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  1. User Info Menu

    Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo da draußen,

    darf ich hier einfach mal meinen Frust ablassen?

    Ich möchte wieder zu mir finden und 'voran' kommen.

    Mir gehts nicht gut, seit einigen Wochen ist meine Depression wieder da. Liegt an der Beziehung. Hab viel einstecken müssen, bzw. eingesteckt - ist ja meine Verantwortung - der Harmonie wegen und weil ich Angst hatte, verlassen zu werden...irgendwo habe ich mich mundtot machen lassen..nun ja.

    Ich habe Baustellen - irgendwo muss ich was tun, weiß nicht, wo anfangen und habe den Mut verloren - gerade zumindest und den will ich jetzt wieder aufbauen.

    Baustelle 1: Bulimie, Essanfälle jeden Tag, seit ca. 8 Jahren (mehrere Klinikaufenthalte, Therapien, seit einem Jahr einen Therapeuten, der gut ist); essgestört seit ca. 13 Jahren...mein halbes Leben...Ziel: was kann ich noch erwarten / schaffen? Wo kann ich anfangen?

    Klar, Gewicht zunehmen, Essverhalten verbessern, Mahlzeiten alleine essen können...ja, aber dazu fühl ich so gerade nicht in der Lage - kommt wieder, weiß ich, dazu dieser Thread...Trotzdem bin ich einfach sehr enttäuscht von mir und die Hoffnung, dass es je besser wird..hab ich gerade verloren

    Baustelle 2: Beziehung: Trennung wäre wohl besser, da er nicht passt (brauche eigentlich Empathie, Gefühl, gute Gespräche, etwas Tiefgang...emotionale Unterstützung...), alles vom Kopf her, aber gefühlsmäßig hält mich wohl noch was - Angst, alleine zu sein, ihn zu verlieren...keine Ahnung...man bleibt wohl lieber beim Bekannten, auch wenn es schmerzt, als etwas neues zu wagen (heißt: Er aktiviert in mir etwas, was mich sehr verletzt, von früher (Beziehung zu Vater), habe versucht, seit 2 Jahren seine Art zu akzeptieren, es klappt nicht und ich sehe mich als Versager...)

    Er ist jetzt gerade alleine im Urlaub mit einem Freund und ich möchte die Zeit für mich nutzen, auch wenn ich einfach down bin.

    Alles fällt schwer, aber ich gebe nicht auf, denn ich weiß es tut mir gut, mich zu treffen, Nachhilfe weiter zu geben, zu arbeiten und zu studieren, etc. Ich mache extra Verabredungen um mir gut zu tun - da kann ich stolz sein, denn eigentlich ist mir nur nach im Bett liegen, bzw. fr***** und k***** ...:(

    Ich habe lange überlegt, ob ich hier schreiben soll, aber ich brauche so sehr den Kontakt zu anderen. Darüber zu sprechen tut mir gut und mit meinem Partner kann ich das nicht, andere sind auch nicht immer da...ich fühl mich oft einsam...diese Woche gehe ich das erste Mal zu einer Lerngruppe und hoffe, dass ich das auch durchziehe...so etwas mit sozialen Sachen fällt mir sehr schwer...

    Ich danke einfach, dass ich hier hoffentlich schreiben darf, Frust rauslassen...

    Vielleicht bekomm ich ja auch ein paar Worte. Ich würde mich sehr freuen.

    Gruß nach da draußen...

    Freiheitsliebende

  2. User Info Menu

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo liebe Freiheitsliebende,

    ich kann leider nicht wirklich auf Deinen Beitrag eingehen, weil ich mich mit Bulimie überhaupt nicht auskenne.

    Aber ich möchte Dir sagen, dass inmitten all den krassen Situationen, die Du durchleben und bestehen musst, dennoch eine große persönliche Kraft zu spüren ist, die aus Deinen Zeilen hervor leuchtet. Diese Kraft ist Deine. Auch wenn Du sie nicht spürst, bzw, sie schon seit sehr langer Zeit gegen Dich selbst richtest. Wenn Du irgendwann lernen kannst, diese (Lebens-)Kraft FÜR DICH und für das, was Dir guttut einzusetzen (und nicht dafür, Dich selbst damit zu zerstören), ist der Weg frei in ein gesünderes Leben.

