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  1. Inaktiver User

    Begehrlichkeiten

    Hallo!

    Angeregt durch einen anderen Strang möchte ich hier ein Thema in den Raum stellen, dass mich in den letzten Monaten beschäftigt hat: Haben stark aufwallende Begehrlichkeiten einen besonderen Sinn?
    Und wie geht man am konstruktivsten mit ihnen um?

    Es ist schön, so richtig Feuer und Flamme für etwas zu sein. Wenn sich dieses heftige, neue Begehren aber auf eine sündhaft teure Jacke oder einen Umzug in eine andere Stadt bezieht, in der vermeintlich alles schöner ist, hat mich die Erfahrung gelehrt, erst einmal viel Tee zu trinken, bevor ich irgendetwas tue. Meist erkannte ich nach zwei Wochen, dass diese Jacke mir überhaupt nicht steht oder ihr Geld nicht wert ist. (gekürzt)
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 22:38 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Begehrlichkeiten

    Liebe Fenimi

    was du beschreibst kenne ich gut. Eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck dieser Sehnsucht habe ich auch nicht, genauso wenig wie nach den Ursachen. Ich frage mich aber, ob es wirklich so klug ist, das Ganze allein mit sich selbst auszumachen. Würde es nicht mehr Klarheit bringen, die Nähe mit dem Menschen zu suchen, alleine schon um herauszufinden, ob dahintersteckt, was du vermutest? Ist dein Rückzug bzw. Abstandhalten wirklich vernünftig oder nicht vielleicht doch eher ängstlich und vermeidend (weshalb du dir dann natürlich umso mehr Gedanken machst, die aber zu nichts führen, es bleibst unbefriedigend, schal und leer und dreht sich im Kreis bis es irgendwann verebbt.)

    Natürlich ist es einfacher und sicherer zu analysieren, aber lebensbejahender und letztendlich bereichernder (denn am ende hättest du echte Erfahrungen, echte Informationen aus erster Hand, Klarheit) wäre, wirklich was zu wagen, und das Risiko zu tragen, aber dafür braucht es halt MUt und die Bereitschaft, aus der Deckung zu kommen. Jedes Rumhirnen um eine Luftblase führt doch zu nichts: wenn es im echten Leben nichts zwischen euch gibt, vergiss ihn einfach, oder träumst du gern? Und fühlst du dich wohl dabei?

    Ich weiß ja nicht, was es bedeutet: er geht schlecht mit sich und anderen um. Das musst du abwägen, inwieweit er es wert ist, dass zwischen euch eine Beziehung welcher Art auch immer entsteht. Ist er es nicht wert, wozu weiter im Konjunktiv träumen?

  3. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Hallo farrah! Erst einmal danke für deine Antwort!

    Ich war von seiner positiven Seite sehr begeistert, habe aber auch täglich mehr entdeckt, dass da nicht alles Gold ist, was glänzt, sondern dass er tatsächlich ernsthafte Probleme hat. Jeder anderen Frau hätte ich gesagt: "Lauf!" (wie Stecher so schön sagt ).
    Je mehr Schattenseiten ich an ihm entdeckt habe, desto mehr habe ich mich für ihn als Person interessiert ("Warum ist das so? Wie lebt er das alles gleichzeitig?"). Mal abgesehen davon, dass ich nun auch noch Mitgefühl für ihn hatte. (gekürzt)
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 22:39 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Ich überlege gerade, ob Begehren und "Haben-wollen" nicht grundlegend zum Menschsein gehört und per se schon ambivalent ist. Es ist ein Hauptmotor für Bewegung, Forschung und eben auch für Taten mit negativen Auswirkungen. Ging das nicht schon bei Kain und Abel so los?

    Dennoch ist das natürlich keine Erklärung dafür, warum ich es (diesmal) nicht auf etwas "Gesundes" richten konnte.
    Ist "gesund" nicht sexy?

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    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich überlege gerade, ob Begehren und "Haben-wollen" nicht grundlegend zum Menschsein gehört und per se schon ambivalent ist. Es ist ein Hauptmotor für Bewegung, Forschung und eben auch für Taten mit negativen Auswirkungen. Ging das nicht schon bei Kain und Abel so los?

