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  1. Inaktiver User

    sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    Ich weiß nicht wirklich, wie ich das umschreiben soll. Eigentlich bin ich mit mir zufrieden, ich mag mich, meinen Job, meine Wohnung, meine Lebenssituation, eigentlich alles etc.

    Aber manchmal kommt es über mich, so dass ich alles was ich an mir mag, in Frage stelle. Da fang ich an zu fragen, kann ich das noch in meinem Alter oder bin ich dafür nicht zu alt. Sollte, müsste ich nicht dies und das. Ja ist das denn noch normal...Und mache dann alles an mir schlecht.

    Wenn ich es mal schaffe meinen nörgelnden Gedanken keine Aufmerksamkeit zu widmen, und mich auf das was ich tue, zu konzentrieren, dann bin ich wieder zufrieden, so wie es ist. Ich neige auch dazu, dem zuviel Wert beizumessen, was mir mal ab und an durch den Kopf geht und "leider" denke ich recht viel.

    Ich lasse mich nicht nur von meinen Gedanken, sondern auch von anderen leicht in Frage stellen. Wenn ich im Job eine Entscheidung treffe und das muss ich oft, oft auch alleine, dann klappt das wunderbar. Aber sobald ich von Person X dieses höre, von Person Y das, und Person Z schreit was anderes, dann stell ich meine Entscheidung in Frage. Es macht mir weniger aus, wenn ich davon ausgehe, dass es so sein wird oder jemand mit niedrigerer oder gleichwertiger Hierarchie das tut. Handelt es sich dann noch zusätzlich um eine spontane, wichtige Entscheidung, in die andere miteinbezogen werden müssen, falle ich wieder in dieses "Muster" zurück.

    Im allgemeinen scheint es mir so, als lasse ich mich zu sehr verunsichern und würde mir selbst zu wenig vertrauen oder zu wenig auf meine eigene Stimme hören, die sagt das passt schon so. Ich nehme auch viel als selbstverständlich an, die Mühen, die man so auf sich nimmt, die Leistungen, die man so erbracht hat, so dass ich meine Einstellung mir gegenüber oft auf anderen gespiegelt sehe. Die denken dann eben auch, das sei doch nichts, was ich da tue,weil ich das wohl so ausstrahle.

    Ich weiß, ich muss was ändern. Und ich weiß auch, dass kein Meister vom Himmel fällt. Wenn ich das letzte Jahr Revue passieren lasse, hat sich da schon einiges getan. Ich hab da auch momentan ein gutes herausforderndes Spielfeld beruflich und privat, indem ich mich immer wieder herausforderndern ausprobieren muss und das finde ich auch gut so.

    Aber doch ist es noch ein steiniger Weg.

  2. Inaktiver User

    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    Meistens hat sowas damit zu tun WAS man von Eltern und Herkunftsfamilie vermittelt bekam. Wer zu Kindertagen immer wieder zu hören bekommt er ist nicht gut genug, nicht schön genug usw. der glaubt das am Ende auch noch selber obwohl später der Verstand sehr genau weiß das Negatives nicht stimmt, dennoch fühlt man sich schlecht und minderwertig. Vll. suchst du dir aber auch mal Unterstützung um diese "Prägung" los zu werden.

  3. Inaktiver User

    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    Ich will jetzt hier nicht den "Klugscheißer" bringen, aber falls es tatsächlich eine solche "Prägung" sein sollte, dann wird man die nicht wieder los. Auch nicht mit therapeutischer Unterstützung. Das ist so tief eingegraben wie der angelegte Charakter eines Menschen. Das einzig Mögliche ist zu lernen, sich damit das Leben trotz alledem angenehm zu gestalten (beispielsweise in einer Verhaltenstherapie).


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    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    Hallo waswillmanmehr,

    du hast leider nicht dein Alter angegeben. (?)

    Ich halte es irgendwie für normal, dass man trotz Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein immer mal wieder an einen Punkt kommt, an dem man zweifelt. Oder man trifft eine Entscheidung, die falsch war. Oder so ein Bad-Hair-Day, an dem ich machen kann was ich will, meine Haare sitzen nicht und alle anderen kommen mir mit wippenden Locken entgegen...
    Besonders bei Frauen ist das doch weit verbreitet, dasss wir "eigentlich" alles können und wissen, aaaber... da hilft meiner Meinung nach nur: sich das selbst eingestehen. Den Ball möglichst flach halten und nicht noch bei anderen Leuten sich ausk... Und wenn möglich: sich bei Freunden wieder pushen lassen, sich gut zureden lassen. Spazieren gehen in der Natur. Schwimmen gehen.
    Wenn es dich tröstet, ich habe das auch, ich arbeite auch in verantwortungsvoller Position und ich ertappe mich auch gelegentlich dabei, dass ich Gedanken habe wie "hoffentlich kommt mir keiner auf die Schliche" ... wie gesagt, ich halte mich dann zurück und verschiebe größere Aktionen lieber auf die Tage, an denen ich mich gut und fit fühle.
    Ich bin Ende 40, zur Info.

    Viele Grüße
    Capbreton

  5. User Info Menu

    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    Es schimmert durch, dass du auf die Meinung anderer über dich viel Wert legst?