    Ich drücke Dir alle mir zur Verfügung stehenden Daumen, dass Du weiterhin nicht aufgibst, denn, ich finde, das, was Du jetzt schon dafür tust, um Dich freizukämpfen, ist ganz schön viel (Studium, Nachhilfe, Lerngruppe. Therapie) => das ist wirklich toll!!!)

    Alles Gute Dir!!!!



  3. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Liebe Freiheitsliebende,

    ich lese in diesem forum nun bereits einige Zeit mit und möchte nun auch an dieser Stelle etwas schreiben, da mich Dein Beitrag berührt hat und ich finde, dass man Dich gut verstehen kann, da Du gut und anschaulich schreibst.

    Mir geht es ähnlich wie meiner Vorschreiberin bruenette-2: Alle Achtung für die Art, wie Du nicht aufgibst und gegen die Depressionen ankämpfst! Ich glaube auch, dass Du auf dem richtigen Weg bist, Stärke und auch eine gute Selbstwahrnehmung mitbringst. Außerdem scheinst Du Glück zu haben, dass Du an einen guten Therapeuten geraten bist, da eine gute Therapie anscheinend derzeit sehr wichtig für Dich ist.

    Ansonsten meine ich, dass Du weiter schauen solltest, Dich selbst zu stärken: In ein Hobby eintauchen, Kontakte mit andern pflegen. Wenn Du anderen etwas gibst - wobei ich mir vorstellen kann, dass Du anderen auch gut etwas beibringen kannst, wie z. B. bei der Nachhilfe, in der Lerngruppe ect. - kannst Du Dich auch selbst als "stark" erfahren und Dein Engagement gibt Dir selbst viel zurück. Ich finde es auch bemerkenswert, dass Du Dich immer wieder dazu bringst, unter Leute zu gehen, bzw. Dich in Gruppen einbringst, obwohl Dir das soziale Miteinander häufig schwerfällt, wie Du geschrieben hast.
    Ich meine hier allerdings: Nicht Dein Engagement überwiegend Deinem Partner widmen. Wie du schreibst, ist er wohl nicht der richtige für Dich. Hier arbeitest Du dich anscheinend an der falschen Stelle ab.

    Und dabei solltest Du natürlich schauen, dass Du Dir selbst etwas Gutes tust. D. h. aufpassen, dass Du Dich mit Deinen Anprüchen an Dich selbst nicht überforderst. In Verbindung mit Depressionen sind es ja meist die eigenen Ansprüche, die einen so quälen, auch wenn man im Äußeren leider zu häufig "durchhängt". Machst Du vielleicht eine kreative Beschäftigung sehr gerne? Oder etwas anderes, wo Du auftanken kannst, Dich fallen lassen kannst und Dich positiv spüren kannst? Solche Fähigkeiten und Interessen könntest Du, wenn möglich, ausbauen; auch wenn die Disziplin vielleicht am Anfang fehlt. Im Laufen der Zeit geht das aber dann immer besser.

    Wenn nun eine Trennung bei Dir ansteht, solltest Du schauen, dass Du Dir so viel wie möglich von woanders holen kannst. Falls auch Du ein Problem mit Nähe haben solltest (was anhand Deiner Eckdaten, wie Vaterbeziehung, Liebebeziehung mit einem distanzierten Mann nicht unwahrscheinlich ist), so kannst Du Nähe und Angrenzung, Zuwendung ect. auch in anderen Kontakten erfahren und Dich hierbei selbst mit Deinen Bedürfnissen - Freiheitsbedürfnissen, Bedürftigkeiten usw. - besser kennenlernen.

