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    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Nein, das sicher nicht. Aber von der Grundtendenz her kann ich mich schon sehr eindeutig zuordnen. Das ist ein Muster, das sich durch mein ganzes Leben zieht. Es zieht mich generell wenig ins Außen, ich muss mich da schon selbst drängen, oft weil ich glaube, dass es sich eben doch lohnt. Aber ist immer wieder ein bewusster, Kraftaufwand, wenn auch manchmal vielleicht nur mininmal.
    Danke! Dann würde ich mich auch eher als introvertiert bezeichnen.

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

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    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, du meinst nicht einen meiner Beiträge?
    Weiß nicht, hab mir keine Namen gemerkt War nur eine Grundtendenz des Stranges, wobei es bei näherer Überlegung auch okay ist, da die Ausgangsfrage sich ja eher auf den Umgang mit Introversion beziehen.

    Grüße, Kittz
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  3. Inaktiver User

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe längere Zeit in einer englischsprachigen Mailing-Group für Introvertierte mitgeschrieben. Aber irgendwann bin ich ausgestiegen, weil das Hauptinteresse der meisten Mitglieder offensichtlich darin bestand, über die unmöglichen Extrovertierten zu klagen .
    Ja, das finde ich auch unmöglich, wer Andersartigkeit so gar nicht akzeptieren will und drüber weg schauen kann...

  4. Inaktiver User

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Wenn also abends jemand danach fragt, warum man schon den Raum verlässt, ist dies ein tatsächliches Nichtverstehen, so, wie ein Introvertierter nicht verstehen kann, warum andere jetzt noch unbedingt bleiben und scheinbar labern müssen. Und wenn eine extrovertierte Freundin noch zwei andere Bekannte zur Einladung mitbringt, die eigentlich unter vier Augen gedacht war, dann, weil sie dachte, dass das doch viel spannender ist und auch der Freundin gefällt. Je mehr Leute, desto mehr Austausch, desto mehr Inspiration. So ihre Denke.

    Ich glaube, auf dieser Ebene werden diese zwei Gruppen nie zusammen kommen. Eines von beiden ist immer anstrengender für die jeweils andere Gruppe.

    Ich bin da nicht so pessimistisch.

    Für den Extro wäre wichtig zu erkennen, dass der Rückzug des Intros keine Abweisung bedeutet, sondern lediglich sein Bedürnis nach Ruhe darstellt. Bleibt nämlich ein Intro auf der Party, wird er sich u.U. zunehmend unwohl fühlen - was dann so ausieht, als wäre die Party doof für ihn oder er wird eben als Spaßbremse abgewertet.

    Für den Intro ist es ratsam, seine Bedürfnisse zu kommunizieren, statt sie zu verheimlichen (ja, ich weiss, wovon ich rede....). Und immer wieder dabei sein - also auch ein wenig üben, das Getümmel ein wenig auszuhalten.

    Heisst: der Intro geht auf die Party, bleibt aber nicht so lange.
    Der Extro respektiert das und feiert fröhlich weiter, ohne dem Intro für den Rückzug böse zu sein oder zu versuchen, etwas zu erzwingen.

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    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin da nicht so pessimistisch.

    Für den Extro wäre wichtig zu erkennen, dass der Rückzug des Intros keine Abweisung bedeutet, sondern lediglich sein Bedürnis nach Ruhe darstellt. Bleibt nämlich ein Intro auf der Party, wird er sich u.U. zunehmend unwohl fühlen - was dann so ausieht, als wäre die Party doof für ihn oder er wird eben als Spaßbremse abgewertet.

    Für den Intro ist es ratsam, seine Bedürfnisse zu kommunizieren, statt sie zu verheimlichen (ja, ich weiss, wovon ich rede....). Und immer wieder dabei sein - also auch ein wenig üben, das Getümmel ein wenig auszuhalten.

    Heisst: der Intro geht auf die Party, bleibt aber nicht so lange.
    Der Extro respektiert das und feiert fröhlich weiter, ohne dem Intro für den Rückzug böse zu sein oder zu versuchen, etwas zu erzwingen.
    Ja, das fände ich auch ideal. Und das ist mit ausreichend Selbstreflexion und Kommunikation auch möglich.

