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  1. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Schützt" das Begehren vor Depression und Leere?
    Vielleicht sind deshalb manche Menschen so risikobereit oder fallen von einer Leidenschaft in die andere. Mal ist es das Segelfliegen, mal eine Stufe auf der Karriereleiter, mal ein(e) neue(r) Geliebte(r) …
    Ja, danke für die Erklärung meiner wiederkehrenden depressiven Verstimmungen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Gibt es ein gesundes Mittelmaß?
    Das glaube ich nicht einmal. Feuer ist Feuer. Eine Energiesparlampe ist auch nicht schlecht, aber eben etwas anderes.
    Tja... Aber wenn die doch gesetzlich verordnet eingeführt wurden und offene Feuer in der Zivilisation nicht so gern gesehen werden?

  2. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, danke für die Erklärung meiner wiederkehrenden depressiven Verstimmungen...
    Vermutlich meintest du das ironisch?

    Ich dachte es eher anders herum: Wenn man ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Resignation als immer wieder kehrenden Begleiter in seinem Leben kennt, dann sucht man vielleicht besonders intensiv nach etwas, das man begehren kann, um sich "prall" und lebendig zu fühlen.
    (gekürzt)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tja... Aber wenn die doch gesetzlich verordnet eingeführt wurden und offene Feuer in der Zivilisation nicht so gern gesehen werden?
    Ich wusste doch, dass (meine) Vergleiche immer irgendwie hinken …

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich weiss nicht, das Kindliche fühl ich nicht allzu sehr. Verlieben fühlt sich nach etwas an, was von Seele zu Seele geschieht, halt eben das biblische "Erkennen". Die innern Kinder und andern Aspekte kommen erst nachher rein, wenn es um die praktische Gestaltung der Beziehung geht.
    Ich fürchte, die Kinder in uns reden von Anfang an mit. Und nicht zu knapp.
    Bewusst bin/ war ich mir dessen auch nicht. Aber gerade, wenn man z.B. das Gefühl hat, jemanden schon ein Leben lang zu kennen, sind da auch alte Gefühle und Erfahrungen im Spiel.
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 23:14 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vermutlich meintest du das ironisch?

    Ich dachte es eher anders herum: Wenn man ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Resignation als immer wieder kehrenden Begleiter in seinem Leben kennt, dann sucht man vielleicht besonders intensiv nach etwas, das man begehren kann, um sich "prall" und lebendig zu fühlen.
    Nein, ich meinte es nicht ironisch. Und doch anders herum: wer sich stark über's Begehren definiert, wem das Begehren, der Eros, ein Hauptmotor und Brennstoff seines Lebens ist, der läuft auf Sparflamme, mit stotterndem Motor oder säuft ab, wenn er mit Energiesparlampen-Leuchstoffgas betankt wird. Mein vermurkster Vergleich. (Und Dein Gedanke wäre dann die zweite Stufe.)

    Und Deinen fand ich gar nicht vermurkst - auch das meinte ich recht ernst: Begehren als offen brennendes Feuer ist sozial nur bedingt kompatibel. Starker Eros zeichnet sich im Allgemeinen durch die Grenzüberschreitung auf. Oder: er braucht eine Grenze, zumindest ein Hindernis, um sich zur eigentlich Größe aufstauen und anwachsen zu können.

    Daraus folgt wiederum die Frage: Kann man sein Begehren "machen" oder zumindest fördern? Oder ist es ein Geschenk, dass nur dank dieses einzigartigen Objektes der Begierde in der Welt ist und von ihm ausgeht?
    In dem Film "Das obskure Objekt der Begierde" wird die Hauptrolle sogar von zwei verschiedenen Schauspielrinnen gespielt. Ich vermute um anzudeuten, wie wenig die real existierende Person mit der Begierde zu tun hat, die auf sie gerichtet wird.
    Ja und nein - wäre meine Antwort. Sicherlich kann man sein Begehren auch auf ein mäßig geeignetes Objekt der Begierde richten. Aus Langeweile - und weil sonst gerade nichts oder niemand Passendes da ist.
    Nur: an ein echtes Feuer der Begierde kommt das nicht heran. Meiner Erfahrung nach.

    Wenn wir jemand oder etwas wirklich begehren, dann, weil er oder es etwas in uns anspricht. Das kann natürlich auch ein Irrtum sein, aber wenn es wirklich stimmt - dann wird's heftig.

  4. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, ich meinte es nicht ironisch.
    Puh, Glück gehabt …

    Und doch anders herum: wer sich stark über's Begehren definiert, wem das Begehren, der Eros, ein Hauptmotor und Brennstoff seines Lebens ist, der läuft auf Sparflamme, mit stotterndem Motor oder säuft ab, wenn er mit Energiesparlampen-Leuchstoffgas betankt wird.


