@ Saurerdrops
@Freiheitsliebende
Genauso, wie SaurerDrops es gesagt hat, ist es.
Abgesehen von all dem habe ich auch noch ein Leben ohne Kabel, und das will ich auch leben.![]()
Es ist schön, dass es Dir gut getan hat, meine Beträge zu lesen.
Aber ebenso wenig, wie Du Dich vom "Verständnis" oder der Akzeptanz Deines Freundes abhängig machen solltest, sollst Du Dich von den Menschen hier abhängig machen.
Und als Tipp: Es gibt hier eine eigene Rubrik "Depressionen".
Wenn Du die Moderation bittest, Deinen Thread dorthin zu verschieben, bekommst Du sicher noch mehr Antworten.
Und lernst nebenbei, wieviele Menschen ebenfalls krank sind - Du bist also sicher nicht unnormal.
Das ging mir auch so.Ich hasse mich zutiefst - zumindest sehr oft - für meine Essstörung, dass ich sie immer noch habe, obwohl ich doch so viel weiß...:(
Aber Wissen allein bringt eben nichts.
Du musst lernen, mit Deinen Gefühlen anders umzugehen.
Das hat primär mit Fühlen und Handeln zu tun.
Hör also auf, Dich zu hassen.
Du bist krank, und daran ist nichts Schlimmes, Unnormales oder Hassenswertes.
Höre auf, Dich gegen Deine Gefühle zu wehren.
Ich weiss, dass Du im Moment nur den kranken Umgang damit kennst, aber trotzdem:
Hör auf, Deine Gefühle loswerden zu wollen.
Das klappt sowieso nicht.
Deine Gefühle sind nämlich da, um Dir etwas zu sagen.
Gefühle sind in etwa so wie kleine Kinder, die etwas von Mama brauchen, und an ihrem Schürzenzipfel zupfen.
Wenn Mama nicht reagiert, nicht zuhört, wird das Kind anfangen, zu quengeln.
Je länger Mama nicht reagiert und nicht zuhört, wird das Quengeln immer stärker, immer lauter, immer drastischer, immer unangemessener.
Und die Mama wird immer drastischer und unangemessener versuchen, das Kind zu ignorieren, es "zum Schweigen zu bringen".
Das Ganze eskaliert.
Aber es gibt eine Alternative:
In dem Moment, wo Mama sich dem Kind zuwendet, es wahrnimmt, ihm das Gefühl gibt, mit seinem Bedürfnis oder Wunsch willkommen zu sein, und zuhört, dann wird das Kind aufhören zu quengeln und Mama sagen, was es eigentlich möchte.
Die Mama ist in diesem Falle Dein Verstand, und das quengelnde Kind ist Dein Gefühl.
Du willst die Gefühle intellektuell beherrschen, wegdrängen, am liebsten loswerden, darum werden sie immer stärker.
So wird auch Deine Abwehr immer stärker, letztlich reagierst Du mit Deiner Krankheit.
Daher rate ich Dir:
Versuch mal, Dich Deinen Gefühlen zuzuwenden.
Richte Deine Aufmerksamkeit nicht auf Deinen Freund oder theoretische Überlegungen zu Deiner Beziehungsfähigkeit.
Setz Dich nicht mit uns hier auseinander, sondern mit Deinen Defühlen zusammen.
Nimm Abschied von Deiner Ungeduld - es gibt keine Fast-lane zur Gesundung. Es ist auch egal, wie lange es dauert.
Gesundheit ist höchstwahrscheinlich ohnehin kein statisches Ziel, sondern ein Prozess.
Dein Leben findet auch nicht erst dann statt, wenn Du erst einmal [was auch immer] bist.
Dein Leben ist jetzt.
Kämpfe nicht gegen Deine Gefühle, nutze sie.
Kämpfe nicht gegen Deine vermeintliche Imperfektion, der Mensch als solcher und zwar jeder einzelne ist imperfekt.