    Was ich aus eigener Erfahrung auch extrem wichtig finde, ist introvertierten Kindern zu vermitteln, dass sie okay sind, so wie sie sind. Ich hab mich meine ganze Kindheit und Jugend als defizitär erfahren, weil ich immer nur als Feedback bekam, ich sei zu still. Also im Grunde, alles wäre toll, wenn ich nur anders wäre. Und je mehr man mir das vermittelt hatte, desto mehr hab ich dichtgemacht. In meiner Studienzeit konnte ich dann so introvertiert sein wie ich wollte, es hat niemanden mehr interessiert. Und das hat mir erst mal viel Druck genommen (und meinen Notendurchschnitt gleich mal um eine Note gehoben). Erst danach war ich dann von mir aus bereit, mehr aus mir herauszugehen. Aber da war es eine freiwillige Entscheidung, kein Druck mehr von außen. Und heute entscheide ich selbst, wann, wie oft wie lange und wie intensiv ich aus mir herausgehen möchte. Das kann fallweise sehr unterschiedlich sein, aber es funktioniert für mich sehr gut.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. Inaktiver User

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Irgendwie wirds jetzt komisch hier finde ich.
    Weil ich keinen einzigen Menschen kenne der kein Ruhebedürfnis hat, nie mal für sich sein muss.

    Die Balance wird bei jedem anders aussehen.
    Liebe Grüße von mir

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    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich denke es gibt viel mehr Intro`s als man denkt. Allerdings geht es den meisten so wie der TE-Eröffnerin, sie geben sich anders als sie sind und sind dann unglücklich. Ich selbst kenne das aus eigener Erfahrung. Schon als Kind war ich zurückhaltend, vor allem Erwachsenen gegenüber. Ich konnte stundenlang ruhig auf einem Stuhl sitzen und den Erwachsenen beim Reden zuhören, ohne was zu sagen, ohne zu stören. Ich habe es genossen und fand es furchtbar wenn jemand auf mich aufmerksam wurde und das dann laut kundtat. Ich hatte viele Freundinnen, war aber in der Schule schüchtern. Mündlich hatte ich immer eine schlechte Note, im schriftlichen war ich Top. Später im Teenageralter habe ich zwar "mitgemacht", war aber froh wenn ich mich zurückziehen konnte. Ich selbst habe nie einen Jungen angesprochen, hätte mich so was nie getraut. In großer Runde fühlte ich mich immer unwohl, das ist heute noch so. Ich hasse es, auf Firmenfeiern oder im privaten Rahmen, wenn alle um einen großen Tisch sitzen und jeder jedem ins Gesicht schauen kann. Dann bin ich unsicher und weiß auch nicht was ich sagen soll. Party`s habe ich nur gemocht wenn es relativ dunkel war und "gute Musik" lief. Das ist heute noch so, ich flüchte mich in die Musik. Ich gehe viel weg, fahre viel in Urlaub - mag es aber nicht wenn ich Urlaubsbekanntschaften kennenlernen "muss". Ich bleibe lieber der Beobachter.

    Am Montag war ich mit meinem Mann auf einem Konzert, viele Menschen, super gute Musik, da fühle ich mich wohl, weil es ja anonym ist. Ich kenne niemanden und niemand spricht mich an.

    Genauso liebe ich die Spaziergänge mit meinen Hunden. Ich hasse es wenn mir viele Leute begegnen, ich mag einfach keinen Smalltalk. Ich möchte mit meinen Hunden und meinen Gedanken alleine sein. 1 - 2 x im Jahr mache ich Städtereisen - alleine. Meine Kolleginnen finden ich habe eine Meise, alleine in der Großstadt. Ich liebe diese Anonymität. Introvertiertheit heißt ja nicht, dass man unselbständig ist. Ich mag dann auch nicht angesprochen werden, weder beim Frühstück, noch an der Bar - wenn ich da überhaupt hingehe.

    Früher habe ich mich dafür geschämt - heute bin ich etwas stolz drauf. Allerdings bewundere ich extrovertierte Menschen, wenn mir auch einige - besonders ausgeprägte Exemplare - auf den Geist gehen. Meine Kollegin beispielsweise, sie ist auch meine Vorgesetzte. Es ist nicht möglich mit ihr ein Gespräch zu führen, ohne dass sie sich in den Vordergrund spielt. Sie fragt mit z.B. etwas privates, über meine Kinder oder sonst irgendwas und bevor ich überhaupt antworten kann, hält sie schon einen Monolog über ihre Kinder, ihren Mann, ihr Haus, ihren Urlaub usw. Da höre ich dann gar nicht mehr hin. Scheußlich solche Leute.

