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  1. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Jetzt fallen mir noch weitere Begründungen ein:

    - Man hat doch an sich niemandem geschadet.
    Der reiche Geschäftsmann (oder der Staat) hat doch genug Geld, den kratzt doch so ein kleiner Betrag gar nicht.
    Dem jungen Mädchen ist doch nichts passiert, man hat doch keine Gewalt angewendet, sondern war ganz lieb. Und sie nutzt sich doch nicht ab.

    Langsam wird mir schlecht.

    Was ich mich schon mehrfach gefragt habe: Was passiert eigentlich mit den Angehörigen der Täter? Was macht das in ihren Seelen und mit ihren sozialen Kontakten? Es gibt so viele Straftaten, also werden wir jeder mehrere Personen kennen, deren Väter, Mütter, Brüder, Ehefrauen, Kinder etc.pp. ein Verbrechen begannen haben.


    Besonders interessiert mich, was das mit den Kindern macht. Wann sagen die, den neuen Freunden, dem neuen Partner: "Mein Vater hat jemanden umgebracht." Und was kommen dann für Reaktionen.

    Gut, in gewisser Hinsicht betrifft das unsere gesamte deutsche Nation nach dem zweiten Weltkrieg, die Frage, waren die Eltern Täter. Aber das betraf eine sehr große Gruppe von Menschen, dafür waren die Taten besonders unmenschlich und unfassbar.
    Geändert von Inaktiver User (24.11.2012 um 13:53 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Danke für dein ausführliches Antworten

    Bei manchen Beispiielen stimm ich dir zu......Prügelei....klar, die haben angefangen, ich hab mich nur gewehrt

    Steuer.....ja, mag auch sein

    versuchte Vergewaltigung...so MUß es wohl sein, damit er sich noch unter die Kumpels mischen kann.

    Ich steiger mich da eher im "Detail" rein

    Wie kann ich überhaupt durchs Treppenhaus, zum Arzt, Bank

    Wahrscheinlich wird man da weiterhin "normal" bedient und keiner würde es wagen, denjenigen anzusprechen, zu konfrontieren

    Puuuh ..ich würde mich sowas von schämen!!!

    Meine Kinder wurden von mir je ca. 2-5x härter angegangen, wenn mir die Schnur platzte, und dann habe ich mich dafür auch entschuldigt.....das heißt, damit wurde es angesprochen und nicht weggeschoben.

    Wenn der/die T#ter offen damit umgehen, ist es m.E etwsa anderes..aber es unkommentiert lassen und dann im Alltag von keinem drauf angesprochen werden, weil sich keiner traut, führt m.E erst recht bei Vielen zur Verniedlichung und da kommt bei mir die Agession hoch

  3. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Ich habe immer das Gefühl, dass du davon ausgehst, der Täter hat überhaupt das Gefühl, wirklich Unrecht getan zu haben. Das bezweifele ich in vielen Fällen (siehe oben). Wenn ich nur eine "Klitzekleinigkeit" auf dem Kerbholz habe ("So wie im Grunde doch alle Menschen, oder? Im Grunde bin ich sogar besonders gut und komme in den Himmel!"), dann kann ich doch auch ohne Probleme auf die Straße, zum Bäcker oder zur Bank gehen.

    Hm, das Ansprechen im öffentlichen Umfeld ist aber schon wieder sehr nah an einer Hetzjagd.
    "Gehen Sie bitte bei einem anderen Fleischer einkaufen. Sie werden hier nicht bedient."

    "Herr Schulz, wer Steuern hinterzieht, schadet der Gemeinschaft. Das wollte ich Ihnen unbedingt mal sagen."
    Das sagt vermutlich niemand … Oder?

    Im privaten Umfeld ist das etwas anderes. Da kann man dem anderen schon mal seine Sichtweise darlegen. "Ich finde es richtig, dass du Ärger bekommen hast, weil du falsche Angaben beim HARTZ IV-Antrag gemacht hast." Das könnte allerdings das Ende einer Freundschaft sein.

    Mir ist das Ansprechen des Täters auf ein begangenes Unrecht hin nur in einem Fall wichtig: Nämlich wenn es zur Verhinderung weiterer Straftaten beitragen kann. Zum Beispiel bei häuslicher Gewalt, Mißbrauch etc.

  4. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Hallo.

    Als ich noch ein Teenie war, hatte ein etwas älterer Freund von mir unter Drogeneinfluss einen Autounfall, bei dem zwei Frauen starben. Er war vorher immer ein Vorzeigesohn, gut in der Schule, festen gut angesehen Job, immer ne hübsche Freundin an der Seite, sportlich erfolgreich... Das hat alle völlig aus der Bahn geworfen (auch weil niemand geahnt hat, dass er Drogen nmmt) und merkwürdigerweise nicht dazu geführt, dass er plötzlich alleine dastand. Natürlich hat er einen groben Fehler gemacht, die ersten Tage war kaum ein Rankommen an ihn, er wusste es ja auch. Und es gab natürlich von dem ein oder anderen unschöne Kommentare, aber irgendwie gab es einen Zusammenhalt. Es war mehr der Gedanke, dass er mit der Schuld, die er auf sich geladen hat, eh nie wieder glücklich wird, dass man ihn dann nicht auch noch schneiden muss, sondern ihm zur Seite steht. Er wurde verurteilt, saß ne Weile im Gefängnis, durfte aber in den offenen Vollzug, weil sein Arbeitgeber zu ihm stand und er da weiter arbeiten durfte. Er war ein anderer Mensch als er aus dem Gefängnis kam, aber so wie ich das sehe, hat seine Beliebtheit allgemein darunter nicht sehr gelitten - auch wenn er noch immer unter dem Vorfall leidet. So kann es also auch gehen.

