Im Laufe der letzten Zeit (nicht erst seit gestern!) bemerke ich, dass ich scheinbar gar nicht mehr in der Lage bin, mich ausdauernd auf etwas zu konzentrieren. Ich schaffe es kaum, länger als fünf Minuten bei einer Aktivität (Buch lesen, Film schauen, Text für Uni lesen etc) zu bleiben - ständig fällt mir noch irgendwas ein was ich tun will, oder die Versuchung, "mal kurz" ins Internet zu gehen, überwältigt mich, oder ich schaue auf mein Handy (auch in Seminaren! Fühle mich wie ein pubertierender Teenager...) ...
Mein Durchhaltevermögen, gerade was den Uni-Kram angeht, ist gerade gleich Null. Jetzt im Moment ist das nicht weiter schlimm, ich kann es mir gerade erlauben - will es aber eigentlich nicht. Je mehr ich das anstehende Zeug jetzt aufschiebe, desto stressiger wirds gegen Ende des Semesters, und jetzt gerade habe ich sehr viel Zeit zur Verfügung. Ich habe nur das Gefühl, je mehr Zeit ich zur Verfügung habe, desto weniger kriege ich in dieser Zeit gebacken, weil ich dann doch lieber auf dem Sofa faulenze, im Internet Zeit verdaddel oder n Film schaue (und nebenbei tausend andere Dinge tue).
Lange kann das so aber nicht weitergehen. Kennt ihr das auch? Was kann man dagegen tun?
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07.12.2012, 20:03
Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
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08.12.2012, 07:40
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Hallo Tulpensalat!
Dein Thema finde ich interessant. Mir geht es teilweise ähnlich... Leider... War auch schon knapp davor ein ähnliches Thema hier rein zu stellen. Hoffe halt im Moment noch, die Kurve irgendwie zu bekommen.
Bei mir ist es auch so, dass ich mich schnell ablenken lassen, während ich A mache, B beginne oder unterbreche um C zu machen.
Muss dazu sagen, dass ich beruflich ziemlichen Stress habe - die Arbeit da, aber hinbekomme.
Ich war schon immer ein "Last-Minute"-Arbeiter, sei es Abi, Studium, Diplomarbeit etc. gewesen, aber immer alles hinbekommen.
Die Konzentrationslosigkeit erschrickt mich im Moment selbst. Hab mir einige Gedanken gemacht, woher es kommen kann, bzw. immer mal wieder - seitenweise - in schlauen Büchern gelesen.
Denke, viel kommt schon von unserer hektischen "Medien-Zeitalter-Welt". Vor 20 Jahren gab es 5 TV-Programme, weder Internet noch Handy. Wir haben ein Überangebot, vielleicht fällt der richtige Umgang damit schwer - die Ablenkung wird leicht gemacht. Du schreibst ja auch - neben Arbeit schreiben ins Internet rein, Handy in der Vorlesung usw.
In einem Buch habe ich gelesen, wenn man seine Gedanken nicht mehr sammeln kann, soll man jeden Tag meditieren. D.h. ruhiges Eckchen suchen und nur (glaube es waren 10 Minuten) seinen Atem verfolgen. Möglichst wenig TV, Internet, Radio.
Irgenwas läuft doch immer nebenbei, oder?
Vielleicht ist auch entschleunigen ein Stichwort. Alles in Ruhe machen, bewusst machen, Medien aus.
Bin gespannt, was andere zu dem Thema sagen...
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10.12.2012, 21:10Inaktiver User
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Ja, mir geht es auch so. Habe schon zu Schulzeiten immer ewig herumgedödelt und tausend Dinge gemacht, bis ich mich dann den Hausaufgaben widmen konnte. Es hat immer irgendwie geklappt, aber es ist manchmal so wahnsinnig anstrengend...
Ich habe aber auch den Eindruck, dass diese Verschieberitis und die Unfähigkeit zur zielgerichteten Konzentration sich bei mir über Jahr noch deutlich verstärkt hat.
Internet, viel nebenbei daddeln etc. wirken sich bei mir definitiv negativ aus.