    Dennoch ist das natürlich keine Erklärung dafür, warum ich es (diesmal) nicht auf etwas "Gesundes" richten konnte.
    Ist "gesund" nicht sexy?
    Ungesund ist zumindest eines nicht: langweilig. Vielleicht, wenn deine Lebensumstände anders wären, unsicher etwa, ungeschützt, wenn du zum Beispiel existienziellen Bedrohungen ausgesetzt wärst, dann bräuchtest du diese Aufregung nicht auch noch in deinen Liebesbeziehungen. Wenn die Grundbedürfnisse erfüllt sind, dann erst erwacht der Entdeckerdrang, und es hat ja auch etwas mit Neugier zu tun, wenn man sich zu dem Fremden, Andersartigen hingezogen fühlt, auch wenn man weiß, dass es nicht gut für einen ist.

    Vielleicht aber hast du auch so einen Bekehrerdrang, ein Helfersyndrom (vielleicht willst du den, der schlecht mit sich umgeht, ja retten?) Vielleicht aber hat er ja auch irgendwas das dir fehlt, oder es ist schlicht und einfach biochemische Anziehung?


    Ich kann so viele Motive bei mir erkennen, die mich zu solchen Problemfällen hinziehen (ich kenne so was nämlich auch gut) und trotzdem ist es schwer, einen klaren Kopf zu behalten, weil es durch einen bestimmten Menschen, ein bestimmtes Gesicht eben nicht mehr abstrakt ist, und diese Sachen (Motive, Projektionen, eigene Wünsche und Ängste, und eben auf der anderen Seite dieser Mensch mit diesem schönen Gesicht, der Stimme, den Eigenschaften, seinem Namen) voneinander zu trennen, ist im Zustand der Verliebtheit oder Sehnsucht oder Limerenz (zu der ich sehr sehr neige) praktisch unmöglich. Und ja , es passiert meistens bei Menschen, die vermeintlich etwas haben, was man nicht haben kann, deshalb leidet man ja, man sollte aber nicht vergessen, dass man da oft viel mehr sieht als wirklich da ist.

    Ich hatte das schon oft und ob es einen Sinn hatte, für etwas gut war? Nicht wirklich. Als Trost: es verschwindet ja irgendwann von alleine.

  6. gesperrt

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    AW: Begehrlichkeiten

    inzwischen habe ich mich mit mir selbst darauf geeinigt, dass nur schon das schöne Gefühl des Begehrens so viel Lebendigkeit bringt, das ist schon eine Belohnung in sich selbst, und wenn sowas kommt, hab ich beschlossen, das zu geniessen.

    Was mich betrifft: so ganz normal ist nicht sexy. Wenn ein Mann etwas verrückt ist, aussergewöhnlich, lebendig, temperamentvoll, eine grosse Klappe hat, Meinungen hat und diese ausdrückt - das finde ich sexy. sehr sexy.

    Dass es dazu auch immer Schattenseiten gibt, weiss ich inzwischen auch, und ich bin da auch vorsichtig, also dass ich nicht zB Geld leihe oder einen grad bei mir zuhause adoptiere oder sowas, was mich in längerfristigen (finanziellen) Ärger stürzen könnte.

    Aber Sexyness geniessen, ja gerne, und ich mach mir da auch keinen Kopf mehr drüber, wen ich warum sexy oder begehrenswert finde.

    grüsse, barbara

  7. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von farrah79 Beitrag anzeigen
    Ungesund ist zumindest eines nicht: langweilig.


    Vielleicht, wenn deine Lebensumstände anders wären, unsicher etwa, ungeschützt (…)
    Sie sind unsicher. Zumindest unsicherer als in Deutschland allgemein üblich, was Finanzen und Versicherungen etc. betrifft. Langweilig ist das nicht! Aber es kostet sehr viel Kraft. Vielleicht brauche ich deshalb Feuer unter'm Hintern? Die Verheißung: "Das Leben ist schön!"