    Vielleicht ist wäre eine anstehende Trennung von Deinem Freund ja gar nicht so schlimm für Dich, wie Du es Dir vorstellst. Und die damit verbundenen Einsamkeitsgefühle sind dann doch besser für Dich zu bewältigen, als Du glaubst! Die Kraft, das durchzustehen hast Du, denke ich. Oft sind es ja nur die alten Vorstellungen und angelernten Erfahrungen, die die Angst vor dem Alleinsam so stark machen. Ich meine, allein und unverstanden fühlst Du Dich doch sicherlich auch häufig in der Beziehung mit Deinem derzeitigen Partner. Oft ist die Einsamkeit zu zweit, schlimmer als die Eínsamkeit allein. Denn die hast dann nur Du in der Hand und Du kannst lernen, immer besser damit umzugehen.

    Alles Liebe und Gute Dir!

    maggielee

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    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo ihr beiden,

    habe jetzt gerade leider nicht die Muße, euch richtig zu antworten. ABER: Ich danke euch von Herzen! Solch warme Worte tun gut und sie sind genau die, die ich brauche und mich motivieren!

    Danke!

    LG
    Freiheitsliebende

  5. User Info Menu

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo bruennette_ß,

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Aber ich möchte Dir sagen, dass inmitten all den krassen Situationen, die Du durchleben und bestehen musst, dennoch eine große persönliche Kraft zu spüren ist, die aus Deinen Zeilen hervor leuchtet. Diese Kraft ist Deine. Auch wenn Du sie nicht spürst, bzw, sie schon seit sehr langer Zeit gegen Dich selbst richtest. Wenn Du irgendwann lernen kannst, diese (Lebens-)Kraft FÜR DICH und für das, was Dir guttut einzusetzen (und nicht dafür, Dich selbst damit zu zerstören), ist der Weg frei in ein gesünderes Leben.
    Weißt du, wie gut es mir tut, dass du dich in mich hineinfühlst? Wie oft habe ich mir das schon von meinem Freund gewünscht, aber er kann es nicht. Für ihn gibt es körperliche Probleme, die 'Hand und Fuß' haben, der Rest wird ignoriert. Zumindest kommt es so bei mir an. Und da eben gerade dieses thema wieder akut ist und ich aus Angst verletzt zu werden von seiner Art / Reaktion, nicht mehr auf seine Frage, wie es mir denn ginge, antworte, berührt es mich, dass es eben doch menschen gibt, die das können und wollen. Naja, in deinen Worten steckt viel Wahres und vom Kopf her weiß ich es,aber fühlen und dann umsetzen...wann amcht es denn endlich 'Klick'? Oder was brauch ich noch, dass ich mich nicht mehr selbst zerstöre mit der Bulimie, meinen abwertenden Gedanken mir gegenüber etc. pp.?

    Ich komme gerade nicht auf die beine und es ist mir sehr peinlich, das zuzugeben. Ich hätte heute mein erstes Treffen der Lerngruppe gehabt...ich habe es nicht geschafft. Stattdessen wird - wie auch gestern - alles runtergedrückt mit der ES. Ich weiß zwar, warum es jetzt aktuell so schlimm ist (Freund in Urlaub, ist irgendwie besonders schwer für mich, warum, weiß ich nicht - holt aber was aus der Kindheit hoch; beziehung: beenden oder weitermachen; kann jetzt keine Entscheidung treffen irgendwie; Eltern: Anlaufstelle, sind aber auch im Urlaub; Freunde wenig Zeit, depressive Symptomatik...) und warum ich mich in meinem Loch befinde, aber annehmen kann ich das nicht. Ich will funktionieren und tu es nicht...:(

    LG
    Freiheitsliebende

  6. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen

    Alles fällt schwer, aber ich gebe nicht auf, denn ich weiß es tut mir gut, mich zu treffen, Nachhilfe weiter zu geben, zu arbeiten und zu studieren, etc. Ich mache extra Verabredungen um mir gut zu tun - da kann ich stolz sein, denn eigentlich ist mir nur nach im Bett liegen, bzw. fr***** und k***** ...:(
    Liebe Freiheitsliebende,
    ich brate mal in Deine Gedanken und und Gefühlswelten, ohne mich vorgestellt zu haben.

    Du weißt sehr wohl, dass Dir nicht nach Fressen und Kotzen ist.
    So weit bist Du schon, lese ich in Deinen Zeilen.

