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  1. Inaktiver User

    Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Hallo zusammen!

    Ich brauche eure Hilfe um mir über die oben gestellte Frage klar(er) zu werden.

    Grundlegend geht es neben der oben genannten Frage darum, wann es sich "lohnt" zu "kämpfen" und wann es sich eher anbietet, sich zurückzuziehen bzw. nichts zu sagen. Das ist nämlich meistens meine Devise, wenn mir irgendwas nicht passt.
    Wobei darin auch schon ein wichtiger Anhaltspunkt liegen mag: für mich bedeutet es "Kampf", wenn ich Erwartungen an andere stelle und diese auch erfüllt sehen möchte. Oder anders gesagt, ich finde es extrem schwierig, zu spüren und zu formulieren, wenn mir etwas nicht passt. Ich denke dann immer: wer bin ich, dass ich mir solche Forderungen (an andere) anmaße - und halte lieber die Klappe.

    Ihr könnt gerne jetzt schon was dazu schreiben, aber um das mal ein wenig zu konkretisieren zwei Beispiele aus zwei Lebensbereichen "Freundschaft" und "Beruf".

    __________________________________________________ ___

    Freudschaft
    Ich bin gerade dabei mich aus einigen Freundschaften zurückzuziehen. Ich kenne Menschen, mit denen es einfach "passt", mit denen man Spass haben kann, die interessant sind, wo die Chemie einfach stimmt. Es gab und gibt aber auch ein paar Menschen in meinem Freundeskreis, bei denen ich sehr oft dachte: o mein Gott. (Sei es bezüglich Ansichten, Verhaltensweisen o.ä.) Und bei solchen Typ Freunden TRAUE ich mich einfach nicht, das so rückzumelden. - Andererseits denke ich auch: ich bin eine "Freundin", keine Psychologin, Erzieherin usw.
    Letztendlich könnte man vielleicht sagen, dass die Chemie einfach nicht mehr stimmte... Andererseits frage ich mich aber auch, ob gewisse Auseinandersetzungen auch einfach zu einer Freundschaft gehören... ob ich "mehr" hätte sagen müssen, mehr hätte kämpfen müssen... ?!

    Beruf
    Ich arbeite in einer Führungsposition, habe aber auch ein paar Chefs.
    Auch im Berufsleben fällt es mir sehr schwer, meinen "eigenen" Standpunkt, Bedürfnisse usw. zu ergründen und zu vermitteln --- und einzufordern.
    Bei meinen Kunden höre ich z.B. irgendwann auf nachzufragen, wenn Herr Meier bestimmte Unterlagen zum dritten Mal vergessen hat (deren Berücksichtigung für ihn sinnvoll wäre, aber für meinen Job nicht von Belang sind).
    Dabei empfinde ich das "eigentlich" als falsch, denn ich möchte für meine Kunden schon das beste rausholen... andererseits möchte ich Herrn Meier auch nicht als Deppen erscheinen lassen, wenn ich "schon wieder" nach etwas frage, was er nicht dabei hat.

    Von meinen Chefs erwarte ich klare Ansagen und Konsequenz. Leider ist das bei uns in der Firma nicht so, Aufgabenbereiche werden verlagert, ein Projekt, was ich eigentlich bearbeiten sollte (und schon angefangen habe) fällt doch "spontan" jemand anderem zu... und so weiter und so fort.
    Auch da habe ich das Gefühl, ich sollte mich einfach mal auf die Hinterbeine stellen und klare Ansagen machen. Aber ich weiß einfach nicht, ob mir das "zusteht". Zum Teil weiß ich auch gar nicht, WEM ich diese Ansage machen könnte, weil letztendlich immer niemand zuständig ist.
    Problematisch dabei ist vor allem, dass ich in der letzten Zeit nicht nur gute Arbeit abgeliefert habe... Wohl eine Form der Resignation... ?

    ____________________________

    Obwohl es sich bei Freundschaft und Beruf (Chef-Kunde) um zwei - oder drei unterschiedliche Ebenen handelt, sehe ich gewisse parallelen in meinem Verhalten. Ganz simpel ausgedrückt: Sobald es schwierig wird, gehe ich in Deckung bzw. ziehe mich zurück.

    Ich TRAUE mich nicht, mal auf den Tisch zu hauen. -Salopp gesagt. Vielleicht muss ich das ja auch gar nicht.
    Ich bin mir sehr unsicher ...

