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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ironie? Ich lese keine aus deinen Beispielen raus.
    Ich auch nicht. Ich sehe da nur ganz gewöhnlichen Wortwitz, mal mehr, mal weniger.

    Frau I, hast du noch mehr Beispiele?

  2. Moderation

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Hallo Frau-I,

    ich habe auch manchmal das Problem, daß ich in den blödesten Momenten die Klappe aufreiße und mich Mist redenn höre... Da hilft nach meiner Erfahrung am schnellsten und am meisten, den Mund nicht aufzumachen. Das ist wirklich eine körperliche Sachen für mich, eine Bewegung, die ich nicht ausführe: Ich mache den Mund nicht auf. Dann ist nichts gesagt, und als "Erstversorgung" klappt das ganz gut!

    Ansonsten: Die Art, wie man sich ausdrückt, ist ja auch man selber. Die läßt sich nicht einfach ändern. Man kann merken, daß einem die Weltsicht, die man hat, die Art, wie die eigenen Gedanken laufen, nicht gefällt, und dann kann man gucken, Wo kommt das her? und sich von innen nach außen ändern. Oder man stellt fest, daß einem die Worte, die man hat, nicht mehr gefallen, daß man sie schon zu lange hat und sie nicht das sagen, was man will, oder daß sie das Falsche sagen, daß sie zu einer Person gehören, die man nicht mehr ist (Ironie ist ja immer auch defensiv...). Dann kann sich immer wieder hinsetzen und überlegen, Was hätte ich genau jetzt anders und besser sagen können, Was hätte besser ausgedrückt, was ich mitteilen will? und sich merken, welche Worte man nächstes Mal verwenden wird.

    Wenn du allerdings mit dir selbst im Reinen bist, und nur dein Umfeld mit deiner Art Probleme hat ... dann kannst du immer noch die Strategie des gelegentlichen Klappehaltens verwenden, du kannst dir klarmachen, daß der andere den Kontext in deinem Kopf nicht *kennt*, du kannst dir alternative Redeweisen für konkrete Moment zurechtlegen und sie trainieren... solltest aber nicht die Hoffnung aufgeben, daß die Leute, wenn sie dich erst mal besser kennen, mit deiner Art durchaus klarkommen!

    Ein Kumpel vom mir im Studium hatte so eine ironische, fast aggessive Art, die schwer zu durchschauen war -- wenn der zu Besuch kam, dann herrschte immer eine Stimmung als stünde Hannibal Ante Portas! Hat ihm aber langfristig nicht geschadet...

    Hinzugefügt: Wenn ich deine Bespiele lese, habe ich den Eindruck, deine Ironie ist etwas, daß du in deinem Kopf siehst, eine Sicht auf die Welt, ein gedankliches Reaktionsmuster, das du über hast?
    Geändert von wildwusel (28.12.2012 um 00:58 Uhr) Grund: Mehr
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Vielleicht sollte ich mal ein Beispiel anbringen, was ich im Schlammhosenbeispiel unter Ironie verstehen würde:

    A: "Heute bin ich mit dem Rad einkaufen gefahren. Die Straßen waren so nass und dreckig, dass meine Hose bis zu den Oberschenkeln mit Schlamm bespritzt ist."
    B: "Schöne Frauen macht ein Schlammbad nur noch sexier ;)"
    A: "Tut mir leid, die Hose ist schon in der Waschmaschine ;)"
    B: "Dir tuts leid, dass du schmutzige Hosen in die Waschmaschine steckst?"
    A: "Tja, sie war halt bis zu den Oberschenkeln bespritzt, darauf steh ich nicht so. ;)"
    B: "Meinst du den Schlamm oder bespritzte Oberschenkel?"
    A: "Kannst du noch dümmere Fragen stellen? ;)"
    B: "Hey, wir werden hier aber nicht sarkastisch?"
    A: "Ich natürlich nicht, aber du hast gerade ein Beispiel dafür geliefert."
    B: "Ja, aber kein gutes."
    A: "Bingo, das war Sarkasmus."
    B: "Nein, das war Ironie."
    A: "Mensch, bist du schlau. Mehr bitte!"
    B: "Hirn ist eben nicht bei jedem eine Illusion."
    A: "Bei jedem nicht, aber ich stelle es in Gesprächen doch zunehmend häufig fest."
    B: "Da ich damit nicht gemeint sein kann, schlage ich doch gleich mal vor, das Ganze bei einem Bier zu wiederholen."
    A: "Dann treffen wir uns beim nächsten Schlammregen also im Biergarten?"
    B: "Gern. Allerdings kann ich dir nicht versprechen, dass du ohne bespritzte Oberschenkel nach Hause fährst."
    A: "Ich kann die Hose ja vorher ausziehen, dann läuft auf jeden Fall alles glatt."
    B: "Puh, also du machst doch wohl jetzt nicht Ernst?"
    A: "Ich tippe gerade sms und so multitaskingfähig wie früher bin ich mittlerweile nicht mehr. Außerdem wäre ich die allerletzte, die ihr Kind >Ernst< nennen würde. Du kennst mich wirklich kein bisschen."
    B: "Typisch Frau - erst Schlammbäder vorschlagen und dann im dritten Satz schon von Kindern reden."
    A: "Tja, das wars dann wohl mit der Hochzeit."
    B: "Aber unser Date kann ich mir bildlich trotzdem wirklich sehr gut vorstellen."
    A: "Da täusch dich mal nicht... ;)"
    Geändert von Divino (28.12.2012 um 01:59 Uhr)