    (…), dann erst erwacht der Entdeckerdrang, und es hat ja auch etwas mit Neugier zu tun, wenn man sich zu dem Fremden, Andersartigen hingezogen fühlt, auch wenn man weiß, dass es nicht gut für einen ist.
    Ich denke darüber nach …

    vielleicht willst du den, der schlecht mit sich umgeht, ja retten?)
    Naja, nur so ein kleines Bisschen vielleicht … Weil …, wir wollen doch das Gleiche (oder etwas doch nicht? ).

    Vielleicht aber hat er ja auch irgendwas das dir fehlt
    Mit Sicherheit!

    (…), oder es ist schlicht und einfach biochemische Anziehung?
    Eros als Motor und Lebenshaltung. Und ich dachte: "Ja!"

    Ich kann so viele Motive bei mir erkennen, die mich zu solchen Problemfällen hinziehen (ich kenne so was nämlich auch gut) und trotzdem ist es schwer, einen klaren Kopf zu behalten, weil es durch einen bestimmten Menschen, ein bestimmtes Gesicht eben nicht mehr abstrakt ist, und diese Sachen (Motive, Projektionen, eigene Wünsche und Ängste, und eben auf der anderen Seite dieser Mensch mit diesem schönen Gesicht, der Stimme, den Eigenschaften, seinem Namen) voneinander zu trennen, ist im Zustand der Verliebtheit oder Sehnsucht oder Limerenz (zu der ich sehr sehr neige) praktisch unmöglich.
    Du hast deinen Frieden damit geschlossen und willst es nicht vermeiden?

    Limerenz musste ich erst einmal nachschlagen. Ich glaube/ hoffe, so weit war ich noch nicht. Weder schüchtern noch völlig blind für seine negativen Eigenschaften. Aber die Gedanken an ihn bringen meinen Blutdruck mehr in Fahrt als Radfahren oder ähnliches.

    Limerenz geht bei erfolgreichem Zustandekommen einer Beziehung in Liebe über; bleibt die Limerenz einseitig und wird sie nicht erwidert, klingt der Zustand selbständig ab. Laut Tennov kann er von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren anhalten. Ach so …

    Und ja , es passiert meistens bei Menschen, die vermeintlich etwas haben, was man nicht haben kann, deshalb leidet man ja, man sollte aber nicht vergessen, dass man da oft viel mehr sieht als wirklich da ist.
    Okay … Ja, das Gold war nicht (nur) echt.
    Du meinst, das ist einfach so? "Gesund" ist nicht so sexy?

    Ich hatte das schon oft und ob es einen Sinn hatte, für etwas gut war? Nicht wirklich.

    Dann war es also doch ein Rückschritt?
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 22:41 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    inzwischen habe ich mich mit mir selbst darauf geeinigt, dass nur schon das schöne Gefühl des Begehrens so viel Lebendigkeit bringt, das ist schon eine Belohnung in sich selbst, und wenn sowas kommt, hab ich beschlossen, das zu geniessen.
    Verstehe …

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Aber Sexyness geniessen, ja gerne, und ich mach mir da auch keinen Kopf mehr drüber, wen ich warum sexy oder begehrenswert finde.
    Lebst du das dann auch? Oder beschränkst du dich auf deine eigenen Gedanken und dein Innenleben?

    Wenn jemand sagt, "Ich will es aufregend, dass ist mir wichtiger, als Nähe, Zuverlässigkeit und Dauer", kann er sich ja auch auf so einen Partner einlassen. Aber eigentlich will ich schon mal ausatmen können und mich einfach wohl fühlen. Deshalb wurmt es mich ja auch, dass ich mich wieder für so einen heißen Feger erwärmt habe.
    Aber er hat meine Lebensenergie wieder in Wallung gebracht.
    Geändert von Inaktiver User (21.10.2012 um 22:15 Uhr)

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lebst du das dann auch? Oder beschränkst du dich auf deine eigenen Gedanken und dein Innenleben?
    ich hab inzwischen für praktisch jedes Bedürfnis irgend eine Person, die das erfüllen kann. Das heisst, wenn bei Person A was geweckt wird, aber grad nicht ausgelebt werden kann, geh ich damit zu Person B, mit der ich das üblicherweise auslebe, und das geht ziemlich gut.