    Habe vor einiger Zeit beim Spazierengehen eine Gleichaltrige kennen gelernt, auch mit Hund. Die hat mich dermaßen vollgequatscht, sie hat mir ungefragt ihre ganze Lebensgeschichte, einschl. Mobbing auf der Arbeit und Probleme mit den Männern aufgedrängt. Wir sind ca. 1 Monat lang zusammen mit den Hunden gegangen, nicht ein einziges Mal hat sie gefragt "Was machst du denn so beruflich" oder irgendwas anderes. Hat sie gar nicht interessiert - nur über sich selbst gelabert. So viel Oberflächlichkeit stößt mich ab. Ich bin ihr dann so lange aus dem Weg gegangen, bis sie kapiert hat dass ich nicht mehr mit ihr gehen will. Für Außenstehende bin ich immer "die Komische" gewesen. Oft wurde mein Mann schon angesprochen, warum ich denn dort oder da nicht mitgegangen bin? Mich interessiert z.B. nicht die Kirmes in dem Dorf hier wo ich wohne. Ich bin nicht von hier und habe keine Lust mit fremden Menschen Bier zu trinken und dummes Zeug zu quatschen. Da nehme ich dann auch in Kauf, dass ich als "komisch" gelte.

    Gruß Mary

  8. Inaktiver User

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Irgendwie wirds jetzt komisch hier finde ich.
    Weil ich keinen einzigen Menschen kenne der kein Ruhebedürfnis hat, nie mal für sich sein muss.

    Die Balance wird bei jedem anders aussehen.
    Liebe Grüße von mir
    Find ich jetzt komisch, dass du den Gedanken hast, wenn du hier liest.
    Ich meine: klar hat jeder Mensch ein individuelles Ruhebedürfnis. Und das unterscheidet sich eben. Das macht doch auch den Typus sehr stark aus.

    So eine Typologie ist ja auch nur ein Hilfsmittel, um sich besser darzustellen und seine Bedürfnisse zu kommunizieren.

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    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Was ich aus eigener Erfahrung auch extrem wichtig finde, ist introvertierten Kindern zu vermitteln, dass sie okay sind, so wie sie sind. Ich hab mich meine ganze Kindheit und Jugend als defizitär erfahren, weil ich immer nur als Feedback bekam, ich sei zu still. Also im Grunde, alles wäre toll, wenn ich nur anders wäre. Und je mehr man mir das vermittelt hatte, desto mehr hab ich dichtgemacht. In meiner Studienzeit konnte ich dann so introvertiert sein wie ich wollte, es hat niemanden mehr interessiert.
    Das finde ich interessant. Mir ging es ähnlich. Ich erinnere mich daran, dass bei Elternsprechtagen meine Eltern immer das Feedback über mich bekamen, ich sei zu ruhig, beteilige mich zu wenig am Unterricht oder, daran erinnere ich mich noch wortwörtlich- "ich würde mich schlecht verkaufen" (über ein ca. 10 Jahre altes Kind!!). Mein Bruder war das genaue Gegenteil von mir - sehr aufgeweckt, frech, aufgeschlossen und ich wurde natürlich immer mit ihm verglichen.

    Aber ich war eigentlich nie einsam, ich war zwar nicht die Klassen-Königin, aber auch keine Aussenseiterin, hatte immer genug Freundinnen. Ich war hauptsächlich Autoritäten gegenüber sehr ruhig, schüchtern, wenig selbstbewusst.
    Und irgendwie ist das bis heute so geblieben, vor allem im Berufsleben verfolgt mich das weiterhin. Fängt damit an, dass ich mich in Bewerbungsgesprächen schlecht verkaufe und im Job dann eher Abstand zu höhergestellten Personen halte. Und dass ich mich generell auf der Arbeit eher ruhig verhalte und nicht so viel von mir preisgebe. Leider kann man dann noch so gute Arbeit abliefern - es sind halt doch immer die Lauten, die glänzen. Und letztens sagte auch tatsächlich ein Kollege zu mir, er fände die Zusammenarbeit mit mir schwierig, da ich so ruhig und verschlossen sei. Da war es wieder... !

    Meine Tochter ist jetzt knapp 1 Jahr alt und sie ist ganz anders als ich es war/bin. Sie ist sehr selbstbewusst, aufgeweckt, offen. Und echt gesagt bin ich froh, dass sie anscheinend nicht nach mir kommt. Ich bin mir sicher, sie wird es leichter haben im (Berufs-)Leben.

    LG

  10. Inaktiver User

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ach, ihr sprecht mir aus der Seele. Ich musste mir auch immer anhören, ich sei zu still und ernsthaft. Wieso soll man immer laut und lustig sein? Die Leute, die sich überall präsentieren müssen, gehen mir auch furchtbar auf die Nerven. Stellt euch mal vor, alle Leute wären extrovertierte Großsprecher. Entsetzlich. Und viele sind besonders groß darin, warme Luft abzusondern.

    Leute, die sich sehr nach außen orientieren, haben oft auch Schwierigkeiten, allein zu sein, und machen sich leicht von anderen abhängig. Das kann auch unglücklich machen.

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