    Was kann ich dagegen tun? Muss ich das überhaupt ändern? Ich bin ratlos und über jeden Hinweis und jede Rückfrage dankbar!

    Viele Grüße

    Natascha
    Geändert von Inaktiver User (09.10.2012 um 10:23 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Hallo

    ich frage mich zuerstmal wie du an eine Führungsposition gekommen bist - als ich allerdings las, dass deine Chefs auch eher rumeiern, wunderte es mich schon nicht mehr so sehr...

    Solange du Dinge die dir wichtig sind nicht ernst nimmst, es als Kampf ansiehst für dich einzustehen, oder gar glaubst du bist so gering, dass du Ansprüche gar nicht erst anmelden willst - solange wird sich nichts ändern.

    Lieber die Klappe halten? verstecken, gar nicht da sein, nicht auffallen, es allen recht machen....mach nur!

    Eins wird aber dann nicht passieren: niemand kümmert sich um deine Belange wenn du es nicht machst.

    Klare Ansagen zu machen, zu sagen wenn einem etwas nicht gefällt - privat oder beruflich - macht dein Leben um einiges leichter.

    Ich sage wenn mir was nicht paßt - privat oder im Job - und dann bestehe ich darauf, dass sich etwas ändert oder ich ändere es.

    Meine Freunde, meine Kollegen, mein Chef, oder auch mein Mann, meine Familie - die wissen alle woran sie bei mir sind. Sie alle können davon ausgehen, dass ich den Mund aufmache wenn ich etwas will, mir etwas gegen den Strich geht etc.pp

    Damit kann ich umgekehrt auch viel besser umgehen, als jemand der kein Rückgrat hat und so rumeiert.

    UND: es ist Übungssache. Nicht jedem ist das in die Wiege gelegt. Aber mit jedem Mal wird es leichter und fühlt sich richtiger an.

    Versuch es mal!!

  3. Inaktiver User

    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Liebe Dharma!

    Danke!

    Es ist schon mal gut zu lesen, dass das Leben einfacher wird, wenn man für sich einsteht!

    Zum Teil merke ich das gerade an den Freundschaften. Einerseits werfe ich mir immer noch ab und an vor, dass ich nicht "ehrlicher" war, andererseits habe ich lange über besagte Freundschaften nachgedacht und auch schon im Vorfeld "etwas gesagt".
    Deutlicher werden konnte oder wollte ich irgendwie nicht. Ich frage mich immer noch, ob das "richtig" war, ob ich mehr hätte tun "sollen", oder ob einfach schon so der Wurm drin war, dass meine Entscheidung richtig war.

    Insgesamt bin ich aber gerade auch sehr zufrieden und merke, dass das Leben schöner ist, wenn man sich mit Menschen umgibt, die einem gut tun.

    Im Job ist es schwieriger. ... hast Du oder hat jemand einen Tip, wie man da "die eigene Linie" findet?! Ich fürchte, dass ich mich diesbezüglich zu oft zurückziehe, resigniert meinen eigenen Kram mache und damit dann auf die Klappe falle.
    Ich ahne irgendwie, dass es sehr sinnvoll ist, für sich einzustehen. - Aber "darf" ich den Chef´s wirklich im Handwerkt rumpfuschen oder sagen, dass mir ihre Arbeitsweise nicht passt?!
    Puh, dafür brauche ich echt ne gehörige Portion Mut... andererseits... es wird dadurch sicherlich auch leichter, im besten Fall.

    Ich habe halt immer Angst, dass ich jemandem zu nahe trete. Woher kommt das bloß?

    Natascha

  4. gesperrt

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    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich TRAUE mich nicht, mal auf den Tisch zu hauen. -Salopp gesagt. Vielleicht muss ich das ja auch gar nicht.
    Ich bin mir sehr unsicher ...

    Du musst gar nicht auf den Tisch hauen um etwas zu verändern. Es wirkt wesentlich souveräner, wenn du ruhig und klar deinen Standpunkt vertrittst und dein Ziel im Auge behälst.

    "Ich bin da anderer Meinung"..."ich werde das auf meine Weise machen"..."eine andere Vorgehensweise ist angebracht"...alle "vielleichts" & "eigentlich" & "irgendwies" aus dem Sprachgebrauch streichen........etc. etc....

