Extrovertierte sind nicht so beliebt.
Meine Erfahrung.
Aber man kann gut durch sie andere
Leute kennenlernen.
@Halbmondin
Wie geht es dir?
Nutzen dir die Beiträge was?
Kannst du was damit anfangen?
Melde dich mal.
Hast du noch Fragen an die Expertenrunde![]()
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 177
-
04.12.2012, 22:49Inaktiver User
AW: Introvertiert ... und unglücklich
-
05.12.2012, 00:05
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Mir fällt auf, wie eindeutig sich hier viele zuordnen - seid Ihr wirklich jeden Tag, jede Stunde, bei jeder Stimmung, in jeder Zyklusphase und gegenüber jeder Person gleich ausgeprägt introvertiert oder extrovertiert?
-
05.12.2012, 00:06
-
05.12.2012, 00:48
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Ich finde, dies ist ein interessanter Strang, mich stört allerdings, wie stark auf scheinbar oberflächlich Extravertierten rumgehackt wird.
Extrovertierte kennen das Ruhebedürfnis der Introvertierten nicht, ganz einfach, weil sie es selbst nicht haben (jetzt mal stark verallgemeinernd ausgedrückt
). Für sie bedeutet es Energiegewinn, wenn sie nach Tagungen abends noch zusammenhocken und ein Glaserl trinken. Es käme ihnen nicht in den Sinn, aufs Zimmer zu gehen, um zu lesen, da sich ihr Selbstbild sehr stark aus anderen speist. Oder anders gesagt, weil sie von anderen stärker inspiriert werden als von sich selbst. Wildwusel hat es ganz am Anfang toll auf den Punkt gebracht.
Wenn also abends jemand danach fragt, warum man schon den Raum verlässt, ist dies ein tatsächliches Nichtverstehen, so, wie ein Introvertierter nicht verstehen kann, warum andere jetzt noch unbedingt bleiben und scheinbar labern müssen. Und wenn eine extrovertierte Freundin noch zwei andere Bekannte zur Einladung mitbringt, die eigentlich unter vier Augen gedacht war, dann, weil sie dachte, dass das doch viel spannender ist und auch der Freundin gefällt. Je mehr Leute, desto mehr Austausch, desto mehr Inspiration. So ihre Denke.
Ich glaube, auf dieser Ebene werden diese zwei Gruppen nie zusammen kommen. Eines von beiden ist immer anstrengender für die jeweils andere Gruppe.
Ja, ich bin selbst für mich noch am Grübeln, weil ich eigentlich beide Pole kenne ...
Die Gefahr des Extrovertierten scheint deshalb auch, sich selbst in den anderen zu verlieren, die Gefahr des Introvertierten die anderen in sich selbst ...
Oder so ähnlich ...
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
-
05.12.2012, 01:23
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Kitty,
also bei mir trifft alles zu: Mal habe ich Lust auf große Runden, mal auf Zweiergespräche und mal nichtmal darauf, zu telefonieren. Im Austausch genauso, den einen Tag bin ich ruhig und den anderen wird mir auch schon mal gesagt, dass ich bitte Lautstärke und Redefluss dimmen soll. Mal erzähle ich kaum was, mal alles, mal gar nix. Mal Smalltalk, mal tiefgreifende Diskussionen, mal jede Einzelheit meiner Empfindungen inklusive Begründung. Mal habe ich keine Lust auf schwere Diskussionen, mal nichtmal auf leichte und mal führe ich mehrstündige Monologe, während mein Gegenüber kaum zu Wort kommt. Ich bin, wie ich mich grad so fühle und das ist immer verschieden. Und was sagt einem das jetzt in Bezug auf Introvertiertheit oder Extrovertierheit?
-
05.12.2012, 07:12
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Nein, das sicher nicht. Aber von der Grundtendenz her kann ich mich schon sehr eindeutig zuordnen. Das ist ein Muster, das sich durch mein ganzes Leben zieht. Es zieht mich generell wenig ins Außen, ich muss mich da schon selbst drängen, oft weil ich glaube, dass es sich eben doch lohnt. Aber ist immer wieder ein bewusster, Kraftaufwand, wenn auch manchmal vielleicht nur mininmal. Und ich brauche dafür auch immer einen Ausgleich. Wenn ich z.B. an meine nächste Woche denke, dann freue ich mich durchaus auf die Tage, an denen ich was vorhabe, Leute treffe, was Schönes erleben werde. Aber mindestens genauso (manchmal denke ich insgeheim sogar noch mehr) freue mich auf die "freien" Tage, wo ich nach der Arbeit einfach nur heimkomme und nichts mehr mache.
