Das verstehen vielleicht manche wirklich nicht, aber ich habe irgendwann entdeckt, dass ich von allen Menschen, mit denen ich in Kontakt stehe, gerade denjenigen meine Liebe nicht wirklich gebe, die mir eigentlich am wichtigsten sind. War eine komische Erkenntnis damals. Bei anderen funktioniert das möglicherweise automatisch richtig, ich musste mich eben bewusst entscheiden, Gefühle zuzulassen und auszuleben. Und nichts war anders, nur meine Liebe war halt "da"...
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 589
-
06.10.2012, 14:55Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
-
06.10.2012, 15:00Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Das kann man aber nicht steuern, glaube ich, oder einschalten.
Ich weiß nicht ob andere das können, mein Eindruck ist eher, dass das nicht für alle ein Kriterium ist, ob man sich jetzt großartig liebt und nahe ist.
Ich glaube, du idealisierst Bindungen ein wenig. Beziehungen wo sich beide wirklich innig lieben halte ich für eine seltene Ausnahme, die meisten Partnerschaften beruhen auf anderen Grundlagen.
-
06.10.2012, 15:19Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Doch, ich glaube schon, dass man das einschalten kann. Muss man halt auch wollen. Normalerweise schaut man sich halt ganz genau an, wer einem das "wert" erscheint. Aber so ein bisschen hab ich ja die Theorie, dass man, wenn man nicht als Mensch irgendwo auch ökonomisch mit seinen Gefühlen haushalten müsste, das prinzipiell bei jedem Mensch machen könnte.
Was soll daran idealisierend sein? Es ist das Gegenteil vom Glauben an "den Einen"...
-
06.10.2012, 15:30Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Nein, nicht vom Glauben an "den Einen", aber schon vom Glauben daran, dass es nicht jeder sein kann, der äußerlich passend wäre.
Es gibt einfach auch Menschen, die aus sich heraus gar keine so ausgeprägte Gefühlsebene haben, und natürlich werden die auch in ihren Beziehungen pragmatischer agieren.
Ob das wünschenswert ist weiß ich nicht, ich denke, das ist eine grundsätzliche Persönlichkeitsprägung die man hat oder nicht und die kaum zu ändern ist.
-
06.10.2012, 15:34Inaktiver User
-
08.10.2012, 10:08
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Ja, Perfektion anzustreben ist ein Zeichern der Individualisierung. Sowohl Kinder als auch Partner werden das Objekt einer ständigen Bewertung und einer daran anschließenden Optimierungsstrategie. Mit zum Teil katastrophalen Folgen.
Durch die Partnersuche im Internet hat sich diese Spirale noch ein Stück weitergedreht. Bis vor etwa 20 Jahren haben die meisten eine Beziehung nach ein paar Jahren des Zusammenseins beendet. Heute beenden viele die Beziehung, bevor es zur Beziehung kommt. Die Zahl der Kurzzeit-Versuche ist (vermutlich eine Folge der "Einkaufs"-Mentalität in Singlebörsen) deutlich gestiegen. Man antizipiert die Probleme und läßt es in einem frühen Stadium einfach sein.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
-
08.10.2012, 11:17Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?

Das klingt ja schrecklich.
Stimmt es wirklich?
Ich selbst ticke leider (?) nicht so.
Ich habe festgestellt: Ich kann nur ernst. Ich kann mich nur ernsthaft verlieben.
Es geht einfach nicht anders. Ich finde das mittlerweile aber auch ganz gut. Gehört halt zu mir und wenn ich das weiß, kann ich besser damit umgehen und mir einen Partner aussuchen, der das weiß, der das sogar zu schätzen weiß und vielleicht ähnlich tickt.
Allerdings passiert es nicht so oft.
Daher die Frage: Vielleicht gibt es durch das Internet einfach mehr Möglichkeiten mal was auszuprobieren obwohl man nicht verliebt ist?
Also: Lassen die Leute sich von vornherein nicht vielleicht eher auf etwas ein, obwohl es eigentlich nicht passt?
Oder: Werfen sie tatsächlich etwas weg, was eigentlich schön werden könnte?
-
08.10.2012, 11:23Inaktiver User
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Ich kenne etliche Männer die so sind. Die haben natürlich auch schwere Momente in ihrem Leben, aber sie sagen sich: "Die hätte ich mit einer Frau auch". Meist sind es aber Männer, die schon sogenannte "Altlasten" haben - Kinder und daher eine bestehende Beziehung zu eine Mutter, die sich auf irgendeine Weise noch bindet, und sei es nur als Modell "das will ich nicht wieder haben", oder als gute Freundin, oder einfach als Mutter des Kindes mit der sie eine Verantwortung teilen.