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    4. Dann noch die Ironie unter Freunden, mögliche Antworten: "Muss ja, ne?", "Geht so, aber schlimmer geht immer!", "Morgen früh wahrscheinlich schlechter als jetzt!" oder was mir da sonst für ein Unsinn einfällt.
    Auf die Frage "Hallo, wie gehts?" sehe ich auch in diesem Beispiel keine Ironie.

    Ironisch wäre für mich bspw, wenn man darauf antwortet "Was soll das denn, wieso stellst du mir vor dem ersten Kaffee solche tiefgründigen Fragen - hast du denn gar kein Taktgefühl! Unmöglich, manche Leute... tss...!"

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Hallo zusammen,

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Ich auch nicht. Ich sehe da nur ganz gewöhnlichen Wortwitz, mal mehr, mal weniger.

    Frau I, hast du noch mehr Beispiele?
    Du hast schon recht, dass die Beispiele nicht besonders toll sind.
    Das Problem ist, dass ich hier 101% meine Anonymität bewahren will und die Dialoge meist sehr persönlich sind. Es geht um Erlebnisse, Hobbies, usw. - jedenfalls sehr individuelle Themen, bei denen ich nicht will, dass sie morgen von Google indiziert werden.
    Ich bin wahrscheinlich einfach zu unkreativ, um die Gespräche so zu anonymisieren, dass der Tenor noch deutlich wird. Dein Schlamm-Dialog trifft es aber schon sehr gut. An dem Punkt "du redest schon von Kindern" waren wir zumindest schon.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn du allerdings mit dir selbst im Reinen bist, und nur dein Umfeld mit deiner Art Probleme hat ... dann kannst du immer noch die Strategie des gelegentlichen Klappehaltens verwenden, du kannst dir klarmachen, daß der andere den Kontext in deinem Kopf nicht *kennt*, du kannst dir alternative Redeweisen für konkrete Moment zurechtlegen und sie trainieren... solltest aber nicht die Hoffnung aufgeben, daß die Leute, wenn sie dich erst mal besser kennen, mit deiner Art durchaus klarkommen!
    Kann man mit sich selbst im Reinen sein, wenn man weiß, dass man seine Mitmenschen unbewusst abschreckt?
    Bei oberflächlichen Bekanntschaften oder den lieben Kollegen ist mir das egal. Aber ich weiß leider, dass das auch für Menschen gibt, die ich sehr schätze.
    Daraus entsteht fast ein Teufelskreis: ich mache blöde Sprüche, mein Gegenüber denkt "die findet mich blöd", ich denke mir "der spricht nicht mit mir, der findet mich blöd". So kann man dann Jahre umeinander herumtanzen, beide unglücklich, weil man sich doch eigentlich nett findet.

    Hinzugefügt: Wenn ich deine Bespiele lese, habe ich den Eindruck, deine Ironie ist etwas, daß du in deinem Kopf siehst, eine Sicht auf die Welt, ein gedankliches Reaktionsmuster, das du über hast?
    Es ist schwierig das einzuordnen. Im alltäglichen Umgang (Kollegen usw.) trifft das zu. Ich nehme etwas mit und persifliere es, indem ich es überzeichne und als meine eigene Meinung oder Haltung ausgebe. Dann bügle ich stundenlang Socken und Unterhosen, wenn mich jemand fragt, ob ich gerne bügele.