    Wenn jemand sagt, "Ich will es aufregend, dass ist mir wichtiger, als Nähe, Zuverlässigkeit und Dauer", kann er sich ja auch auf so einen Partner einlassen. Aber eigentlich will ich schon mal ausatmen können und mich einfach wohl fühlen.
    Ich versuch realistisch zu sein: Leute können zuverlässig und dauerhaft nur das geben, was ihnen vom Naturell her leicht fällt zu geben. Also identifiziere ich diese Merkmale und hole mir dann das, was sie sowieso von sich aus gern machen. Ich hab eine Bekannte, die kocht gern und deftig, zu der muss ich eindeutig NICHT gehen, wenn ich grad am Fasten bin, das würde nicht gut rauskommen. Da muss ich einen grossen Bogen um sie machen. Aber wenn mir nach deftiger Küche ist, und wir uns dann treffen, ist das schön und gemütlich und lustig.

    Was die heissen Feger betrifft, so erwärm ich mich im Moment schnell und leicht und seh lauter tolle Männer in der Welt und könnte wohl aus dem Stand ein halbes Dutzend aufzählen, die ich nicht von meienr Bettkante stossen würde , und geniesse es, angeregt zu werden und auch mal das Kopfkino anzuschmeissen; für die Umsetzung gibt es glücklicherweise meinen Liebhaber seit vielen Jahren, wenn ich ihn nicht hätte, ich wüsste tatsächlich nicht, was ich machen würde, bei ihm gibt es nicht nur Sex, auch Nähe und Beständigkeit und lange Vertrautheit. Woran ich auch nicht wirklich geglaubt hatte, dass es je so weit kommen kann, denn er ist auch ein heisser Feger und während langer Zeit ein massiver Schürzenjäger.

    grüsse, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Hallo Bae!
    Du führst also ein eher unkonventionelles Leben? Auf dich zugeschnitten eben.

    Und der Liebhaber ist nicht dein Partner? Dass heißt, die Zuverlässigkeit und der gemeinsame Alltag hat seine Grenzen?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich hab inzwischen für praktisch jedes Bedürfnis irgend eine Person, die das erfüllen kann. Das heisst, wenn bei Person A was geweckt wird, aber grad nicht ausgelebt werden kann, geh ich damit zu Person B, mit der ich das üblicherweise auslebe, und das geht ziemlich gut.
    Das heißt aber auch, dass du nicht das Bedürfnis hast, dich für jemanden zu entscheiden? (Was Männer betrifft.)

    Ich versuch realistisch zu sein: Leute können zuverlässig und dauerhaft nur das geben, was ihnen vom Naturell her leicht fällt zu geben. Also identifiziere ich diese Merkmale und hole mir dann das, was sie sowieso von sich aus gern machen.
    Sehr interessanter Gedanke!

    Du hast also keine Probleme mit Begehrlichkeiten? Du lässt sie zu und lebst sie einfach?
    Hast du dich dabei nicht auch schon selbst verletzt? Das ist ja das, was ich vermeiden will. Ich würde auch nicht meine Hand über eine Flamme halten.

    Ich denke dieses Begehren, diese Begeisterung, die größer war als jede gut überlegte, vernünftige Distanz, war schon etwas sehr Lebendiges. Fakt ist dennoch: Ich habe ja "viel Tee getrunken" und mich nicht ins Getümmel geschmissen und mich um ihn bemüht, wie viele andere Frauen. Ganz unvernünftig war ich also nicht. Ich habe aber auch nicht innerlich Abstand genommen von ihm. Ich fand und finde ihn toll, anziehend, interessant, sexy.

    Heute habe ich einen Podcast gehört zum Thema Gier. Nun, das Wort Gier hätte ich für mich jetzt nicht benutzt, aber zumindest im ersten Teil wurden schon viele Dinge angesprochen, die ich interessant und erhellend fand.
    Geändert von Inaktiver User (21.10.2012 um 23:56 Uhr)

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