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  1. Inaktiver User

    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Schaue ich mir meine Eltern an, dann passten sie damals eigentlich nicht zusammen. Keine gemeinsamen Interessen, ein großer Bildungsunterschied, sehr verschiedene Charaktere. Sie waren verliebt, sie heirateten, bekamen Kinder. Inzwischen sind sie fast 50 Jahre verheiratet, haben gemeinsame Interessen entwickelt und führen ein sehr harmonisches Leben. Ich vermute aber, daß keiner von uns 40jährigen mit der Emotionalität, die sie leben, zufrieden wäre. Es sind Dinge wie der garten, die Kinder und Enkel, die Reisen, die sie miteinander verbindet, zusammen mit Symphatie und Gewöhnung. Dazu haben sie 30 Jahre gebraucht.

    Hätte einer von uns diese Ausdauer, diese Kompromissfähigkeit, dieses Zurücksteckenkönnen?

    Ich will die Ehe aus Gewohnheit (die ich bei meinen Eltern partiell sehe) nicht idealisieren, aber auch nicht verdammen. Sie ist zumindest für die Kinder eine Quelle großer Stabilität (und damit Urvertrauen). Uns feht etwas mehr Toleranz für Gewohnheit, Schätzen des Alltags, so wie unseren Eltern häufig etwas mehr partnerschaftliche Emotionalität fehlt.

    Hans
    Also, was Deine Eltern verbindet finde ich ganz schön viel (und es sind ja viele Paare dieser Generation, die so leben). Aber du lebst doch auch so ähnlich, oder? Außer, dass Deine Frau vermutlich ihren Beruf wichtiger nimmt als Deine Mutter und Du Dich vielleicht mehr um die Kinder kümmerst?

    Was unterscheidet Dein Leben denn so elementar von dem Deiner Eltern? Würde mich mal interessieren?

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von Verwunderte Beitrag anzeigen

    Ja und wer lebt denn nun glücklicher?
    Das kann ich Dir sagen: Die Generation unserer Eltern. Langschnittstudien in den USA und Deutschland haben gezeigt, daß die Lebenszufriedenheit der etwa 40jährigen bei Frauen stark, bei Männern schwach abgenommen hat zwischen 1970 und 2010. Neben der beruflichen Unsicherheit und der Beschleunigung des Lebens wird als dritter Faktor die Beziehungsunzufriedenheit als Grund genannt.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also, was Deine Eltern verbindet finde ich ganz schön viel (und es sind ja viele Paare dieser Generation, die so leben). Aber du lebst doch auch so ähnlich, oder? Außer, dass Deine Frau vermutlich ihren Beruf wichtiger nimmt als Deine Mutter und Du Dich vielleicht mehr um die Kinder kümmerst?

    Was unterscheidet Dein Leben denn so elementar von dem Deiner Eltern? Würde mich mal interessieren?
    Du hast Recht, das äußerliche Leben ist sicher ähnlich (auch mit den von Dir genannten Unterschieden). Den wesentlichen Unterschied sehe ich in der Wahrnehmung der Partnerschaft. Für meinen Vater war seine Frau selbstverständlich an seiner Seite (und umgekehrt). Ich nehme meine Partnerschaft sehr bewußt und reflektiert wahr, was viel Glück aber auch viel Konfliktpotential hervorbringt. Auch das Eingehen auf die Gefühle des Anderen ist in unserer Generation wesentlich verbreiteter als früher. Unsere Beziehungen haben viel mehr Vordergrund und Sichtbarkeit (im positiven wie im negativen Sinn).

    Ich weiß nicht, ab das verständlich ist

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Das kann ich Dir sagen: Die Generation unserer Eltern. Langschnittstudien in den USA und Deutschland haben gezeigt, daß die Lebenszufriedenheit der etwa 40jährigen bei Frauen stark, bei Männern schwach abgenommen hat zwischen 1970 und 2010. Neben der beruflichen Unsicherheit und der Beschleunigung des Lebens wird als dritter Faktor die Beziehungsunzufriedenheit als Grund genannt.

    Hans
    Ja, da kommt alles zusammen. Früher ging alles aufwärts, mittlerweile geht alles abwärts. Ich möchte dennoch nicht im Zeitalter meiner Eltern gelebt haben. Buah, das war doch die volle Abhängigkeit für die Ehegattin. Ich denke nicht, dass man das zeitliche Rad zurückdrehen könnte. Jede Epoche hat ihren Zeitgeist!