    Unter Freunden wird es schon weitläufiger und auf einem höheren Niveau. Da kann ich einschätzen, ob mein Gegenüber überhaupt eine Chance hat, die Ironie zu verstehen.
    Es ist schwierig das mal wieder in ein Beispiel zu packen. Vielleicht so: wenn ich bei meinen Kollegen von "das Gott" sprechen würde, würden die wahrscheinlich einfach denken, dass ich Unsinn rede. Bei Freunden wäre mir klar, dass sie Verbindung zu dem Interview mit Kristina Schröder hinbekommen.
    Ob das wirklich funktioniert, ist dann allerdings die nächste Frage. Meine engsten Freunde fragen aber zumindest nach.



    Zum Thema Mann übrigens noch ein
    Ich hatte ja zwischendurch schon mal geschrieben, dass ich viel zu ungeduldig bin. Ich war an einem Abend vor Weihnachten schrecklich traurig, dass er sich nicht gemeldet hat. Ich habe schnulzige Lieder über Liebeskummer gehört und ein paar Tränen verdrückt. Jetzt frage ich mich, warum ich so bescheuert war und nicht einfach mal einen Moment durchgeatmet habe. Wir hatten viel Kontakt, haben auch mal etwas ernsthafter geredet.
    Momentan hat sich meine Gefühlslage sehr entspannt. Ich habe nicht mehr diesen "Bissreflex", dass ich sofort wissen will, ob er mich mag. Es macht auch so genug Spaß.

    Gruß
    Frau-I

  6. Inaktiver User

    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    Kann man mit sich selbst im Reinen sein, wenn man weiß, dass man seine Mitmenschen unbewusst abschreckt?

    Hallo Frau-I,

    woher weißt du das? Ist es nicht eher so, dass du vermutest, die könnten...? Oder zeigen sie dir wirklich die kalte Schulter, schließen dich aus, meiden den Kontakt?

    Ist es nicht gerade deine Überzeichnung, dein demonstriertes Nicht-Ernst-Nehmen der anderen, wie du es zum Beispiel hier

    Ich nehme etwas mit und persifliere es, indem ich es überzeichne und als meine eigene Meinung oder Haltung ausgebe. Dann bügle ich stundenlang Socken und Unterhosen, wenn mich jemand fragt, ob ich gerne bügele.

    schilderst, mit dem du dir die Leute vom Hals hältst? Wenn du über "das Gott" sprichst, kommt mir das vor wie ein Test, ob auch alle so schlau sind (oder die Zeitung so gründlich gelesen haben) wie du. Das ist auch eine Art, die Umgebung in Freund und Feind zu sortieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich - so etwa. Wer die Parole weiß, bekommt Zutritt. Mit den anderen muss man sich gar nicht erst abgeben.


    Mir kommt es so vor, als fiele es dir schwer, auf derselben Ebene mit andern in Verbindung zu treten. Ich habe den Eindruck, du siehst dich in Relation zu anderen in der überlegenen oder der unterlegenen Position, aber nicht von gleich zu gleich. Kann es sein, dass du dich immer mit anderen vergleichst? Kannst du dir vorstellen, das einfach sein zu lassen?

    Vor ein paar Wochen gab es in der New York Times einen Artikel "How to live without irony". Den fand ich sehr interessant, weil er die Ironie als eine Zeiterscheinung untersucht und gleichzeitig Hinweise gibt, wie man aus dieser Haltung zur Welt wieder heraus kommt.

  7. Moderation

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    Kann man mit sich selbst im Reinen sein, wenn man weiß, dass man seine Mitmenschen unbewusst abschreckt?
    Nein. Um mit sich im Reinen zu sein, muß man sie bewußt abschrecken, oder bewußt in Kauf nehmen, daß sie abgeschreckt werden.

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    Daraus entsteht fast ein Teufelskreis: ich mache blöde Sprüche, mein Gegenüber denkt "die findet mich blöd", ich denke mir "der spricht nicht mit mir, der findet mich blöd".
    Da macht aber doch auch der Ton die Musik? Ein und dieselbe Phrase kann ja heißen, "laß uns gemeinsam lachen" oder "ich speise dich mit einer Floskel ab, weil du mich nervst" oder "ich benutze dich als Trittleiter für mein Ego."

    Warum, denkst du, denkt jemand, daß du ihn blöd findest?

    Leute, die einen auch nur ein kleines bißchen kennen, können mit dramatischen Übertreibungen meist ganz schnell umgehen, meiner Erfahrung nach. ("Ich muß jetzt weg. Ich hör meine Bügelwäsche nach mir weinen." "Was, du bügelst so gerne?" "Oh, ich könnte stundenlang bügeln! Ich bügel' sogar die Sonntagszeitung, damit die sich richtig entfalten kann auf dem Frühstückstisch!" "Jetzt eh, nicht echt, eh, oder?" "*grins*")

    Halt die Ohren steif, und viel Glück!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Frau-I,

    woher weißt du das? Ist es nicht eher so, dass du vermutest, die könnten...? Oder zeigen sie dir wirklich die kalte Schulter, schließen dich aus, meiden den Kontakt?
    Ich habe das mehrere Male gesagt bekommen. Zum einen direkt, d.h. von Personen die sich vor den Kopf gestoßen fühlten, zum anderen von Freunden, die es von außen beobachtet haben.
    Es ist mir daher auch so wichtig, weil ich immer den Eindruck hatte, dass es so schlimm ist.