Rackere Dich nicht ab, die tatsächlichen oder vermuteten Ansprüche Anderer zu erfüllen, schau auf Dich.
Du fragst, wie Du mit Deinen Gefühlen umgehen kannst.
Sprich Deinen Therapeuten mal gezielt auf Methoden an.
Eine hast Du hier bereits verwendet, indem Du Deinem Freund einen wütenden Brief geschrieben hast. Erzähl Deinem Therapeuten mal davon.
Damit kann man eine Menge machen.
Frag ihn auch mal nach einer Methode namens "Focusing", die könnte gut für Dich sein. Ich bin kein Therapeut und kann Dich nciht wirklch einschätzen, deshalb schreibe ich dazu auch erst einmal nichts.
Das Bild mit der Mama und dem quengelnden Kind oben ist meine sehr unwissenschaftliche Beschreibung der Grundlage von "Focusing".
Soweit erst mal wieder.
Alles Gute für Dich.
NM
Antworten
Ergebnis 31 bis 32 von 32
-
20.10.2012, 23:30Inaktiver User
AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen
-
22.10.2012, 13:17
AW: Verzweifelt, depressiv - will wieder Hoffnung schöpfen
So lange du glaubst, dass kämpfen, sich anstrengen und dich hassen in irgendeiner Form hilfreich für dich sind, ist es sehr schwierig. Und dann noch "zutiefst". Glaubst du das denn (noch)? Falls nicht, geht es darum, es immer schneller zu merken wenn du jeweils kämpfst, dich anstrengst und dich hasst ... das ist schon die halbe Miete ... mit der Zeit wird es dann leichter , sich trotz des inneren Gewittersturms zu entspannen ... irgendwann sind es nur noch Emotionen - so wie man sich kurz über schlechtes Wetter ärgert wenn man etwas bei Sonnenschein vor hatte. Du musst dich auch nicht gleich lieben oder dir die Lebensberechtigung geben - die hast du qua Geburt, so wie jeder Mensch, dich wenigstens zu hassen aufzuhören bzw. deine Hassgefühle nicht auf dich persönlich zu beziehen, das wäre schon mal ein guter Schritt.
Das ist eigentlich schon alles. Aber das weißt du bestimmt auch schon, ich kann hier mit Sicherheit nicht viel schreiben, was dir neu ist. Irgendwann geht es um die Entscheidung FÜR ein gutes Leben, FÜR sich selbst und um EigenFÜRSORGE und somit um die Umsetzung des Wissens FÜR sich. Es braucht Zeit, viele Wiederholungen, es ist lästig, die Entscheidung FÜR sich selbst muss immer wieder in Erinnerung gerufen werden - aber von der "Vorgehensweise" her ist es nicht kompliziert. Auch die Methoden der Umsetzung sind einfach angelegt. Du kennst sicher einige davon. Und es ist kein Grund, sich noch mehr zu hassen.
Stell dir vor, alle mit chronischen Krankheiten aller Art würden sich hassen .... das wäre furchtbar, denn davon gibt es sehr viele. Die meisten versuchen, so gut wie möglich damit zu leben, versuchen sich über Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte, Hobbies, Medikamente, Krankengymnastik etc. Erleichterung zu verschaffen. Die Krankheit ist immer nur ein Teil vom ganzen Menschen, sie macht ihn nicht aus. Zu einem großen Teil hilft auch oft, etwas zu finden womit man sich positiv beschäftigen kann. Sei es Arbeit, Hobby, Freunde. Depressiv, Essstörung, schlechte Beziehung .... wenn das deinen Tag gefühltermaßen annähernd ausfüllt, wird es Zeit, mindestens einen Ausgleich zu schaffen. Den gibt es mit Sicherheit, dafür braucht es noch nicht mal Hoffnung, das ist Tatsache. Falls du engere oder andere therapeutische Begleitung brauchst, hol sie dir - FÜR dich.Geändert von kubus (22.10.2012 um 13:28 Uhr)



Zitieren