    Was "man" tut oder nicht, spielt keine Rolle. Tu du das, was dir gut tut, wobei du dich gut fühlst und was dich trägt.
    Wir hätten alle viel zu tun, würden wir ständig schauen, wer nun was genau über uns denkt. Das ändert sich außerdem auch ständig.

    Vielleicht fehlt dir ein wenig positive Bestätigung vom Umfeld "Bleib wie du bist, du bist ok!"? Sowas erhält man auch selten , also ich jedenfalls. So direkt sagen das wenige Menschen.
    Kleiner Hackentrick: Hast du Neider? Dann gibt es Leute, die dich bewundern.

    Ein schönes Buch "Normal ist ungesund". Kauf es dir! Es macht deutlich, dass Angepasstheit wirklich krank machen kann.

    My 2 cents,
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  6. Inaktiver User

    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    also erstmal vielen dank für die antworten.

    ich vermute schon, dass ich eine "prägung" habe. und ich bin realistisch genug, dass ich schlaflos zustimme. ich denke auch nicht, dass man die jemals wieder komplett los wird, aber dass es wege gibt, besser damit umzugehen. daran arbeite ich im Moment.


    @ karla: bei klarem verstand ist mir die meinung anderer relativ egal, heißt ich will mich nicht nach anderen richten, finde ein wenig anpassung zwar wichtig, aber denke genau wie du, dass zuviel davon krank macht.

    ich wuchs zwar in einer familie auf, in der was andere denken wichtig war, doch mir persönlich war das nie wirklich wichtig. ich kann gut damit leben, wenn ich was tue und person x findet das nicht gut.

    und ich ziehe auch mein ding weiter durch. dennoch lass ich mich von den äußerungen dann immer kurz abschrecken. es hält mich nicht mehr davon ab, das zu tun was ich will, aber ich lasse mich dadurch "aufhalten", ...es ist mehr ein "runterspielen von tollen sachen" und gleichzeitig "sich selbst in frage stellen"das ich so schon in mir drinnen habe. auch wenn mir die meinung anderer egal ist, lasse ich mich leicht durch manche worte von außen, in meinem inneren prozess des eigenen infragestellens, bestätigen.

    und im moment bin ich, wie gesagt kritik, negativen meinungen, sogar sehr häufig ausgesetzt, was ich gut heiße, zu übungszwecken. es verdeutlicht mir irgendwie auch, dass dieses "machs anderen recht" überhaupt nicht gegenüber jedem geht. das war mir jedoch schon immer bewusst. und ich sehe es an einer kollegin von mir.

    ich bin mir nicht sicher, ob ich es tatsächlich anderen recht machen möchte. jeder hat ja andere erwartungen an mich und die kann und will ich nicht jedem erfüllen. bei manchen personengruppen (kunden, bekannte, entfernte freunde und entfernte verwandte, aber auch bei den eltern) kann ich das sowieso ganz gut abgrenzen. beruflich gegenüber menschen mit höherer hierachie und entscheidungsmacht über meine einstellung, habe ich nicht unbedingt den wunsch des rechtmachens, aber des "gut machens".

    Ich bin auch jemand der sich selbst eigentlich auch gut bewundern kann, wenn er was tolles vollbracht hat. ich dachte auch immer, ich sei jemand, der auch nicht unbedingt diese bestätigung von außen braucht. wenn ich die bräuchte, hätte ich wohl tatsächlich meinen job schon längst hingeworfen, dabei finde ich ihn toll.

    Irgendwie hab ich das Gefühl, der richtige Weg ist auch in mir drinnen, ich lass mich nur automatisch oft vom falschen ablenken. Und "Ablenken" ist da tatsächlich das richtige Stichwort.
    Geändert von Inaktiver User (26.12.2012 um 19:17 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: sich minderwertig fühlen und gleichzeitig auch nicht

    ich hab den eindruck ich neige dazu mich zu sehr in solche gedanken, vor allem, wenn ich gerade in schlechter stimmung bin, hineinzusteigern. ich schaffe dann zwar immer maßnahmen, um nicht zu voll davon zu werden, z.b. konzentriere ich mich dann auf dinge, die ich angehen muss, und lass die gefühle eben da, also die verschwinden ja nicht einfach, aber ich mach dann einfach das weiter, was ich tun wollte, dann nimm ich die negativen gedanken nciht so wahr. z.b. wenn ich mich gerade in "ich sehe heute schlecht aus" oder ich bin so erfolglos, kann nix und hab ja nichts erreicht hineinsteigere ,dann gehe ich trotzdem aus dem haus und mach halt die alltagserledigungen, arbeit, den sprachkurs, sport oder geh auch dann abends mit freunden aus, auch wenn mir nicht danach ist, aber es ist ein großer kraftaufwand, da nicht komplett im gedankenkreis mitzugehen. und natürlich geb ich dem manchmal nach und mach nichts, weil ich auch ab und an meine ruhe brauche um energie zu tanken.

    und manchmal frage ich mich, was mit sich selbst in reinen sein überhaupt heißt? für mich heißt das schon irgendwie neben sich mit all seinen stärken und schwächen zu akzeptieren und sich in seiner einzigartigkeit wahrzunehmen, auch z.b. zu akzeptieren, dass man sich ab und an eben minderwertig fühlt, zu akzeptieren, dass man diese gefühle hat. ich habe mich ein bisschen in die ACT therapie eingelesen und finde ihren ansatz ganz gut,.

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