    Wenn du über "das Gott" sprichst, kommt mir das vor wie ein Test, ob auch alle so schlau sind (oder die Zeitung so gründlich gelesen haben) wie du. Das ist auch eine Art, die Umgebung in Freund und Feind zu sortieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich - so etwa. Wer die Parole weiß, bekommt Zutritt. Mit den anderen muss man sich gar nicht erst abgeben.
    Nein, ds sind einfach Dinge, die mich beschäftigen, die mich amüsiert haben oder die ich einfach interessant finde und die ich dann mal einbringe. Wenn ich jemanden beeindrucken will, halte ich einen Vortrag über Integralfunktionen.
    Aber...

    Mir kommt es so vor, als fiele es dir schwer, auf derselben Ebene mit andern in Verbindung zu treten. Ich habe den Eindruck, du siehst dich in Relation zu anderen in der überlegenen oder der unterlegenen Position, aber nicht von gleich zu gleich. Kann es sein, dass du dich immer mit anderen vergleichst? Kannst du dir vorstellen, das einfach sein zu lassen?
    ... das passt schon.
    Meine Theorie wäre, dass ich Menschen viel zu schnell an mich heranziehe, d.h. als möglichen Freund betrachte. Das Kriterium ist nicht, ein bisschen zu plaudern, sondern die Frage, ob ich mit ihm bis morgens um 5 in der Cocktailbar versacken und über Gott und die Welt philosophieren könnte. Dass das nicht so viele Menschen sind, ist wahrscheinlich logisch.

    Vor ein paar Wochen gab es in der New York Times einen Artikel "How to live without irony". Den fand ich sehr interessant, weil er die Ironie als eine Zeiterscheinung untersucht und gleichzeitig Hinweise gibt, wie man aus dieser Haltung zur Welt wieder heraus kommt.
    Danke für den Hinweis. Den Artikel gibt es noch im Netz, ich werde mir das gleich mal anschauen.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Da macht aber doch auch der Ton die Musik? Ein und dieselbe Phrase kann ja heißen, "laß uns gemeinsam lachen" oder "ich speise dich mit einer Floskel ab, weil du mich nervst" oder "ich benutze dich als Trittleiter für mein Ego."

    Warum, denkst du, denkt jemand, daß du ihn blöd findest?
    Andere sagen, dass ich genervt gewirkt habe, wenn sie auf mich zugekommen sind, so als ob ich keine Lust hätte, auch nur ein Wort mit ihnen zu wechseln.
    Das hat vermutlich auch mit Unsicherheit auf meiner Seite zu tun. Ich habe mich dabei in letzter Zeit sehr gebessert, aber spontaner Small-Talk ist nicht gerade meine Stärke. Da kann es schnell passieren, dass ich nur "ja" oder "nein" sage, manchmal auch mehr als einmal (also auch wenn mein Gegenüber noch etwas sagt). Ich kann mir gut vorstellen, dass das wie "kein Bock" ankommt. Ich würde mich auch nicht mit jemandem beschäftigen wollen, der so verschlossen wirkt.
    Aber wie gesagt: ich arbeite daran und es wird besser. Mittlerweile habe ich mein Büro in der 8. Etage - da kann man oft im Aufzug trainieren spontan zu plaudern.


    Auch noch einmal ein dickes Danke an euch alle, die hier antworten. Ich habe das Gefühl, dass ich mit meinen Gedanken ankomme und ernst genommen werde. Und natürlich auch jede Menge hilfreiche Antworten bekomme.

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    Ich habe das mehrere Male gesagt bekommen. Zum einen direkt, d.h. von Personen die sich vor den Kopf gestoßen fühlten, zum anderen von Freunden, die es von außen beobachtet haben.
    Es ist mir daher auch so wichtig, weil ich immer den Eindruck hatte, dass es so schlimm ist.
    Es ist nicht generell schlimm, es ist nur schlimm, wenn man nur eine Facette seiner Persönlichkeit nach außen zeigt. Zumal alle Gegenüber Tagesformen unterlegen sind - und Empfindungen von Situationen je nach ihr unterschiedlich ausfallen.