Sie bevorzugen es allein zu bleiben oder wechselnde und unverbindliche Beziehungen zu haben, bevor sie sich wieder in Abhängigkeit oder Kompomisse begeben.
-
08.10.2012, 11:40
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Das ist es, was ich mich auch immer frage: sind diese Aussagen, die ich hier treffe, für das Leben vieler Menschen wirklich relevant oder sind es nur wenige, die so denken und handeln. Leider kann ich Dir das auch nicht sagen. Ich denke, da hat jeder aufgrund seiner eigenen Erfahrungen eine andere Sicht. Ich denke, die Verkomplizierung des Beziehungslebens ist noch kein Massenphänomen, hat aber extreme mediale Aufmerksamkeit und ist damit so etwas wie ein kulturelles Leitphänomen. Und sagt damit viel über die Verfasstheit der heutigen Gesellschaft.
Sven Hillenkamp sagt, daß wir den anderen nicht mehr unvoreingenommen auf uns wirken lassen, sondern nur noch seine Passfähigkeit auf das Bild, was wir uns von ihm im Rahmen unseren Lebens gemacht haben, beobachten. Unser Leben ist ein n-dimensionales Puzzle mit einem Loch, der potentielle Partner ein Puzzleteilchen, welches an n Stellen passen muß. Wir bauen unser Leben nicht mehr um eine Partnerschaft auf, sondern integrieren einen Partner in unser Leben. Das ist ein großer Unterschied.
Beides passiert: Nicht passendes soll passend gemacht werden. Und potentiell passendes wird (im Vornherein) zergrübelt bis es kaputt ist. Nicht, daß es früher besser oder schlechter gepasst hat. Nur das Verständnis, was eine Beziehung sein soll, war anders.
Schaue ich mir meine Eltern an, dann passten sie damals eigentlich nicht zusammen. Keine gemeinsamen Interessen, ein großer Bildungsunterschied, sehr verschiedene Charaktere. Sie waren verliebt, sie heirateten, bekamen Kinder. Inzwischen sind sie fast 50 Jahre verheiratet, haben gemeinsame Interessen entwickelt und führen ein sehr harmonisches Leben. Ich vermute aber, daß keiner von uns 40jährigen mit der Emotionalität, die sie leben, zufrieden wäre. Es sind Dinge wie der garten, die Kinder und Enkel, die Reisen, die sie miteinander verbindet, zusammen mit Symphatie und Gewöhnung. Dazu haben sie 30 Jahre gebraucht.
Hätte einer von uns diese Ausdauer, diese Kompromissfähigkeit, dieses Zurücksteckenkönnen?
Ich will die Ehe aus Gewohnheit (die ich bei meinen Eltern partiell sehe) nicht idealisieren, aber auch nicht verdammen. Sie ist zumindest für die Kinder eine Quelle großer Stabilität (und damit Urvertrauen). Uns feht etwas mehr Toleranz für Gewohnheit, Schätzen des Alltags, so wie unseren Eltern häufig etwas mehr partnerschaftliche Emotionalität fehlt.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
-
08.10.2012, 11:58
AW: Frauen wollen Bindung und Männer Sex?
Ja. Das ist ein großer Unterschied. Und man hat die Wahl. Ich könnte, wenn ich wollte aber ich muß es nicht.
So sehe ich das auch.Nicht, daß es früher besser oder schlechter gepasst hat. Nur das Verständnis, was eine Beziehung sein soll, war anders.
Ich vermute aber, daß keiner von uns 40jährigen mit der Emotionalität, die sie leben, zufrieden wäre. Es sind Dinge wie der garten, die Kinder und Enkel, die Reisen, die sie miteinander verbindet, zusammen mit Symphatie und Gewöhnung. Dazu haben sie 30 Jahre gebraucht.
Vermutlich nicht. Die Anforderungen und die Möglichkeiten haben sich geändert und ich finde das auch gut so. Man hat auch die Wahl.Hätte einer von uns diese Ausdauer, diese Kompromissfähigkeit, dieses Zurücksteckenkönnen?
Ja und wer lebt denn nun glücklicher?Ich will die Ehe aus Gewohnheit (die ich bei meinen Eltern partiell sehe) nicht idealisieren, aber auch nicht verdammen. Sie ist zumindest für die Kinder eine Quelle großer Stabilität (und damit Urvertrauen). Uns feht etwas mehr Toleranz für Gewohnheit, Schätzen des Alltags, so wie unseren Eltern häufig etwas mehr partnerschaftliche Emotionalität fehlt.



Zitieren