Meditation soll ja tatsächlich sehr gut sein, wenn man es denn schaffen würde, mehr als eine Minute Konzentration aufzubringen
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Bei mir funktioniert "bewegte" Meditation besser. Also z.B. progressive Muskelentspannung mit Audio-Anleitung, ruhige Yoga-Sets, Spaziergänge in der Natur. Oder auch öfter mal bewusst nur auf dem Sofa sitzen und lesen, nichts fachliches oder anstrengendes, sondern etwas, was einem Spaß macht. Dabei natürlich alle Ablenkungen konsequent verbannen.
Ein anderer Punkt: mir geht es besser, seitdem ich akzeptiert habe, dass ich eben nicht konstant Konzentration nach Bedarf abrufen kann, sondern dass ich große Schwankungen habe. Ich habe mich immer sehr unter Druck gesetzt, was aber nur zu noch mehr Ablenkmanövern geführt hat.
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11.12.2012, 21:43
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Bin auch gerade ziemlich am Rand vom Wahnsinn. Gut das dank Feiertage und Urlaub Zeit zum durchatmen vor mir liegt.
Das macht auch nichts. Es sei denn du schnarchst. Ich habe mal Zen probiert. Aber nach ein paar Seshinns weiß ich, Meditation ist Schwerstarbeit.Meditation soll ja tatsächlich sehr gut sein, wenn man es denn schaffen würde, mehr als eine Minute Konzentration aufzubringen
Davon abgesehen ist es einfach toll, wie gut man abschalten kann. Na so einem Wochenende ist man gestählt für die nächsten Wochen.Geändert von crest (11.12.2012 um 21:48 Uhr)
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11.12.2012, 22:07Inaktiver User
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Erziehungs-Programm

Eine Stunde m u s s ich lernen.
Nach ner halben d a r f ich kurz ins Internet.
Dann m u s s ich weiter.
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12.12.2012, 07:15
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12.12.2012, 08:32
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Interessanter Strang!
Hab das das Problem auch, und leider habe ich es teilweise auch im Job...
Bei kleinerer und kniffligeren Aufgaben nicht, oft muss ich aber auch lange Berichte schreiben und dann wird es besonders schlimm
Man hat im Job zwar den Vorteil, dass man räumlich gebunden ist (im Gegensatz zur Uni-Zeit, als ich dann anfing aufzuräumen und Fenster zu putzen um nur nicht weiter lernen zu müssen), dennoch rufen auch hier E-Mails, Internet, Handy, Tee kochen... Furchtbar. Die Sache mit dem Wecker finde ich gut und werde ich bestimmt seht bald mal ausprobieren.
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12.12.2012, 09:46
AW: Aufmerksamkeit zerfasert - Konzentration dahin!
Da hilft es, den Tag knallhart zu strukturieren. Bis zum Mittagessen müssen dann 20 Seiten oder ein Aufsatz für die Uni durchgearbeitet werden, sonst gibts nichts zum Mittag. Manche Leute brauchen statt der X-Seiten Vorgabe auch das Ziel, eine Stunde (oder eine halbe) durchzuarbeiten.
Putzen/Kochen/Einkaufen (die beliebten Proktrastinationen des Studenten :)) steht auch noch an? Überleg dir, was wieviel Konzentration kostet, und bau dir deinen Tag nach deiner eigenen Konsitution (ich putze immer zwischen den Studierphasen, um mich zu "entkopfen" :))
Kein Internet zwischendurch. Am frühen Vormittag ne halbe Stunde Surfen zur Entspannung, dann ist Schluss. Mach ich jetzt auch gleich, ich will ja schliesslich heute um 13 Uhr meine Nudeln essen :) Es hilft auch, wenn man sich am Beginn des Tages einen Plan macht, und Belohnungen einbaut, z.B. eine halbe Stunde Kaffee und eine bestimmte Vorabendsendung anzusehen. Wenn die dann vorbei ist, muss wieder weiter gearbeitet werden.
So kannst du deine Konzentration trainieren - und das machst du am besten, bevor es stressig und unanagenehm wird :)
Mir hilft auch, dass mein Schreibtisch ganz leer geräumt ist (keine Ablenkungen), und ich bei meinem Arbeitslaptop das Internet sabotiert habe.


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