Also, was Deine Eltern verbindet finde ich ganz schön viel (und es sind ja viele Paare dieser Generation, die so leben). Aber du lebst doch auch so ähnlich, oder? Außer, dass Deine Frau vermutlich ihren Beruf wichtiger nimmt als Deine Mutter und Du Dich vielleicht mehr um die Kinder kümmerst?
Was unterscheidet Dein Leben denn so elementar von dem Deiner Eltern? Würde mich mal interessieren?![]()
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08.10.2012, 12:06Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
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08.10.2012, 12:48
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Das kann ich Dir sagen: Die Generation unserer Eltern. Langschnittstudien in den USA und Deutschland haben gezeigt, daß die Lebenszufriedenheit der etwa 40jährigen bei Frauen stark, bei Männern schwach abgenommen hat zwischen 1970 und 2010. Neben der beruflichen Unsicherheit und der Beschleunigung des Lebens wird als dritter Faktor die Beziehungsunzufriedenheit als Grund genannt.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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08.10.2012, 12:57
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Du hast Recht, das äußerliche Leben ist sicher ähnlich (auch mit den von Dir genannten Unterschieden). Den wesentlichen Unterschied sehe ich in der Wahrnehmung der Partnerschaft. Für meinen Vater war seine Frau selbstverständlich an seiner Seite (und umgekehrt). Ich nehme meine Partnerschaft sehr bewußt und reflektiert wahr, was viel Glück aber auch viel Konfliktpotential hervorbringt. Auch das Eingehen auf die Gefühle des Anderen ist in unserer Generation wesentlich verbreiteter als früher. Unsere Beziehungen haben viel mehr Vordergrund und Sichtbarkeit (im positiven wie im negativen Sinn).
Ich weiß nicht, ab das verständlich ist
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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08.10.2012, 14:53
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Ja, da kommt alles zusammen. Früher ging alles aufwärts, mittlerweile geht alles abwärts. Ich möchte dennoch nicht im Zeitalter meiner Eltern gelebt haben. Buah, das war doch die volle Abhängigkeit für die Ehegattin. Ich denke nicht, dass man das zeitliche Rad zurückdrehen könnte. Jede Epoche hat ihren Zeitgeist!
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08.10.2012, 14:57
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
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08.10.2012, 14:59
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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08.10.2012, 15:10Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Also ich kann das aus meiner Verwandtschaft oder anderen Menschen aus einer früheren Generation überhaupt nicht bestätigen, da gibt es sehr viel Frustration über ungelebtes Leben.
Zufrieden sind die, die es heute auch wären - weil sie eine liebevolle Beziehung hatten. Zufriedene Frauen die deshalb zufrieden sind weil die Ehe noch besteht und irgendwie funktioniert hat kenn ich kaum. Aber ich hör sehr oft den Spruch: wenn mit X mal was ist - mir kommt keiner mehr ins Haus.
Ich bin jedenfalls trotz gescheiterter Ehe deutlich zufriedener als meine Eltern, für die Scheidung keine Option war. Was auch nicht schwer ist, denn von Zufriedenheit kann man da gar nicht reden...
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08.10.2012, 15:12
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Nein, ist er das nicht?
Wie erklärst du dir die Frauenbewegung, wenn alle so zufrieden waren?Ich finde es merkwürdig, wie hart wir über das abhängige Leben unserer Mütter urteilen, obwohl viele von ihnen damit zufrieden waren. Zufriedener als wir mit unserem Leben heute. Und kommt es nicht auf die Zufriedenheit an?
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08.10.2012, 15:13Inaktiver User
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08.10.2012, 15:30
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
aus Jordi Quoidbach "Glückliche Menschen Leben länger"
Experimentelle Streifzüge in die Psychologie der Lebensführung,
Spektrum Akademischer Verlag 2012
Die unterschiedliche Entwicklung der
Zufriedenheit bei Männern und bei Frauen
Ach ja, die gute alte Zeit, als man sich noch über einfache Dinge
freuen konnten, als es auf den Straßen noch ruhig zuging …
Manch einer von Ihnen wird sicherlich sagen: „Früher war alles
besser.“
Aber was sagt die Forschung? Sind wir heute glücklicher als
unsere Großeltern in unserem Alter? Das hängt davon ab, ob Sie
ein Mann sind oder eine Frau …
Die Professoren Stevenson und Wolfers (2009) von der Universität
von Pennsylvania haben die Daten aus umfangreichen Studien über
die Zufriedenheit der Menschen sowohl in Amerika als auch in Europa
analysiert. In diesen Untersuchungen wurden jedes Jahr in großen
repräsentativen Stichproben Männer und Frauen gebeten einzuschätzen,
wie glücklich und zufrieden sie sich im Leben fühlten. So war es
möglich zu verfolgen, wie sich das Glück im Laufe der Jahre entwickelte.
