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Thema: Begehrlichkeiten
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05.11.2012, 14:06Inaktiver User
AW: Begehrlichkeiten
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05.11.2012, 22:10Inaktiver User
AW: Begehrlichkeiten
Vermutlich meintest du das ironisch?
Ich dachte es eher anders herum: Wenn man ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Resignation als immer wieder kehrenden Begleiter in seinem Leben kennt, dann sucht man vielleicht besonders intensiv nach etwas, das man begehren kann, um sich "prall" und lebendig zu fühlen.
(gekürzt)
Ich wusste doch, dass (meine) Vergleiche immer irgendwie hinken …

Ich fürchte, die Kinder in uns reden von Anfang an mit. Und nicht zu knapp.
Bewusst bin/ war ich mir dessen auch nicht. Aber gerade, wenn man z.B. das Gefühl hat, jemanden schon ein Leben lang zu kennen, sind da auch alte Gefühle und Erfahrungen im Spiel.Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 23:14 Uhr)
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06.11.2012, 07:56Inaktiver User
AW: Begehrlichkeiten
Nein, ich meinte es nicht ironisch. Und doch anders herum: wer sich stark über's Begehren definiert, wem das Begehren, der Eros, ein Hauptmotor und Brennstoff seines Lebens ist, der läuft auf Sparflamme, mit stotterndem Motor oder säuft ab, wenn er mit Energiesparlampen-Leuchstoffgas betankt wird. Mein vermurkster Vergleich.
(Und Dein Gedanke wäre dann die zweite Stufe.)
Und Deinen fand ich gar nicht vermurkst - auch das meinte ich recht ernst: Begehren als offen brennendes Feuer ist sozial nur bedingt kompatibel. Starker Eros zeichnet sich im Allgemeinen durch die Grenzüberschreitung auf. Oder: er braucht eine Grenze, zumindest ein Hindernis, um sich zur eigentlich Größe aufstauen und anwachsen zu können.
Ja und nein - wäre meine Antwort. Sicherlich kann man sein Begehren auch auf ein mäßig geeignetes Objekt der Begierde richten. Aus Langeweile - und weil sonst gerade nichts oder niemand Passendes da ist.Daraus folgt wiederum die Frage: Kann man sein Begehren "machen" oder zumindest fördern? Oder ist es ein Geschenk, dass nur dank dieses einzigartigen Objektes der Begierde in der Welt ist und von ihm ausgeht?
In dem Film "Das obskure Objekt der Begierde" wird die Hauptrolle sogar von zwei verschiedenen Schauspielrinnen gespielt. Ich vermute um anzudeuten, wie wenig die real existierende Person mit der Begierde zu tun hat, die auf sie gerichtet wird.
Nur: an ein echtes Feuer der Begierde kommt das nicht heran. Meiner Erfahrung nach.
Wenn wir jemand oder etwas wirklich begehren, dann, weil er oder es etwas in uns anspricht. Das kann natürlich auch ein Irrtum sein, aber wenn es wirklich stimmt - dann wird's heftig.
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06.11.2012, 10:49Inaktiver User
AW: Begehrlichkeiten
Puh, Glück gehabt …