    Kin oben behalten, Krönchen gen Wolken...üben ...bei kleinen Aufgaben ... immer ein Stückle weiter



    Go, Lady

  5. gesperrt

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    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber "darf" ich den Chef´s wirklich im Handwerkt rumpfuschen oder sagen, dass mir ihre Arbeitsweise nicht passt?!

    Du solltest sogar konstruktive Vorschläge machen...dafür hast du doch eine Führungsposition.


    Ich habe halt immer Angst, dass ich jemandem zu nahe trete. Woher kommt das bloß?

    Mädchen-Erziehung...Bescheidenheit und Zurückhaltung.

    Findest du denn Menschen, die was anpacken unsympatisch? mir hat es geholfen mir eine Frau zu suchen, die das meiner Meinung nach toll und symphatisch gemacht hat und dann habe ich sie oder andere öfters mal "nachgemacht" bis ich mich wohlgefühlt habe und mein eigenes Ding draus gebastelt habe.

    Ich finde gute Dinge "Abschauen" bringt viel....zumindest mir

  6. Inaktiver User

    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen

    Go, Lady


    Da musste ich doch erstmal grinsen! :)

    Tja, ich glaube - bei all dem Nachdenken - dass ich in Freundschaftsfragen schon meinen Weg gefunden habe. Jetzt geht es vielleicht sogar mehr um die Berufsfrage.

    Kann mir mal bitte jemand von Grund auf erklären, wie er oder sie an den Beruf rangeht? Also welche Grundeinstellung habt ihr eurem Beruf gegenüber?

    Ich bin würde jetzt einfach mal das als grobe Richtschnur anlegen:

    1. Aufgaben müssen richtig und gewissenhaft erfüllt werden.
    2. Wenn ich Aufgaben nicht erfüllen kann bzw. "von" oben alles Wischiwaschi ist, dann habe ICH die Verantwortung, die mir übertragenen Aufgaben TROTZDEM richtig zu machen. - Es wäre hier absolut FALSCH sich zurückzuziehen und die Klappe zu halten, selbstständig herumzudoktorn.
    3. Wenn meine Kunden etwas vergessen, dann habe ich die Aufgabe, sie so lange daran zu erinnern, bis sie es dabeihaben. (Einfach, weil ICH das für richtig halte und es dem Kunden ja sogar nützt!)

    (mache ich noch nicht, versuche ich aber alsbald)

    Ich frage mich bei all dem aber auch (ähnlich, wie ich es zuvor in Freundschaften getan habe), wann das Engagement "zu viel" ist.
    Wo ist dieser rote Faden (den ich bei Freundschaften schon erkennen kann), der mir anzeigt, was "richtig" und was "falsch" ist. Was "zu viel" ist und was "zu wenig" ist.

    Habt ihr da irgendwelche Kriterien? Irgendein Raster, eine Art Abstufung... keine Ahnung... bin für alle Tips dankbar! (Muss das mal klarkriegen!)
    Geändert von Inaktiver User (09.10.2012 um 11:52 Uhr)

  7. gesperrt

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    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    was "richtig" und was "falsch" ist. Was "zu viel" ist und was "zu wenig" ist.

    Das wirst du an der Resonanz erkennen....
    Und die schlechte Nachricht, die ich glaube ich entdeckt habe:


    Es gibt kein richtig und falsch.


    Es gibt nur: funktioniert oder funktioniert nicht. Bei letzterem muss ein neuer Versuch her. Fehler machen erlaubt.

  8. Inaktiver User

    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Findest du denn Menschen, die was anpacken unsympatisch? mir hat es geholfen mir eine Frau zu suchen, die das meiner Meinung nach toll und symphatisch gemacht hat und dann habe ich sie oder andere öfters mal "nachgemacht" bis ich mich wohlgefühlt habe und mein eigenes Ding draus gebastelt habe.
    Danke, ein super Tip! Ernsthaft !!!

    ABER - leider!
    Ich weiß nicht wieso... und vielleicht ist DAS sogar der Hauptgrund für mein Schwanken und für meine Unsicherheit... ES GIBT (in meinem Umfeld) KEINE VORBILDER (mehr)!!!

    Früher gab es welche, also ich weiß exakt was Du meinst. Aber mittlerweile fühle ich mich irgendwie ganz allein auf weiter Flur.