  5. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich wird man da weiterhin "normal" bedient und keiner würde es wagen, denjenigen anzusprechen, zu konfrontieren
    Du wirst es, sofern der Fall nicht öffentlich geworden ist, oftmals gar nicht erst erfahren.
    Das fängt beim Schweigen gegenüber dem engeren Umfeld an und geht teilweise bis hin zur Wahl eines externen Verteidigers, der keine Berührungspunkte mit dem beruflichen oder privaten Umfeld hat.
    Kaum jemand, der eine Straftat begangen hat, hat Lust darauf, sich der Neugier und Sensationslust anderer zu stellen.

  6. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Mir fällt bei diesem Thema spontan das Beispiel des vor Monaten in einem Parkhaus ermordeten Mädchens aus Norddeutschland ein.

    Ein Verdächtiger wurde verhaftet (der sich wenig später als unschuldig rausgestellt hat, der richtige Täter wurde gefasst) und der Mob hat über Facebook sofort zur Lynchjustiz aufgerufen, bevor die Sachlage gekärt war.

    Gruß, Elli

  7. User Info Menu

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Hab ich auch gelesen, allerdings (ich bleibe jetzt etwas hartnäckig), gehts mir ja darum, zu überlegen, wie es TATSÄCHLICH Schuldigen geht, bzw wie die ihren Alltag handeln, so sie freigesprochen werden oder noch nicht verurteilt werde, bzw mit Bewährung

    Doof ist leider, dass das in meinem Titel missverständlich klingt - sorry!!!

    Für mich ist es nicht vorstellbar dass sich jemand überhaupt noch unter Menschen traut, zu Geburtstagen geht oder sonstwohin

    Und ......ja,femini ich glaube natürlich daran, dass derjenige ein Unrechtbewußtsein hat und ich bin fassungslos, dass er es nicht haben könnte und Verdrängung in diesem ! Bereich funktionieren könnte

  8. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Naja, dann wiederhole ich noch einmal meine Frage: Wie bist du mit den kleinen Verstößen umgegangen, die man so begeht?

    Als Kind gab es das sehr wohl: Den Wunsch im Boden zu versinken und das Gefühl, dass mir doch jeder ansehen muss, was ich angestellt hatte. Ich erinnere mich zwar an keinen konkreten Fall, aber an das Gefühl.
    Als Erwachsener ist mir das nicht mehr passiert. Vermutlich liegt das daran, dass ich ein bin und gar nichts mehr ausfresse.

  9. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    während des morgendlichen Zeitunglesens denke ich seit Längerem darüber nach, wie sich wohl Menschen fühlen und vor allem verhalten, die ein Verbrechen begangen haben oder aber Eines bezichtigt werden.
    Was mich ja total wundert ist, dass Du das in einen Topf wirfst, Menschen, die ein Verbrechen begangen haben und Menschen die (fälschlich) eines bezichtigt werden.

    Das ist doch eine völlig andere Situation.

    Derjenige selbst weiß ja, ob er es war.

    Wenn also jemand, der ein Verbrechen begangen hat, entdeckt, wird ist es ja sozusagen "vorbereitet".
    Evtl. war er auf der Flucht, hat Dinge unternommen um das Geschehene zu verbergen, vielleicht plagen ihn Schuldgefühle, und und und... je nachdem, was es für ein Mensch ist kann die Reaktion natürlich sehr unterschiedlich sein.

    Eines Verbrechens bezichtigt zu werden, dass ich NICHT begangen habe, halte ich für eine menschlich sehr schwer aushaltbare Situation. Ich denke, da kommen, Wut, Angst, Sorgen hoch und vielleicht auch ein Gefühl der Ohnmacht dazu. Einige werden vielleicht aktiv (kontaktieren gleich Zeitungen und informieren das Umfeld über UIhre Unschuld, aber die meisdten werden, abwarten, einen Anwalt suchen und sich mögliche Beweise versuchen zu sichern (Alibis etc.).

    Nach außen, wird sich evtl. das Verhalten der einen Gruppe von der anderen nicht groß unterscheiden. Schön wär's....

    Wie würdest Du Dich in der 2. Situation verhalten?

    (Ich gehe mal davon aus, dass Du in Situation 1 nicht reinkommen wirst....)

  10. Inaktiver User

    AW: Menschen, denen man ein Verbrechen unterstellt, bzw die eines begangen haben

    ...
    Geändert von Inaktiver User (25.11.2012 um 17:18 Uhr)

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