Und doch anders herum: wer sich stark über's Begehren definiert, wem das Begehren, der Eros, ein Hauptmotor und Brennstoff seines Lebens ist, der läuft auf Sparflamme, mit stotterndem Motor oder säuft ab, wenn er mit Energiesparlampen-Leuchstoffgas betankt wird.
Nun ja, das muss ja nicht heißen, dass man andere körperlich bedrängt, verführt oder reihenweise konsumiert.Begehren als offen brennendes Feuer ist sozial nur bedingt kompatibel. Starker Eros zeichnet sich im Allgemeinen durch die Grenzüberschreitung auf.
Es kann allerdings sein, dass man manche Dinge etwas unkonventionell sieht oder nach ganz neuen Lösungen des menschlichen Miteinanders sucht.
Es gibt bei manchen ja auch die Haltung: "Wer liebt, hat Recht." Auch nicht ohne.
Auch in dem Film "Dieses obskure Objekt der Begierde" beginnt der Liebeswahn, weil sich das Dienstmädchen dem angesehenen Bürger sexuell verweigert …Oder: er braucht eine Grenze, zumindest ein Hindernis, um sich zur eigentlich Größe aufstauen und anwachsen zu können.
Ich fürchte, das Suchen nach starken Gefühlen kann auch Ausdruck einer Not sein. Wenn ein emotionaler Mangel herrscht, ist die Begehrlichkeit ein kurzfristiger Ausweg, um sich wieder zu spüren und Hoffnung zu haben.
Aber sogar Faust musste sich auf einen Packt mit dem Teufel einlassen, um sich in die Welt zu wagen. Allerdings war er so klug, den Pakt in eine Wette zu wandeln, sodass er eine Chance hatte, das Ganze (relativ) heil zu überstehen.
Was ist unsere Versicherung, die uns heil zurückkehren lässt?
Ich glaube zumindest, dass man sich nicht willentlich sein Objekt der Begierde auswählen kann. Warum eigentlich?Ja und nein - wäre meine Antwort. Sicherlich kann man sein Begehren auch auf ein mäßig geeignetes Objekt der Begierde richten. Aus Langeweile - und weil sonst gerade nichts oder niemand Passendes da ist.
Nur: an ein echtes Feuer der Begierde kommt das nicht heran. Meiner Erfahrung nach.
Wenn wir jemand oder etwas wirklich begehren, dann, weil er oder es etwas in uns anspricht. Das kann natürlich auch ein Irrtum sein, aber wenn es wirklich stimmt - dann wird's heftig.

Die "Rechnung" möchte ich nicht zahlen.
Geändert von Inaktiver User (06.11.2012 um 10:54 Uhr)
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06.11.2012, 11:07
AW: Begehrlichkeiten
gibt es in absoluter Form nicht, ein paar Schrammen gehören einfach dazu.
Plus noch den Verstand angeschaltet lassen, um nicht allzu grosse Dummheiten zu machen (sich zB einem Fremden vom Internet für obskure und gefährliche sexuelle Experimente zur Verfügung stellen)
Wir funktionieren zu 99.99% unbewusst. Das Wenige, was wir über uns selbst wissen, ist nur die Spitze des Eisbergs.Ich glaube zumindest, dass man sich nicht willentlich sein Objekt der Begierde auswählen kann. Warum eigentlich?
There is no such thing as a free lunch.Die "Rechnung" möchte ich nicht zahlen.
Ob's dir wert ist oder nicht, musst du von Fall zu Fall abwägen.
grüsse, barbara
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06.11.2012, 11:24Inaktiver User
AW: Begehrlichkeiten
Das fürchte ich auch …
Joh. Und sich ab und an fragen: "Will ich das wirklich?"Plus noch den Verstand angeschaltet lassen, um nicht allzu grosse Dummheiten zu machen
Oder eben: "Ist es mir das wert?"Ob's dir wert ist oder nicht, musst du von Fall zu Fall abwägen.
Wir funktionieren zu 99.99% unbewusst.
Welche wissenschaftliche Richtung vertritt diese Meinung?
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06.11.2012, 11:46
AW: Begehrlichkeiten
Da gibt's nicht zu fürchten. Ein paar Schrammen sind nicht schlimm. Es tut halt mal weh, und dann steht man auf, klopft den Staub aus den Kleidern und ein Pflaster auf die Wunde und geht weiter.
auf alle FälleJoh. Und sich ab und an fragen: "Will ich das wirklich?"
öh - jede, die sich mit In- und Output von Information innerhalb des Menschen befasst.
Welche wissenschaftliche Richtung vertritt diese Meinung?
Von den mehreren Millionen Bits an Information, die während jeder Sekunde durch unsere Sinnesorgane aufgenommen werden und die dann in uns verarbeitet werden, kriegen wir bewusst eine kleine zweistellige Zahl mit, mehr nicht.
Die meisten Leute kriegen ja schon die allergrösste Mühe, wenn es sich um so etwas anscheinend einfaches handelt, wie einen einzelnen Muskel bewusst anzuspannen und zu entspannen... und Muskeln sind dem Bewusstsein gut zugänglich.
grüsse, barbara



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