    Du hast ein Gefühl, dass Du krampfhaft zu unterdrücken versuchst mittels der Bulimie.

    Kannst Du den Gedanken annehmen, dass dieses Gefühl berechtigt ist? Berechtigt jetzt hier, in diesem Moment
    Ob Du frisst und kotzt oder nicht, ist völlig unerheblich.
    Das Gefühl bleibt sowieso. Und es ist dazu berechtigt.

    Gib´dem Gefühl Raum.


    Ich danke einfach, dass ich hier hoffentlich schreiben darf, Frust rauslassen...
    Darfst Du. Sebstverständlich.


    Grüße vom
    Sauren Drops, die das 14 Jahre ihres Lebens mitgemacht hat.

  7. User Info Menu

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo SaurerDrops,

    cooler Nick! Die Dinger ess ich gerne

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du hast ein Gefühl, dass Du krampfhaft zu unterdrücken versuchst mittels der Bulimie.

    Kannst Du den Gedanken annehmen, dass dieses Gefühl berechtigt ist? Berechtigt jetzt hier, in diesem Moment
    Ob Du frisst und kotzt oder nicht, ist völlig unerheblich.
    Das Gefühl bleibt sowieso. Und es ist dazu berechtigt.

    Gib´dem Gefühl Raum.
    Kann ich nicht, weiß nicht wie. Und natürlich kenn ich mittlerweile- nach vielen Jahren der Selbstreflektion, Therapie und Selbsterfahrung - die Funktion (m)einer Bulimie.

    Gefühle, die ich momentan habe. Ich kann sie zumindest benennen:

    Wut und Ärger auf meinen Freund. Warum? Er kann kein Verständnis aufbringen für mich und meine Gefühle. Sie haben in der Beziehung keinen Raum. Er hat mich respektlos und lieblos behandelt, weil er unzufrieden war mit mir, weil ich ihn mit meiner Stimmung runtergezogen hätte, er nicht mehr so frei und lustig sein konnte (Grund: Ich hatte massive Schuldgefühle ihm gegenüber, Angst nciht gut genug zu sein udn war sehr befangen und nciht frei, wenn wir uns gesehen haben. Ich habe versucht, ihm das zu erklären, damit ich wieder freier bin...hat er nciht wirklich verstanden / ernst genommen, da er wahrschenlich zu jung / unreif ist udn sowieso die Mentalität an den Tag legt: Nicht drüber nachdenken, denn dann entstehen doch esrt Probleme...) Ich war sein Ventil und - ja- ich habe es mit mir machen lassen. ALLES runtergeschluckt, mich nicht gewährt - hätte ich es getan, hätte er entweder nur geschwiegen, oder er hätte Schluss gemacht, weil er mit Kritik überhaupt nicht zurecht kommt. So habe ich seit August geschluckt, wenn er mich angemeckert hat, wenn er geschwiegen hat auf meine Fragen, wenn er nicht auf mich reagiert hat, wenn er mich verletzt hat, wenn er einfach aufgelegt hat, wenn ... es tat weh, einfach nur weh. Ich habe meine Fehler vor ihm zugegeben. habe über meine Schuldgefühle ihm gegenüber gesprochen und versucht, mich zu erklären, warum ich wie war, warum meine Stimmung so war etc. Es kam keine Einsicht, kein Verständnis...Er hat nur gesagt, dass ich mich ja gebessert hätte und bei ihm jetzt wieder alles gut sei. Jetzt sitze ich hier, mit meiner Depression, die ich lange Zeit nicht mehr hatte...

    Ok, Punkt 1: Wut und Aggression ihm gegenüber

    Punkt 2: Schuldgefühle, dass ich Wut empfinde, denn ich verstehe ihn ja, bzw. ich weiß, er KANN nicht anders...bzw. ich kann ihn nicht ändern, müsste ihn doch akzeptieren...er meint es nicht so.