Wie überrascht aber waren die Forscher, als sie feststellten, dass
vor vierzig Jahren die Frauen im Durchschnitt glücklicher waren als
die Männer, dass aber ihre Zufriedenheit im Laufe der Zeit immer
weiter zurückgegangen war. Das Glück der Männer dagegen war stetig
angewachsen. Die Männer wären demnach heute ein wenig glücklicher
als die Frauen.
Um diese Unterschiede zu erklären, darf man sich nicht auf die
Entwicklung nur einer bestimmten Gruppe von Frauen beschränken,
denn alle Frauen fühlen sich heute weniger wohl, ganz gleich, ob sie
nun verheiratet, ledig oder geschieden sind, ob sie Kinder haben oder
nicht, jung sind oder nicht mehr ganz so jung …
Diese Ergebnisse sind paradox und nur schwer zu erklären, denn
in den vergangenen vierzig Jahren haben sich die Lebensbedingungen
für Frauen sehr stark verbessert:
•• der Unterschied bei den Gehältern von Männern und Frauen
hat sich verringert;
•• der Bildungsstand der Frauen ist gestiegen und liegt heute
leicht über dem der Männer;
•• Haushaltsgeräte erleichtern die Hausarbeit;
•• die Männer beteiligen sich mehr an der Arbeit im Haushalt
und kümmern sich stärker um die Familie;
•• und so weiter, und so fort.
Wie also lässt sich erklären, dass die Frauen heute weniger glücklich
sind? Stevenson und Wolfers meinen, es könnten unterschiedliche
Gründe dafür verantwortlich sein.
Zum einen beantworten die Frauen heute die Fragen möglicherweise
ehrlicher: Sie stehen nicht mehr so stark unter dem
Druck wie früher, nach außen hin Haltung zu bewahren. Außerdem
sind die Ansprüche der Frauen möglicherweise gestiegen: Es
müssen heute viel mehr Bedingungen erfüllt sein, damit sie sich
als glücklich empfinden. Parallel dazu vergleichen sich Frauen
heute nicht mehr einfach nur mit anderen Frauen, sondern sie
messen sich auch mit größeren gesellschaftlichen Gruppen, auch
mit den Männern, selbst den erfolgreichsten. Und schließlich
erwartet die Gesellschaft heute von den Frauen, dass sie nicht nur
gute Mütter und Ehefrauen sind, sondern dass sie sich zusätzlich
im persönlichen Bereich entfalten und im Beruf Erfolg haben –
selbstverständlich dürfen sie bei all dem keine Falten bekommen,
und ihre Jungmädchenfigur müssen sie sich auch bewahren.
Kurz, die Frauen müssen heute auf allen Ebenen ihren Mann
stehen.
aus Wikipedia:Betsey Stevenson
Paradox der sinkenden Zufriedenheit von Frauen
Im August 2009 veröffentlichten die beiden ein Papier, das einen Rückgang der subjektiven Zufriedenheit von Frauen in den USA und Westeuropa in den letzten 35 Jahren beschreibt. Dieser Rückgang ist sowohl absolut als auch im Vergleich zu Männern, sowie in verschiedenen demographischen Gruppen zu verzeichnen. Laut den Umfragen waren Frauen in den 1970er Jahren glücklicher als Männer, wohingegen heute Männer glücklicher als Frauen sind. Da dem Rückgang der Zufriedenheit von Frauen eine Verbesserung vieler objektiver Indikatoren (z.B. Emanzipation am Arbeitsmarkt und zuhause) gegenüber steht, sprechen die Autoren von einem Paradox.[5]
Die Veröffentlichung fand ein starkes Medienecho, insbesondere in den USA und Großbritannien, aber auch in vielen europäischen Ländern
Der Artikel von Stevenson und Wolfers: ↑ Stevenson, B. & Wolfers, J. (2009): The Paradox of Declining Female Happiness. American Economic Journal: Economic Policy. Vol. 1, Nr. 2, pp. 190–225.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.



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