Ich kann dir keinen genauen Tipp geben, aber dir sagen, dass ich das verstehen kann mit dem Traum leben. Ich lebe auch in einer Stadt am Meer und als ich noch davon träumte, war ich auch unglücklich in einer hässlichen Stadt. Aber ich bin auch ein realistischer Mensch. Ich habe von vielen gehört, die hierher kamen und alles in ihrer Heimat schlecht machten. So habe ich das nie gesehen. Man hat nie alles Gute beisammen, und ich habe die Stadt immer mit ihren guten und schlechten Seiten geliebt und gehasst. Aber lieben und hassen ist schöner und lebendiger als das ewige Grau. Ich habe Glück, hier gefestigt zu sein und gar nicht überlegen zu müssen wieder wegzugehen, da ich hier meinen Partner kennen gelernt habe, von dem ich ein Kind bekomme.. Generell würde ich sagen, dass man lieber es einmal ausprobieren sollte als das ganze Leben: Würde oder hätte ich....zu sagen. Es ist ja nicht schlimm, wenn es dann doch nix ist....
Wegen deiner Tochter noch zu warten verstehe ich auch, kann mir aber selbst bisher nicht vorstellen, von meinem Kind wegzuziehen, aber ich habe ja auch noch keinen Teenager zu Hause. Von mir ausgehend würde ich mein Kind voll einbeziehen. Auf jeden Fall wäre eine gute Vorbereitung die Selbständigkeit deiner Tochter. Ich bin mit 14 durch halb Europa, um zu Verwandten zu fahren mit drei Mal umsteigen usw.
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Thema: doofe Stadt
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27.01.2013, 08:35
AW: doofe Stadt
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27.01.2013, 09:05Inaktiver User
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18.02.2013, 11:10Inaktiver User
AW: doofe Stadt
Liebe Sina-lei,
wir leben dort, wo andere Urlaub machen.
Wenn Du Deinen Traum verwirklichen möchtest, dann musst Du aber zig Dinge abwägen.
Lebst Du zurzeit in einer größeren Stadt?
Hast Du spezielle Interessen?
Hast Du eine Vorstellung, wie es sein könnte, in Schleswig-Holstein zu leben? MIT den Menschen um Dich herum?
Ich bin geborene Schleswig-Holsteinerin, jedoch bin ich aufgewachsen unmittelbar vor den Toren Hamburgs. Also eher eine Hamburgerin.
Zwischendurch habe ich 3 Jahre in einem anderen Bundesland gelebt.
Und seit 4 Jahren in der Nähe Deiner Traumstadt Lübeck.
Die Uhren ticken hier anders. Die Nähe zum Meer, schöne Gegend etc. ist nicht alles.
Du brauchst auch ein soziales Netzwerk.
Ich kenne einige Leute, die eine Zeit in Bayern gelebt haben und diesen Schritt nie wieder gehen würden. Ich glaube der Süden und der Norden tun sich da nicht viel.
Und selbst mir als Schleswig-Holsteinerin fällt es immer noch schwer, mich hier wieder einzufinden.Geändert von Inaktiver User (18.02.2013 um 11:22 Uhr)
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18.02.2013, 12:29Inaktiver User
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18.02.2013, 13:30Inaktiver User
AW: doofe Stadt
Wie gesagt, ich lebte direkt vor den Toren Hamburgs. Ich war schnell mitten im Leben.
Heute lebe ich in einer Kleinstadt mit 18.000 EW. Eher eine Wohngegend mit einer Hauptstraße, die zwar sehr schön angelegt ist mit Fachwerk, aber jedes zweite Geschäft ist geschlossen.
A) mir fehlt u. a. etwas Unterhaltung. Bummeln, Kino, Musicals... zumindest die Gewissheit: ich könnte mal eben, wenn ich wollte.
Was soll ich zu den "Ureinwohnern" sagen?
Einstimmige Meinung von mir und ebenfalls zugezogenen: Sind irgendwo in den 70igern stehen geblieben.
Mundfaul, nicht offen für Neuerungen, komplett reiseunlustig.
Ich war früher immer etwas angepiekst, wenn jemand sagte: Norddeutsche sind unterkühlt.
Ist aber so. Bestimmt nicht jeder, aber der Großteil.
Du kannst noch so offen zu anderen sein, man kommt nicht an sie heran (zumindest in unserem Landkreis)
Irgendwie ist man die zugezogene aus der Großstadt, die schon im Ausland Urlaub gemacht hat.
Man sieht mich hier auch nicht als Schleswig-Holsteinerin, da ich auf Umwegen zurück zum Tatort gekommen bin.
Ich habe 3 Jahre in NRW gelebt und mich dort sehr wohl gefühlt.
Dort kannst Du Dich in's Cafe setzen und kommst mit Leuten ins Gespräch, wenn Du es möchtest.
Hier habe ich teilweise das Gefühl, dass niemand angesprochen werden möchte.
(Hinweis : ich quatsche nicht auf Gut Glück Leute an!)
Ich habe seit fast 4 Jahren immer noch nicht das Gefühl, dass ich nach Hause komme, wenn ich hier ankomme.
Das macht mich wirklich unglücklich.
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18.02.2013, 13:50
AW: doofe Stadt
Rockpommel,
was die Menschen anging, erging es mir genauso in Hamburg - ich habe da üüüüüüüberhaupt nicht Fuß gefasst, nur schwerlich Anschluss gefunden und war froh, als ich nach zwei Jahren zurück nach Schleswig-Holstein ziehen konnte. Die Menschen waren mir zu distanziert, bisweilen aus meiner subjektiven Ansicht sogar ablehnend. Das war so überhaupt nicht meins, ich war todunglücklich und habe anfangs richtig gelitten (und mich später einfach versucht damit zu arrangieren).