    Punkt 3: Versagensgefühle: Ich bin schlecht, wegen der FAs und allem, weil ich nicht schaffe, was ich mir vornehme, zb das mit der Lerngruppe heute. Aber ich versuche zu akzeptieren, dass es gerade nicht leicht ist und ich alles tu, was meine Pflicht ist. Die erfülle ich, nur die Kür und etwas Neues, was mir doch gut tät, schaff ich nicht ...

    Punkt 4: Unentschiedenheit: Beziehung fortsetzen oder nciht?! Warum schreibt er plötzlich 'Ich liebe dich', 3mal seit er im Urlaub ist? Das hat er seit mindestens 1Jahr nicht mehr getan...er bemüht sich mehr, seitdem ich Schluss machen wollte, esausgesprochen habe und dann doch nicht durchziehen konnte... Kommt mir vor, wie dieses doofe Katz und Maus Spiel, oder eben Frau zieht sich zurück, Mann bemüht sich wieder (warum auch immer, will sie nich verlieren?!), und umgekehrt...Ich werde aus dem Kerl nciht schlau. Nie habe ich mich so wirklich gekiebt gefühlt, jetzt auf einmal schon eher, obgleich in mir einiges kaputt ist durch diese Wochen voller Schmerz und Verletzt werden von ihm und dem super Resultat der Depression, weswegen ich ihm 'böse' bin, obgleich ich das doch überhaupt nicht darf!!!!! Es ist doch meine Verantwortung und ich habe geschluckt...ich hätte mich ja auch wehren können...und in die Angst vorm Verlassen werden gehen können, oder?!




    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Grüße vom
    Sauren Drops, die das 14 Jahre ihres Lebens mitgemacht hat.
    Und wie hast du es geschafft, loszukommen? Magst du ein wenig darüber berichten? Tät gut, jetzt ein wenig Mut gemacht zu bekommen?

    LG
    Freiheitsliebende

  8. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    Hallo SaurerDrops,

    cooler Nick! Die Dinger ess ich gerne
    Tscha, das nehme ich von Fress- zu Ex-Fressviech nur halb als Kompliment.

    Und wie hast du es geschafft, loszukommen? Magst du ein wenig darüber berichten? Tät gut, jetzt ein wenig Mut gemacht zu bekommen?
    Mach ich bei Gelegenheit.
    Der Ausdruck "Loskommen" macht mir allerdings schon mal Aversionen.
    Du kannst Essen nicht ausweichen - das ist der Riesen-Unterschied zu fast allen anderen Suchtmitteln.
    Allem anderen kannst Du ausweichen, irgendwie - aber essen müssen wir zum überleben.
    Du kannst also nicht von diesem Essens-Dingens "loskommen".

    Du musst Dich also mehr und direkt mit dem beschäftigen, was dahinter steckt.
    Ne, es ist nicht das Heroin, es ist nicht der Alkohol - es ist das Essen an sich. Das dem wir ziemlich sicher nicht ausweichen können, wenn wir leben wollen.
    Bulimiker haben in meinen Augen die direkteste aller Sackgassen gewählt.

    Bulimiker beherrschen die Kunst des Vakuums - aber das weißt Du sicher. Sie können das, was normalerweise emotional hohe Wellen schlagen würde, in so ein Mini-Reagenzglans sperren. Ist klein, überschaubar, hat kontrollierbare Regeln und tut nur gemäßigt weh. Zum Kotzen ist es schon, aber sonst - alles kontrolliert.

    Aber es ist ein Vakuum - das heißt, es kostet ungeheuer viel Kraft, diese Art von Verdrängung aufrecht zu erhalten.



    Kann ich nicht, weiß nicht wie.
    Doch, das kannst Du. Machste nämlich hier.

    Wut und Ärger
    Ich war sein Ventil
    ich habe es mit mir machen lassen.
    ALLES runtergeschluckt, mich nicht gewährt
    So habe ich seit August geschluckt
    es tat weh, einfach nur weh.


    Punkt 2: Schuldgefühle, dass ich Wut empfinde, denn ich verstehe ihn ja, bzw. ich weiß, er KANN nicht anders...bzw. ich kann ihn nicht ändern, müsste ihn doch akzeptieren...er meint es nicht so.
    Das ist alles keine Begründung, warum Du nicht wütend oder traurig sein dürftet.
    Du darfst - egal welche Begründung es für sein Verhalten gibt.