    Das Kriterium ist nicht, ein bisschen zu plaudern, sondern die Frage, ob ich mit ihm bis morgens um 5 in der Cocktailbar versacken und über Gott und die Welt philosophieren könnte. Dass das nicht so viele Menschen sind, ist wahrscheinlich logisch.
    Ups... du ahnst gar nicht, wie sehr du dich da täuschst. Nicht jedem sieht man das sofort an der Nasenspitze an. Wie schnell fällst du denn dein Urteil in Bezug auf dieses Kriterium?

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    AW: Ich hasse meine Ironie

    Zitat Zitat von Frau-I Beitrag anzeigen
    Ich bin wahrscheinlich einfach zu unkreativ, um die Gespräche so zu anonymisieren, dass der Tenor noch deutlich wird. Dein Schlamm-Dialog trifft es aber schon sehr gut. An dem Punkt "du redest schon von Kindern" waren wir zumindest schon.
    Solche Dialoge sind mir von damals nur allzu bekannt. Rhetorische Spielchen, soweit das Auge reicht. Spaß! Die Frage ist, was ergibt die Summe aus dem Ganzen? Die häufigste Vokabel, die ich im ironiefreien Anschlussgespräch gehört habe, war "Angst". Aber da war eigentlich auch schon alles zu spät. Ich mache Angst. Wohin das letztlich führt, ist zwar etwas, was frei von jeglicher Blöße ist und gleichzeitig einen Lernprozess in Gang setzt - aber kaufen man sich davon nichts. Es gibt jedoch diverse Möglichkeiten, nicht nur in einer Bahn zu fahren, wie man spätestens im Anschluss feststellen kann.

    Kann man mit sich selbst im Reinen sein, wenn man weiß, dass man seine Mitmenschen unbewusst abschreckt?
    Wenn man sich selbst und das Ergebnis daraus in zwischenmenschlichen Verbindungen vollumfänglich toll findet, ja. Allerdings denke ich, das trifft auf die wenigsten Fälle zu - und wenn, dann nur vorübergehend. Ein einziges Gleis führt nur in eine einzige Richtung. Alles andere, was es zu entdecken gibt, fällt flach - schade darum. Warum also nicht mehrere Züge fahren? Die Welt ist doch viel zu groß, um mit einem einzigen Zug auszukommen.

    Daraus entsteht fast ein Teufelskreis: ich mache blöde Sprüche, mein Gegenüber denkt "die findet mich blöd", ich denke mir "der spricht nicht mit mir, der findet mich blöd".
    Achtung - glaube nie genau zu wissen, was dein Gegenüber denkt!

    So kann man dann Jahre umeinander herumtanzen, beide unglücklich, weil man sich doch eigentlich nett findet.
    Hm - ja, stimmt. Schöne Jahre.. unschöne Jahre.. Leidenschaft.. Quälerei.. Denkerei.. unvergessene Erlebnisse.. wie mans nimmt. Sicher ist nur: Sie gehen vorbei. Spätestens, wenn einer der Beteiligten das Gefühl hat, der eingleisig fahrende Zug ist nun am Zielort angekommen und die Reise bietet an dieser Stelle keine weiteren Entdeckungen.

    Unter Freunden wird es schon weitläufiger und auf einem höheren Niveau. Da kann ich einschätzen, ob mein Gegenüber überhaupt eine Chance hat, die Ironie zu verstehen.
    Es gibt nicht nur Gegenüber, die Ironie verstehen oder nicht verstehen - es gibt auch weitaus mehr als vorerst angenommen, denen die Ironie nach jahrelangem Leben derselben langweilig geworden ist... oder die heute oder generell einfach nicht darauf einsteigen wollen. (Obwohl sie sie verstehen).

    Es ist schwierig das mal wieder in ein Beispiel zu packen. Vielleicht so: wenn ich bei meinen Kollegen von "das Gott" sprechen würde, würden die wahrscheinlich einfach denken, dass ich Unsinn rede. Bei Freunden wäre mir klar, dass sie Verbindung zu dem Interview mit Kristina Schröder hinbekommen.
    Möglich. Möglich wie gesagt aber auch, dass diejenigen, von denen du denkst, dass sie denken, dass du Unsinn redest, einfach denken "was soll das, mir ist nicht nach Querverbindungen zu Interviews mit Kristina Schröder, ich will einfach nur ich sein heute, ich habe jetzt keine Lust auf sowas, ich habe jetzt keine Lust auf Späße". Der Gesichtsausdruck dabei sieht nicht zwangsläufig groß anders aus als im angenommenen ersten Fall.

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