Gut, die Menschen an der Westküste S-H sind ein Schlag für sich und wirklich nicht leicht zu handhaben für Dazugezogene. Aber als ich an die Ostküste zog, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten Anschluss zu finden und mich wohl zu fühlen.
Am Ende muss wohl jeder selbst schauen, ob es passt oder nicht.
Und bezüglich "leben, wo andere Urlaub machen": Ja, es stimmt grundsätzlich. Ich brauche 5 Minuten zum Sandstrand - hilft mir aber auch nicht, wenn es gefühlt 80% des Jahres regnet und stürmt
Geändert von Telpa (18.02.2013 um 13:54 Uhr)
Laufe so, dass du am Ziel nicht am Ende bist.
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18.02.2013, 14:33Inaktiver User
AW: doofe Stadt
Ich denke einfach, dass es der Unterschied
Großstadtmensch (war ich ja irgendwie) und Landmensch ist.
Die Interessen, das erlebte... da besteht oft ein himmelweiter Unterschied.
Ich merke es hier bei den Frauen meines Alters. Auch bei jüngeren. Bei mir manchmal Verständnislosigkeit..
In der Großstadtnähe gehst Du öfter in's Kino, in's Musical oder bummeln.
Die Möglichkeiten hast Du hier auf dem platten Land manchmal nicht in der Qualität und Quantität.
Man hat andere Reize in der Großstadt. Und die prägen einen auch ein Stück.
Und arbeiten, wo andere Urlaub machen?
Mein Mann muss oft nach Sylt, Cuxhafen, Heiligenhafen etc. Vom Strand sieht er nichts, max. aus dem Auto. Dazwischen liegen teilweise stundenlange Autofahrten. Oder die langweilige Zugfahrt über den Hindenburgdamm in einem überfüllten Zug.
Und, wie die TE sich das vorstellt. Lübeck und dann im Straßencafe an der See arbeiten?
Wenn das Wetter gut ist, ist das Cafe voll und laut.
Wenn sie nicht gerade in Travemünde eine Wohnung findet, die fußläufig vom Meer entfernt liegt, dann zahlt sie gut und gerne 5 Euro Parkgebühren.
Oder sie muss über die A1 an die Ostsee fahren oder durch den gebührenpflichtigen Mauttunnel.
Und noch die Parkgebühren. Und als nicht Einwohner am Strand arbeiten? zzgl. Kurtaxe.
Das macht man zwei bis drei mal..... Denn das Geld muss auch erstmal verdient werden.
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18.02.2013, 14:48
AW: doofe Stadt
Das stimmt sicherlich. Mittlerweile würde ich an meinem Heimatort auch nicht mehr leben wollen (platter geht's nimmer ;) ), denn das ist mir definitiv zu langweilig und zu leblos dort. Für 'nen kurzweiligen Besuch ist es ok, aber recht schnell fällt mir wieder die Decke auf den Kopf. Jetzt lebe ich vor den Toren einer größeren Stadt und bin damit sehr zufrieden. Nach HH braucht es auch nicht ewig, sodass wir schon regelmäßig mal dort hin düsen für Konzerte oder Musicals. Aber nochmal dort leben? Nee, ohne mich.
Ok, das ist wahrlich nicht so spannend. Da habe ich mehr Glück gehabt und kann zB meine Pause mit Blick auf's Wasser zubringen und den Möwen beim Zetern zuhören. Und wenn ich im Feierabend Lust auf Strand habe, fahre ich wirklich nur 5 Minuten. Das weiß ich mittlerweile wirklich zu schätzen. Aber auch dafür muss man gemacht sein - und wenn man lieber in der Straßenkneipe sitzt im Trubel a la Schanze, ja dann ist man hier falsch - denn allzu spät werden die Bürgersteige hier auch nicht hochgeklappt ;)
Jop, so sieht die Realität wohl aus in Lübeck. Herr T flucht heute noch leise über seine Lübecker Zeiten samt Parkplatzsuche und Tourischwemme.Laufe so, dass du am Ziel nicht am Ende bist.
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18.02.2013, 15:20Inaktiver User
AW: doofe Stadt
Direkt in HH habe ich auch nicht gewohnt. Das wäre mir zu laut.
Aber was ich mit den "prägenden Reizen" meine.
Als ich mal zu einem Vater eines 15jährigen Sohnes gesagt habe: hier ist aber auch rein gar nichts für Jugendliche. Da kam als Antwort: Wieso, die können hier doch angeln.
Das ist die Einstellung vieler hier. Das haben wir früher auch gemacht, warum soll es für die Kinder heute anders laufen?
So kennen wir z. B. sehr viele Leute, die aus SH nie heraus kommen.
Man hat nicht nur Erholung im Urlaub, man lernt auch neue Lebensformen kennen.
"Brauchen wir nicht"...
Allerdings kann es angehen, dass diese Einstellung "unseren" Landkreis betrifft.
Kreis OH, PI etc. kann schon wieder anders sein.
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18.02.2013, 21:06Inaktiver User
AW: doofe Stadt
Vielen Dank!
Das war sehr informativ und unterhaltsam!
Du meintest Discos? Kino, Kletterhalle, H&M?
Jugendliche? Ich dachte, die brauchen nur einen Computer … heutzutage. Man hört so oft, dass die Jungs davon nicht mehr wegzukriegen sein. Da finde ich Angeln als Alternative fast klasse.


. Generell würde ich sagen, dass man lieber es einmal ausprobieren sollte als das ganze Leben: Würde oder hätte ich....zu sagen. Es ist ja nicht schlimm, wenn es dann doch nix ist....
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