    Punkt 3: Versagensgefühle: Ich bin schlecht, wegen der FAs und allem, weil ich nicht schaffe, was ich mir vornehme, zb das mit der Lerngruppe heute. Aber ich versuche zu akzeptieren, dass es gerade nicht leicht ist und ich alles tu, was meine Pflicht ist. Die erfülle ich, nur die Kür und etwas Neues, was mir doch gut tät, schaff ich nicht ...
    Prima. Pflicht ist fein und muss auch sein - aber Du darfst es empfinden, wie Du es empfindest.
    Du nimmst Dir zuviel vor und versuchst perfekt zu sein.
    Hör´auf damit.
    Du kennst das.

    Je mehr Du versuchst zu funktionieren, deste eher bringt Dich das weg von der Ursache Deines Schmerzes.
    Deswegen gehst Du dann an den Kühlschrank und erbrichst hinterher.

    Weder der Kühlschrank noch das Erbrechen sind Dein Problem.

    Es ist doch meine Verantwortung und ich habe geschluckt...ich hätte mich ja auch wehren können...und in die Angst vorm Verlassen werden gehen können, oder?!
    Du bist in die Angst vor dem Verlassenwerden gegangen. Bloß durch die Hintertür.
    Es gibt keine Wohltaten oder Belohnungen für die Unterdrückung Deines Selbst, liebe Freiheitsliebende.



    Warum nochmal hast Du Dich nicht gewehrt?
    Geändert von Inaktiver User (09.10.2012 um 20:49 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo saurerDrops,

    ok, wenn ich also wirklich darf und meine Wut hier zeigen darf...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch, das kannst Du. Machste nämlich hier.
    Dann leg ich mal los...

    A., ich bin so wütend und enttäuscht von dir!

    Weil du dich meiner Kritk, die absolut berechtigt ist, nicht stellen willst - lieber dann von Schluss machen redest.

    Weil du dich ach so toll findest, nicht reflektieren willst, dich als toller Hecth aufspielst und noch nicht mal merkst, dass das alles Fassade ist! Warum sonst legt man den Hörer auf, wenn es mal ans Eingemachte geht und ich dir sage, was an deinem Verhalten nicht ok war.

    Weil ich wegen dir wieder Depressionen habe, bzw. du und deine verletzende lieblose Art mich dahin getrieben hast.

    Weil du mir den Mund durch dein Schweigen verboten hast.

    (Auch wenn ich weiß, dass ich selber mich hätte wehren müssen und so auch meinen Anteil trage)

    Weil du mir jetzt jeden Tag schreibst, wie gut und toll du dich dort fühlst und nicht nachfragst, wie es mir geht bzw. nicht darauf eingegangen bist, wenn ich dir erklärte, dass ich jetzt leider wieder mit der Depression zu kämpfen habe und leide.

    Ich könnte dir dein ganzes, beschissenes Verhalten, dieses grundlose Anmotzen und rummeckern verzeihen, ich bin nicht nachtragend, aber dass du keinerlei Einsicht zeigst, nein, das geht nicht. Ich gebe meine Fehler zu, reflektiere über mein Verhalten udn ändere es. Ja, selbst das haste ja so salopp gesagt in deiner Rummecker-Zeit: "Du hast dich gebessert. Jetzt bin ich wieder gern mit dir zusammen!" Wie so ein Oberlehrer! Aber an die eigene Nase sich mal packen und schauen, was man der Freundin antut?! Nö! Warum denn? Könnte vielleicht weh tun! Außerdem, ich zitiere deine mehr als unreifen, kindischen Gedankengänge, die vor Empathie nur so 'glänzen': "Erst wenn man nachdenkt, entstehen Probleme! Wer geht denn zur Therapie, du oder ich? Ich habe keine Probleme." Ne, is klar, aber nun gut! Bin ja nicht dafür da, dich zu therapieren und dir zu sagen, dass wahrscheinlich später einiges noch auf dich zukommen wird.

