Da gibt es für mich Parallelen zu Traumen. Das ist es ähnlich, dass a) ein idealisiertes Bild da ist, nach welchen man sucht und b) auf der anderen Seite bei allem was geringfügig abweicht gleich die Angst da ist neben Triggern, dass es wieder schief läuft und dicht gemacht wird, um sich zu schützen. Das führt dann dazu, dass man keine Beziehung aufbauen bzw. halten kann. Ich weiß gar nicht, ob ich heute einen Rat für Dich habe. Ist bei meinem schönen Geliebten ähnlich. Vielleicht hilft Dir ein wenig, dass Du schon mal weißt, was Du nicht willst, und dann noch was Du willst und dass Du Grenzen setzen darfst. Probier Dich etwas aus und achte auf Dich! Das wird sicher einige noch verletzen, aber sei es drum. Du brauchst diese Erfahrungen und kannst vielleicht erst mal nicht aus Deiner Haut. Und vielleicht gibt es ja einen, dem Du alles erzählen willst und kannst und der damit sanft umgehen kann und den Du wirklich liebst und sei es die erste Verliebtheit nur. Ob er das immer sein wird und es immer so sein wird, wer weiß das schon, aber man ist ja auch nicht immer gleich.
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Ergebnis 11 bis 20 von 21
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05.10.2012, 23:07Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
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05.10.2012, 23:47
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
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Geändert von emmely (07.10.2012 um 15:05 Uhr)
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05.10.2012, 23:57
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Erst einmal kurz vorweg: ich bin wirklich dankbar dafür, dass ihr hier so viele Ideen einbringt. Es wird niemand mein Verhalten oder meine Gedanken perfekt analysieren und begründen können, aber die Denkanstösse tun mir gut. Ich habe, bevor ich das Thema eröffnet habe, viel überlegt ob ich mich überhaupt offensiv mit der Thematik befassen will, weil es immer etwas war, was mich deprimiert hat. Momentan habe ich aber das Gefühl, dass ich sehr davon profitiere - nicht von heute auf morgen, aber langfristig.
Die Frage ist auch, ob ich das wirklich gerne hätte.
Mein Ex hat mich völlig erdrückt. Ich hatte nach wenigen Jahren überhaupt keine Freunde mehr, nur lose Kontakte. Er hatte zwei langjährige Freunde, die aber auch in anderen Städten lebten. Wir waren also komplett aufeinander fixiert.
In den letzten Jahren der Beziehung habe ich gelitten, sobald er nach Hause gekommen ist, weil ich ihm dann wieder zur Verfügung stehen musste, insbesondere auf sexueller Ebene. Bei einem Menschen, der sich in anderen Bereichen engagiert, viel beschäftigt ist, könnte das anders funktionieren. Man wüsste vermutlich die Zeit, die man miteinander verbringt, viel mehr zu schätzen.
Dass ich in einer möglichen zukünftigen Beziehung offen mit meiner Vergangenheit umgehe ist eigentlich eine elementare Voraussetzung dafür, dass ich diese Beziehung führen kann.
Ich möchte diese Geschichten niemandem auf die Nase binden, möchte kein Mitleid oder eine besondere Behandlung dafür, aber für einen einfühlsamen Partner ist es sicherlich auch wichtig, um manches nachvollziehen zu können.
Und ja, ausprobieren - momentan habe ich richtig Lust dazu, mal einen Schritt vorwärts zu gehen und zu spüren, wie es sich anfühlt. Ich hoffe dass sich dazu bald eine Gelegenheit findet.
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06.10.2012, 08:14Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Es gibt dazu 2 Wege. Dass Du alles erzählst oder auch nicht. Ich habe sehr sehr viel in diesem Leben erlebt und aufgelöst. Bei manchem gibt es rein gar nichts mehr dazu zu sagen, wenn es geht möchte ich weder jemals noch daran denken müssen, noch mit nur einem Menschen noch darüber sprechen, nur noch vergessen und nach vorn schauen.
Diese komplette Anhäufung wird mir kaum ein Mensch glauben, da man mir nichts davon ansieht.