Es ist eben dieses latent immer vorhandene Anstrengung, die mir auch die schönsten Erlebnisse in Gesellschaft immer ein ganz kleines bisschen verleidet. Das heißt nicht, dass ich sie nicht genieße, aber vermutlich niemals so, wie sie jemand genießen kann, der daraus Energie zieht.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
05.12.2012, 07:21
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Das sehe ich auch so. Und ich glaube auch nicht, dass es auf dem Gebiet gut und schlecht gibt. Allerdings macht man als Introvertierter oft die Erfahrung, dass Extraversion gesellschaftlich anerkannter ist als Introversion. Ein Extravertierter muss sich in unserer Gesellschaft deutlich seltener rechtfertigen als ein Introvertierter. Ich denken, in Asien z.B. ist das oft genau umgekehrt, da ist Introversion höher angesehen, und da leiden dann eben die eher Extravertierten.
Du wirst Dich auf einer Party selten rechtfertigen müssen, wenn Du noch bleibst (es sei denn, Du merkst nicht, dass der Gastgeber morgens um fünf langsam müde wird und ins Bett möchte
), aber die Frage "warum gehst Du denn schon?" muss man sich als Introvertierter schon oft anhören. Und leider gibt es keine wirklich sozial verträgliche ehrliche Antwort darauf, also redet man sich mit Müdigkeit o.ä. heraus, fühlt sich aber immer in so einem Rechtfertigungsmodus. Ich würnschte mir manchmal, jemand würde mal zu mir sagen, toll, dass Du so lange geblieben bist!
Deshalb fühlen sich Introvertierte wohl oft ein wenig missverstanden und geringgeschätzt, weshalb es dann in einem Strang wie hier schnell mal ins Gegenteil umschlägt, was ich aber auch nicht gut finde. Ich mag extravertierte Menschen, bewundere sie oft für ihre Energie, ihr Kommunikationstalent,
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
05.12.2012, 17:10Inaktiver User
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Nein. Aber ich spüre eine Art Disposition, eine Grundstimmung.
Und bestimmte Dinge, die Extros u.U. sogar schätzen, haben mich schon immer Kraft gekostet, z.B. einen ganzen Tag unter Leuten sein ohne Rückzugsmöglichkeit. Stell dir einfach ein Open-Air-Konzert vor.... geht gar nicht für mich.
Es gibt aber auch Tage, da würdest du nicht merken, das ich mich eher zu den Intros zähle: dann bin ich gesellig, beteilige mich lebhaft an Gesprächen etc. Das ist aber eher selten, aber jemand, dem ich nicht oft begegne, könnte dann schliessen, dass ich immer so bin - und würde voll daneben liegen.
Wie ich schon schrieb, bin ich auch nicht schüchtern. Bei Menschen, bei denen ich mich wohl und geschätzt fühle, blühe ich richtig auf.
-
05.12.2012, 17:15Inaktiver User
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Ich hoffe, du meinst nicht einen meiner Beiträge?
Falls doch - es wäre dann nicht so beabsichtigt gewesen von mir.
Allein schon die Tatsache, dass ich lange Jahre versucht habe, extrovertierter zu sein (oder das, was ich darunter verstanden habe), sollte klar machen, dass ich früher gerne getauscht hätte....
Dass ich heute meinen Frieden mit meiner Art gemacht habe, bedeutet ja nicht gleichzeitig eine Abwertung anderer Persönlichkeitsausrichtungen. Im Gegenteil: eine Welt voller Intros mag ich mir auch nicht vorstellen....
Extros sind nicht per se oberflächlich und Intros nicht per se verschlossen.
Das sind halt die Standard-Vorurteile, die gerne damit verknüpft werden.
-
05.12.2012, 19:57Inaktiver User
AW: Introvertiert ... und unglücklich
Diesen Mechanismus kann ich halt nicht so recht nachvollziehen. Gerade weil ich als Introvertierte so akzeptiert werden möchte, wie ich bin muss ich doch anderen dieses Recht auch zugestehen und eben nicht pauschal verurteilen (zumal wenn ich für mich in Anspruch nehme "tiefgründiger" zu sein).
Und wenn man immer mit der impliziten Unterstellung durch die Welt läuft, dass Extrovertierte ja so oberflächlich/übergriffig/anstrengend sind, anstatt zu versuchen, eine gemeinsame Ebene zu finden macht sich auch selbst das Leben schwer.
Ich habe längere Zeit in einer englischsprachigen Mailing-Group für Introvertierte mitgeschrieben. Aber irgendwann bin ich ausgestiegen, weil das Hauptinteresse der meisten Mitglieder offensichtlich darin bestand, über die unmöglichen Extrovertierten zu klagen
.


Zitieren