    Weil du mir Fragen stellst, die du selbst beantworten könntest, weil ich dir die Antwort dazu schon in meiner vorherigen Nachricht geschrieben habe und du anscheinend gar nicht zuhörst, liest oder was auch immer...hauptsache du, du und nochmals du und dann noch die Krönung deiner Selbstwahrnehmung: "Jetzt stehst du mal nicht im Mittelpunkt!" Wann denn jemals? Sprechen wir mal über mich? gehst du mal etwas nur auf mich ein? 100% ig würdest du jetzt sagen: Ja, immer!

    Weil du schweigst, keine Antworten gibst, nicht reagierst auf etwas, was ich sage. Ja, ich weiß, heißt bei dir nicht unbedingt Desinteresse oder was auch immer, aber es verletzt mich und das habe ich dir schon so oft gesagt. Kann man dann nciht mal über seinen Schatten springen und zumindest, 'Aha,' oder 'ja' sagen?

    Weil du so oft es drehst und wendest, dass ich die Schuld habe. Oder ist es normal, in 2 Jahren kein Verhalten an den Tag gelegt zu haben??? Nö, ich mache keine und wenn, war es ja nicht so gemeint, da hast DU schon wieder was falsch verstanden. Aber sich dann vielleicht mal erklären, damit ich es beim nächsten anders interpretieren kann? Schließlich redest du ja nicht und ich muss aus meinen vergangenen Erfahrungen auf deinen Absichten zielen?!

    Ich könnt weitermachen und vielleicht tu ich das auch. Hier soll erst mal gut sein, auch wenn ich schon wieder alles gerade gegen mich richte..es sind doch so viel Kleinigkeiten dabei und vieles macht mich auch nur so wütend, weil ich bin wie ich bin. Andere würden nicht so sein...:( und warum schreibt der Kerl jetzt so oft ILD - kann er sich in seinen Allerwertesten stecken...

    LG an alle da draußen. Ich weiß, dass ich einiges übertrieben seh, aber es hat sich vieles angestaut. Ich kann auch nicht so gut mit Kritik, aber ich steh zu meinen Fehlern udn bin ehrlich...nur an seiner Seite fühle ich mich dann noch kleiner, denn er macht ja alles richtig und ich die Fehler, bzw. bin ja krank!

  10. User Info Menu

    AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen

    Hallo SaurerDrops,

    jetzt habe ich so ein schlechtes Gewissen und sogar Schuldgefühle und hasse mich selber, dass ich so wütend bin auf ihn und schäme mich, das so geschrieben zu haben...ist doch zu übertrieben und er hat das nicht verdient, auch wenn er es natürlich nicht zu lesen bekommt. Ach man, mein typischer Grundgedanke: Ich bin nicht ok. Sollte ihn doch bitte so akzeptieren, wie er ist und die Verantwortung für mein Leben übernehmen, d.h. wenn ich merke, er ist es nicht, ich kann nicht mit ihm, dann sollte ich mich trennen.

    Kann ich aber nicht, bin zu verletzt und zu wütend - scheiß Gefühle, echt. Peinlich und falsch sind die doch hier an dieser Stelle. Vor allem zu stark.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tscha, das nehme ich von Fress- zu Ex-Fressviech nur halb als Kompliment.
    hmm, das fand ich aber etwas gemein, denn auch wenn ich mein Essen benutze, kann ich ja eine Meinung dazu haben, was ich mag und was nicht, oder? Hörte sich ein wenig nach Abwertung meiner Person an, dass ich eben noch ein 'Fressviech' (grausige Formulierung) bin und du es geschafft hast...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du kannst also nicht von diesem Essens-Dingens "loskommen".