Aus meinem Geliebten sind all diese Dinge nur so rausgesprudelt. Ich habe lange in einem fürsorgerischen Bereich gearbeitet mit absoluter Verschwiegenheit und weiß daher gut mit vielem umzugehen im Alltag, was mir erzählt wird und das wird es oft sogar. Du musst auch schauen, wer sozusagen überhaupt damit umgehen kann. Ich bin da sehr vorsichtig. Aber es wird auch Menschen geben, wie mich, die die Zeichen deuten können und schon ziemlich schnell wissen, was los war und entsprechend mit Dir umgehen können. Vielleicht wäre da wirklich ein Mann mit entsprechender Vorbildung für Dich eher etwas.
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06.10.2012, 08:27Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Es scheint also im Widerspruch zu stehen, was ich als Gedanken hatte.....grosses Hobby- wenig Zeit gegen Deinen WUnsch nach mehr Freiheit.
Auch nur Gedankengut, aber:
Bei einem Menschen, der sehr ausgiebig eine Begeisterung hat- findet sich doch prinzipiell dasselbe Verhalten wieder!
Jemand, der etwas sehr ausgiebig macht- darin aufgeht, Zeit investiert und das dann eventuell auch sehr zentral das komplette Leben durchzieht.
Nun lernst Du jemanden kennen und man erzählt dann ja erst mal allgemein über sich- und was Du bei diesen Menschen dann findest ist auf jeden Fall mal dieselbe Grundkonstitution-- nämlich eine, nennen wir es mal überzogen "Besessenheit" für etwas.
Extreme können sich im Leben überall durchziehen....und auch umlagern.
Was ich meine ist- Du magst Freiheit nun wollen, aber es ist gut möglich, daß das was Dich antickt dann doch wieder das alte Muster von jemandem ist, der dazu neigt etwas sehr ausufernd zu betreiben. Denn wiegesagt- wer so sein kann, kann es überall im Leben ausleben.
Und dann gibts ja auch diese Gratwanderung- Du willst jemanden, der so richtig verliebt in Dich ist und dann gibts natürlich auch die zig Nuancen, wie jemand das so auslebt.
Bedeutet- einerseits möchtest Du vielleicht schon DEN Mann, der sich ein Stück weit aufgibt und nur für DICH da ist......ich sag mal, wie man es als Kind von den Eltern ja erwartet- einem auch das Gefühl von Halt gibt- andererseits möchtest Du dann nach den Erfahrungen mehr Freiheit.
Man muss gut unterscheiden, denn uns kann der Kopf sagen, daß uns was nicht gut tut- wir werden immerzu von unseren Gefühlen gelenkt und selbst, wenn uns etwas nicht gut tut......treibt es uns ruckzuck in alte Muster-- die selbst schlecht anfühlend-- uns doch bekannt und vertraut sind....da will man dann hin.
Deshalb- sich die Leute ansehen und sich fragen, was steckt dahinter wenn mich das oder das antickt.
Was verbinde ich mit diesem Verhalten? Wie fühlt es sich an und woran erinnert mich das Gefühl?
Da kann man mit etwas Übung dann schon schnell hinkommen
kenzia
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07.10.2012, 00:57Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Brennst du denn auch für etwas? Hängst du dich auch so rein?
Dann kann ich deine Faszination verstehen. Du suchst jemanden, der mit zieht.
Falls du aber selber eher ein anderer Typ bist (genau, ordentlich, eher träge, nicht sehr risikobereit, nicht sehr ehrgeizig o.ä.), dann würde ich überlegen, wie du diese spezielle Energie in dein Leben kriegst, OHNE einen anderen Menschen als Motor zu brauchen.
Und es ist sehr schön, Menschen zu sehen, die für etwas brennen. Aber wieder die Frage: Wie viel ist schöner Schein? Und welche Schattenseiten hat diese Art?
Was denkst du von jemanden, der alles für eine gute Sache gibt, aber seine Familie und seine Gesundheit vernachlässigst?
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08.10.2012, 22:20
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Das klingt nach einem guten Konzept.