    Die eine Seite...
    Ich habe in der letzten Firma eine wirklich herbe(!) Enttäuschung hinnehmen müssen... Personen, Frauen, Chefs, an denen ich mich eigentlich orientieren wollte bzw. dachte es zu sollen/zu können... erwiesen sich als sowas von unfähig, dass ich absolut resigniert habe und sobald wie möglich alles hingeschmissen habe.

    (Aus dem Job bin ich raus, in dem neuen ist es (trotz allem) besser, aber anscheinend hängt mir das noch nach.)

    Die andere Seite...
    Viele "starke" Frauen, die ich sehr bewundert habe, aus meinem Umfeld, befinden und befanden sich in psychologischer Behandlung. Zwei davon sogar mit Klinikaufenthalt.
    Mag sein, dass da auch ein bisschen von meiner "Vorsicht" herkommt, lieber die Klappe zu halten und ja nicht zu viel Engagement zu zeigen.

    Andererseits merke ich auch wieder: das bin nicht ich. - Und wer bin ich, dass ich mir so eine Laissez faire Haltung leisten könnte?!

    Puh! Da kommt einiges hoch...
    Geändert von Inaktiver User (09.10.2012 um 11:54 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Ins Handwerk pfuschen nicht - das würde ich nie.

    Ich bin da diplomatisch - im Job wie in der Ehe. Letzendlich ist es der Mann oder der Chef der glaubt es ist sein genialer Gedanke *g*

    Kritik ist erlaubt, Vorschläge sind erlaubt.

    Bei uns in der Firma ist es so, dass mein Chef ein Ass im Handwerk ist, und ich in Betreibswirtschaft - da ergänzen wir uns. Und ich sage schon was, wenn ich sehe, er läuft gegen eine Wand. Gehts der Firma gut, gehts mir ja auch gut - ist doch mein Job.

    Niemand kann es jedem Recht machen - also stehe ich doch an erster Stelle oder *g*

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    AW: Warum traue ich mich nicht, meine Bedürfnisse zu kommunizieren?

    Natasha, ich will Dir mal eine kleine Anekdote erzählen... sie ist 100%ig so passiert.

    Ich war jahrelang bei einer Zeitarbeitsfirma und damals aktuell an ein Ingenieurbüro ausgeliehen und ich hatte total keinen Bock auf den Laden. Aber Job ist Job... ich sass da am Empfang, aber: Kein Türdrücker, wenn jemand kam, mußte ich aufstehen und die Tür aufmachen, dann hatte ich da noch die Telefonzentrale und einen Chef, der eine Handschrift wie ein Huhn auf dem Misthaufen hatte und sich obendrein von mir alle Std. 'ne Tasse Kaffee bringen ließ. Ach ja, Kaffee kochen war auch noch in der Aufgabe inbegriffen. Kurz: er scheuchte mich den ganzen Tag durchs Büro und meckerte mich dann an, dass ich seinen Brief noch nicht abgeschrieben habe. Den ersten Tag hab ich das geschluckt... und bin länger geblieben.

    Am nächsten Tag das gleiche Spiel und als er mich wieder anmeckerte, bin ich ausgeflippt. Ich habe ihm ganz ruhig, aber höchst deutlich gesagt: Herr XYZ, ich habe nur 2 Ohren, nur 2 Beine und auch nur 2 Hände, hätte ich 8 Hände, wäre ich bei Zirkus Roncalli und würde das 3fache verdienen und wenn Sie sich mal ihren Kaffee selbst holen würden, hätte ich auch Zeit Ihre Briefe zu schreiben. Damit hab ich ihn stehen gelassen und mich an meinen Schreibkram gemacht.

    Die festangestellte Dame 3 Tische weiter hat fast in die Tischkante gebissen vor Lachen und Du wirst lachen: Er hat mich danach nie mehr gefragt, ob ich ihm einen Kaffee bringen würde. Und als der Einsatz zu Ende war, wollte er meine "Leihzeit" verlängern, da hab ich bei meiner Firma aber gestreikt. Ich wollte da nur raus.

    Du siehst... alles halb so schlimm, wenn man nicht alles schluckt. Also steh für Dich ein! Dann wird man auch ernster genommen, so meine Erfahrung.
    Normale Menschen machen mir Angst!!!

    **Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**

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