andere.
    Du setzt Gewissen und Einfühlungsvermögen nahezu gleich, ich würde Gewissen eher als die Fähigkeit, Unrecht von Recht zu unterscheiden und Reuegefühle empfinden, definieren. Einfühlungsvermögen hat etwas mit der Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, zu tun. Natürlich gibt es einen Zusammenhang, aber wenn Stout ähnlich argumentiert, fehlt mir der wissenschaftliche Ansatz und die Argumentationsgenauigkeit.

  10. Inaktiver User

    AW: Der Soziopath von Nebenan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soweit ich es verstanden habe, kümmert sich Stout vornehmlich um die Opfer, weniger um die Soziopathen selbst.

    Ein Soziopath erkennt vielleicht, dass mit ihm/ihr etwas nicht stimmt, vielleicht!! Aber selbst wenn, er/sie sieht keinerlei Änderungsbedarf. Diese Menschen sind daher kaum therapierbar. Außerdem wie willst du ein Gewissen in einen Menschen "hineintherapieren"? Das ist Sozialromantizismus pur m.M.n.

    Die meisten Soziopathen sind eben NICHT Massenmörder, Serienkiller oder Ähnliches. Sie sind Menschen, scheinbar wie du und ich, leben eben "nebenan", sozial angepasst, oft mit großem Charme.
    Ich denke auch, das Stout sich vornehmlich mit Opfern beschäftigt.

    Ich kenne von ihr eben auch nur Textpassagen.

    Der von mir oben genannte R.Hare hat sich definitiv mit Psychopathen beschäftigt.Seid über 20 Jahren.Sprich Direktkontakt, inklusive Auswertungen/Austausch mit anderen (Kriminal) Psychologen, Psychiatern.
    In dessen Buch geht es somit auch primär um jene.Wie man sie erkennen kann, Beispiele.
    Ganz interessant fand ich auch die Abhandlungen über Eltern psychopathischer Kinder.

    Inklusive übrigens auch der der Erklärung, das es sehr wohl solche Kinder gibt, ohne das irgendeine Missbrauchs oder sonstige erkennbare Gewalterfahrung, psychisch gestörte Elteren, Umfeld oä in der Kindheit zu finden waren.

    Psychopathen werden letztlich nicht anders diagnostiziert als sonstige Persönlichkeitsstörungen.

    Hare nimmt auch Bezug auf die Anfragen, welche oft an ihn aus der Ferne quasi gestellt werden von Angehörigen, Betroffenen.Er selbst sagt, das es natürlich so nicht aus der Erzählung per se als Diagnose gestellt werden könne- klar eigentlich- aber das man schon aufgrund intensiver Erzählungen natürlich als Mutmassung stellen mag aufgrund zumindest charakteristischer Eigenheiten.Zumindest zeigen diese Menschen jene Facetten sehr deutlich, ob sie dann definitiv Psychopathen sind- sei natürlich dahingestellt.Er ist generell sehr vorsichtig mit der Diagnosestellung.
    In den Passagen, wo sich über Psychopathen geäussert wird ähnelten sich die Aussagen von Stout und Hare definitiv.Auch was Auswirkungen auf (potentielle) Opfer angeht.

    Thematisiert werden eben auch Möglichkeiten sich gegen Psychopathen quasi zu schützen, wie umgehen.
    Allerdings auch ganz klar gesagt, das es letztlich jedem passieren kann auf einen solchen Menschen zu treffen und ihn als solchen (erstmal) nicht zu erkennen.

    Halt die üblichen Dinge wie oftmals eine Menge Charme, durchaus gewandte Menschen, sich selbst oft als Opfer verkaufend,hochmanipulativ , die Schwachstellen des Gegenüber gnadenlos auslotend.
    Eine ganz klare 'Schwachstelle' dabei ist zb das grundlegende Vertrauen eines Gegenübers...auf schlicht vorhande Grundzüge von..ja best. 'Menschlichkeit' die jene Menschen eben missen lassen bzw durchaus als eine der Eintrittspforten für ihr Tun nutzen.

    Und auch die tragischen Geschichten, wo Opfer von Psychopathen sehr lange Rat gesucht, gekämpft haben- oftmals sie als das 'pathologische' gesehen wurden...bis sich eines Tages die Sicht auf alles doch noch mal änderte.

    Persönliche Beispiele anzuführen- vermögen zumindest jene Menschen, die diesbezüglich sicher sein können.
    Ich weiss aber nicht, inwiefern jene gewillt sind ihre persönlichen Erfahrungen hier kund zu tun.
    Würde ich mir auch konkret gut überlegen.

    lara

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