Prinzipiell mag ich es gar nicht, wenn man Gefühle und besonders auch Verliebtheit/Liebe überanalysiert. Wenn ich mir diese Partnerbörsen anschaue, in denen per Algorithmus ausgerechnet wird, wer zu mir passt, läuft es mir kalt den Rücken runter. Aber ich denke aus meinem Blickwinkel ist es durchaus legitim, insbesondere weil es erst einmal um das geht, was mich antriggert und nicht um eine Beziehung.
Ich habe übrigens in dieser Woche noch einen (beruflichen) Termin mit dem interessanten Kollegen. Mal sehen, ob es mir dabei oder auch danach gelingt, mal etwas in mich hineinzuhören.
Ich denke, da muss man sehr differenzieren. Auch wenn es albern klingt, gibt es für mich qualitatives und quantitatives Brennen. Wahrscheinlich kann man das nicht immer trennen und es hängt zweifellos auch zusammen, aber es geht mir nicht um Workaholics, die für Geld alles geben.
Um mal ein Beispiel zu nennen: der Mann, der am Wochenende Kurse für Studenten gibt, hat früher einige Jahre an der Uni gearbeitet und damals damit angefangen. Er hat vielen geholfen und es hat ihm Spaß gemacht, daher gibt er die Kurse auch heute noch, ohne dass er Geld dafür bekommt. Da er das 2x im Semester macht (also 4 Wochenenden im Jahr), ist das auch nicht extrem. Ich finde es klasse und die Studenten auch.
Das hat auch mit meinem Wunsch zu tun, einen offenen Partner zu haben, mit dem ich mich gut austauschen kann, also von ihm lernen und das auch zurückgeben kann. Ich kenne ein Paar, bei dem das traumhaft funktioniert: obwohl die beiden seit zehn Jahren zusammen sind, gibt es immer noch diesen Austausch, während es bei anderen nach drei Jahren nur noch um das Abendessen und das Fernsehprogramm geht. Es wäre ein Traum für mich, eine solche Beziehung zu haben, aber das ist natürlich nur mit dem passenden Partner möglich.
Und zu deiner ersten Frage: ja, ich bin auch jemand, der sich reinhängt. Ich hätte nach meinem Studium einen Job annehmen können, bei dem ich 52000 Euro Jahresgehalt (brutto) bekommen hätte. Das war mir zu langweilig, ich habe mich umorientiert, bin den steinigen Weg gegangen und bin jetzt in einem Bereich angelangt, in dem ich meine ursprüngliche Ausbildung gut einbringen kann, der aber kein klassisches Arbeitsfeld ist. Ich habe dazu viel lernen müssen, habe so manchem Abend mit Fachbüchern verbracht, aber es hat mir Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass es richtig so war. Ein zukünftiger Partner muss das nicht genauso machen, aber er sollte offen dafür sein.
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08.10.2012, 22:38Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Heißt das, dass du auf die gleiche Art brennst, wie du es bei einem Mann "unwiderstehlich" findest?
Oder bedeutet es eher, dass zu zielstrebig und diszipliniert bist und dir Ziele setzt?
Ich kenne es sehr gut, dass es anziehend ist, wenn jemand brennt.
Es mobilisiert die eigenen Energien.
Andererseits strahlt dieser Mensch aber auch eine bestimmte Botschaft aus, die ich nur zu gerne höre.
Allerdings: Manchmal ist das mehr ein Image, eine Fassade, die beeindrucken soll und die Realität sieht anders aus. Wie geht es den Menschen, die mit diesen brennenden Wesen zu tun haben? Es wäre wichtig, darauf zu achten.
Manche Menschen sind auch deshalb so aktiv etc., weil sie es brauchen. D.h. sie leiden innerlich unter einer Leere oder einem Minderwertigkeitsgefühl und stürzen sich in Projekte, um all das nicht zu spüren oder die große Veränderung herbei zu führen, die auf diesem Wege aber nicht zu erreichen ist, weil u.U. die Auseinandersetzung mit Schmerz und Trauer angesagt wäre. In so einem Fall wirkt das Brennen eher betäubend wie Alkohol. Oder es macht ein Leid erträglich.Geändert von Inaktiver User (08.10.2012 um 22:43 Uhr)
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09.10.2012, 21:45
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Ja, ich brenne auch.