  5. gesperrt

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Das kann ich Dir sagen: Die Generation unserer Eltern. Langschnittstudien in den USA und Deutschland haben gezeigt, daß die Lebenszufriedenheit der etwa 40jährigen bei Frauen stark, bei Männern schwach abgenommen hat zwischen 1970 und 2010. Neben der beruflichen Unsicherheit und der Beschleunigung des Lebens wird als dritter Faktor die Beziehungsunzufriedenheit als Grund genannt.

    Kannst du mal bitte die Studie verlinken?

    Bzw. erklären wie die Frauen, die nichts anderes kannten in den 70ern ihre Zufriedenheit in der Beziehung verglichen zu heute festgemacht haben?

    Meiner Meinung nach musste Frau zufrieden sein, denn eine andere Möglichkeit gab es nicht.

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von Verwunderte Beitrag anzeigen
    Ja, da kommt alles zusammen. Früher ging alles aufwärts, mittlerweile geht alles abwärts. Ich möchte dennoch nicht im Zeitalter meiner Eltern gelebt haben. Buah, das war doch die volle Abhängigkeit für die Ehegattin. Ich denke nicht, dass man das zeitliche Rad zurückdrehen könnte. Jede Epoche hat ihren Zeitgeist!
    Unabhängigkeit ist aber kein Wert an sich. Ich finde es merkwürdig, wie hart wir über das abhängige Leben unserer Mütter urteilen, obwohl viele von ihnen damit zufrieden waren. Zufriedener als wir mit unserem Leben heute.

    Und kommt es nicht auf die Zufriedenheit an?

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  7. Inaktiver User

    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Unabhängigkeit ist aber kein Wert an sich. Ich finde es merkwürdig, wie hart wir über das abhängige Leben unserer Mütter urteilen, obwohl viele von ihnen damit zufrieden waren. Zufriedener als wir mit unserem Leben heute.

    Und kommt es nicht auf die Zufriedenheit an?

    Hans
    Also ich kann das aus meiner Verwandtschaft oder anderen Menschen aus einer früheren Generation überhaupt nicht bestätigen, da gibt es sehr viel Frustration über ungelebtes Leben.

    Zufrieden sind die, die es heute auch wären - weil sie eine liebevolle Beziehung hatten. Zufriedene Frauen die deshalb zufrieden sind weil die Ehe noch besteht und irgendwie funktioniert hat kenn ich kaum. Aber ich hör sehr oft den Spruch: wenn mit X mal was ist - mir kommt keiner mehr ins Haus.

    Ich bin jedenfalls trotz gescheiterter Ehe deutlich zufriedener als meine Eltern, für die Scheidung keine Option war. Was auch nicht schwer ist, denn von Zufriedenheit kann man da gar nicht reden...

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Unabhängigkeit ist aber kein Wert an sich.
    Nein, ist er das nicht?

    Ich finde es merkwürdig, wie hart wir über das abhängige Leben unserer Mütter urteilen, obwohl viele von ihnen damit zufrieden waren. Zufriedener als wir mit unserem Leben heute. Und kommt es nicht auf die Zufriedenheit an?
    Wie erklärst du dir die Frauenbewegung, wenn alle so zufrieden waren?

  9. Inaktiver User

    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Ich finde es merkwürdig, wie hart wir über das abhängige Leben unserer Mütter urteilen, obwohl viele von ihnen damit zufrieden waren.
    Ich meine, viele haben sich mangels Alternative einfach in ihr Schicksal gefügt und sich damit abgefunden. Und dachten oft noch, sie wären es gar nicht wert gewesen dass es ihnen besser gegangen wär.

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    AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

    aus Jordi Quoidbach "Glückliche Menschen Leben länger"
    Experimentelle Streifzüge in die Psychologie der Lebensführung,
    Spektrum Akademischer Verlag 2012


    Die unterschiedliche Entwicklung der
    Zufriedenheit bei Männern und bei Frauen

    Ach ja, die gute alte Zeit, als man sich noch über einfache Dinge
    freuen konnten, als es auf den Straßen noch ruhig zuging …
    Manch einer von Ihnen wird sicherlich sagen: „Früher war alles
    besser.“