    Begehren als offen brennendes Feuer ist sozial nur bedingt kompatibel. Starker Eros zeichnet sich im Allgemeinen durch die Grenzüberschreitung auf.
    Nun ja, das muss ja nicht heißen, dass man andere körperlich bedrängt, verführt oder reihenweise konsumiert.
    Es kann allerdings sein, dass man manche Dinge etwas unkonventionell sieht oder nach ganz neuen Lösungen des menschlichen Miteinanders sucht.
    Es gibt bei manchen ja auch die Haltung: "Wer liebt, hat Recht." Auch nicht ohne.

    Oder: er braucht eine Grenze, zumindest ein Hindernis, um sich zur eigentlich Größe aufstauen und anwachsen zu können.
    Auch in dem Film "Dieses obskure Objekt der Begierde" beginnt der Liebeswahn, weil sich das Dienstmädchen dem angesehenen Bürger sexuell verweigert …

    Ich fürchte, das Suchen nach starken Gefühlen kann auch Ausdruck einer Not sein. Wenn ein emotionaler Mangel herrscht, ist die Begehrlichkeit ein kurzfristiger Ausweg, um sich wieder zu spüren und Hoffnung zu haben.

    Aber sogar Faust musste sich auf einen Packt mit dem Teufel einlassen, um sich in die Welt zu wagen. Allerdings war er so klug, den Pakt in eine Wette zu wandeln, sodass er eine Chance hatte, das Ganze (relativ) heil zu überstehen.

    Was ist unsere Versicherung, die uns heil zurückkehren lässt?

    Ja und nein - wäre meine Antwort. Sicherlich kann man sein Begehren auch auf ein mäßig geeignetes Objekt der Begierde richten. Aus Langeweile - und weil sonst gerade nichts oder niemand Passendes da ist.
    Nur: an ein echtes Feuer der Begierde kommt das nicht heran. Meiner Erfahrung nach.
    Ich glaube zumindest, dass man sich nicht willentlich sein Objekt der Begierde auswählen kann. Warum eigentlich?

    Wenn wir jemand oder etwas wirklich begehren, dann, weil er oder es etwas in uns anspricht. Das kann natürlich auch ein Irrtum sein, aber wenn es wirklich stimmt - dann wird's heftig.


    Die "Rechnung" möchte ich nicht zahlen.
    Geändert von Inaktiver User (06.11.2012 um 10:54 Uhr)

  5. gesperrt

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    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist unsere Versicherung, die uns heil zurückkehren lässt?
    gibt es in absoluter Form nicht, ein paar Schrammen gehören einfach dazu.

    Plus noch den Verstand angeschaltet lassen, um nicht allzu grosse Dummheiten zu machen (sich zB einem Fremden vom Internet für obskure und gefährliche sexuelle Experimente zur Verfügung stellen)

    Ich glaube zumindest, dass man sich nicht willentlich sein Objekt der Begierde auswählen kann. Warum eigentlich?
    Wir funktionieren zu 99.99% unbewusst. Das Wenige, was wir über uns selbst wissen, ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Die "Rechnung" möchte ich nicht zahlen.
    There is no such thing as a free lunch.

    Ob's dir wert ist oder nicht, musst du von Fall zu Fall abwägen.

    grüsse, barbara

  6. Inaktiver User

    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    gibt es in absoluter Form nicht, ein paar Schrammen gehören einfach dazu.
    Das fürchte ich auch …

    Plus noch den Verstand angeschaltet lassen, um nicht allzu grosse Dummheiten zu machen
    Joh. Und sich ab und an fragen: "Will ich das wirklich?"

    Ob's dir wert ist oder nicht, musst du von Fall zu Fall abwägen.
    Oder eben: "Ist es mir das wert?"

    Wir funktionieren zu 99.99% unbewusst.

    Welche wissenschaftliche Richtung vertritt diese Meinung?

  7. gesperrt

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    AW: Begehrlichkeiten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das fürchte ich auch …
    Da gibt's nicht zu fürchten. Ein paar Schrammen sind nicht schlimm. Es tut halt mal weh, und dann steht man auf, klopft den Staub aus den Kleidern und ein Pflaster auf die Wunde und geht weiter.


    Joh. Und sich ab und an fragen: "Will ich das wirklich?"
    auf alle Fälle





    Welche wissenschaftliche Richtung vertritt diese Meinung?
    öh - jede, die sich mit In- und Output von Information innerhalb des Menschen befasst.

    Von den mehreren Millionen Bits an Information, die während jeder Sekunde durch unsere Sinnesorgane aufgenommen werden und die dann in uns verarbeitet werden, kriegen wir bewusst eine kleine zweistellige Zahl mit, mehr nicht.

    Die meisten Leute kriegen ja schon die allergrösste Mühe, wenn es sich um so etwas anscheinend einfaches handelt, wie einen einzelnen Muskel bewusst anzuspannen und zu entspannen... und Muskeln sind dem Bewusstsein gut zugänglich.

    grüsse, barbara

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