Ich kann das für mich selbst schwer einschätzen, weil es für mich der richtige Weg ist, mit dem ich zufrieden bin. Aber durch Rückmeldungen und insbesondere auch den Vergleich mit anderen bin ich auch so jemand.
Insofern ist mir auch die Frage nach den Hintergründen sehr vertraut. Mir ist bewusst, dass ein Teilaspekt die ehrliche Anerkennung ist, die mir entgegengebracht wird. Hinzu kommt auch noch, dass es ein Weg ist, Kontakte zu knüpfen.
Ich hatte ja schon einmal geschrieben, dass ich in den letzten Jahren sämtliche Freunde verloren haben. Lose Bekanntschaften existieren heute und ich bemühe mich, aber leider klappt das mit 30 nicht mehr so gut wie mit 15. Über mein Engagement habe ich viele Menschen kennengelernt und ich denke auch, dass ich dadurch optimal mein Sozialverhalten trainieren kann. Ich habe noch vor einem Jahr Probleme gehabt, beim Zahnarzt anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Heute greife ich locker zum Telefonhörer und muss mir vorher nicht mehr die Worte zurechtlegen.
Aber ich schweife ab. Es ist auf jeden Fall wichtig, auch beim Gegenüber zu hinterfragen, warum er das tut, was er tut und gleichzeitig auch noch zu prüfen, ob sich das in einer potentiellen Beziehung vereinbaren lassen würde.
Ich habe übrigens heute "den Kollegen" getroffen und hatte, da noch einige andere Kollegen an dem Gespräch beteiligt waren, etwas Zeit für die Diagnose. Was dabei herauskam: er lispelt leicht, trägt hässliche Schuhe, hat einen deutlichen Bauchansatz... aber man bekanntlich nicht alles haben.
Ganz im Ernst: je mehr und je länger ich darüber nachdenke, desto realistischer sehe ich ihn auch. Er ist ein netter Typ, hat ein hübsches Gesicht und ein schönes Lächeln, das ist Fakt. Wenn wir mal bei Gelegenheit einen Kaffee zusammen trinken sollten, freut mich das, aber rein rational haben sich meine Gedanken etwas geglättet. Ich werde mal schauen, was die Gefühle noch treiben.
Gute Nacht!
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09.10.2012, 22:18Inaktiver User
AW: Schlechte Erfahrungen ablegen
Hm, ich will nicht dafür plädieren, alles zu hinterfragen.
Ich denke auch nicht, dass es dem Miteinander gut tut, wenn man den anderen sehr kritisch und in allen Details betrachtet. Ihn auf Fehler und Mängel hin zu untersuchen und zu bewerten, führt nicht zu einem liebevollen Umgang. Gerade Narzissten fürchten es, bewertet zu werden … Nicht zu genügen, diese Angst haben sie ohnehin.
Wofür ich mich ausspreche ist, nicht einfach im ersten Überschwang alles toll zu finden und viel toller als es überhaupt Menschen möglich ist. Gerade ein beeindruckendes Austreten kann ein Zeichen dafür sein, dass jemand Wirkung erzielen will und sich nicht so zeigt, wie er ist. Er ist nicht authentisch, weil er den Applaus und die Bewunderung braucht.
Die innere Leere und die Angst vor dem Versagen kann der Motor sein, um sich mit aller Kraft und viel Schwung in Projekte zu stürzen, eben zu brennen.
Es geht ja darum, sich einen wachen Blick dafür zu bewahren, wie jemand mit dir umgeht. Ob die Gefahr besteht, dass er dich wieder vereinnahmen und klein machen wird. Dabei ist es hilfreich, wahrzunehmen, wie er mit sich selbst und mit andern umgeht, ob die schöne Botschaft der beeindruckenden Ausstrahlung mit den Handlungen und ihren Wirkungen übereinstimmt.



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