    Aber was sagt die Forschung? Sind wir heute glücklicher als
    unsere Großeltern in unserem Alter? Das hängt davon ab, ob Sie
    ein Mann sind oder eine Frau …
    Die Professoren Stevenson und Wolfers (2009) von der Universität
    von Pennsylvania haben die Daten aus umfangreichen Studien über
    die Zufriedenheit der Menschen sowohl in Amerika als auch in Europa
    analysiert. In diesen Untersuchungen wurden jedes Jahr in großen
    repräsentativen Stichproben Männer und Frauen gebeten einzuschätzen,
    wie glücklich und zufrieden sie sich im Leben fühlten. So war es
    möglich zu verfolgen, wie sich das Glück im Laufe der Jahre entwickelte.
    Wie überrascht aber waren die Forscher, als sie feststellten, dass
    vor vierzig Jahren die Frauen im Durchschnitt glücklicher waren als
    die Männer, dass aber ihre Zufriedenheit im Laufe der Zeit immer
    weiter zurückgegangen war. Das Glück der Männer dagegen war stetig
    angewachsen. Die Männer wären demnach heute ein wenig glücklicher
    als die Frauen.
    Um diese Unterschiede zu erklären, darf man sich nicht auf die
    Entwicklung nur einer bestimmten Gruppe von Frauen beschränken,
    denn alle Frauen fühlen sich heute weniger wohl, ganz gleich, ob sie
    nun verheiratet, ledig oder geschieden sind, ob sie Kinder haben oder
    nicht, jung sind oder nicht mehr ganz so jung …
    Diese Ergebnisse sind paradox und nur schwer zu erklären, denn
    in den vergangenen vierzig Jahren haben sich die Lebensbedingungen
    für Frauen sehr stark verbessert:
    •• der Unterschied bei den Gehältern von Männern und Frauen
    hat sich verringert;
    •• der Bildungsstand der Frauen ist gestiegen und liegt heute
    leicht über dem der Männer;
    •• Haushaltsgeräte erleichtern die Hausarbeit;
    •• die Männer beteiligen sich mehr an der Arbeit im Haushalt
    und kümmern sich stärker um die Familie;
    •• und so weiter, und so fort.

    Wie also lässt sich erklären, dass die Frauen heute weniger glücklich
    sind? Stevenson und Wolfers meinen, es könnten unterschiedliche
    Gründe dafür verantwortlich sein.
    Zum einen beantworten die Frauen heute die Fragen möglicherweise
    ehrlicher: Sie stehen nicht mehr so stark unter dem
    Druck wie früher, nach außen hin Haltung zu bewahren. Außerdem
    sind die Ansprüche der Frauen möglicherweise gestiegen: Es
    müssen heute viel mehr Bedingungen erfüllt sein, damit sie sich
    als glücklich empfinden. Parallel dazu vergleichen sich Frauen
    heute nicht mehr einfach nur mit anderen Frauen, sondern sie
    messen sich auch mit größeren gesellschaftlichen Gruppen, auch
    mit den Männern, selbst den erfolgreichsten. Und schließlich
    erwartet die Gesellschaft heute von den Frauen, dass sie nicht nur
    gute Mütter und Ehefrauen sind, sondern dass sie sich zusätzlich
    im persönlichen Bereich entfalten und im Beruf Erfolg haben –
    selbstverständlich dürfen sie bei all dem keine Falten bekommen,
    und ihre Jungmädchenfigur müssen sie sich auch bewahren.
    Kurz, die Frauen müssen heute auf allen Ebenen ihren Mann
    stehen.


    aus Wikipedia:Betsey Stevenson

    Paradox der sinkenden Zufriedenheit von Frauen

    Im August 2009 veröffentlichten die beiden ein Papier, das einen Rückgang der subjektiven Zufriedenheit von Frauen in den USA und Westeuropa in den letzten 35 Jahren beschreibt. Dieser Rückgang ist sowohl absolut als auch im Vergleich zu Männern, sowie in verschiedenen demographischen Gruppen zu verzeichnen. Laut den Umfragen waren Frauen in den 1970er Jahren glücklicher als Männer, wohingegen heute Männer glücklicher als Frauen sind. Da dem Rückgang der Zufriedenheit von Frauen eine Verbesserung vieler objektiver Indikatoren (z.B. Emanzipation am Arbeitsmarkt und zuhause) gegenüber steht, sprechen die Autoren von einem Paradox.[5]

    Die Veröffentlichung fand ein starkes Medienecho, insbesondere in den USA und Großbritannien, aber auch in vielen europäischen Ländern


    Der Artikel von Stevenson und Wolfers: ↑ Stevenson, B. & Wolfers, J. (2009): The Paradox of Declining Female Happiness. American Economic Journal: Economic Policy. Vol. 1, Nr. 2, pp. 190–225.

    Hans
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