    Du musst Dich also mehr und direkt mit dem beschäftigen, was dahinter steckt.
    Nun, vielleicht las ich mich so, dass ich mich noch nicht viel mit dem Thema Essstörung etc. auseinander gesetzt habe. Ist gewiss nicht so. Natürlich ist es mir klar, dass das Essen oder welches Suchtmittel nicht das Problem ist, sondern das, was dahintersteckt, warum man dieses benutzt, einst sich gesucht hat und nun noch nicht davon loskommen kann. Ich benutze dieses Wort trotzdem mal, auch wenn ich weiß, dass man von Essen nicht loskommen kann udn ich zudem sowieso die Menung vertrete, immer essgestört zu bleiben, wenn auch 'trocken'. Ganz frei damit umgehen, + die ganzen anderen Dinge (Selbstwert, Abhängigkeit, Selbstakzeptanz, Vertrauen, Perfektionismus) werde ich nicht los. Nur kann ich lernen, besser damit umzugehen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bulimiker beherrschen die Kunst des Vakuums - aber das weißt Du sicher. Sie können das, was normalerweise emotional hohe Wellen schlagen würde, in so ein Mini-Reagenzglans sperren. Ist klein, überschaubar, hat kontrollierbare Regeln und tut nur gemäßigt weh. Zum Kotzen ist es schon, aber sonst - alles kontrolliert.
    Allerdings hier muss ich sagen, dass ich das noch nie in meiner doch auch schon seeeehr langen Karriere als Essgestörte bzw- psychisch Erkrankte noch nie gehört habe. ich finde es interessant und auch einleuchtend, würde aber gern mehr erfahren. Verdrängen kann ich mit dem FA, sonst eher nicht. Ich bin aber dennoch sehr kontrolliert nach außen hin und ziege mich nicht. Warum auch? (Ironie) Habe ja gelernt, es zu verheimlichen - so ist man nicht. Mama mag mich nicht, wenn ich trotzig bin oder ein Gesicht zieh. etc pp.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du bist in die Angst vor dem Verlassenwerden gegangen. Bloß durch die Hintertür.
    Es gibt keine Wohltaten oder Belohnungen für die Unterdrückung Deines Selbst, liebe Freiheitsliebende.
    Nein, ich habe mich nicht gestellt, auch nicht durch die Hintertür. ich habe mich zwar innerlich damit auseinander gesetzt und konnte die ganze Angst nicht verdrängen, aber das war weder aktives noch passives Handeln. Ja, Unterdrücken sollte ich es nicht, aber wie zb jetzt damit umgehen, wenn ich ihn sehe?! EIgentlich möchte ich es ihm sagen, es rauslassen, in die Konfrontation gehen, aber ich habe Angst, er tut mir wieder weh und dann wären wir auch schon bei deiner letzten Frage:


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum nochmal hast Du Dich nicht gewehrt?
    Ich habe mich ein paar Male gewehrt. Dann wurde von ihm alles so gedreht, dass er der Gute war und ich Schuldgefühle hatte. Ich würde mich anstellen, ich würde ihn falsch verstehen. erklären wolle er nichts..oder aber er schwieg, legte den Hörer auf oder verließ die Wohnung sogar...und als allerletztes drohte er mit Schluss machen und wollte sich der Koonfrontation nicht stellen. Ich als feiger harmoniesüchtiger Mensch habe ihn dann gelassen und jedes Mal geschwiegen. Wenn ich jetzt so zurückdenke, gab es bei jedem Kontakt mit ihm eine Situation, die mich verletzte oder wo ich gerne was gefragt oder gesagt hätte...ich habe jeden Tag geheult. Ja, aber SaurerDrops: Meine Schuld - feige, Angst, alleine zu sein, bzw. eigentlich fühl ich mich jetzt schon sehr einsam, nur eben Angst, dass ch die falsche Entscheidung treffe und es später bereue mich getrennt zu haben...sind doch meine Probleme und roten Punkt, die er drückt und die ich bearbeiten müsste - so denk ich oft...naja, mein Grundgedanke: Ich bin nicht ok so wie ich bin. Süchtig, sensibel, sehr emotional und verletztbar...etc.

    Man, ich schäm mich jetzt so für dort oben...Komm mir vor, wie eine verletzte zickige dumme Frau ohne Ego, die nicht stark genug ist, ihn so zu akzeptieren und an sich zu arbeiten.

    LG Freiheitsliebende
    Geändert von Freiheitsliebende86 (11.10.2012 um 18:41 Uhr)

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